{"id":83340,"date":"2026-07-26T05:00:13","date_gmt":"2026-07-26T03:00:13","guid":{"rendered":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/?p=83340"},"modified":"2026-07-25T17:54:16","modified_gmt":"2026-07-25T15:54:16","slug":"wort-zum-sonntag-von-pfarrer-dr-habil-peter-tarlinski-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wort-zum-sonntag-von-pfarrer-dr-habil-peter-tarlinski-3\/","title":{"rendered":"Wort zum Sonntag von Pfarrer Dr. habil. Peter Tarlinski"},"content":{"rendered":"<p><strong>17. Sonntag im Jahreskreis \u2013 Lesejahr A<\/strong><br \/>\n<strong>18. Lesung: 1 K\u00f6n 3,5.7-12<\/strong><br \/>\n<strong>19. Lesung: R\u00f6m 8,28-30<\/strong><br \/>\n<strong>Evangelium: Mt 13,44-52<\/strong><\/p>\n<h2><!--more--><br \/>\nEntscheidungen f\u00fcr die Ferien<\/h2>\n<p>Die Ferien dauern an. Wir verbringen diese Zeit gern damit, Sehensw\u00fcrdigkeiten zu besichtigen, uns zu bewegen, B\u00fccher zu lesen oder einfach nichts zu tun. So k\u00f6nnen wir vom Alltag Abstand gewinnen und etwas f\u00fcr uns selbst tun. Wir nehmen auch an Wallfahrten teil, besuchen Exerzitien in der Stille oder treffen uns zu geistlichen Angeboten in christlichen Gruppen. Manche greifen \u00f6fter zu religi\u00f6ser Literatur und nehmen sich mehr Zeit f\u00fcr das Gebet. Wir haben unsere Lieblingsorte, an die wir gern fahren. Die einen w\u00e4hlen die Berge. Andere zieht es an Fl\u00fcsse oder Seen. Wieder andere verbringen ihre Zeit gern auf einem Bauernhof. Und schlie\u00dflich gibt es Menschen, die den Aufenthalt am Meer besonders lieben.<\/p>\n<p>Von diesem letzten Ziel, also vom Meer, spricht Jesus in einem Gleichnis. Er erinnert an die Fischer, die nach dem Fang ans Ufer zur\u00fcckkehren. Dieses Bild dient ihm dazu, eine sehr wichtige Wahrheit auszudr\u00fccken. Es geht um das Gute und das B\u00f6se, die in unserer Welt nebeneinander bestehen. Wie das alles enden wird, davon handelt der folgende Kommentar.<\/p>\n<h2>\nDas Netz des Himmelreiches<\/h2>\n<p>In einem seiner Gleichnisse vergleicht Jesus das Himmelreich mit einem gro\u00dfen Netz. Es wird ins Meer geworfen und f\u00e4ngt Fische aller Art. Erst am Ufer werden die guten Fische von den unbrauchbaren getrennt. Dieses Bild ist einfach. Doch es spricht von wichtigen Fragen: von Gottes Einladung, von seiner Geduld, von unserer Verantwortung und vom Ziel unseres Lebens.<\/p>\n<h2>\nDas Netz ist offen f\u00fcr alle<\/h2>\n<p>Das Netz des Himmelreiches ist weit. Es f\u00e4ngt Fische aller Art. So richtet sich auch Gottes Einladung an alle Menschen. Gott sucht nicht nur die Starken, Erfolgreichen und Fehlerlosen. Er ruft auch die Schwachen, die Zweifelnden und die Verwundeten. Jeder Mensch hat einen Platz im Herzen Gottes.<\/p>\n<p>Die Kirche ist deshalb keine Gemeinschaft vollkommener Menschen. Sie ist eine Gemeinschaft von Menschen, die auf Gottes Barmherzigkeit angewiesen sind. In ihr leben Menschen mit verschiedenen Lebensgeschichten. Manche glauben fest. Andere suchen noch. Manche tragen gro\u00dfe Freude in sich. Andere k\u00e4mpfen mit Schuld und Entt\u00e4uschung. Gott wirft sein Netz weit aus. Niemand soll vorschnell ausgeschlossen werden.<\/p>\n<h2>\nDas Meer ist ein Bild unserer Welt<\/h2>\n<p>Das Meer ist tief und bewegt. Manchmal ist es ruhig. Manchmal schlagen die Wellen hoch. In seiner Tiefe bleibt vieles verborgen. So ist auch unser Leben. Es gibt helle Tage und dunkle Stunden. Es gibt Vertrauen und Angst, Liebe und Schuld, Hoffnung und Entt\u00e4uschung. Mitten in dieses unruhige Meer senkt Gott sein Netz. Er wartet nicht, bis die Welt vollkommen geworden ist. Er kommt in unsere Wirklichkeit, so wie sie ist. Gott sucht den Menschen nicht nur in ruhigen und sch\u00f6nen Zeiten. Er ist auch in den St\u00fcrmen des Lebens gegenw\u00e4rtig. Selbst dort, wo wir keinen festen Boden mehr sp\u00fcren, kann uns sein Netz tragen.<\/p>\n<h2>\nJetzt ist die Zeit der Geduld<\/h2>\n<p>Die Fischer trennen die Fische nicht sofort. Solange das Netz im Wasser ist, bleiben sie zusammen. Erst am Ufer beginnt die Unterscheidung. Auch in unserer Welt leben Gut und B\u00f6se oft nebeneinander. Manchmal sogar im Herzen desselben Menschen. Niemand von uns ist nur gut. Niemand ist ohne Schuld. Darum gibt Gott uns Zeit. Zeit zum Nachdenken. Zeit zur Umkehr. Zeit f\u00fcr einen neuen Anfang. Ein Mensch kann sich ver\u00e4ndern. Ein hartes Herz kann wieder empfindsam werden. Ein verlorener Mensch kann den Weg zur\u00fcckfinden. Eine Schuld kann bereut werden. Eine zerbrochene Beziehung kann manchmal wieder geheilt werden. Gottes Geduld ist keine Gleichg\u00fcltigkeit. Sie ist eine neue Chance. Doch diese Zeit ist nicht grenzenlos. Deshalb d\u00fcrfen wir den Ruf zur Umkehr nicht st\u00e4ndig auf sp\u00e4ter verschieben.<\/p>\n<h2>\nDas Urteil geh\u00f6rt Gott<\/h2>\n<p>Am Ufer setzen sich die Fischer hin und sortieren ihren Fang. Jesus spricht damit vom Gericht am Ende der Welt. Dieses Urteil liegt nicht in unseren H\u00e4nden. Gott allein kennt den ganzen Menschen. Er sieht nicht nur das, was nach au\u00dfen sichtbar ist. Er kennt auch die verborgenen Gedanken, die Verletzungen und die Beweggr\u00fcnde. Wir Menschen sehen oft nur einen kleinen Ausschnitt. Deshalb k\u00f6nnen wir uns leicht t\u00e4uschen. Wir halten jemanden f\u00fcr gut, weil er freundlich wirkt. Oder wir verurteilen einen Menschen, weil wir seine Geschichte nicht kennen. Christen sollen das B\u00f6se beim Namen nennen. Sie sollen aber nicht \u00fcber das ewige Schicksal anderer Menschen entscheiden. Unsere Aufgabe ist nicht, andere auszusortieren. Unsere Aufgabe ist es, die Wahrheit zu bezeugen, zu vergeben und zur Umkehr einzuladen. Wer sich selbst zum Richter \u00fcber andere macht, vergisst leicht die eigene Schw\u00e4che.<\/p>\n<h2>\nUnser Leben hat ein Ziel<\/h2>\n<p>Die Worte Jesu \u00fcber das Ende der Welt sind ernst. Er spricht von Trennung, Feuer, Weinen und Z\u00e4hneknirschen. Diese Bilder sollen uns nicht in eine l\u00e4hmende Angst treiben. Sie sollen uns wach machen. Unser Leben ist nicht bedeutungslos. Unsere Entscheidungen haben Gewicht. Das Gute, das wir tun, bleibt nicht ohne Frucht. Aber auch das B\u00f6se verschwindet nicht einfach, als w\u00e4re nichts geschehen. Gott ist barmherzig. Doch seine Barmherzigkeit macht das B\u00f6se nicht gut.<\/p>\n<blockquote><p>\u201eDas Netz des Himmelreiches ist weit. Es wird von Gottes Liebe getragen. Noch befinden wir uns im Meer der Zeit. Noch k\u00f6nnen wir umkehren, vergeben und neu beginnen.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>Sie ruft uns dazu auf, das B\u00f6se zu erkennen, zu bereuen und zu verlassen. Gott zwingt niemanden zur Liebe. Er nimmt unsere Freiheit ernst. Wer sich immer wieder gegen die Wahrheit, die Liebe und das Gute verschlie\u00dft, entfernt sich von Gott. Das Gleichnis erinnert uns deshalb daran: Heute ist die Zeit, sich f\u00fcr das Gute zu entscheiden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>\u201eHabt ihr das alles verstanden?\u201c<\/h2>\n<p>Am Ende fragt Jesus seine J\u00fcnger: \u201eHabt ihr das alles verstanden?\u201c Sie antworten: \u201eJa.\u201c Doch was bedeutet es, ein Gleichnis Jesu zu verstehen? Es gen\u00fcgt nicht, seine Worte erkl\u00e4ren zu k\u00f6nnen. Verstehen hei\u00dft, sich von ihnen treffen zu lassen. Verstehen hei\u00dft, das eigene Leben im Licht des Evangeliums zu sehen.<\/p>\n<p>Habe ich verstanden, dass Gottes Einladung allen Menschen gilt? Habe ich verstanden, dass ich nicht \u00fcber andere richten soll? Habe ich verstanden, dass mir Zeit zur Umkehr geschenkt ist? Habe ich verstanden, dass mein Leben auf Gott hin ausgerichtet ist?<br \/>\nDas Netz des Himmelreiches ist weit. Es wird von Gottes Liebe getragen. Noch befinden wir uns im Meer der Zeit. Noch k\u00f6nnen wir umkehren, vergeben und neu beginnen. Doch eines Tages erreicht das Netz das Ufer. Dann wird sichtbar, was in unserem Leben gereift ist und welchen Platz wir Gott in unserem Herzen gegeben haben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>17. Sonntag im Jahreskreis \u2013 Lesejahr A 18. Lesung: 1 K\u00f6n 3,5.7-12 19. 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