{"id":83372,"date":"2026-07-27T11:30:35","date_gmt":"2026-07-27T09:30:35","guid":{"rendered":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/?p=83372"},"modified":"2026-07-27T15:48:44","modified_gmt":"2026-07-27T13:48:44","slug":"geld-ist-da-der-wille-fehlt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/geld-ist-da-der-wille-fehlt\/","title":{"rendered":"Geld ist da \u2013 der Wille fehlt"},"content":{"rendered":"<p><strong>Mit Georg Smuda, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Firma Smuda Consulting, sprach Krzysztof \u015awierc<\/strong>:<\/p>\n<p><strong>Sie sind Inhaber eines Unternehmens mit starken Verbindungen nach Deutschland, sind oft dort und haben viele Jahre dort gelebt. Bitte geben Sie uns Ihre Einsch\u00e4tzung zur aktuellen wirtschaftlichen Lage in der Bundesrepublik.<\/strong><!--more--><\/p>\n<p>Krisen gab es, gibt es und wird es immer geben. In der aktuellen Krise in Deutschland erkennen wir viele strukturelle Probleme, die mit den Energiekosten oder der Automobilindustrie zusammenh\u00e4ngen. Sie sind recht schwerwiegend, aber ich m\u00f6chte daran erinnern, dass Deutschland bereits einmal mit einem enormen Problem in der Automobilbranche konfrontiert war, und zwar zu Beginn der 1990er Jahre. Ich denke dabei unter anderem an den Audi-Konzern, der sich in einer sehr schwierigen Lage befand. Auch andere Konzerne hatten es schwer, was sich unter anderem daran zeigte, dass die Verkaufsr\u00fcckg\u00e4nge damals sogar bis zu 40 % betrugen, nicht zuletzt in den USA! Letztendlich gelang es jedoch, die Krise zu \u00fcberwinden.<\/p>\n<p><strong>Die aktuelle Krise dauert jedoch schon ziemlich lange. Zudem versinken die optimistischen Einzelprognosen in einem Meer von negativen. Wo liegt das Problem?<\/strong><\/p>\n<p>Die Reaktion der Beh\u00f6rden, \u00c4mter und der deutschen Gesellschaft war in solchen Situationen stets dieselbe: Man muss die Funktionsweise des Staates an neuralgischen Punkten verbessern, einige Dinge vereinfachen und die Steuern so gestalten, dass sie im Vergleich zu anderen L\u00e4ndern der Welt wettbewerbsf\u00e4hig sind, denn wenn Deutschland nicht an erster Stelle steht, dann immer in der Spitzengruppe der exportierenden Nationen. Fr\u00fcher, nach der Einf\u00fchrung dieser \u00c4nderungen, ging es mit der deutschen Wirtschaft wieder bergauf. So war es in den vergangenen drei, vier Jahrzehnten stets. Und heute? Es gibt keine Hindernisse, solche Korrekturen einzuf\u00fchren. Heute gibt es in Deutschland viel mehr Geld als fr\u00fcher, viele Dinge funktionieren besser als in der Vergangenheit, und die Gesellschaft ist auf diese Ver\u00e4nderungen besser vorbereitet.<\/p>\n<div id=\"attachment_83370\" style=\"width: 693px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-83370\" class=\"size-large wp-image-83370\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/smuda-683x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"683\" height=\"1024\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/smuda-683x1024.jpg 683w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/smuda-200x300.jpg 200w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/smuda-768x1152.jpg 768w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/smuda-1024x1536.jpg 1024w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/smuda-1365x2048.jpg 1365w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/smuda.jpg 1654w\" sizes=\"auto, (max-width: 683px) 100vw, 683px\" \/><p id=\"caption-attachment-83370\" class=\"wp-caption-text\">Georg Smuda vertritt den Grundsatz, dass man, um voranzukommen, nicht aufgeben darf, sondern k\u00e4mpfen muss.<br \/>Foto: J. S.<\/p><\/div>\n<p><strong>Das geschieht aber nicht. Warum?<\/strong><\/p>\n<p>Das Problem sehe ich in der neuen Generation der deutschen Gesellschaft. Noch vor 30, 40 Jahren dachten die Deutschen: Es gibt ein Problem, also muss es gel\u00f6st werden. Und heute? F\u00fcr die neue Generation ist das keine Priorit\u00e4t. Sie lebt zu gut, zu bequem und will die Probleme, mit denen das Land zu k\u00e4mpfen hat, nicht wahrnehmen. Die Menschen f\u00fchlen sich sicher, haben eine hervorragende Ausbildung und garantierte hohe Einkommen. Hinzu kommen oft hohe Erbschaften von ihren Eltern und Gro\u00dfeltern. Die Summe all dessen f\u00fchrt dazu, dass sie keine innere Kraft in sich haben, die ihnen sagt, dass sie endlich reagieren m\u00fcssen. Man muss eingreifen, etwas ver\u00e4ndern, Strukturen, Gesetze und Steuern verbessern usw. Sie arbeiten immer noch vier Tage pro Woche, davon vorzugsweise einen Tag im Homeoffice&#8230;<\/p>\n<p><strong>Gewisse Forschungsinstitute melden von Zeit zu Zeit, dass Deutschland aus der Krise herauskommt. Ist das Ihrer Meinung nach der Fall?<\/strong><\/p>\n<p>Mal geht es ein halbes Prozent nach oben, mal ein halbes Prozent nach unten. Darum geht es nicht. Das hat keine Bedeutung. Die Bedeutung liegt einzig und allein im Willen und der Bereitschaft, konkrete Reformen einzuf\u00fchren und die gesamte deutsche Wirtschaft an die heute weltweit geltenden Standards anzupassen. Wenn das nicht geschieht, wird es immer schlimmer.<\/p>\n<blockquote><p>\u201eHeute gibt es in Deutschland viel mehr Geld als fr\u00fcher. Das Problem ist nicht das Geld, sondern der Wille, Reformen umzusetzen.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Wie wirkt sich die wirtschaftliche Lage in Deutschland auf die Gesch\u00e4ftst\u00e4tigkeit Ihres Unternehmens aus?<\/strong><\/p>\n<p>Es gibt ein Problem, aber wir kommen zurecht. Wenn sich die Lage jedoch nicht verbessert, werden die Probleme zunehmen \u2013 und das nicht nur in meiner Firma. Man muss bedenken: Je schw\u00e4cher die deutsche Wirtschaft, desto schlechter wird es der polnischen Wirtschaft gehen! Das ist so, trotz der Meinung vieler polnischer Experten, die Wirtschaft an der Weichsel sei nicht mehr von Deutschland abh\u00e4ngig. Aber wie kann sie unabh\u00e4ngig sein, wenn offiziell \u00fcber 30 % des gesamten polnischen Exports nach Deutschland gehen? Und wo sind die kleineren polnischen Unternehmen, wo sind die Menschen, die in Deutschland arbeiten und immer noch Geld nach Polen bringen? Ich k\u00f6nnte noch viel mehr dazu sagen. Zusammenfassend: Wenn sich das wirtschaftliche Klima in Deutschland drastisch verschlechtert, dann wird es in Polen eine Katastrophe geben!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit Georg Smuda, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Firma Smuda Consulting, sprach Krzysztof \u015awierc: Sie sind Inhaber eines Unternehmens mit starken Verbindungen nach Deutschland, sind oft dort und haben viele Jahre dort gelebt. 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