{"id":82937,"date":"2026-07-18T17:00:44","date_gmt":"2026-07-18T15:00:44","guid":{"rendered":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/?p=82937"},"modified":"2026-07-16T12:23:28","modified_gmt":"2026-07-16T10:23:28","slug":"das-amphitheater-auf-dem-sankt-annaberg-hat-kein-glueck-auch-seine-ns-vergangenheit-hilft-nicht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/das-amphitheater-auf-dem-sankt-annaberg-hat-kein-glueck-auch-seine-ns-vergangenheit-hilft-nicht\/","title":{"rendered":"Das Amphitheater auf dem Sankt Annaberg hat kein Gl\u00fcck. Auch seine NS-Vergangenheit hilft nicht"},"content":{"rendered":"<p><strong>W\u00e4hrend des Nationalfeiertags der Schlesischen Aufst\u00e4nde gab Vizepremier W\u0142adys\u0142aw Kosiniak-Kamysz bekannt, dass die Regierung 16 Millionen Zloty f\u00fcr die Renovierung des Denkmals der Aufst\u00e4ndischen Tat auf dem Sankt Annaberg bereitgestellt hat. Die Sanierung des Amphitheaters machte er von einem ganzj\u00e4hrigen Veranstaltungsprogramm an diesem Ort abh\u00e4ngig. \u201eEin solches Programm gibt es nicht einmal im Oppelner Amphitheater\u201c, kommentiert der B\u00fcrgermeister von Leschnitz, \u0141ukasz Jastrzembski.<\/strong><!--more--><\/p>\n<p>Wenn es diesmal nicht bei Versprechen bleibt, k\u00f6nnten das Denkmal selbst \u2013 das ein Ort der Erinnerung ist \u2013 und der Platz davor bereits im n\u00e4chsten Jahr ein neues Gesicht erhalten. Die Zukunft des Amphitheaters zeichnet sich weniger konkret ab.<\/p>\n<p>\u201eEine solche Investition wird nur dann einen tiefen Sinn haben, wenn an diesem Ort w\u00e4hrend der gesamten Saison regelm\u00e4\u00dfig Veranstaltungen stattfinden w\u00fcrden\u201c, sagte W\u0142adys\u0142aw Kosiniak-Kamysz.<\/p>\n<p>Allein die Erstellung eines Plans wird Zeit ben\u00f6tigen. Und Veranstaltungen \u2013 wenn sie dort regelm\u00e4\u00dfig stattfinden sollten \u2013 w\u00fcrden weitere erhebliche Kosten nach sich ziehen. Die Zeit wird mit jeder Woche und jedem Monat immer knapper. Dieses Objekt wartet bereits seit sehr langer Zeit auf eine Restaurierung. Sein Zustand verschlechtert sich von Jahr zu Jahr.<\/p>\n<p>Als ich zuletzt bei verschiedenen Veranstaltungen auf dem Sankt Annaberg und in Oppeln, die auch von der deutschen Minderheit organisiert wurden, die Teilnehmer fragte, warum ihrer Meinung nach das Verteidigungsministerium Geld f\u00fcr die Renovierung des Denkmals gefunden habe, die Finanzierung des Amphitheaters aber von der Erstellung eines ganzj\u00e4hrigen Veranstaltungsprogramms abh\u00e4ngig mache, h\u00f6rte ich am h\u00e4ufigsten die Antwort, dass das Ministerium die beiden Objekte unterschiedlich behandle, weil das erste seinen Ursprung in Polen habe, wenn auch in der Zeit der Volksrepublik, das zweite aber nicht nur einen deutschen, sondern noch dazu einen nationalsozialistischen Hintergrund habe.<\/p>\n<h2><strong>Wozu ein Amphitheater auf dem Annaberg?<\/strong><\/h2>\n<p>Erinnern wir uns: Nach dem Willen der deutschen NS-Beh\u00f6rden sollten das Amphitheater und das angrenzende Mausoleum ein Denkmal sein, das an die in den drei schlesischen Aufst\u00e4nden k\u00e4mpfenden und gefallenen K\u00e4mpfer f\u00fcr das deutsche Schlesien erinnert und zur Festigung des Deutschtums in diesen Gebieten beitragen sollte.<\/p>\n<p>Der damaligen Propaganda zufolge wurde das Gel\u00e4nde f\u00fcr den Bau von Amphitheater und Mausoleum \u2013 der Steinbruch Kuhtal, im Volksmund Krowiok genannt \u2013 von den Besitzern von Zyrowa zur Verf\u00fcgung gestellt.<\/p>\n<p>Sie waren keine Anh\u00e4nger des Nationalsozialismus, daher kann man annehmen, dass sie eher ein Angebot erhielten, das sie nicht ablehnen konnten. Sie verf\u00fcgten \u00fcber einen Ort, der sich genau f\u00fcr den Bau eines Symbols der deutschen Macht an den damaligen deutschen Ostgrenzen eignete.<\/p>\n<p>Der Annaberg war in dieser Region der h\u00f6chste Punkt der damaligen deutschen \u201eOstgebiete\u201c. Zudem betrachteten die Nationalsozialisten den Bau des Amphitheaters in unmittelbarer Nachbarschaft zum Heiligtum als Chance f\u00fcr einen wirksamen Kampf gegen die Kirche und ihre \u2013 schlie\u00dflich in der j\u00fcdischen Tradition verwurzelte \u2013 Lehre.<\/p>\n<p>Nach dem Plan von Joseph Goebbels, der an altgermanische Br\u00e4uche ankn\u00fcpfte, sollten im gesamten Reich etwa 400 \u00e4hnliche Amphitheater gebaut werden. Dort sollten Things stattfinden \u2013 Versammlungen, die an die fr\u00fcheren Zusammenk\u00fcnfte der M\u00e4nner germanischer St\u00e4mme ankn\u00fcpften.<\/p>\n<p>Letztendlich wurden etwas mehr als zwanzig gebaut. Nicht nur, weil die Kosten f\u00fcr den Bau solcher Anlagen betr\u00e4chtlich gewesen sein m\u00fcssen. Die Idee, solche gro\u00dfen Freiluftanlagen zu bauen, tauchte schnell auf, wurde aber auch ziemlich schnell wieder verworfen.<\/p>\n<p>Noch in der ersten H\u00e4lfte des Jahres 1938, als das Amphitheater und das angrenzende Mausoleum \u2013 in Gegenwart mehrerer hunderttausend Menschen aus allen Teilen Deutschlands \u2013 er\u00f6ffnet wurden, schloss man nicht aus, dass der F\u00fchrer des Reiches pers\u00f6nlich diesen Akt vollziehen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Letztendlich kam Hitler nicht auf den Annaberg. Wenn man einigen Internetaufzeichnungen glauben darf, war der Grund daf\u00fcr ein dem Er\u00f6ffnungstermin vorausgegangener Wolkenbruch, der aus den unter dem Amphitheater verlaufenden Regenwasserkan\u00e4len das f\u00fcr ein Attentat auf den F\u00fchrer des Dritten Reiches vorbereitete Sprengmaterial ausgesp\u00fclt haben soll.<\/p>\n<p>Von hier ist es nur ein Schritt zur Andeutung, dass die Gestapo als Vergeltung 50 Personen, die verd\u00e4chtigt wurden, den Anschlag auf den F\u00fchrer des Dritten Reiches vorbereitet zu haben, von dem Felsen, auf dem das Mausoleum errichtet worden war, gest\u00fcrzt haben soll.<\/p>\n<h2><strong>Vorsicht bei Geschichten aus dem Internet<\/strong><\/h2>\n<p>Piotr Smyka\u0142a, ein Liebhaber und Kenner der Geschichte Schlesiens mit besonderem Schwerpunkt auf dem Land Gro\u00df Strehlitz, r\u00e4t, solche Berichte mit gro\u00dfer Vorsicht und Zur\u00fcckhaltung zu behandeln.<\/p>\n<p>\u201eSolche Aufzeichnungen tauchen tats\u00e4chlich auf, aber wir finden keine Best\u00e4tigung f\u00fcr \u00e4hnliche Ereignisse in schriftlichen Quellen\u201c, sagte er gegen\u00fcber \u201eO!Polska\u201c. \u201eEs ist auch schwer anzunehmen, dass die Ermordung von 50 Menschen an einem Ort und zur gleichen Zeit, und das auf eine \u2013 man m\u00f6chte sagen \u2013 spektakul\u00e4re Weise, spurlos und vergessen vor\u00fcbergehen k\u00f6nnte. Schlie\u00dflich gedenken wir selbst des Todes jedes einzelnen Menschen, erst recht eines grausamen Todes, und bewahren die Erinnerung daran, denn das ist ein offensichtliches Bed\u00fcrfnis der menschlichen Natur.\u201c<\/p>\n<p>Einige Forscher bringen die drastische Reduzierung der Zahl der steinernen Amphitheater im Reich mit einer \u00c4nderung der Propagandastrategie in Verbindung.<\/p>\n<p>Gerade in der zweiten H\u00e4lfte des Jahres 1938 wuchs bei den f\u00fcr die Propaganda in Deutschland Verantwortlichen die \u00dcberzeugung von der Wirkmacht von Film und Radio. Dies best\u00e4tigt unter anderem Tillmann Bendikowski in seinem k\u00fcrzlich erschienenen Buch \u201eS\u0142o\u0144ce \u015bwieci dla Hitlera. Zwyczajne \u017cycie III Rzeszy\u201c.<\/p>\n<p>Das erste Kapitel seines fast 500 Seiten umfassenden Werks widmet er den Weihnachtsfeierlichkeiten im selben Jahr 1938. Die Hersteller brachten vor den Feiertagen relativ preiswerte und einfach zu bedienende Radioger\u00e4te auf den Markt, und die Propaganda ermutigte dazu, sie in m\u00f6glichst vielen Familien als Weihnachtsgeschenk zu kaufen.<\/p>\n<h2><strong>F\u00fcr die Nationalsozialisten sollte es ein Symbol sein<\/strong><\/h2>\n<p>Auf dem Annaberg hatte man nicht nur ein Amphitheater mit 7.000 Sitz- und 20.000 Stehpl\u00e4tzen gebaut. Seine Kapazit\u00e4t konnte \u00fcbrigens leicht \u2013 durch die Besetzung der Durchg\u00e4nge mit Publikum \u2013 auf 50.000 erweitert werden. Hier entstand auch das Mausoleum.<\/p>\n<p>Es hatte die Form einer monumentalen, wenn auch nicht sehr hohen Rotunde. Es wurde aus Kalksteinbl\u00f6cken aus der Umgebung errichtet. Es ging darum, dass das Bauwerk m\u00f6glichst symbolisch stark mit seiner Umgebung verbunden sein sollte.<\/p>\n<p>Nach dem Betreten standen die Besucher dieses Ortes in einer hohen Totenhalle mit einem Durchmesser von 10 Metern.<\/p>\n<p>Und erst dann konnten sie ihre Gr\u00f6\u00dfe ermessen. Das Bodenniveau lag etwa drei Meter unter dem umliegenden Gel\u00e4nde. Von au\u00dfen war nur die H\u00e4lfte des Bauwerks sichtbar.<\/p>\n<p>In elf Nischen rund um die Halle wurden 50 Sarkophage mit den sterblichen \u00dcberresten deutscher Freikorps-Soldaten aufgestellt, die in den schlesischen Aufst\u00e4nden gefallen waren. Nicht nur auf dem Annaberg, sondern auch in anderen Ortschaften. Diese Sarkophage waren kleiner als vollformatige S\u00e4rge. Sie hatten etwa die Ma\u00dfe 100 cm x 50 cm.<\/p>\n<p>In der Mitte der Halle wurde eine riesige 14-Tonnen-Skulptur eines sterbenden germanischen K\u00e4mpfers aufgestellt. Der M\u00fcnchner Bildhauer Fritz Schmoll schuf sie mit seinen Gehilfen vor Ort parallel zum Bau der Rotunde. Sie war zu gro\u00df, um durch die T\u00fcr des Mausoleums transportiert zu werden.<\/p>\n<p>Die Statue machte auf die Eintretenden umso mehr Eindruck, als sie aus der Dunkelheit hervortrat. Die Halle wurde nur durch kleine Oberlichter beleuchtet, die an Schie\u00dfscharten erinnerten.<\/p>\n<p>Die nationalsozialistische Propaganda betonte, dass die Skulptur aus Porphyr gefertigt worden sei \u2013 einem Vulkangestein, das im antiken Rom der kaiserlichen Familie vorbehalten war.<\/p>\n<div id=\"attachment_82931\" style=\"width: 1034px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-82931\" class=\"size-large wp-image-82931\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/wiki-amfteatr-1024x768.jpeg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"768\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/wiki-amfteatr-1024x768.jpeg 1024w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/wiki-amfteatr-300x225.jpeg 300w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/wiki-amfteatr-768x576.jpeg 768w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/wiki-amfteatr.jpeg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><p id=\"caption-attachment-82931\" class=\"wp-caption-text\">Alte Ansichtskarte mit dem Amphitheater und dem Mausoleum auf dem Annaberg vor 1945.<br \/>Quelle: Wikipedia<\/p><\/div>\n<h2><strong>Pioniere, nicht der Zorn des Volkes<\/strong><\/h2>\n<p>Das Schicksal des Mausoleums endete mit dem Zweiten Weltkrieg. Der Propaganda \u2013 diesmal der kommunistischen \u2013 zufolge wurde es spontan zerst\u00f6rt, verursacht durch den Zorn des schlesischen Volkes. In Wirklichkeit wurde das Monument von Pionieren in die Luft gesprengt.<\/p>\n<p>Die im Inneren des Bauwerks beigesetzten sterblichen \u00dcberreste wurden auf den Friedhof am Annaberg \u00fcberf\u00fchrt und ohne Bleis\u00e4rge in einem Massengrab beigesetzt. An der Stelle des ehemaligen Mausoleums entstand das Denkmal der Aufst\u00e4ndischen Tat.<\/p>\n<p>Die Idee einer polnischen Gedenkst\u00e4tte tauchte kurz nach dem Krieg auf, aber die Enth\u00fcllung des Denkmals von Xawery Dunikowski war erst im Juni 1955 m\u00f6glich. Der \u00fcber 70-j\u00e4hrige Autor, ein ehemaliger KZ-H\u00e4ftling, musste seinen Entwurf an die wechselnden Erwartungen der Beh\u00f6rden anpassen. So entging er nicht mehreren bedeutenden historischen Fehlern.<\/p>\n<h2><strong>300.000 Menschen im Amphitheater auf dem Annaberg<\/strong><\/h2>\n<p>W\u00e4hrend die Umwandlung des deutschen Mausoleums in ein polnisches Denkmal ein Jahrzehnt dauerte, wurde das Amphitheater fast sofort zu einem Ort patriotischer Feierlichkeiten. \u00dcbrigens nicht von Anfang an ausschlie\u00dflich kommunistischer.<\/p>\n<p>Im Internet findet man leicht einen Ausschnitt der Polnischen Wochenschau vom Mai 1946. Darin sind Bilder von den Feierlichkeiten zum 25. Jahrestag des III. Schlesischen Aufstands zu sehen. An den Feierlichkeiten nahmen in Gegenwart von 300.000 Menschen General Micha\u0142 Rola-\u017bymierski, dem der Sprecher der PKF die Teilnahme am III. Schlesischen Aufstand zuschrieb, sowie der damalige Vizepremier W\u0142adys\u0142aw Gomu\u0142ka teil.<\/p>\n<blockquote><p>\u201eDas Schicksal des Mausoleums endete mit dem Zweiten Weltkrieg. Der Propaganda \u2013 diesmal der kommunistischen \u2013 zufolge wurde es spontan zerst\u00f6rt, verursacht durch den Zorn des schlesischen Volkes. In Wirklichkeit wurde das Monument von Pionieren in die Luft gesprengt.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>Die kommunistischen Beh\u00f6rden gaben sich noch den Anschein weltanschaulicher Freiheit. Die Heilige Messe wurde von dem aus dem Oppelner Schlesien stammenden Weihbischof von Kattowitz, Juliusz Bieniek, zelebriert.<\/p>\n<p>Die Nachricht von der Absicht, das Denkmal der Aufst\u00e4ndischen Tat zu errichten, wurde damals von 5.000 Tauben in die Welt getragen. Der Kommentar der Wochenschau pries den Ruhm der polnischen und sowjetischen Schwerter, die dieses Land f\u00fcr Polen geschmiedet h\u00e4tten.<\/p>\n<p>Ein Jahr sp\u00e4ter nahm an \u00e4hnlichen Feierlichkeiten noch der Apostolische Administrator von Oppeln-Schlesien, Pr\u00e4lat Boles\u0142aw Kominek, teil. Die Beh\u00f6rden schluckten sogar seinen Ausruf: \u201eIch rufe dich, Wojciech Korfanty\u201c.<\/p>\n<p>In der n\u00e4chsten erhaltenen Wochenschau aus dem Jahr 1954 gibt es keine religi\u00f6sen Akzente mehr. Der schlesischen Aufst\u00e4ndischen wird auch nicht mehr gedacht. Aber das Amphitheater ist ein Ort der Unterhaltung. Und der offizielle Anlass waren die Tage der Bildung, des Buches und der Presse.<\/p>\n<p>Unz\u00e4hlige Menschenmengen. Und auf der B\u00fchne pr\u00e4sentierten sich neben lokalen Oppelner Folkloreensembles das landesweit und dar\u00fcber hinaus ber\u00fchmte \u201eMazowsze\u201c.<\/p>\n<div id=\"attachment_82933\" style=\"width: 1034px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-82933\" class=\"wp-image-82933 size-large\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/amfiteatr-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"768\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/amfiteatr-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/amfiteatr-300x225.jpg 300w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/amfiteatr-768x576.jpg 768w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/amfiteatr.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><p id=\"caption-attachment-82933\" class=\"wp-caption-text\">Die 1960er Jahre. Das Amphitheater auf dem Annaberg zog Massen an. Foto: Adam \u015amieta\u0144ski. Mat. M\u015aO<\/p><\/div>\n<p>\u00c4hnliche Bilder haben sich auf Fotos aus den 1960er Jahren erhalten. Im Jahr 1974 sprach im Amphitheater pers\u00f6nlich Edward Gierek. Zum 30. Jahrestag der Volksrepublik betonte er die \u201eunver\u00e4nderlichen und dauerhaften Bindungen des Oppelner Schlesiens mit dem Mutterland\u201c.<\/p>\n<h2><strong>Sankt Annaberg: Das Amphitheater verf\u00e4llt<\/strong><\/h2>\n<p>Je weiter die Volksrepublik zur\u00fccklag, desto weniger geschah im Amphitheater. Bei den Feierlichkeiten vor dem Denkmal war zeitweise die deutsche Minderheit anwesend.<\/p>\n<p>Es kam auch zu Konflikten, die von Jugendlichen der ONR und \u00e4hnlicher Organisationen angeheizt wurden. Sie skandierten antideutsche und antisemitische Parolen und sch\u00e4ndeten die Flagge der Europ\u00e4ischen Union.<\/p>\n<p>Heute gibt es relativ viele und vielf\u00e4ltige Feierlichkeiten vor dem Denkmal.<\/p>\n<p>Das Amphitheater verfiel nun zunehmend. An der Wende zum 21. Jahrhundert traten hier gelegentlich Maryla Rodowicz, Krzysztof Krawczyk oder \u201eIch Troje\u201c auf.<\/p>\n<p>2016 fand mit den Rock-Spielen die vermutlich letzte gro\u00dfe Musikveranstaltung statt. Zehn Stunden lang spielten vor fast 10.000 Menschen unter anderem TSA, D\u017cem, Rebelianci Cree und Oberschlesien.<\/p>\n<p>Das Publikum am\u00fcsierte sich pr\u00e4chtig. Viele Zuschauer hatten Decken mitgebracht, um es auf den steinernen B\u00f6den besser aushalten zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>\u201eDas Annaberger Amphitheater hat ein enormes Potenzial\u201c, sagte vor zehn Jahren einer der Organisatoren dieses Rock-Events der nto. \u201eUm es voll auszusch\u00f6pfen, ist jedoch eine Renovierung notwendig. Ich hoffe, dass unsere Entscheidungstr\u00e4ger das erkennen und sich dieses Ortes annehmen.\u201c<\/p>\n<h2><strong>Lastet die Geschichte?<\/strong><\/h2>\n<p>Ein Jahrzehnt sp\u00e4ter hat die Hoffnung auf eine Renovierung dieses Ortes ein eher schwaches Fundament.<\/p>\n<p>\u201eMeiner Meinung nach lastet die schwierige Geschichte des Amphitheaters \u2013 wer es gebaut hat und wann dies geschah \u2013 auf diesem Ort\u201c, r\u00e4umt \u0141ukasz Jastrzembski ein, B\u00fcrgermeister von Leschnitz und Vorsitzender der Schlesischen Regionalpolitiker. \u201eAuf der anderen Seite geht aus den offiziellen \u00c4u\u00dferungen von Vizepremier Kosiniak-Kamysz hervor, dass diese Geschichte offenbar keine Belastung darstellt. Allerdings muss man \u2013 dem, was der Herr Vizepremier sagt, folgend \u2013 dieses Amphitheater neu erfinden.<\/p>\n<p>Ein Programm mit Veranstaltungen und Events f\u00fcr das ganze Jahr an diesem Ort ist eine \u00e4u\u00dferst unrealistische Idee. Bitte beachten Sie, dass selbst das Amphitheater in Oppeln nicht jede Woche genutzt wird. Nicht nur das ganze Jahr \u00fcber, sondern selbst von Fr\u00fchling bis Herbst nicht.\u201c<\/p>\n<p>\u201eWenn dieser Ort neu erfunden werden soll, dann braucht es neben Veranstaltungen wie Konzerten vielleicht eine st\u00e4ndige Ausstellung, die die Geschichte dieses Ortes zeigt\u201c, f\u00fcgt der B\u00fcrgermeister von Leschnitz hinzu. \u201eAuch die schwierige Geschichte des Annabergs. Ich denke, es ist ein Gespr\u00e4ch am runden Tisch zwischen der Regierungsverwaltung, Vertretern der Gemeinde, des Kreises und der Woiwodschaft notwendig. Das ist ein guter, vielleicht der einzige Weg, das Amphitheater wirklich neu zu erfinden.\u201c<\/p>\n<h2><strong>Wer soll zum runden Tisch einladen?<\/strong><\/h2>\n<p>Der Hypothese, dass die Regierenden keine deutschen Denkm\u00e4ler sanieren wollen, widersprechen zahlreiche Beispiele \u2013 etwa in Oppeln. Um nur den PKP-Hauptbahnhof Oppeln oder das Geb\u00e4ude der Woiwodschaftspolizei zu nennen, das jahrelang den Sitz der Reichsbahndirektion beherbergte.<\/p>\n<p>\u201eAber in dem Moment, als im Projekt des Verteidigungsministeriums das Denkmal aus der Zeit der Volksrepublik und das Amphitheater getrennt wurden, entstand bei vielen Menschen der Eindruck, dass der emotional-historische Kontext \u00fcberhandgenommen hat\u201c, meint Rafa\u0142 Bartek, Vorsitzender der deutschen Minderheit in Polen und Vorsitzender des Sejmiks der Woiwodschaft Oppeln.<\/p>\n<p>\u201eDiese Objekte, Denkmal und Amphitheater, lassen sich weder trennen noch getrennt behandeln. Das w\u00e4re absurd. Das Denkmal steht an der Stelle des ehemaligen Mausoleums. Das ist eine einzige Geschichte.\u201c<\/p>\n<div id=\"attachment_82935\" style=\"width: 1034px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-82935\" class=\"size-large wp-image-82935\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Do-Grafiki-Amfiteatr_Gora_Swietej_Anny_woj._opolskie-Olgierd-Rudak-Wikipedia-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"768\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Do-Grafiki-Amfiteatr_Gora_Swietej_Anny_woj._opolskie-Olgierd-Rudak-Wikipedia-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Do-Grafiki-Amfiteatr_Gora_Swietej_Anny_woj._opolskie-Olgierd-Rudak-Wikipedia-300x225.jpg 300w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Do-Grafiki-Amfiteatr_Gora_Swietej_Anny_woj._opolskie-Olgierd-Rudak-Wikipedia-768x576.jpg 768w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Do-Grafiki-Amfiteatr_Gora_Swietej_Anny_woj._opolskie-Olgierd-Rudak-Wikipedia-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Do-Grafiki-Amfiteatr_Gora_Swietej_Anny_woj._opolskie-Olgierd-Rudak-Wikipedia-2048x1536.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><p id=\"caption-attachment-82935\" class=\"wp-caption-text\">Foto: Olgierd Rudak \/ Wikipedia<\/p><\/div>\n<h2><strong>Das Verteidigungsministerium muss entscheiden<\/strong><\/h2>\n<p>\u201eIch stimme zu, dass dieser Ort neu erfunden werden muss\u201c, f\u00fcgt Rafa\u0142 Bartek hinzu. \u201eAber die nur wenige tausend Einwohner z\u00e4hlende Gemeinde Leschnitz und der Kreis Gro\u00df Strehlitz werden ihn nicht alleine neu erfinden. Und so klang das in den Aussagen von Herrn Kosiniak-Kamysz ein wenig.<\/p>\n<p>Vielleicht sollte dies nicht in erster Linie ein Ort f\u00fcr Veranstaltungen oder Events sein, sondern ein Ort der Erinnerung. Oder vielleicht w\u00e4re es doch ein guter Ort f\u00fcr Veranstaltungen, aber dann sollte er allen modernen Standards entsprechen.<\/p>\n<p>Nur muss das das Verteidigungsministerium, das im Namen des Staatsverm\u00f6gens diesen Ort verwaltet, entscheiden. Wenn wir wissen, was das Ministerium will, wird es uns leichter fallen, auf diese Erwartungen einzugehen.\u201c<\/p>\n<p>\u201eUnd heute haben wir die Situation, dass der verwaltende Akteur weit au\u00dferhalb der Region ist, und wir sollen uns \u00e4u\u00dfern, wie das Amphitheater verwaltet werden soll\u201c, sagt Rafa\u0142 Bartek.<\/p>\n<p>\u201eDas wird nicht gelingen, denn niemand Vern\u00fcnftiges wird sich zu einem unbekannten Experiment \u00e4u\u00dfern. Diese Diskussion fehlt. Und daher kommen die Stimmen der Einwohner \u00fcber die ungleiche Behandlung von Denkm\u00e4lern.<\/p>\n<p>Ich best\u00e4tige, dass man sich an einen runden Tisch setzen muss. Aber das Ministerium sollte uns \u2013 die Gemeinde, den Kreis und die Region \u2013 an diesen Tisch einladen.<\/p>\n<p>Denn unabh\u00e4ngig von der Vergangenheit sind heute das gesamte Gel\u00e4nde und alle Objekte polnisch. Solange das Verteidigungsministerium nicht sagt, was dieser Ort sein soll und wozu er nach einer eventuellen Renovierung dienen soll, sind Diskussionen dar\u00fcber, wer und wie diesen Ort verwalten soll, verfr\u00fcht.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>W\u00e4hrend des Nationalfeiertags der Schlesischen Aufst\u00e4nde gab Vizepremier W\u0142adys\u0142aw Kosiniak-Kamysz bekannt, dass die Regierung 16 Millionen Zloty f\u00fcr die Renovierung des Denkmals der Aufst\u00e4ndischen Tat auf dem Sankt Annaberg bereitgestellt hat. Die Sanierung des Amphitheaters machte er von einem ganzj\u00e4hrigen Veranstaltungsprogramm an diesem Ort abh\u00e4ngig. \u201eEin solches Programm gibt es nicht einmal im Oppelner Amphitheater\u201c, [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":318,"featured_media":82931,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[4224],"tags":[9436,9265,6478,7717,9379,6324],"redaktor":[6066],"class_list":["post-82937","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-geschichte-de","tag-amphitheater","tag-annaberg-de","tag-geschichte-de","tag-leschnitz-de","tag-minderheit","tag-rafal-bartek-de","redaktor-krzysztof-ogiolda-de"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/82937","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/318"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=82937"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/82937\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":82938,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/82937\/revisions\/82938"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/82931"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=82937"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=82937"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=82937"},{"taxonomy":"redaktor","embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/redaktor?post=82937"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}