{"id":82927,"date":"2026-07-21T05:00:59","date_gmt":"2026-07-21T03:00:59","guid":{"rendered":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/?p=82927"},"modified":"2026-07-16T11:52:30","modified_gmt":"2026-07-16T09:52:30","slug":"hetze-nicht-gegen-den-nachbarn","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/hetze-nicht-gegen-den-nachbarn\/","title":{"rendered":"Hetze nicht gegen den Nachbarn"},"content":{"rendered":"<p><strong>Der Chef des polnischen Au\u00dfenministeriums, Rados\u0142aw Sikorski, sagte vor kurzem in einem Interview f\u00fcr die Deutsche Welle, dass die vorherige polnische Regierung einen Krieg gegen Russland und gegen Deutschland gef\u00fchrt habe. Seiner Meinung nach endete das f\u00fcr Polen oft schlecht. Die derzeitige Regierung hingegen bem\u00fche sich um einen Dialog mit der Bundesrepublik Deutschland, denn Deutschland sei seiner Meinung nach ein Verb\u00fcndeter. Allerdings ist diese Aussage in Polen, besonders auf der rechten Seite, nach wie vor umstritten. So sehr, dass man immer noch Stimmen der Hetze gegen den westlichen Nachbarn Polens h\u00f6rt.<\/strong><!--more--><\/p>\n<p>\u201eDie vorherige polnische Regierung f\u00fchrte einen gleichzeitigen Zweifrontenkrieg \u2013 gegen Russland und gegen Deutschland, was in der Vergangenheit f\u00fcr Polen oft schlecht endete. Heute ist es v\u00f6llig anders. Unter anderem haben wir Regierungskonsultationen. Wir haben einen Dialog, die Entscheidung \u00fcber ein Denkmal f\u00fcr die deutschen Verbrechen gegen Polen. Wir haben auch die R\u00fcckgabe von Kulturg\u00fctern\u201c, so Rados\u0142aw Sikorski.<\/p>\n<p>Der polnische Au\u00dfenminister erw\u00e4hnte auch gemeinsame \u00dcbungen, Verteidigungsinitiativen, die Pr\u00e4senz deutscher Soldaten in Polen oder die mehrmonatige Stationierung einer deutschen Patriot-Batterie in Jasionka in Polen. Seiner Meinung nach ist dies ein Beweis daf\u00fcr, dass die polnische Regierung versucht, normale Beziehungen zur Bundesrepublik Deutschland zu haben, einem Staat, der ein Nachbar Polens und ein sehr wichtiger Wirtschafts- und Handelspartner ist:<\/p>\n<p>\u201eMit Nachbarn gibt es immer einige Fragen zu kl\u00e4ren, manchmal sind sie strittig, aber man kann trotzdem einen Dialog f\u00fchren. Einen effektiven Dialog, oder man kann gegen Nachbarn hetzen, nur um bei radikalen W\u00e4hlern Punkte zu sammeln. Wir gehen diesen Weg nicht. Wir versuchen, Gespr\u00e4che zu f\u00fchren und auf diese Weise unsere Ziele zu erreichen\u201c, fasste Rados\u0142aw Sikorski zusammen.<\/p>\n<div id=\"attachment_82922\" style=\"width: 1034px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-82922\" class=\"size-large wp-image-82922\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/sikorski-z-wadepuhlem-1024x683.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"683\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/sikorski-z-wadepuhlem-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/sikorski-z-wadepuhlem-300x200.jpg 300w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/sikorski-z-wadepuhlem-768x512.jpg 768w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/sikorski-z-wadepuhlem-1536x1025.jpg 1536w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/sikorski-z-wadepuhlem-2048x1366.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><p id=\"caption-attachment-82922\" class=\"wp-caption-text\">Die Au\u00dfenminister Polens und Deutschlands, Rados\u0142aw Sikorski und Johann Wadephul, trafen sich in Berlin und nahmen am Deutsch-Polnischen Forum teil, das am 17. Juni anl\u00e4sslich des 35. Jahrestages der Unterzeichnung des Vertrags \u00fcber gute Nachbarschaft und freundschaftliche Zusammenarbeit stattfand.<br \/>Fotoquelle: Ministerium f\u00fcr Ausw\u00e4rtige Angelegenheiten der Republik Polen<\/p><\/div>\n<p>Im Zusammenhang mit dem Thema des polnisch-deutschen Dialogs ist festzustellen, dass dieser vor 35 Jahren eine neue Dynamik erhielt. Die Rede ist vom Vertrag \u00fcber gute Nachbarschaft und freundschaftliche Zusammenarbeit zwischen Polen und Deutschland, unterzeichnet am 17. Juni 1991 vom damaligen Bundeskanzler Helmut Kohl und dem damaligen polnischen Premierminister Jan Krzysztof Bielecki. Dieser Vertrag war der Grundstein f\u00fcr die Normalisierung und Entwicklung der bilateralen Beziehungen nach dem Fall des Kommunismus in Polen, dem Ende des Kalten Krieges und der deutschen Wiedervereinigung.<\/p>\n<p>Auf der Grundlage dieses Vertrags entwickelte sich eine breite politische, wirtschaftliche und kulturelle Zusammenarbeit zwischen beiden Staaten. Aus diesem Grund unterzeichneten die Verteidigungsminister Polens und Deutschlands, W\u0142adys\u0142aw Kosiniak-Kamysz und Boris Pistorius, w\u00e4hrend der Jubil\u00e4umsfeierlichkeiten im deutschen Au\u00dfenministerium neue deutsch-polnische Verteidigungsabkommen. F\u00fcr viele normale Menschen in Polen, f\u00fcr diejenigen, die nicht nur an die Vergangenheit, sondern auch an die Zukunft denken, ist das sehr wichtig. Und es spielt keine Rolle, dass Polens m\u00e4chtiger Verb\u00fcndeter in dieser Frage der westliche Nachbar Deutschland ist.<\/p>\n<blockquote><p>Mit Nachbarn gibt es immer einige Fragen zu kl\u00e4ren, manchmal sind sie strittig, aber man kann trotzdem einen Dialog f\u00fchren. &#8211; Rados\u0142aw Sikorski<\/p><\/blockquote>\n<p>Ein Beweis daf\u00fcr ist die Tatsache, dass die Studenten und Gymnasiasten, die an der Veranstaltung im B\u00fcro des Europ\u00e4ischen Parlaments in Warschau teilnahmen, Au\u00dfenminister Rados\u0142aw Sikorski nach der Verteidigungsf\u00e4higkeit Polens fragten, ohne ihm dabei das neue deutsch-polnische Verteidigungsabkommen \u00fcbel zu nehmen.<\/p>\n<p>Zu diesem Thema betonte der Chef des polnischen Au\u00dfenministeriums, dass man bei dieser Frage in Kategorien von Versicherungspolicen denken solle. Seiner Meinung nach sind zwei Policen besser als eine:<\/p>\n<p>\u201eUm Putin oder irgendeinen Kriegsherrn in Libyen abzuschrecken, sollten wir in der Lage sein, selbstst\u00e4ndig zurechtzukommen, ohne die USA unn\u00f6tig zu belasten\u201c, sagte der polnische Chefdiplomat und betonte gleichzeitig, dass die Europ\u00e4ische Union, der sowohl Polen als auch Deutschland angeh\u00f6ren, ihre Verteidigungsidentit\u00e4t im Einklang mit der NATO und den USA entwickeln sollte.<\/p>\n<p>Das klingt sinnvoll und gut begr\u00fcndet und w\u00fcrde f\u00fcr deutlich mehr Sicherheit sorgen. Dennoch bef\u00fcrchte ich, dass f\u00fcr die Hetzer aus dem radikalen W\u00e4hlermilieu in Polen das B\u00fcndnis Polens mit Deutschland immer noch inakzeptabel ist. Umso mehr, als man damit Stimmen bei Wahlen gewinnen kann.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Chef des polnischen Au\u00dfenministeriums, Rados\u0142aw Sikorski, sagte vor kurzem in einem Interview f\u00fcr die Deutsche Welle, dass die vorherige polnische Regierung einen Krieg gegen Russland und gegen Deutschland gef\u00fchrt habe. Seiner Meinung nach endete das f\u00fcr Polen oft schlecht. 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