{"id":83720,"date":"2026-07-30T11:00:08","date_gmt":"2026-07-30T09:00:08","guid":{"rendered":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/?p=83720"},"modified":"2026-07-30T19:05:12","modified_gmt":"2026-07-30T17:05:12","slug":"mutter-anna-wallfahrt-in-neviges-schlesier-feiern-glauben-und-heimat","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/mutter-anna-wallfahrt-in-neviges-schlesier-feiern-glauben-und-heimat\/","title":{"rendered":"Schlesier feiern Glauben und Heimat"},"content":{"rendered":"<p><strong>Es gibt Orte, an denen Geschichte, Glaube und Heimat auf besondere Weise zusammenfinden. Der Mariendom in Neviges ist ein solcher Ort. Seit 1995 kommen hier die Schlesier, ihre Nachkommen und Freunde zur Mutter-Anna-Wallfahrt zusammen. Was vor mehr als 30 Jahren begann, ist heute eine der gr\u00f6\u00dften Wallfahrten im Erzbistum K\u00f6ln \u2013 und f\u00fcr viele Schlesier ein fester Termin im Jahreskalender. Von Beginn an liegt die organisatorische Leitung der Mutter-Anna-Wallfahrt in den H\u00e4nden von Damian Spielvogel, der diese verantwortungsvolle Aufgabe seit vielen Jahren mit gro\u00dfem Engagement wahrnimmt.<\/strong><!--more--><\/p>\n<p>Am Sonntag, dem 26. Juli 2026, dem Festtag der Heiligen Anna, machten sich erneut rund 5.000 Menschen aus nah und fern auf den Weg nach Neviges. Viele von ihnen kamen mit Erinnerungen an die Heimat ihrer Eltern und Gro\u00dfeltern. Manche trugen die Namen schlesischer Orte in ihren Herzen, andere kamen, um die schlesische Heimat ihrer Vorfahren neu zu entdecken. Sie alle verband an diesem Tag der gemeinsame Glaube und die Liebe zu Schlesien.<\/p>\n<h2><strong>Glaube, Erinnerung und Gemeinschaft<\/strong><\/h2>\n<p>Der Mariendom war bis auf den letzten Platz gef\u00fcllt. Gemeinsam wurde gebetet, gesungen und Eucharistie gefeiert. Besonders beim Gesang wurde die tiefe Verbundenheit der Pilger sp\u00fcrbar. Viele Lieder, die seit Generationen zum religi\u00f6sen Leben der Schlesier geh\u00f6ren, erklangen mit gro\u00dfer Inbrunst und lie\u00dfen den Mariendom zu einem eindrucksvollen Ort des Glaubens werden. Verst\u00e4rkt wurde dieser Eindruck durch die musikalischen Darbietungen des Oberschlesischen Blasorchesters Ratingen und des Organisten Marc-David Schwarz.<\/p>\n<div id=\"attachment_83713\" style=\"width: 778px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-83713\" class=\"size-large wp-image-83713\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Bild-2-1-768x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"768\" height=\"1024\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Bild-2-1-768x1024.jpg 768w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Bild-2-1-225x300.jpg 225w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Bild-2-1-1152x1536.jpg 1152w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Bild-2-1-1536x2048.jpg 1536w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Bild-2-1-scaled.jpg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><p id=\"caption-attachment-83713\" class=\"wp-caption-text\">Anz\u00fcnden der Wallfahrtskerze.<br \/>Foto: Carsten Becher<\/p><\/div>\n<p>Das Hochamt zelebrierte und predigte erneut Abb\u00e9 Thomas Diradourian. Als leitender Pfarrer und Wallfahrtsleiter von Neviges ist er der \u201eHausherr\u201c dieses traditionsreichen Wallfahrtsortes. Bereits 2022 hatte er der Mutter-Anna-Wallfahrt vorgestanden. Dass er auch in diesem Jahr wieder als Zelebrant und Prediger gewonnen werden konnte, entsprach dem ausdr\u00fccklichen Wunsch vieler Pilger.<\/p>\n<p>F\u00fcr Abb\u00e9 Thomas Diradourian ist die Mutter-Anna-Wallfahrt eine ganz besondere Wallfahrt \u2013 es ist seine \u201eLieblingswallfahrt\u201c. Der geb\u00fcrtige Pariser wurde 2003 in der Gemeinschaft St. Martin zum Priester geweiht. Seit September 2020 ist er gemeinsam mit Mitbr\u00fcdern der Gemeinschaft Sankt Martin leitender Pfarrer und Wallfahrtsleiter in Velbert-Neviges.<\/p>\n<p>Ein besonders ber\u00fchrender Augenblick war die Segnung der Wallfahrtskerze zu Beginn des Gottesdienstes. Kinder waren dabei und standen in diesem Jahr ebenfalls besonders im Mittelpunkt der Wallfahrt. Ihre Anwesenheit machte deutlich: Die Mutter-Anna-Wallfahrt ist nicht nur ein Treffen der \u00e4lteren Generationen. Sie ist auch ein Zeichen der Hoffnung und der Zukunft. Das schlesische Erbe soll weitergegeben werden \u2013 im Glauben, in den Familien und in der Begegnung der Generationen.<\/p>\n<h2><strong>Ein Fest der Begegnung und der Verbundenheit<\/strong><\/h2>\n<p>Nach dem Gottesdienst wurde der Pilgerparkplatz zu einem Ort der Begegnung. Die Pilger nutzten die Zeit zum Austausch, trafen Freunde und Bekannte und kamen miteinander ins Gespr\u00e4ch. Ein Platzkonzert des Oberschlesischen Blasorchesters Ratingen sorgte f\u00fcr die passende musikalische Begleitung. Bei schlesischen Fleisch- und Backwaren der Fleischerei Golly und der B\u00e4ckerei M\u00fcller wurde schlie\u00dflich gemeinsam gegessen und gefeiert. Der Getr\u00e4nkestand wurde von Mitgliedern des Jungen Schlesiens betreut.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_83716\" style=\"width: 778px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-83716\" class=\"wp-image-83716 size-large\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Bild-2a-768x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"768\" height=\"1024\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Bild-2a-768x1024.jpg 768w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Bild-2a-225x300.jpg 225w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Bild-2a-1152x1536.jpg 1152w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Bild-2a-1536x2048.jpg 1536w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Bild-2a-scaled.jpg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><p id=\"caption-attachment-83716\" class=\"wp-caption-text\">Abb\u00e9 Thomas Diradourian. <br \/>Foto: Carsten Becher<\/p><\/div>\n<p>So wurde die Mutter-Anna-Wallfahrt auch in diesem Jahr zu einem eindrucksvollen Fest des Bekenntnisses zum Glauben und zu Schlesien. F\u00fcr einen Tag war Schlesien in besonderer Weise in Neviges gegenw\u00e4rtig: in den Gebeten und Liedern, in den Gespr\u00e4chen und Erinnerungen, in den schlesischen Spezialit\u00e4ten und vor allem in den Menschen selbst.<\/p>\n<p>Besonders erfreulich ist, dass die Mutter-Anna-Wallfahrt l\u00e4ngst nicht nur von Menschen besucht wird, die famili\u00e4re Wurzeln in Schlesien haben. Auch zahlreiche Menschen ohne pers\u00f6nlichen oder famili\u00e4ren Bezug zu Schlesien nehmen an der Wallfahrt teil und f\u00fchlen sich von ihrer besonderen Atmosph\u00e4re, ihrem Glauben und ihrer gelebten Gemeinschaft angesprochen.<\/p>\n<h2><strong>Zeichen der Verst\u00e4ndigung und der gemeinsamen Erinnerung<\/strong><\/h2>\n<p>Ein besonderer Moment pr\u00e4gte die diesj\u00e4hrige Mutter-Anna-Wallfahrt: Erstmals in ihrer Geschichte nahm der polnische Generalkonsul Marek G\u0142uszko an der traditionsreichen Wallfahrt teil. Seine Anwesenheit verlieh der Veranstaltung eine besondere Bedeutung f\u00fcr die deutsch-polnischen Beziehungen. Gerade vor dem Hintergrund der wechselvollen deutsch-polnischen Geschichte setzte seine Teilnahme ein bemerkenswertes Zeichen der Begegnung und der Verst\u00e4ndigung. Die Stadt Velbert repr\u00e4sentierte der stellvertretende B\u00fcrgermeister Nico Schmidt.<\/p>\n<p>Auch die Bundesleitung der Landsmannschaft Schlesien war bei der Wallfahrt vertreten. Bundesvorsitzender Stephan Rauhut nahm gemeinsam mit dem Bundesschatzmeister Tobias Schulz, dem Bundesschriftf\u00fchrer Peter Damaschek und dem stellvertretenden Bundesschatzmeister Ralf Skrzipietz an der Wallfahrt teil. Ihre Anwesenheit unterstrich die Bedeutung, die die Bundesleitung der Mutter-Anna-Wallfahrt und ihrer verbindenden Wirkung beimisst.<\/p>\n    <section class=\"newsy-widget\">\r\n        \r\n                                \r\n        <a class=\"newsy-card\" href=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/nationale-und-ethnische-minderheiten-auf-dem-st-annaberg-eine-wallfahrt-die-generationen-und-nationen-verbindet\/\">\r\n            <div class=\"newsy-card-thumb\">\r\n                                    <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/IMG_3859-scaled-e1780929114916-150x150.jpeg\" alt=\"Eine Wallfahrt, die Generationen und Nationen verbindet\">\r\n                            <\/div>\r\n            <div class=\"newsy-card-text\">\r\n            \t\r\n                            <span class=\"slider-subtitle\" style=\"font-size: 0.7rem !important; text-transform: uppercase !important;\">Nationale und ethnische Minderheiten auf dem St. Annaberg<\/span>\r\n                                      \t\r\n            \t\r\n                <h3 class=\"newsy-card-title\">Eine Wallfahrt, die Generationen und Nationen verbindet<\/h3>\r\n                <span class=\"newsy-card-more\">Mehr lesen &rarr;<\/span>\r\n            <\/div>\r\n        <\/a>\r\n            <\/section>\r\n    \n    <section class=\"newsy-widget\">\r\n        \r\n                                \r\n        <a class=\"newsy-card\" href=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/teil-1-kindheit-im-wald-und-die-missglueckte-flucht\/\">\r\n            <div class=\"newsy-card-thumb\">\r\n                                    <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Teil-1-150x150.jpg\" alt=\"Teil 1: Kindheit im Wald und die missgl\u00fcckte Flucht\">\r\n                            <\/div>\r\n            <div class=\"newsy-card-text\">\r\n            \t\r\n                            <span class=\"slider-subtitle\" style=\"font-size: 0.7rem !important; text-transform: uppercase !important;\">Klaus Kawalek: Meine Flucht aus Eleonorensgr\u00fcn und die Zeit danach<\/span>\r\n                                      \t\r\n            \t\r\n                <h3 class=\"newsy-card-title\">Teil 1: Kindheit im Wald und die missgl\u00fcckte Flucht<\/h3>\r\n                <span class=\"newsy-card-more\">Mehr lesen &rarr;<\/span>\r\n            <\/div>\r\n        <\/a>\r\n            <\/section>\r\n    \n<p>Auch die schlesische Presse war bei der Wallfahrt vertreten. Monika Schultze berichtete f\u00fcr die Schlesischen Nachrichten, w\u00e4hrend Carsten Becher die Schlesische Bergwacht repr\u00e4sentierte. Damit war auch die mediale Begleitung der traditionsreichen Veranstaltung sichergestellt.<\/p>\n<p>Auf gro\u00dfes Interesse stie\u00dfen zudem die Informationsst\u00e4nde der Landsmannschaft Schlesien und des Oberschlesischen Landesmuseums. Zahlreiche Besucher nutzten die Gelegenheit, sich \u00fcber die Arbeit der Landsmannschaft, die Geschichte und Kultur Schlesiens sowie die vielf\u00e4ltigen Angebote des Museums zu informieren. Die St\u00e4nde erfreuten sich w\u00e4hrend der gesamten Veranstaltung gro\u00dfer Beliebtheit und wurden zu wichtigen Orten des Austauschs und der Begegnung.<\/p>\n<p>Ebenso erfreulich ist die \u00f6kumenische Verbundenheit, die bei der Mutter-Anna-Wallfahrt sichtbar wird. Jahr f\u00fcr Jahr nehmen auch zahlreiche evangelische Christen an der Wallfahrt teil. Gemeinsam mit den katholischen Pilgern setzen sie ein eindrucksvolles Zeichen f\u00fcr den verbindenden Charakter des christlichen Glaubens und f\u00fcr ein gelebtes Miteinander \u00fcber konfessionelle Grenzen hinweg.<\/p>\n<blockquote><p>Die Mutter-Anna-Wallfahrt zeigt jedes Jahr aufs Neue: Heimat kann verloren gehen, aber sie kann nicht ausgel\u00f6scht werden. Sie lebt in den Erinnerungen, in den Familien und in der Gemeinschaft weiter.<\/p><\/blockquote>\n<p>Und wenn sich die Pilger am Ende des Tages wieder auf den Heimweg machen, nehmen sie die Gewissheit mit, dass sie nicht allein sind. Sie geh\u00f6ren zu einer gro\u00dfen Gemeinschaft, die ihre Wurzeln in Schlesien hat und diese Wurzeln auch an die kommenden Generationen weitergeben m\u00f6chte.<\/p>\n<p>Die n\u00e4chste Mutter-Anna-Wallfahrt im Mariendom zu Neviges findet am 25. Juli 2027 statt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es gibt Orte, an denen Geschichte, Glaube und Heimat auf besondere Weise zusammenfinden. Der Mariendom in Neviges ist ein solcher Ort. Seit 1995 kommen hier die Schlesier, ihre Nachkommen und Freunde zur Mutter-Anna-Wallfahrt zusammen. 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