{"id":83048,"date":"2026-07-19T05:00:29","date_gmt":"2026-07-19T03:00:29","guid":{"rendered":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/?p=83048"},"modified":"2026-07-18T10:47:07","modified_gmt":"2026-07-18T08:47:07","slug":"wort-zum-sonntag-von-pfarrer-dr-habil-peter-tarlinski-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wort-zum-sonntag-von-pfarrer-dr-habil-peter-tarlinski-2\/","title":{"rendered":"Wort zum Sonntag von Pfarrer Dr. habil. Peter Tarlinski"},"content":{"rendered":"<p><strong>16. Sonntag im Jahreskreis \u2013 A<\/strong><\/p>\n<p><strong>1. Lesung: Weish 12,13.16-19<\/strong><br \/>\n<strong>2. Lesung: R\u00f6m 8,26-27<\/strong><br \/>\n<strong>Evangelium: Mt 13,24-43<\/strong><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Die Ferienzeit schreitet Woche f\u00fcr Woche voran. Die Abschnitte aus dem Matth\u00e4usevangelium, die uns in dieser Zeit begleiten, enthalten viele wertvolle Hinweise f\u00fcr jede Christin und jeden Christen \u2013 und nicht nur f\u00fcr sie. Am 16. Sonntag im Jahreskreis wird ein Text aus dem 13. Kapitel des Matth\u00e4usevangeliums gelesen. Es ist ein Gleichnis von zwei S\u00e4ern, einem guten und einem b\u00f6sen, sowie von zwei verschiedenen Aussaaten: einer guten und einer schlechten. Schauen wir uns diese Situation n\u00e4her an.<\/p>\n<h2>Christus und sein Feind<\/h2>\n<p>Derjenige, der den guten Samen s\u00e4t, ist der Menschensohn. Der Acker ist die Welt. Der gute Same sind die \u201eS\u00f6hne des Reiches\u201c, w\u00e4hrend das Unkraut die \u201eS\u00f6hne des B\u00f6sen\u201c bezeichnet. Christus s\u00e4t das Gute, die Wahrheit und das Leben. Sein Gegner, der Teufel, versucht, das fruchtbringende Werk des Sohnes Gottes zu zerst\u00f6ren, indem er das Feld, also die Welt, mit Unkraut bes\u00e4t.<\/p>\n<p>Jesus l\u00e4sst keinen Zweifel daran, woher dieses Unkraut stammt. Das B\u00f6se wurde nicht von Gott ausges\u00e4t. Es erscheint als Folge des Wirkens des Gegners, des Frevlers und Ankl\u00e4gers, der das Reich Gottes zerst\u00f6ren will. Der Teufel kann in seinem zerst\u00f6rerischen Handeln wirksam sein, weil der Mensch sich in seiner Freiheit von dem b\u00f6sen Verf\u00fchrer beeinflussen und verf\u00fchren l\u00e4sst.<\/p>\n<h2>Die Macht Christi und das Ende des b\u00f6sen Geistes<\/h2>\n<p>Das Gleichnis von der guten und der schlechten Aussaat verk\u00fcndet, dass Christus und sein Gegner \u2013 echthros (Feind), diabolos \u2013 nicht \u00fcber die gleiche Macht verf\u00fcgen. Nach katholischer Lehre ist der Teufel ein Gesch\u00f6pf, ein gefallener Engel, der durch seine eigene Entscheidung b\u00f6se geworden ist.<\/p>\n<p>Das Gleichnis zeigt, dass der Gegner Gottes bewusst handelt. Er beobachtet die gute Aussaat. Im Schutz der Nacht und der Dunkelheit betritt er das Feld, s\u00e4t das Unkraut mitten unter den Weizen und zieht sich anschlie\u00dfend heimlich zur\u00fcck. Sein Handeln ist gezielt, verborgen und zerst\u00f6rerisch. Er schafft kein eigenes Feld und schenkt kein eigenes Leben. Er dringt in ein Werk ein, das einem anderen geh\u00f6rt, und versucht, es zu besch\u00e4digen.<\/p>\n<p>Den Gegner Christi kennzeichnen Feindschaft, Widerstand und ein aktives Vorgehen gegen das entstehende Gute. Sein Wirken ist real, aber begrenzt und letztlich der g\u00f6ttlichen Vorsehung unterstellt. Die Aussaat Christi hat eine Zukunft. Die Aussaat des Feindes dagegen wird gerichtet und beseitigt werden. Die Geduld Gottes ist keine Gleichg\u00fcltigkeit gegen\u00fcber der S\u00fcnde. Sie ist vielmehr eine Zeit, die dem Menschen zur Umkehr geschenkt wird. Nur Gott kennt die ganze Wahrheit \u00fcber das menschliche Herz. Nur er kann das Gute vom B\u00f6sen trennen, ohne dabei auch nur das kleinste Gute zu zerst\u00f6ren.<\/p>\n<h2>Das scheinbare Gute, das den Menschen t\u00e4uscht<\/h2>\n<p>Der Gegner Gottes ist nicht in der Lage, das Wort Gottes oder die Grunds\u00e4tze des Reiches Christi zu zerst\u00f6ren. Deshalb versucht er, das Wirken des Sohnes Gottes zu \u00fcbert\u00f6nen, falsche Deutungen nahezulegen, Misstrauen zu wecken, Ansto\u00df zu erregen oder den Menschen zu entmutigen. Seine Aussaat \u00e4hnelt oft dem Guten, so wie das Unkraut zu Beginn seines Wachstums dem Weizen gleicht.<\/p>\n<p>Das B\u00f6se kann die Gestalt eines scheinbaren Guten annehmen, einer vermeintlichen Freiheit, einer Gerechtigkeit ohne Barmherzigkeit oder eines Eifers ohne Liebe. Papst Franziskus wies darauf hin, dass der Gegner in der Dunkelheit und im Durcheinander s\u00e4t. Er bringt das B\u00f6se mitten unter das Gute, damit es f\u00fcr den Menschen schwer zu erkennen ist. Christliche Wachsamkeit besteht deshalb nicht darin, \u00e4ngstlich \u00fcberall nach dem Wirken Satans zu suchen, sondern darin, fest bei Christus zu bleiben.<\/p>\n<h2>Wachsamkeit gegen\u00fcber dem Verleumder und Ankl\u00e4ger<\/h2>\n<p>Wie die Heilige Schrift zeigt, verf\u00fchrt der Teufel den Menschen durch die L\u00fcge. Er schadet ihm, indem er das zu zerst\u00f6ren versucht, was Christus ausges\u00e4t hat. Die Verleumdung des Teufels richtet sich immer gegen Beziehungen. Er stellt Gott als Gegner des Menschen dar, ersch\u00fcttert das Vertrauen in sein Wort, verkleinert das Gute, vergr\u00f6\u00dfert das B\u00f6se und versucht, den S\u00fcnder davon zu \u00fcberzeugen, dass es f\u00fcr ihn keine Vergebung gibt.<\/p>\n<blockquote><p>\u201eDie Geduld Gottes ist keine Gleichg\u00fcltigkeit gegen\u00fcber der S\u00fcnde. Sie ist vielmehr eine Zeit, die dem Menschen zur Umkehr geschenkt wird.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>In den Beziehungen zwischen Menschen zeigt sich seine Aussaat in Misstrauen, Verleumdungen, Halbwahrheiten, dem Unterstellen b\u00f6ser Absichten, in Verachtung und st\u00e4ndigem Anklagen. Auf diese Weise kann das \u201eUnkraut\u201c nicht nur in der Welt ausges\u00e4t werden, sondern auch in der Familie, in der Pfarrgemeinde, in einer Gemeinschaft und im Gewissen des Menschen. Deshalb braucht der Mensch Wachsamkeit und eine dauerhafte, feste Verbundenheit mit Christus, der die Wahrheit ist.<\/p>\n<h2>Der Sieg der S\u00f6hne und T\u00f6chter des Reiches<\/h2>\n<p>Den endg\u00fcltigen Sieg werden die S\u00f6hne und T\u00f6chter des Reiches Christi erringen. Dieser Sieg wird nicht das Ergebnis ihrer eigenen Kraft sein, sondern ihrer Treue zu Christus, der das begonnene Werk des Heils zur Vollendung f\u00fchren wird. Am Ende der Zeiten werden alle Schleier fallen. Das B\u00f6se wird offenbar und gerichtet werden. Das Gute dagegen, das oft verborgen, still und unbeachtet bleibt, wird in seinem ganzen Glanz sichtbar werden.<\/p>\n<p>Die Gerechten werden \u201ewie die Sonne leuchten\u201c, weil sie vom Licht Gottes durchdrungen und zur Teilnahme an seiner Herrlichkeit zugelassen werden. Dann wird sich zeigen, dass kein Gutes vergessen wurde, dass keine Treue vergeblich war und dass kein Opfer, das aus Liebe gebracht wurde, umsonst gewesen ist. Das letzte Wort wird nicht dem Feind geh\u00f6ren, nicht der Dunkelheit und nicht dem Tod, sondern Christus \u2013 dem Herrn der Ernte und dem K\u00f6nig, der in Liebe herrscht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>16. Sonntag im Jahreskreis \u2013 A 1. Lesung: Weish 12,13.16-19 2. 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