{"id":83035,"date":"2026-07-24T16:30:25","date_gmt":"2026-07-24T14:30:25","guid":{"rendered":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/?p=83035"},"modified":"2026-07-17T12:49:32","modified_gmt":"2026-07-17T10:49:32","slug":"kolumne-aus-der-mottenkiste-der-geschichte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/kolumne-aus-der-mottenkiste-der-geschichte\/","title":{"rendered":"Kolumne: Aus der Mottenkiste der Geschichte"},"content":{"rendered":"<h2><strong>Vor 170 Jahren \u2026<\/strong><\/h2>\n<p><strong>Robert Schumann kam in Zwickau als Sohn eines Verlegers, Literaten, Buchh\u00e4ndlers und \u00dcbersetzers zur Welt, in einem Haus voller B\u00fccher. Schon in fr\u00fchester Kindheit lernte er Klavierspielen und wurde zum Komponisten etlicher bedeutender Werke. Junge Pianisten kommen mit der Musik der Romantik in Ber\u00fchrung, wenn sie St\u00fccke aus seinem \u201eAlbum f\u00fcr die Jugend\u201c op. 68 spielen. Eines der bekanntesten Werke Schumanns ist die \u201eTr\u00e4umerei\u201c, die im Zyklus der Klavierminiaturen aus op. 15 unter dem Titel \u201eKinderszenen\u201c erschien. Die Sammlung umfasst nicht so sehr Kompositionen f\u00fcr Kinder, als vielmehr \u00fcber Kinder, \u00fcber ihr Spielen, \u00fcber ihr Lauschen von Geschichten und \u00fcber ihre Tr\u00e4ume. Ich empfehle Ihnen, sich diese Sammlung musikalischer Miniaturen zusammen mit Ihren Kindern anzuh\u00f6ren und in Tr\u00e4ume zu versinken.<\/strong><!--more--><\/p>\n<p>Vor f\u00fcnf Jahren wurden die Deutschen Kulturtage in der Woiwodschaft Oppeln mit einem Konzert in der Oppelner Philharmonie er\u00f6ffnet, bei dem wir Schumanns \u201eRheinische\u201c Sinfonie h\u00f6rten. Zum festen s\u00e4ngerischen Repertoire geh\u00f6ren jedoch die zw\u00f6lf Lieder aus op. 39 nach Gedichten von Joseph von Eichendorff. Das Eintauchen in die Poesie des Dichters aus Oberschlesien, gesungen im Takt der Musik des gro\u00dfen Romantikers aus Sachsen, stimmt mich stets vertr\u00e4umt. Wann immer ich das Lied \u201eWaldgespr\u00e4ch\u201c h\u00f6re, sehe ich die bezaubernde Verf\u00fchrerin Lorelei auf dem hohen Felsen \u00fcber dem Rhein in der malerischen Rheinschleife bei Sankt Goarshausen. Ein interessanter schlesischer Aspekt sind die aus Schlesien stammenden Komponisten, die Schumann verehrten und von Schumann in der \u201eNeuen Zeitschrift f\u00fcr Musik\u201c rezensiert wurden. Werke von Carl Ko\u00dfmaly oder Karl Heinrich Z\u00f6llner konnte man im Oberschlesischen Landesmuseum bei einem Konzert unter dem Titel \u201eSchumann und schlesische Schumannianer\u201c h\u00f6ren.<\/p>\n<div id=\"attachment_83028\" style=\"width: 1034px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-83028\" class=\"size-large wp-image-83028\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/foto-filharmonia-opolska-1024x684.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"684\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/foto-filharmonia-opolska-1024x684.jpg 1024w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/foto-filharmonia-opolska-300x200.jpg 300w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/foto-filharmonia-opolska-768x513.jpg 768w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/foto-filharmonia-opolska-1536x1025.jpg 1536w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/foto-filharmonia-opolska.jpg 1925w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><p id=\"caption-attachment-83028\" class=\"wp-caption-text\">Vor f\u00fcnf Jahren wurden die Deutschen Kulturtage in der Woiwodschaft Oppeln mit einem Konzert in der Oppelner Philharmonie er\u00f6ffnet, bei dem wir Schumanns \u201eRheinische\u201c Sinfonie h\u00f6rten.<br \/>Foto: Oppelner Philharmonie<\/p><\/div>\n<p>Nicht jeder wei\u00df, dass Robert Schumann ein anerkannter Kritiker und Herausgeber der meinungsbildenden \u201eNeuen Zeitschrift f\u00fcr Musik\u201c war. Der Vater des deutschen romantischen Liedes war die erste Person in Westeuropa, die das Talent von Fryderyk Chopin erkannte. Unter dem Datum des 25.07.1831 \u00e4u\u00dferte er sich begeistert \u00fcber Chopins Variationen op. 2, zu denen er eine Rezension verfasste. Der aus \u017belazowa Wola stammende Komponist widmete Schumann die Ballade op. 38. Der Adressat der Widmung \u00e4u\u00dferte nach deren Anh\u00f6rung die ber\u00fchmten Worte: \u201eChopins Werke sind in Blumen versteckte Kanonen.\u201c Die Herren trafen sich noch mehrfach, und Fryderyk Chopin bewunderte bei einem Konzert in Leipzig im Jahr 1835 das Spiel von Clara Wick, der sp\u00e4teren Frau Robert Schumanns, von der er sagte: \u201eDie einzige Frau in Deutschland, die meine St\u00fccke spielen kann.\u201c<\/p>\n<div id=\"attachment_83030\" style=\"width: 478px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-83030\" class=\"size-full wp-image-83030\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/robert-schumann-foto-wikipedia.jpg\" alt=\"\" width=\"468\" height=\"656\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/robert-schumann-foto-wikipedia.jpg 468w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/robert-schumann-foto-wikipedia-214x300.jpg 214w\" sizes=\"auto, (max-width: 468px) 100vw, 468px\" \/><p id=\"caption-attachment-83030\" class=\"wp-caption-text\">Robert Schumann<br \/>Quelle: Wikipedia<\/p><\/div>\n<p>Wenn man die Musik dieses Komponisten h\u00f6rt, f\u00e4llt es schwer zu glauben, dass er sie in einer Zeit der Unruhen schuf. Am 27. Juli 1830 bricht erneut eine Revolution in Frankreich aus, die die Regierung K\u00f6nig Karls X. st\u00fcrzt. Es folgen weitere in Belgien, und in Polen brach 1830\/1831 der Novemberaufstand aus. Die Unruhen dauerten bis in die Zeit des sog. V\u00f6lkerfr\u00fchlings von 1848 bis 1849. Robert Schumann starb am 29.07.1856 im Alter von 46 Jahren. Seine letzte Ruhest\u00e4tte fand er neben seiner Ehefrau auf dem Alten Friedhof in Bonn, der Geburtsstadt Ludwig van Beethovens, wohin bis heute Musikliebhaber pilgern, um vor dem sch\u00f6nen Grabmal innezuhalten und nachzusinnen.<\/p>\n<p>Ich hoffe, dass ich in diesem Jahr des 170. Todestages von Robert Schumann im Herbst die Lieder aus op. 39 h\u00f6ren werde, die Oskar Kozio\u0142ek-Goetz im Rahmen der Deutschen Kulturtage in der Woiwodschaft Oppeln singen wird \u2013 das ist so mein Schumann&#8217;scher Traum \u2026<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor 170 Jahren \u2026 Robert Schumann kam in Zwickau als Sohn eines Verlegers, Literaten, Buchh\u00e4ndlers und \u00dcbersetzers zur Welt, in einem Haus voller B\u00fccher. Schon in fr\u00fchester Kindheit lernte er Klavierspielen und wurde zum Komponisten etlicher bedeutender Werke. 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