{"id":83492,"date":"2026-07-28T05:00:24","date_gmt":"2026-07-28T03:00:24","guid":{"rendered":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/?p=83492"},"modified":"2026-07-27T22:12:48","modified_gmt":"2026-07-27T20:12:48","slug":"antideutsche-demonstration-in-goldap","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/antideutsche-demonstration-in-goldap\/","title":{"rendered":"Antideutsche Demonstration in Goldap"},"content":{"rendered":"<p><strong>\u00dcber 40 Minuten dauerte die antideutsche Demonstration vor dem deutschen Heimathaus in Goldap am Samstag, dem 25. Juli. Angef\u00fchrt wurde sie von Robert B\u0105kiewicz \u2013 dem Vorsitzenden der Bewegung zur Verteidigung der Grenzen (Ruch Obrony Granic). Die Organisatoren der Demonstration richteten zahlreiche emotionale Appelle. Sie pr\u00e4sentierten darin ein umfangreiches Paket antideutscher Thesen und Parolen.<\/strong><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Anlass der Demonstration war das allj\u00e4hrliche Sommerpicknick, das im Garten des Heimathauses stattfindet \u2013 eines Geb\u00e4udes im Besitz der Landsmannschaft Ostpreu\u00dfen. Es beherbergt G\u00e4stezimmer und ein kleines regionales Museum. Initiator des Picknicks ist seit vielen Jahren Stephan Grigat \u2013 Vorsitzender der Landsmannschaft Ostpreu\u00dfen, dessen Vater aus Goldap stammte. Teilnehmer sind Nachkommen der Goldaper B\u00fcrger und einige wenige Mitglieder der deutschen Minderheit aus Goldap und der Region. Zum Picknick eingeladen wurden u. a. die Br\u00fcder Konrad Kazaniecki, B\u00fcrgermeister von Goldap, und Krzysztof Kazaniecki, Landrat des Kreises Goldap, Jaros\u0142aw S\u0142oma, aus Goldap stammender Abgeordneter des Sejmiks der Woiwodschaft Ermland-Masuren, Jacek Piorunek, Vorsitzender des Sejmiks der Woiwodschaft Podlachien, sowie Henryk Hoch, Vorsitzender des Verbandes der deutschen Gesellschaften in Ermland und Masuren. Gast des Picknicks war auch der stellvertretende Kulturminister Maciej Wr\u00f3bel.<\/p>\n<p>Als der B\u00fcrgermeister, der Landrat und der Abgeordnete S\u0142oma das Grundst\u00fcck des Heimathauses betraten, skandierten die Teilnehmer der Kundgebung: \u201eVerr\u00e4ter!\u201c, \u201eVolksdeutsche!\u201c, \u201eS\u0142oma nach Berlin!\u201c.<\/p>\n<h2>Antideutsche Parolen und Anschuldigungen<\/h2>\n<p>Die Hauptteilnehmer der Demonstration waren Mitglieder der Bewegung zur Verteidigung der Grenzen \u2013 einer polnischen nationalistischen Organisation, die von Robert B\u0105kiewicz gegr\u00fcndet wurde und geleitet wird. Er ist ein Mann mit extrem nationalistischen und antideutschen Ansichten. Diesen Ansichten gab er auch w\u00e4hrend der Kundgebung in Goldap Ausdruck.<\/p>\n<div id=\"attachment_83508\" style=\"width: 2570px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-83508\" class=\"size-full wp-image-83508\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Robert-Bakiewicz-zarzuca-Niemcom-podstepne-dazenie-do-odebrania-Polsce-Goldapi-i-calych-Prus-Wschodnich-scaled-e1785168115521.jpg\" alt=\"\" width=\"2560\" height=\"1920\" \/><p id=\"caption-attachment-83508\" class=\"wp-caption-text\">Robert B\u0105kiewicz wirft den Deutschen vor, heimlich darauf hinzuarbeiten, Polen Goldap und ganz Ostpreu\u00dfen wieder zu entziehen.<br \/>Foto: Lech Krysza\u0142owicz<\/p><\/div>\n<p>B\u0105kiewicz warf vor: \u201eDie Deutschen f\u00fchren auf entschlossene, durchdachte, systematische Weise Aktivit\u00e4ten durch, die in Zukunft dazu f\u00fchren sollen, dass diese Gebiete wieder deutsch werden. Heute versuchen sie auf lockere, subtile Weise eine solche Politik zu betreiben, dass sie innerhalb von 20-30 Jahren erfolgreich sein wird. Wir leben in Zeiten gigantischer Ver\u00e4nderungen. Die Welt, die sich uns in den Weg stellt, ist eine Welt gigantischer Krisen, Kriege, Konflikte und geografischer Neuordnungen. Der Revisionismus dringt auf absolute Weise in diesen Raum ein\u201c, versicherte er.<\/p>\n<blockquote><p>Goldap erwies sich als resistent gegen antideutsche Propaganda und die Verbreitung von Hass.<\/p><\/blockquote>\n<p>Das Wort ergriff auch Marian Pi\u0142ka \u2013 ehemaliger Abgeordneter, Vorsitzender der Christlich-Nationalen Vereinigung (Zjednoczenie Chrze\u015bcija\u0144sko-Narodowe). In seinen Ausf\u00fchrungen erz\u00e4hlte er, wie die Deutschen seit 1.000 Jahren auf offene oder verdeckte Weise die polnische Souver\u00e4nit\u00e4t und das Polentum zerst\u00f6rt h\u00e4tten. In den antideutschen Reden griffen andere Sprecher sogar auf das Beispiel der Schlacht bei Tannenberg (Grunwald) zur\u00fcck. Sie forderten von Deutschland auch Kriegsreparationen. Sie argumentierten, dass sich der deutsche, hinterh\u00e4ltige Revisionismus nicht nur auf dem Gebiet des ehemaligen Ostpreu\u00dfen ausbreite, sondern auch in Schlesien, in der Woiwodschaft Lebus, in Pommern und in der Dreistadt (Danzig\/Gdingen\/Zoppot).<\/p>\n<p>Sie k\u00fcndigten an, nicht zu ruhen im Kampf gegen die Regermanisierung. Polen, die Deutschland wohlgesinnt seien, bezeichneten sie als Verr\u00e4ter und als gedankliche Volksdeutsche.<\/p>\n<p>Sie erhoben auch pers\u00f6nliche Vorw\u00fcrfe gegen Stephan Grigat wegen dessen \u00c4u\u00dferungen, in denen er die Zugeh\u00f6rigkeit Goldaps zu Polen infrage stellte und andeutete, dass Ostpreu\u00dfen einst wieder in den Grenzen Deutschlands liegen k\u00f6nnte. Sie beriefen sich dabei auf Zitate aus Zeitungsartikeln.<\/p>\n<h2>Reaktion der Einwohner und Organisatoren<\/h2>\n<p>Was sagt Stephan Grigat, der von Beruf Rechtsanwalt ist, dazu?<\/p>\n<p>\u201eSolange es nicht durch das polnische Recht verboten ist, k\u00f6nnen sie sagen, was sie wollen. Das ist legal. Die Lautsprecher waren nicht zu laut, also hat uns diese Demonstration im Garten nicht gest\u00f6rt. Mir gefiel nur nicht, dass sie uns durch den Zaun fotografierten. Aber dagegen konnten wir nichts tun\u201c, fasste Stephan Grigat das ganze Ereignis zusammen.<\/p>\n<div id=\"attachment_83510\" style=\"width: 2570px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-83510\" class=\"size-full wp-image-83510\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Uczestnicy-goldapskiego-pikniku-przygladali-sie-pikiecie-ze-stoickim-spokojem-scaled.jpg\" alt=\"\" width=\"2560\" height=\"1920\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Uczestnicy-goldapskiego-pikniku-przygladali-sie-pikiecie-ze-stoickim-spokojem-scaled.jpg 2560w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Uczestnicy-goldapskiego-pikniku-przygladali-sie-pikiecie-ze-stoickim-spokojem-300x225.jpg 300w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Uczestnicy-goldapskiego-pikniku-przygladali-sie-pikiecie-ze-stoickim-spokojem-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Uczestnicy-goldapskiego-pikniku-przygladali-sie-pikiecie-ze-stoickim-spokojem-768x576.jpg 768w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Uczestnicy-goldapskiego-pikniku-przygladali-sie-pikiecie-ze-stoickim-spokojem-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Uczestnicy-goldapskiego-pikniku-przygladali-sie-pikiecie-ze-stoickim-spokojem-2048x1536.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 2560px) 100vw, 2560px\" \/><p id=\"caption-attachment-83510\" class=\"wp-caption-text\">Die Teilnehmer des Goldaper Picknicks beobachteten die Kundgebung mit stoischer Ruhe.<br \/>Foto: Lech Krysza\u0142owicz<\/p><\/div>\n<p>Die Teilnehmer der Kundgebung mit polnischen Fahnen, Bannern und Westen mit der Aufschrift \u201eBewegung zur Verteidigung der Grenzen\u201c waren etwa 30 an der Zahl. Dazu kamen noch 15-20 Personen, die sich unter sie mischten und ebenfalls an der Kundgebung teilzunehmen schienen. Unter den Teilnehmern \u00fcberwogen \u00e4ltere Menschen. Am wenigsten waren Einwohner von Goldap vertreten. Aus den Gespr\u00e4chen der Teilnehmer ging hervor, dass es sich um Zugereiste handelte. Einige machten in der Umgebung Urlaub.<\/p>\n<p>F\u00fcr Ordnung sorgte ein starkes Polizeiaufgebot.<\/p>\n<p>Wie reagierten die Goldaper auf die Demonstration?<\/p>\n<p>Mehrere Dutzend Menschen versammelten sich auf der gegen\u00fcberliegenden Stra\u00dfenseite. Als die Teilnehmer der Kundgebung skandierten: \u201eHier ist Polen\u201c, antworteten die Goldaper: \u201eHier ist Goldap\u201c. Als B\u0105kiewicz skandierte: \u201eReparationen\u201c, rief Goldap: \u201eGib die Subventionen zur\u00fcck\u201c. Als die Kundgebung schrie: \u201eS\u0142oma nach Berlin\u201c, konterten die Goldaper: \u201eROG raus aus Goldap\u201c oder \u201eHaut ab!\u201c. Manchmal \u00fcbert\u00f6nten sie die \u00c4u\u00dferungen der Kundgebungsteilnehmer mit Vuvuzelas. Goldap erwies sich als resistent gegen antideutsche Propaganda und die Verbreitung von Hass.<\/p>\n<h2>Wer organisierte den Protest?<\/h2>\n<p>Wie kam es also in diesem sehr ruhigen Grenzkurort, bekannt f\u00fcr sein Skizentrum, sein Sanatorium und seine saubere Umwelt, zu dem antideutschen \u201eKrawall\u201c?<\/p>\n<p>Sein Urheber war Pawe\u0142 Czy\u017c aus Benkheim (Banie Mazurskie), Kreisratsmitglied im Kreis Goldap. Er ist es, der seit einiger Zeit dem Landrat und dem B\u00fcrgermeister vorwirft, dem \u201eRevisionisten\u201c Grigat wohlgesonnen zu sein. Er ist es, der sich als Verteidiger des Polentums von Goldap und als Patriot sieht. Und er lud Robert B\u0105kiewicz nach Goldap ein.<\/p>\n<div id=\"attachment_83504\" style=\"width: 2570px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-83504\" class=\"size-full wp-image-83504\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Pawel-Czyz-radny-powiatu-goldapskiego.-To-on-sprowadzil-Roberta-Bakiewicza-do-Goldapi-scaled-e1785167740618.jpg\" alt=\"\" width=\"2560\" height=\"1920\" \/><p id=\"caption-attachment-83504\" class=\"wp-caption-text\">Pawe\u0142 Czy\u017c, Kreisrat des Landkreises Goldap. Er war es, der Robert B\u0105kiewicz nach Go\u0142dap brachte.<br \/>Foto: Lech Krysza\u0142owicz<\/p><\/div>\n<p>Pawe\u0142 Czy\u017c ist Vizepr\u00e4sident der Vereinigung Christlicher Familien (Zjednoczenie Chrze\u015bcija\u0144skich Rodzin). Es handelt sich um eine marginale nationalistische Partei, die von Bogus\u0142aw Rogalski gegr\u00fcndet wurde und geleitet wird. Er trat vor einem Vierteljahrhundert \u00f6ffentlich in Erscheinung, als er gegen das Sommerfest der deutschen Minderheit in Allenstein protestierte. Sp\u00e4ter war er Sejm- und Europaabgeordneter.<\/p>\n<p>Welche Beispiele f\u00fcr die Regermanisierung, die der Hauptgrund f\u00fcr die Kundgebung in Goldap war, k\u00f6nnte Pawe\u0142 Czy\u017c im \u201eBulletin des Verbandes der deutschen Minderheit in Ermland und Masuren\u201c nennen?<\/p>\n<p>In seiner ausf\u00fchrlichen, \u00fcber 20-min\u00fctigen Rede bezog sich Czy\u017c auf die Zeit der Schlacht bei Tannenberg (Grunwald), den Zweiten Weltkrieg und die Gegenwart. Au\u00dfer den Anschuldigungen, die w\u00e4hrend der Kundgebung fielen, nannte er keine konkreten Beispiele.<\/p>\n<p>In der N\u00e4he von Goldap bauen polnische und deutsche Soldaten gemeinsam den \u201eOstschild\u201c \u2013 ein System von Befestigungsanlagen gegen Russland.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00dcber 40 Minuten dauerte die antideutsche Demonstration vor dem deutschen Heimathaus in Goldap am Samstag, dem 25. Juli. Angef\u00fchrt wurde sie von Robert B\u0105kiewicz \u2013 dem Vorsitzenden der Bewegung zur Verteidigung der Grenzen (Ruch Obrony Granic). Die Organisatoren der Demonstration richteten zahlreiche emotionale Appelle. Sie pr\u00e4sentierten darin ein umfangreiches Paket antideutscher Thesen und Parolen.<\/p>\n","protected":false},"author":295,"featured_media":83498,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[4232],"tags":[9577,9576,9575,6581,9061],"redaktor":[6094],"class_list":["post-83492","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-politik-de","tag-antideutsch","tag-demonstration","tag-heimathaus-goldap","tag-henryk-hoch-de","tag-robert-bakiewicz","redaktor-lech-kryszalowicz-de"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/83492","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/295"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=83492"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/83492\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":83526,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/83492\/revisions\/83526"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/83498"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=83492"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=83492"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=83492"},{"taxonomy":"redaktor","embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/redaktor?post=83492"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}