{"id":83696,"date":"2026-07-29T17:00:31","date_gmt":"2026-07-29T15:00:31","guid":{"rendered":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/?p=83696"},"modified":"2026-07-31T16:21:48","modified_gmt":"2026-07-31T14:21:48","slug":"nicht-gegeneinander-sondern-miteinander","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/nicht-gegeneinander-sondern-miteinander\/","title":{"rendered":"Ein starkes Zeichen f\u00fcr die deutsch-polnische Zukunft im Sejm"},"content":{"rendered":"<p><strong>Warschau, 29. Juli 2026 \u2013 Es ist ein historischer Ort f\u00fcr ein historisches Jubil\u00e4um. Am heutigen Mittwoch wurde im Hauptfoyer des polnischen Sejm die Ausstellung \u201eNicht gegeneinander, sondern miteinander\u201c feierlich er\u00f6ffnet. Anl\u00e4sslich des 35. Jahrestages des deutsch-polnischen Nachbarschaftsvertrages blickt die Schau nicht nur zur\u00fcck auf die Meilensteine der Vers\u00f6hnung, sondern stellt die Weichen f\u00fcr die kommenden Jahrzehnte.<\/strong><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Die Er\u00f6ffnung lockte hochrangige Vertreter aus Politik, Diplomatie und der Zivilgesellschaft in das Parlamentsgeb\u00e4ude. Dass die Ausstellung ausgerechnet hier gezeigt wird, ist ein wichtiges Signal. Marek Krz\u0105ka\u0142a, Vorsitzender der deutsch-polnischen Parlamentariergruppe im Sejm, betonte die Bedeutung der zwischenmenschlichen Ebene: \u201eIn diesen 35 Jahren haben wir auf vielen Ebenen die Zusammenarbeit entwickelt. Viel wichtiger als die Politik oder die Wirtschaft sind die menschlichen Beziehungen und die M\u00f6glichkeiten, die sowohl Jugendliche als auch NGOs genutzt haben\u201c, so Krz\u0105ka\u0142a.<\/p>\n<div id=\"attachment_83703\" style=\"width: 1034px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-83703\" class=\"size-large wp-image-83703\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/IMG-20260729-WA0032-e1785336496419-1024x531.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"531\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/IMG-20260729-WA0032-e1785336496419-1024x531.jpg 1024w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/IMG-20260729-WA0032-e1785336496419-300x156.jpg 300w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/IMG-20260729-WA0032-e1785336496419-768x398.jpg 768w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/IMG-20260729-WA0032-e1785336496419-1536x797.jpg 1536w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/IMG-20260729-WA0032-e1785336496419.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><p id=\"caption-attachment-83703\" class=\"wp-caption-text\">Die Ausstellung \u201eNicht gegeneinander, sondern gemeinsam\u201c wurde anl\u00e4sslich des 35. Jahrestags des deutsch-polnischen Nachbarschaftsvertrags feierlich im Hauptfoyer des Sejm in Warschau er\u00f6ffnet.<br \/>Foto: Micha\u0142 Florek<\/p><\/div>\n<h2>Ein Rahmen f\u00fcr die Zukunft<\/h2>\n<p>Die inhaltliche Gestaltung der 14 Schautafeln lag in den H\u00e4nden des Historikers Prof. Krzysztof Ruchniewicz. F\u00fcr ihn ist der Vertrag von 1991 weit mehr als nur ein verstaubtes Dokument. \u201eEinerseits hat sich der Vertrag bew\u00e4hrt, andererseits schuf er einen Rahmen, den wir auch heute noch problemlos nutzen k\u00f6nnen, wenn wir es nur wollen\u201c, erkl\u00e4rte Ruchniewicz in seinem ersten Statement zur Konzeption. Er hob hervor, dass dies die erste umfassende Ausstellung sei, die sich vollumf\u00e4nglich dem Vertrag widmet. In einem weiteren Aspekt betonte er die sicherheitspolitische Relevanz: \u201eEs liegt in unserem gemeinsamen Interesse, \u00fcber die Sicherheit in ganz Europa zu diskutieren. Der Vertrag schafft diese M\u00f6glichkeit, weil Polen und Deutschland dadurch Vertrauen zueinander gefasst haben.\u201c<\/p>\n<blockquote><p>\u201eViel wichtiger als die Politik oder die Wirtschaft sind die menschlichen Beziehungen und die M\u00f6glichkeiten, die sowohl Jugendliche als auch NGOs genutzt haben.\u201c<br \/>\n<em>Marek Krz\u0105ka\u0142a, Vorsitzender der deutsch-polnischen Parlamentariergruppe<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Auch Lucjan Dzumla, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Hauses der Deutsch-Polnischen Zusammenarbeit (HDPZ), das die Initiative f\u00fcr die Ausstellung ergriffen hat, erinnerte an die Anf\u00e4nge: \u201e1991 war eine v\u00f6llig andere Zeit als heute, kurz nach der Wende und der Wiedervereinigung. Es ist gut, diesen Kontext zu zeigen \u2013 was uns damals verbunden und was uns getrennt hat.\u201c Dzumla k\u00fcndigte zudem an, dass die Ausstellung nach ihrer Zeit im Sejm (bis Anfang August) auf Wanderschaft gehen wird, unter anderem nach Breslau und Gleiwitz.<\/p>\n<h2>Identit\u00e4t und gelebte Gemeinschaft<\/h2>\n<p>Besondere Bedeutung ma\u00df Rafa\u0142 Bartek, Vorsitzender des VdG, der W\u00fcrdigung der deutschen Minderheit in der Ausstellung bei. \u201eDer Vertrag war tats\u00e4chlich eines der Fundamente unserer Identit\u00e4t und des Wiederaufbaus unserer Gemeinschaft. Er war das erste Dokument, das besagte: Ihr d\u00fcrft eure Kultur pflegen und zu euren urspr\u00fcnglichen Namen und deren Schreibweise zur\u00fcckkehren\u201c, so Bartek sichtlich bewegt. Er mahnte jedoch auch, dass die Freundschaft kein Selbstl\u00e4ufer sei und man die kommenden Generationen stets neu vom Kern der Vers\u00f6hnung \u00fcberzeugen m\u00fcsse.<\/p>\n<blockquote><p>\u00a0\u201eDie Freundschaft ist kein Selbstl\u00e4ufer, und man muss die kommenden Generationen stets aufs Neue vom Kern der Vers\u00f6hnung \u00fcberzeugen.\u201c<br \/>\n<em>Rafa\u0142 Bartek, Vorsitzender des VdG<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Eine wichtige Stimme brachte auch Jerzy Wo\u017aniak ein, stellvertretender Leiter der Kanzlei des Sejm der Republik Polen, der erl\u00e4uterte, warum diese Institution die Organisation der Ausstellung mit voller \u00dcberzeugung unterst\u00fctzt hat. Seiner Ansicht nach ist der Sejm ein Ort, der stets die Idee des gemeinsamen Handelns f\u00f6rdern sollte: \u201eDer Sejm ist eine Institution, die an die Gesellschaft denken sollte. Wir wollen zeigen, dass es auch anders geht \u2013 dass man weder k\u00e4mpfen noch sich streiten muss. Selbst wenn wir uns unterscheiden, k\u00f6nnen wir f\u00fcr das Gemeinwohl wirken. Auf unserem Staatsgebiet leben verschiedene Nationalit\u00e4ten, und gemeinsames Handeln zum Wohle aller Einwohner ist immer die beste L\u00f6sung\u201c, betonte Minister Wo\u017aniak.<\/p>\n<div id=\"attachment_83699\" style=\"width: 1034px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-83699\" class=\"size-large wp-image-83699\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/IMG-20260729-WA0045-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"768\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/IMG-20260729-WA0045-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/IMG-20260729-WA0045-300x225.jpg 300w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/IMG-20260729-WA0045-768x576.jpg 768w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/IMG-20260729-WA0045-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/IMG-20260729-WA0045.jpg 1600w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><p id=\"caption-attachment-83699\" class=\"wp-caption-text\">Vom Konzept zur Realisierung: Lucjan Dzumla, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Hauses der Deutsch-Polnischen Zusammenarbeit, und Prof. Krzysztof Ruchniewicz, Autor der Ausstellung, im Gespr\u00e4ch w\u00e4hrend der feierlichen Vernissage im polnischen Sejm.<br \/>Foto: Micha\u0142 Florek<\/p><\/div>\n<p>W\u00e4hrend der Er\u00f6ffnung teilte er auch eine pers\u00f6nliche Reflexion und schlug den Bogen zu seinem Leben in der Woiwodschaft Oppeln, wohin er 1991 gezogen war \u2013 also genau im Jahr der Unterzeichnung des Nachbarschaftsvertrags. In Erinnerung an seine Erfahrungen in der Gemeinde Cisek hob er hervor, dass gegenseitiger Respekt dort zum Alltag geh\u00f6rt:\u00a0\u201eIn meiner Gemeinde geh\u00f6rte ich zur polnischen Minderheit und nicht zur deutschen Mehrheit, doch das war niemals in negativer Weise sp\u00fcrbar. Zusammen haben wir die Gesellschaft des Dorfes gebildet. Heute haben wir in unserem kleinen Dorf mit nur 200 Einwohnern einen gemeinsamen Dorfplatz, den wir gemeinschaftlich in Eigenleistung gebaut haben; es gibt einen Landfrauenverein und keine Spaltungen.\u201c<\/p>\n<h2>Von Warschau nach Berlin<\/h2>\n<p>Der deutsche Botschafter Miguel Berger, der direkt von Vorbereitungen zu den anstehenden Regierungskonsultationen zur Er\u00f6ffnung kam, zeigte sich beeindruckt von der Geste, die Ausstellung im polnischen Parlament zu zeigen. Er blickt bereits \u00fcber die Grenzen hinaus: \u201eEs w\u00e4re sehr sch\u00f6n, wenn wir die M\u00f6glichkeit h\u00e4tten, diese Ausstellung dann auch im Deutschen Bundestag zu zeigen. Das ist etwas, das wir mit dem dortigen Vorsitzenden der Deutsch-Polnischen Parlamentariergruppe Paul Ziemiak aufnehmen wollen.\u201c Zudem plant Berger, die Schau in der Deutschen Botschaft in Warschau zu pr\u00e4sentieren, um die \u201egefestigte bilaterale Zusammenarbeit\u201c weiter zu unterstreichen.<\/p>\n<div id=\"attachment_83701\" style=\"width: 1034px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-83701\" class=\"size-large wp-image-83701\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/ausstellung-traktat-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"768\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/ausstellung-traktat-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/ausstellung-traktat-300x225.jpg 300w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/ausstellung-traktat-768x576.jpg 768w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/ausstellung-traktat-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/ausstellung-traktat-2048x1536.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><p id=\"caption-attachment-83701\" class=\"wp-caption-text\">Nach der Premiere im Sejm (bis 05.08.) kann die Ausstellung kostenlos beim HDPZ ausgeliehen werden.<br \/>Foto: Micha\u0142 Florek<\/p><\/div>\n<p>Die Ausstellung \u201eNicht gegeneinander, sondern miteinander\u201c ist bis zum 5. August im Sejm zu sehen und wird anschlie\u00dfend als Wanderausstellung kostenlos f\u00fcr interessierte Institutionen zur Verf\u00fcgung stehen. Einzelheiten dazu beim Haus der Deutsch-Polnischen Zusammenarbeit.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Warschau, 29. Juli 2026 \u2013 Es ist ein historischer Ort f\u00fcr ein historisches Jubil\u00e4um. Am heutigen Mittwoch wurde im Hauptfoyer des polnischen Sejm die Ausstellung \u201eNicht gegeneinander, sondern miteinander\u201c feierlich er\u00f6ffnet. Anl\u00e4sslich des 35. 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