{"id":84201,"date":"2026-08-07T05:00:15","date_gmt":"2026-08-07T03:00:15","guid":{"rendered":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/?p=84201"},"modified":"2026-08-07T09:34:40","modified_gmt":"2026-08-07T07:34:40","slug":"35-jahre-nachbarschaftsvertrag-fahrradttour-35-bruecken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/35-jahre-nachbarschaftsvertrag-fahrradttour-35-bruecken\/","title":{"rendered":"Br\u00fccken schlagen auf zwei R\u00e4dern"},"content":{"rendered":"<p><strong>Anl\u00e4sslich des 35. Jahrestages des deutsch-polnischen Nachbarschaftsvertrags plant das Deutsche Kulturforum \u00f6stliches Europa gemeinsam mit Partnern ein besonderes Projekt. Junge Menschen aus beiden L\u00e4ndern sollen vom 8. bis 12. September 2026 die Grenzregion nicht nur sehen, sondern erfahren \u2013 und das vom Sattel eines Fahrrads aus.<\/strong><!--more--><\/p>\n<p>Die Idee zu diesem binationalen Fahrradprojekt ist \u2013 wie so viele gute Dinge \u2013 durch eine pers\u00f6nliche Entdeckung entstanden. Ariane Afsari vom Deutschen Kulturforum \u00f6stliches Europa erinnert sich: \u201eUnsere Praktikantin Oliwia Drozdowicz war l\u00e4ngere Zeit bei uns und hat w\u00e4hrenddessen ihre Masterarbeit abgeschlossen. Oliwia, die aus Niederschlesien stammt, hatte sich intensiv mit den Br\u00fccken entlang von Oder und Nei\u00dfe besch\u00e4ftigt. Dabei hat sie herausgefunden, dass es dort knapp \u00fcber 100 Br\u00fccken gibt\u201c, erz\u00e4hlt Afsari. Besonders spannend sei dabei der Bereich entlang der Nei\u00dfe, wo die Br\u00fccken oft sehr eng beieinander liegen.<\/p>\n<h2><strong>Von verschwundenen und vergessenen Wegen<\/strong><\/h2>\n<p>F\u00fcr Frau Afsari war schnell klar, dass diese Br\u00fccken mehr sind als nur Stein und Stahl. Sie sind Symbole f\u00fcr die Geschichte einer Region, die nach 1945 radikale Br\u00fcche erlebte. \u201eEs gibt verschwundene Br\u00fccken, wieder aufgebaute, erhaltene und v\u00f6llig vergessene Br\u00fccken\u201c, erkl\u00e4rt sie. Gemeinsam mit acht jungen Deutschen und acht jungen Polen im Alter von 18 bis 26 Jahren m\u00f6chte sie diese Orte erkunden.<\/p>\n<div id=\"attachment_84207\" style=\"width: 910px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-84207\" class=\"size-full wp-image-84207\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Screenshot-von-www.kulturaktiv.org_.-Fotos-Thomas-Vosbeck.jpg\" alt=\"\" width=\"900\" height=\"688\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Screenshot-von-www.kulturaktiv.org_.-Fotos-Thomas-Vosbeck.jpg 900w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Screenshot-von-www.kulturaktiv.org_.-Fotos-Thomas-Vosbeck-300x229.jpg 300w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Screenshot-von-www.kulturaktiv.org_.-Fotos-Thomas-Vosbeck-768x587.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 900px) 100vw, 900px\" \/><p id=\"caption-attachment-84207\" class=\"wp-caption-text\">Quelle: kulturaktiv.org, Foto: Thomas Vosbeck<\/p><\/div>\n<p>Dabei geht es nicht um eine rein sportliche H\u00f6chstleistung, sondern um den Austausch. \u201eWir wollen verschiedene Perspektiven auf die Geschichte dieser Region beleuchten\u201c, so Afsari. Das Vorbild ist dabei fast schon philosophisch: \u00c4hnlich wie beim deutsch-polnischen Geschichtsbuch sollen auch bei schwierigen Debatten immer beide Seiten zu Wort kommen, um echtes Verst\u00e4ndnis zu entwickeln.<\/p>\n<h2><strong>Ein mobiles Studio im Gep\u00e4ck<\/strong><\/h2>\n<p>Das Projekt bietet den Teilnehmern einen besonderen Mehrwert: Sie werden selbst zu Chronisten der Tour. \u201eWir haben Mikrofone mit dabei. An den verschiedenen Stationen \u2013 etwa beim Kraftwerk Hirschfelde, dem Tagebau Tur\u00f3w oder im Kloster St. Marienthal \u2013 werden Gespr\u00e4che gef\u00fchrt. Die jungen Leute bekommen das Mikrofon selbst in die Hand, f\u00fchren Interviews mit Zeitzeugen, Museumsleitern oder auch mal mit der Mutteroberin im Kloster.\u201c verr\u00e4t Frau Afsari.<\/p>\n<blockquote><p>Diese Br\u00fccken mehr sind als nur Stein und Stahl. Sie sind Symbole f\u00fcr die Geschichte einer Region, die nach 1945 radikale Br\u00fcche erlebte.<\/p><\/blockquote>\n<p>Die Ergebnisse sollen nicht in der Schublade verschwinden. Das Kulturforum \u00d6stliches Europa bietet an, daraus Podcasts zu produzieren oder Artikel f\u00fcr die Zeitschrift \u201eKulturkorrespondenz \u00d6stliches Europa\u201c zu schreiben. Und auch die sozialen Medien spielen eine Rolle: Jeden Abend will sich die Gruppe zusammensetzen und \u00fcberlegen: \u201eWelches Foto posten wir morgen? Welcher Text passt dazu? Was war uns heute am wichtigsten?\u201c<\/p>\n<h2><strong>Mit dem Drahtesel durch die Lausitz<\/strong><\/h2>\n<p>Organisatorisch ist das Projekt so geplant, dass es f\u00fcr junge Erwachsene gut machbar ist. Gestartet wird am 8. September in Zittau, das Ziel ist Forst in der Lausitz. \u201eMan muss keine 50 Kilometer am Tag fahren k\u00f6nnen\u201c, beruhigt Frau Afsari. Geplant sind entspannte 25 bis 35 Kilometer t\u00e4glich. Ein eigenes, verkehrssicheres Fahrrad und die entsprechende Ausr\u00fcstung m\u00fcssen die Teilnehmer allerdings selbst mitbringen.<\/p>\n<p>Auch f\u00fcr die Vorbereitung wird gesorgt: Damit sich die Gruppe schon vorab kennenlernt und Details zur Anfahrt kl\u00e4ren kann, sind Zoom-Meetings zur Vorbereitung geplant. Und wer sich fragt, wie er nach der Tour mit dem Rad wieder nach Hause kommt: Die Organisatoren helfen bei Bedarf auch bei der Wahl der Z\u00fcge f\u00fcr die R\u00fcckreise.<\/p>\n<h2><strong>Wer steckt dahinter?<\/strong><\/h2>\n<p>Dass dieses Projekt \u00fcberhaupt zustande kommt, ist einer engen Vernetzung zu verdanken. Organisiert wird die Tour von\u00a0Kultur Aktiv e.V., dem\u00a0Deutschen Kulturforum \u00f6stliches Europa\u00a0und dem\u00a0Willy Brandt Zentrum der Universit\u00e4t Breslau.<\/p>\n<p>Wer Lust bekommen hat, Geschichte aktiv zu \u201eerfahren\u201c, kann sich bis zum 20. August 2026 bewerben. Der Teilnahmebeitrag liegt bei 50 Euro und beinhaltet Unterkunft, Verpflegung und Versicherung. \u201eWir suchen junge Leute, die Lust auf internationale Begegnungen haben\u201c, sagt Ariane Afsari, die sich schon jetzt auf den Austausch an der Nei\u00dfe freut.<\/p>\n<p>\u00dcbrigens: Wer \u2013 wie Oliwia Drozdowicz \u2013 Interesse an einem Praktikum im Kulturforum \u00f6stliches Europa hat, kann sich jederzeit melden. Man sollte die Sprache aus den Arbeitsgebieten mitbringen und Lust auf Themen der Geschichte und Kultur haben.<\/p>\n<h2>Wichtige Infos:<\/h2>\n<ul>\n<li><strong>Termin:<\/strong>\u00a008.09. \u2013 12.09.2026<\/li>\n<li><strong>Route:<\/strong>\u00a0Zittau nach Forst (Lausitz) mit dem Fahrrad<\/li>\n<li><strong>Zielgruppe:<\/strong>\u00a018\u201326 Jahre (D &amp; PL)<\/li>\n<li><strong>Bewerbung:<\/strong>\u00a0via Google Forms <a href=\"https:\/\/docs.google.com\/forms\/d\/e\/1FAIpQLScX6Y58_e9BObVMjZ70C-rd49-DHXz_wXZXjXSzoOTNdVA00A\/viewform\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/docs.google.com\/forms\/d\/e\/1FAIpQLScX6Y58_e9BObVMjZ70C-rd49-DHXz_wXZXjXSzoOTNdVA00A\/viewform<\/a><\/li>\n<li><strong>Infos: <a href=\"https:\/\/www.kulturforum.info\/de\/ueber-uns\/ausschreibungen-des-kulturforums\/9333-ausschreibung-35-bruecken-zur-nachbarschaft\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.kulturforum.info\/de\/ueber-uns\/ausschreibungen-des-kulturforums\/9333-ausschreibung-35-bruecken-zur-nachbarschaft<\/a><\/strong><\/li>\n<li><strong>Fragen an:<\/strong> E-Mail an\u00a0<a href=\"https:\/\/www.google.com\/url?sa=E&amp;q=mailto%3Aafsari%40kulturforum.info\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">afsari@kulturforum.info<\/a><\/li>\n<li><strong>Voraussetzung:<\/strong>\u00a0Eigenes Rad, Neugier, ca. 30 km Kondition pro Tag.<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Anl\u00e4sslich des 35. 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