{"id":84242,"date":"2026-08-09T05:00:17","date_gmt":"2026-08-09T03:00:17","guid":{"rendered":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/?p=84242"},"modified":"2026-08-07T17:09:28","modified_gmt":"2026-08-07T15:09:28","slug":"wort-zum-sonntag-von-pfarrer-dr-habil-peter-tarlinski-4","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wort-zum-sonntag-von-pfarrer-dr-habil-peter-tarlinski-4\/","title":{"rendered":"Wort zum Sonntag von Pfarrer Dr. habil. Peter Tarlinski"},"content":{"rendered":"<p><strong>19. Sonntag im Jahreskreis\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>Lesung: 1 K\u00f6n 19, 9ab.11b\u201313<\/strong><\/p>\n<p><strong>Lesung: R\u00f6m 9, 1\u20135<\/strong><br \/>\n<strong>Evangelium: Mt 14, 22\u201333<\/strong><!--more--><\/p>\n<p>Der Abschnitt aus dem Evangelium nach Matth\u00e4us 14,22-33 enth\u00e4lt mehrere Impulse f\u00fcr unser Leben \u2013 besonders in Verbindung mit den Ferien, die zu Erholung und einem Eintauchen in lebenswichtige Gedanken gut geeignet sind.<\/p>\n<h2><strong> Alleinsein \u2013 ein Raum der inneren Wahrheit<\/strong><\/h2>\n<p>Jesus sucht die Einsamkeit, um zu beten. Alleinsein bedeutet nicht immer Verlassenheit. Es kann uns helfen, Abstand vom L\u00e4rm und von den Erwartungen anderer zu gewinnen. In der Stille erkennen wir deutlicher, was in uns lebt. Gedanken, Gef\u00fchle und ungel\u00f6ste Fragen kommen an die Oberfl\u00e4che. Das kann zun\u00e4chst unangenehm sein. Doch nur das, was wir wahrnehmen, k\u00f6nnen wir auch vor Gott bringen. Vor ihm m\u00fcssen wir keine Rolle spielen. Wir d\u00fcrfen m\u00fcde, ratlos und verletzlich sein. Die Einsamkeit wird heilsam, wenn sie zur Begegnung mit Gott und mit uns selbst f\u00fchrt.<\/p>\n<h2><strong> Angst ver\u00e4ndert unseren Blick<\/strong><\/h2>\n<p>Die J\u00fcnger sehen Jesus und halten ihn f\u00fcr ein Gespenst. Angst l\u00e4sst uns die Wirklichkeit oft falsch deuten. Wir sehen eine Gefahr, obwohl sich uns vielleicht Hilfe n\u00e4hert. Unsere Wahrnehmung wird enger. Wir achten nur noch auf das, was uns bedrohen k\u00f6nnte. Erfahrungen aus der Vergangenheit k\u00f6nnen diese Angst noch verst\u00e4rken. Auch M\u00fcdigkeit und innere Anspannung machen uns unsicher. Deshalb d\u00fcrfen wir unsere Angst ernst nehmen, ohne ihr sofort zu glauben. Wir m\u00fcssen pr\u00fcfen, was wirklich geschieht. Nicht alles, was uns zu bedrohen scheint, ist tats\u00e4chlich eine Bedrohung. Jesus, der am Wasser des Sees auf die J\u00fcnger zuging, erwies sich nicht als Gespenst, sondern als Helfer in der Not.<\/p>\n<blockquote><p>\u201eWo Menschen ihn aufnehmen, einander tragen und gemeinsam glauben, verliert die Angst ihre letzte Macht.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<h2><strong> Vertrauen beginnt mit dem H\u00f6ren<\/strong><\/h2>\n<p>Jesus sagt: \u201eHabt Vertrauen, ich bin es; f\u00fcrchtet euch nicht!\u201c Er nimmt den J\u00fcngern nicht zuerst den Sturm. Er schenkt ihnen seine Gegenwart. Sein Wort erreicht sie mitten in der Dunkelheit. Es hilft ihnen, die Situation neu zu sehen. Christliches Vertrauen bedeutet nicht, keine Angst mehr zu sp\u00fcren. Es bedeutet, in der Angst auf die Stimme Jesu zu h\u00f6ren. Vertrauen w\u00e4chst, wenn wir uns an fr\u00fchere Erfahrungen seiner N\u00e4he erinnern. Es wird durch das Gebet und durch das Evangelium gen\u00e4hrt. Wir sind nicht deshalb sicher, weil alles ruhig ist, sondern weil Christus uns zur Seite steht.<\/p>\n<h2><strong> Zweifel brauchen eine ausgestreckte Hand<\/strong><\/h2>\n<p>Petrus wagt am Wasserspiegel des Sees den Schritt auf Jesus zu. Doch als er nur noch auf den Wind achtet, verliert er den Halt. Zweifel entstehen h\u00e4ufig, wenn die Angst gr\u00f6\u00dfer wird als das Vertrauen. Sie sind nicht immer ein Zeichen mangelnden Glaubens. Manchmal zeigen sie, dass unser bisheriges Gottesbild zu klein geworden ist. Zweifel k\u00f6nnen uns zu einer tieferen Suche f\u00fchren. Gef\u00e4hrlich werden sie, wenn wir mit ihnen allein bleiben. Petrus schreit: \u201eHerr, rette mich!\u201c Jesus diskutiert nicht mit ihm, sondern ergreift seine Hand. Aus dem Zweifel f\u00fchrt oft kein kluger Gedanke allein, sondern eine lebendige Beziehung: das Gebet, das Wort Gottes, die Sakramente und ein Mensch, der uns beisteht.<\/p>\n<h2><strong> Christus im Boot ver\u00e4ndert die Situation<\/strong><\/h2>\n<p>Als Jesus in das Boot steigt, legt sich der Wind. Das Boot ist seit fr\u00fcher christlicher Zeit ein Bild f\u00fcr die Kirche. Auch heute erlebt sie St\u00fcrme, Unsicherheit und Spannungen. Manchmal entsteht der Eindruck, sie k\u00f6nne untergehen. Christen k\u00f6nnen m\u00fcde werden, den Mut verlieren oder sich gegeneinander auflehnen. Doch Christus verl\u00e4sst sein Boot nicht. Seine Gegenwart beseitigt nicht automatisch alle Probleme. Sie gibt jedoch Orientierung, Hoffnung und die Kraft zum gemeinsamen Handeln. Die Kirche ist nicht deshalb gerettet, weil ihre Mitglieder vollkommen w\u00e4ren. Ihre Hoffnung liegt darin, dass Christus in ihrer Mitte bleibt. Wo Menschen ihn aufnehmen, einander tragen und gemeinsam glauben, verliert die Angst ihre letzte Macht. Durch Jesus, seine N\u00e4he und sein kraftvolles Wirken haben der Mensch, die Familien, die christliche Gemeinschaft und sogar die Einwohner der Erde eine besser abgesicherte Zukunft.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>19. Sonntag im Jahreskreis\u00a0 Lesung: 1 K\u00f6n 19, 9ab.11b\u201313 Lesung: R\u00f6m 9, 1\u20135 Evangelium: Mt 14, 22\u201333<\/p>\n","protected":false},"author":318,"featured_media":83341,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[4225],"tags":[6499,8982,8983,9126],"redaktor":[6062],"class_list":["post-84242","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-kirche-de","tag-glaube-de","tag-kirche-de","tag-peter-tarlinski-de","tag-slowo-na-niedziele-de","redaktor-bischofsvikar-dr-peter-tarlinski-de"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/84242","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/318"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=84242"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/84242\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":84335,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/84242\/revisions\/84335"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/83341"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=84242"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=84242"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=84242"},{"taxonomy":"redaktor","embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/redaktor?post=84242"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}