{"id":82866,"date":"2026-07-19T17:00:44","date_gmt":"2026-07-19T15:00:44","guid":{"rendered":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/?p=82866"},"modified":"2026-07-16T08:45:58","modified_gmt":"2026-07-16T06:45:58","slug":"wiedergefundene-heimat","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wiedergefundene-heimat\/","title":{"rendered":"Wiedergefundene Heimat"},"content":{"rendered":"<p><strong>Als Horst Ulbrich vor Jahrzehnten erstmals die Heimat seiner Eltern besuchte, wollte er eigentlich nur sehen, wo seine Familie einst gelebt hatte. Heute leitet er den Deutschen Freundschaftskreis (DFK) Glatz, der unter seiner F\u00fchrung von sieben auf mehr als 300 Mitglieder gewachsen ist. Im Gespr\u00e4ch mit Mauro Oliveira erz\u00e4hlt er von seiner R\u00fcckkehr nach Schlesien, dem Aufbau eines Reiterhofs und den Herausforderungen der deutschen Minderheit.<\/strong><!--more--><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<h3><strong>Herr Ulbrich, Ihre Familie stammt aus Eckersdorf (Bo\u017ck\u00f3w), Sie selbst wurden in Herford geboren. Wie kamen Sie zur\u00fcck in die Heimat Ihrer Eltern?<\/strong><\/h3>\n<p>Die erste Gelegenheit ergab sich 1987. Mein Cousin fuhr zu einer Hochzeit nach Starachowice und fragte mich, ob ich ihn begleiten wolle. So k\u00f6nnten wir uns beim Fahren abwechseln. Auf dieser Reise habe ich schlie\u00dflich auch meine sp\u00e4tere Frau kennengelernt.<\/p>\n<div id=\"attachment_82742\" style=\"width: 1034px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-82742\" class=\"size-large wp-image-82742\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Horst-Ulbrich-z-zona-w-otoczeniu-gor-w-Schwenz-Swiecko-tuz-przy-swoim-domu-i-stajni-z-konmi-2-1024x683.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"683\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Horst-Ulbrich-z-zona-w-otoczeniu-gor-w-Schwenz-Swiecko-tuz-przy-swoim-domu-i-stajni-z-konmi-2-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Horst-Ulbrich-z-zona-w-otoczeniu-gor-w-Schwenz-Swiecko-tuz-przy-swoim-domu-i-stajni-z-konmi-2-300x200.jpg 300w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Horst-Ulbrich-z-zona-w-otoczeniu-gor-w-Schwenz-Swiecko-tuz-przy-swoim-domu-i-stajni-z-konmi-2-768x512.jpg 768w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Horst-Ulbrich-z-zona-w-otoczeniu-gor-w-Schwenz-Swiecko-tuz-przy-swoim-domu-i-stajni-z-konmi-2-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Horst-Ulbrich-z-zona-w-otoczeniu-gor-w-Schwenz-Swiecko-tuz-przy-swoim-domu-i-stajni-z-konmi-2-2048x1365.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><p id=\"caption-attachment-82742\" class=\"wp-caption-text\">Horst Ulbrich mit seiner Frau inmitten der Berge in Schwenz, direkt neben ihrem Haus und dem Pferdestall.<\/p><\/div>\n<h3><strong>Wie haben Sie sich kennengelernt?<\/strong><\/h3>\n<p>Ich hatte meinem Cousin eine Bedingung gestellt: Auf dem R\u00fcckweg wollte ich unbedingt die Heimat meiner Eltern besuchen. Ich wollte sehen, wo sie gelebt hatten, und Fotos vom Haus machen. Als wir dort ankamen, schlug die Gro\u00dfmutter meiner Frau, die Deutsche war, vor: \u201eNimm doch die Renia mit, sie kann \u00fcbersetzen.\u201c Danach hat man sich geschrieben und besucht. 1991 haben wir schlie\u00dflich geheiratet.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Welchen Bezug zu Schlesien und der Region Glatz hatten Sie vor diesem ersten Besuch?<\/strong><\/h3>\n<p>In Deutschland hat die ganze Verwandtschaft bei jedem Treffen, bei jedem Geburtstag, \u00fcber die verlorene Heimat geweint. Als Kind konnte ich das nicht verstehen. Sp\u00e4ter wuchs in mir der Wunsch, diesen Ort selbst kennenzulernen. Als ich schlie\u00dflich hier war, hatte ich sofort das Gef\u00fchl, dass ich hierher geh\u00f6re. Vielleicht lag es daran, dass die Heimat in der ganzen Familie ein st\u00e4ndiges Thema war.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Sie waren Sozialp\u00e4dagoge in Deutschland und haben sp\u00e4ter in Schwenz einen Reiterhof aufgebaut. Wie kam es dazu?<\/strong><\/h3>\n<p>Nach unserer Hochzeit lebten wir zun\u00e4chst f\u00fcnf Jahre in Deutschland. Pferde spielten damals bereits eine wichtige Rolle in meinem Leben. Ich war im Vorstand eines gro\u00dfen Reitervereins, hatte auch einen kleinen Bauernhof. F\u00fcr ein Behindertenzentrum habe ich nach einer Ausbildung die Reittherapie geleitet. Als sich die M\u00f6glichkeit ergab, hier in Niederschlesien etwas aufzubauen, haben wir sie genutzt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Renata Ulbrich:<\/strong> Meine Eltern wollten mir ihren Hof \u00fcberschreiben. Wir haben lange \u00fcberlegt, was wir daraus machen k\u00f6nnten. Ackerbau, wie meine Eltern ihn betrieben hatten, kam f\u00fcr uns nicht infrage. Das Einzige, was f\u00fcr uns Sinn ergab, waren Pferde.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Wie verlief der Neubeginn hier in Schlesien?<\/strong><\/h3>\n<p><strong>Hors Ulbrich:<\/strong> Wir geh\u00f6rten damals zu den Pionieren in der Region. Privat ist es gut gegangen und auch mit dem DFK ist es gut gegangen. Dass alles so gut funktioniert hat, lag auch an unseren Kontakten nach Deutschland. Wir achten sehr auf die V\u00f6lkerverst\u00e4ndigung. Damit sind wir damals bei manchen auch ein wenig angeeckt, weil wir prim\u00e4r f\u00fcr die Deutschen und Mitglieder da sein sollten. Aber unser Chor besteht zum Beispiel \u00fcberwiegend aus polnischen Mitgliedern.<\/p>\n<p>Unsere Projekte stehen allen offen, die sich f\u00fcr unsere deutsche Kultur interessieren und die die Geschichte akzeptieren. Die Nationalit\u00e4t spielt dabei keine Rolle.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Wie kamen Sie erstmals mit dem Deutschen Freundschaftskreis in Kontakt?<\/strong><\/h3>\n<p>Schon w\u00e4hrend meiner ersten Besuche in der Heimat meiner Eltern interessierte mich, ob hier noch Deutsche leben und wo. So lernte ich den Deutschen Freundschaftskreis kennen. Damals bestand die Gruppe nur noch aus sieben \u00e4lteren Damen, die ihre T\u00e4tigkeit aufgeben wollten. Das wollten wir, Heinz-Peter Keuten, Joachim Straube und ich verhindern. Wir waren alle drei R\u00fcckkehrer in die Heimat unserer Eltern.<\/p>\n<div id=\"attachment_82728\" style=\"width: 1034px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-82728\" class=\"size-large wp-image-82728\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Horst-Ulbrich-jako-przewodniczacy-DFK-Glatz-Klodzko-tutaj-dumny-i-zamyslony-pod-ratuszem-2-1-1024x683.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"683\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Horst-Ulbrich-jako-przewodniczacy-DFK-Glatz-Klodzko-tutaj-dumny-i-zamyslony-pod-ratuszem-2-1-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Horst-Ulbrich-jako-przewodniczacy-DFK-Glatz-Klodzko-tutaj-dumny-i-zamyslony-pod-ratuszem-2-1-300x200.jpg 300w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Horst-Ulbrich-jako-przewodniczacy-DFK-Glatz-Klodzko-tutaj-dumny-i-zamyslony-pod-ratuszem-2-1-768x512.jpg 768w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Horst-Ulbrich-jako-przewodniczacy-DFK-Glatz-Klodzko-tutaj-dumny-i-zamyslony-pod-ratuszem-2-1-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Horst-Ulbrich-jako-przewodniczacy-DFK-Glatz-Klodzko-tutaj-dumny-i-zamyslony-pod-ratuszem-2-1-2048x1365.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><p id=\"caption-attachment-82728\" class=\"wp-caption-text\">Horst Ulbrich als Vorsitzender des DFK Glatz &#8211; hier vor dem Rathaus.<\/p><\/div>\n<h3><strong>Wie kam es dazu, dass Sie den Vorsitz des DFK Glatz \u00fcbernahmen?<\/strong><\/h3>\n<p>Gro\u00dfdechant Franz Jung und Peter Gro\u00dfpietsch, der Vorsitzende der Zentralstelle Grafschaft Glatz, erfuhren, dass die verbliebenen Mitglieder des DFK aufgeben wollten. Beide waren der Ansicht, dass die Aufgabe verhindert werden m\u00fcsse. Da ich vorher bereits den alten Damen oft mit Rat und Tat geholfen hatte, kannten mich die Organisationen in Deutschland, wie auch die Zentralstelle Grafschaft Glatz in L\u00fcdenscheid.<\/p>\n<p>Bei einem Treffen im Rathaus Glatz sagten sie schlie\u00dflich zu mir: \u201eHorst, du musst das jetzt \u00fcbernehmen.\u201c Darauf gingen wir in den Saal des Franziskanerklosters, wo eine Versammlung einberufen war. Da sa\u00dfen pl\u00f6tzlich \u00fcber 70 ehemalige Mitglieder. Ich habe von nichts gewusst. Es gab nur ein Thema: Horst Ulbrich wird gew\u00e4hlt, um den DFK Glatz zu retten.<\/p>\n<p>Kaum war die Wahl abgeschlossen, meldete sich jedoch eine Frau aus dem Publikum zu Wort: \u201eDer Ulbrich kann doch gar nicht gew\u00e4hlt werden. Er ist nicht in der Grafschaft Glatz geboren, geh\u00f6rt nicht zur deutschen Minderheit in Polen.\u201c Ich dachte schon, die Sache h\u00e4tte sich damit erledigt.<\/p>\n<p>Doch Martin Reichert, damals Vorsitzender des ersten DFK in Polen, war aus Waldenburg angereist, knallte seine Satzung auf den Tisch. \u201eGlatz hat diese Satzung wortw\u00f6rtlich \u00fcbernommen\u201c, sagte er. \u201eDanach kann Horst Ulbrich gew\u00e4hlt werden.\u201c Wir waren damals noch Ortsgruppe unter dem DFK Waldenburg.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>War Ihre Wahl damit endg\u00fcltig gekl\u00e4rt?<\/strong><\/h3>\n<p>Bernard Gaida war ebenfalls anwesend. Damals wusste ich noch nicht einmal, dass er Vorsitzender des VdG war. Zur Sicherheit hat er einen Rechtsanwalt in Oppeln angerufen. Aber der Fall war wohl ziemlich klar: Meine Wahl war rechtm\u00e4\u00dfig.<\/p>\n<p>Dennoch gab es auch danach vereinzelt Kritik. Deshalb lie\u00dfen wir die Rechtslage zus\u00e4tzlich durch einen Notar und einen Anwalt best\u00e4tigen. Damit war endg\u00fcltig gekl\u00e4rt, dass zur\u00fcckgekehrte Vertriebene dieselben Rechte haben wie diejenigen, die in der Region geblieben sind.<\/p>\n<p>Mein Argument war immer: Die Menschen, die nicht vertrieben wurden, k\u00f6nnen froh dar\u00fcber sein. F\u00fcr meine Mutter, die mit zwei kleinen Kindern ihre Heimat verlassen musste, war die Vertreibung ein Elend.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Der DFK Glatz wuchs unter Ihrer Leitung von sieben auf mehr als 300 Mitglieder an. Was waren die entscheidenden Faktoren f\u00fcr diese Entwicklung?<\/strong><\/h3>\n<p>Eine entscheidende Rolle spielte der Umzug des B\u00fcros aus dem Hinterhof in die Innenstadt. Gro\u00dfdechant Franz Jung hat unsere Arbeit von Anfang an unterst\u00fctzt. In den ersten Jahren wurden unsere Projekte weder vom VdG noch vom Konsulat gef\u00f6rdert. Das ging so weit, dass uns einmal sogar die Mittel f\u00fcr Miete und die Nebenkosten fehlten. Beim Wirtschaftsforum in Kreisau lernte ich Christian Wulff kennen, den damaligen Ministerpr\u00e4sident von Niedersachsen und sp\u00e4teren Bundespr\u00e4sident. Er hat sich nach meinen Beschwerden sofort mit Scheiben an den Botschafter in Warschau und den Generalkonsul in Breslau f\u00fcr uns eingesetzt und binnen einer Woche waren alle Betr\u00e4ge auf unserem Konto. Herrn Wulff sei Dank. Sp\u00e4ter wurden wir auch vom VdG anerkannt und wir haben heute ein gutes Verh\u00e4ltnis.<\/p>\n<blockquote><p>Unsere Projekte stehen allen offen, die sich f\u00fcr unsere deutsche Kultur interessieren und die die Geschichte akzeptieren. Die Nationalit\u00e4t spielt dabei keine Rolle. &#8211; Horst Ulbrich<\/p><\/blockquote>\n<p>Heute unterst\u00fctzen wir nicht nur die Mitglieder vor Ort, sondern beraten auch viele Besucher aus Deutschland, die sich f\u00fcr die Region interessieren. Unser Vereinsraum steht jeden Samstag von 11 bis 14 Uhr allen Interessierten offen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Der DFK Glatz organisiert zahlreiche Projekte \u2013 von Deutschunterricht \u00fcber den Lyrikwettbewerb bis hin zu Jugendtreffen. Welches liegt Ihnen pers\u00f6nlich besonders am Herzen?<\/strong><\/h3>\n<p>Ganz klar die Sozialarbeit. Ich bin Sozialp\u00e4dagoge und habe bereits in Deutschland im Freizeitbereich eine Einrichtung mit Aktion Sorgenkind aufgebaut. So bin ich zur Sozialarbeit gekommen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Wie haben Sie mit der Wohlt\u00e4tigkeit angefangen? War das von Anfang an ein Bet\u00e4tigungsfeld des DFK Glatz? <\/strong><\/h3>\n<p>Es gab ein Schl\u00fcsselmoment. Eine Frau konnte sich nach einem Herzinfarkt ihre Medikamente nicht mehr leisten und starb. Als ich davon h\u00f6rte, konnte ich es zun\u00e4chst kaum glauben. Doch dann stellte sich heraus, dass es weitere Menschen in \u00e4hnlichen Situationen gab und ich habe sofort versucht herauszufinden, was ben\u00f6tigt wird.<\/p>\n<p>Seitdem ist die Wohlt\u00e4tigkeit ein Teil unserer Arbeit. Heute ist der Bedarf in vielen Bereichen gl\u00fccklicherweise geringer als fr\u00fcher. Gerade bei der medizinischen Versorgung hat sich viel verbessert und wir reduzieren nun die Transporte mit 40-Tonnen-Lkw, die uns von Gehhilfen bis zu Pflegebetten alles geliefert haben.<\/p>\n<div id=\"attachment_82720\" style=\"width: 1034px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-82720\" class=\"size-large wp-image-82720\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Horst-Ulbrich-i-dzialalnosc-charytatywna-na-miejscu-w-szopie-z-artykulami-pomocowymi-w-Schwenz-Swiecko-2-1024x683.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"683\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Horst-Ulbrich-i-dzialalnosc-charytatywna-na-miejscu-w-szopie-z-artykulami-pomocowymi-w-Schwenz-Swiecko-2-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Horst-Ulbrich-i-dzialalnosc-charytatywna-na-miejscu-w-szopie-z-artykulami-pomocowymi-w-Schwenz-Swiecko-2-300x200.jpg 300w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Horst-Ulbrich-i-dzialalnosc-charytatywna-na-miejscu-w-szopie-z-artykulami-pomocowymi-w-Schwenz-Swiecko-2-768x512.jpg 768w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Horst-Ulbrich-i-dzialalnosc-charytatywna-na-miejscu-w-szopie-z-artykulami-pomocowymi-w-Schwenz-Swiecko-2-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Horst-Ulbrich-i-dzialalnosc-charytatywna-na-miejscu-w-szopie-z-artykulami-pomocowymi-w-Schwenz-Swiecko-2-2048x1365.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><p id=\"caption-attachment-82720\" class=\"wp-caption-text\">Horst Ulbrich im Lager mit Hilfsg\u00fctern in Schwenz.<\/p><\/div>\n<h3><strong>Haben Sie ein Beispiel, das Ihnen besonders in Erinnerung geblieben ist?<\/strong><\/h3>\n<p>Ja. Einige Tage vor Weihnachten wollte ich eine \u00e4ltere Frau in Eckersdorf besuchen. Als ich an ihrer T\u00fcr klopfte, wurde nur z\u00f6gernd ge\u00f6ffnet. Sie wohnte in einer Art Verschlag und trug einen dicken Wintermantel. Auf dem Tisch stand lediglich eine Kerze, der Ofen war kalt. Auf meine Frage, ob er kaputt sei, antwortete sie: \u201eNein, ich habe nichts zum Heizen.\u201c<\/p>\n<p>Mein Sohn und ich fuhren sofort los, kauften Kohle und luden zus\u00e4tzlich Holz von unserem Hof auf den Anh\u00e4nger. Als wir zur\u00fcckkamen, stellte sich heraus, dass die Frau nicht einmal mehr Kleinholz zum Anz\u00fcnden hatte. Sie hatte bereits alles verheizt, was verf\u00fcgbar war.<\/p>\n<p>Solche Begegnungen vergisst man nicht.<\/p>\n<p>Anfangs konzentrierte sich unsere Hilfe vor allem auf \u00e4ltere Angeh\u00f6rige der deutschen Minderheit. Mit der Zeit weitete sich die Arbeit jedoch aus. Besonders im Behindertenbereich gab es damals gro\u00dfen Bedarf.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus unterst\u00fctzten wir auch \u00f6ffentliche Einrichtungen. F\u00fcr das Krankenhaus organisierten wir mehrere Hilfstransporte. Nachdem uns die Direktorin mitgeteilt hatte, dass dringend neue Betten ben\u00f6tigt w\u00fcrden, konnten wir mehr als 240 Krankenhausbetten aus Deutschland vermitteln. Auf den Beistelltischen der Betten gab es eine Plakette: Deutsches Reichspatent! So alt waren die Metallbetten damals. Aber auch Altenheime, Kinderheime und andere soziale Einrichtungen erhalten bis heute Unterst\u00fctzung. F\u00fcr die Kinder gibt es zu Ostern und Weihnachten Spielzeug und S\u00fc\u00dfigkeiten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Was motiviert Sie nach all den Jahren noch immer zu diesem Engagement?<\/strong><\/h3>\n<p>Wahrscheinlich k\u00f6nnen wir gar nicht mehr anders. (lacht)<\/p>\n<p>Wenn man sieht, dass die eigene Arbeit etwas bewirkt, motiviert das ungemein. Wir haben uns Ziele gesetzt und konnten vieles davon erreichen. Das gibt einem das Gef\u00fchl, dass sich der Einsatz lohnt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Sie wurden mit dem Orden der Republik Polen und der Goldenen Ehrenmedaille \u201eVerdient f\u00fcr Niederschlesien\u201c ausgezeichnet. Welche Bedeutung haben diese Ehrungen f\u00fcr Sie?<\/strong><\/h3>\n<p>Nat\u00fcrlich freut man sich \u00fcber solche Anerkennungen, zumal sie von Polen gekommen sind. Noch wichtiger ist aber, dass dadurch auch die Arbeit des DFK bekannter wird.<\/p>\n<div id=\"attachment_82724\" style=\"width: 693px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-82724\" class=\"size-large wp-image-82724\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Horst-Ulbrich-i-jego-ordery-2-683x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"683\" height=\"1024\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Horst-Ulbrich-i-jego-ordery-2-683x1024.jpg 683w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Horst-Ulbrich-i-jego-ordery-2-200x300.jpg 200w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Horst-Ulbrich-i-jego-ordery-2-768x1152.jpg 768w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Horst-Ulbrich-i-jego-ordery-2-1024x1536.jpg 1024w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Horst-Ulbrich-i-jego-ordery-2-1365x2048.jpg 1365w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Horst-Ulbrich-i-jego-ordery-2-scaled.jpg 1707w\" sizes=\"auto, (max-width: 683px) 100vw, 683px\" \/><p id=\"caption-attachment-82724\" class=\"wp-caption-text\">Horst Ulbrich mit seinen Orden.<\/p><\/div>\n<h3><strong>Bereits vor einigen Jahren hatten Sie angek\u00fcndigt, den Vorsitz abgeben zu wollen. Warum ist die Nachfolgefrage bis heute ungel\u00f6st?<\/strong><\/h3>\n<p>Tats\u00e4chlich habe ich schon 2018 in einem Beitrag im Schlesien Journal gesagt, dass dies meine letzte Amtszeit sein w\u00fcrde. Heute sage ich aber ganz klar: Noch zwei Jahre, dann m\u00f6chte ich aufh\u00f6ren.<\/p>\n<p>Ich w\u00fcrde die Verantwortung gern an eine j\u00fcngere Generation \u00fcbergeben. Aber bislang hat sich niemand gefunden, der die Aufgabe dauerhaft \u00fcbernehmen m\u00f6chte. Gleichzeitig werden die Rahmenbedingungen immer schwieriger. Da viele Vorsitzende das gleiche Problem haben, sollte das zum Thema der n\u00e4chsten Verbandsratssitzung werden. Es g\u00e4be L\u00f6sungen, die aber nicht diskutiert werden.<\/p>\n<p><strong>Renata Ulbrich:<\/strong> Ein aktuelles Beispiel ist unser Oktoberfest, das wir seit Jahren veranstalten. F\u00fcr eine F\u00f6rderung sollen inzwischen mindestens 150, besser noch 200 Teilnehmer kommen.<\/p>\n<p><strong>Horst Ulbrich:<\/strong> Zu unseren Oktoberfesten kommen etwa 70 Besucher.<\/p>\n<p><strong>Renata Ulbrich:<\/strong> Unter diesen Voraussetzungen brauchen wir gar keinen Antrag mehr zu stellen.<\/p>\n<p><strong>Horst Ulbrich:<\/strong> Ja, fr\u00fcher haben wir mit \u00fcber 300 G\u00e4sten gefeiert, das hat sich nun ge\u00e4ndert. Aber wer l\u00e4sst sich das einfallen? Beispiel: Kosten f\u00fcr die Tanzmusik bei unserem Jubil\u00e4umsfest mussten wir zur\u00fcckzahlen, weil es keine Rechnung gab, nur eine Quittung der Zahlung f\u00fcr erbrachte Leistung. Wir haben den Eindruck, dass unsere Arbeit in Deutschland grunds\u00e4tzlich nicht mehr sehr gesch\u00e4tzt wird. Wir wollen weitermachen, aber man muss uns auch lassen.<\/p>\n<div id=\"attachment_82732\" style=\"width: 1034px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-82732\" class=\"size-large wp-image-82732\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Horst-Ulbrich-jako-przewodniczacy-DFK-Glatz-Klodzko-w-siedzibie-DFK-przy-ul.-Lukasinskiego-2-1024x683.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"683\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Horst-Ulbrich-jako-przewodniczacy-DFK-Glatz-Klodzko-w-siedzibie-DFK-przy-ul.-Lukasinskiego-2-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Horst-Ulbrich-jako-przewodniczacy-DFK-Glatz-Klodzko-w-siedzibie-DFK-przy-ul.-Lukasinskiego-2-300x200.jpg 300w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Horst-Ulbrich-jako-przewodniczacy-DFK-Glatz-Klodzko-w-siedzibie-DFK-przy-ul.-Lukasinskiego-2-768x512.jpg 768w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Horst-Ulbrich-jako-przewodniczacy-DFK-Glatz-Klodzko-w-siedzibie-DFK-przy-ul.-Lukasinskiego-2-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Horst-Ulbrich-jako-przewodniczacy-DFK-Glatz-Klodzko-w-siedzibie-DFK-przy-ul.-Lukasinskiego-2-2048x1365.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><p id=\"caption-attachment-82732\" class=\"wp-caption-text\">Horst Ulbrich im Sitz des DFK Glatz.<\/p><\/div>\n<h3><strong>Was muss aus Ihrer Sicht gelingen, damit der DFK Glatz auch in Zukunft bestehen kann?<\/strong><\/h3>\n<p>Das Wichtigste ist, junge Menschen f\u00fcr unsere Arbeit zu gewinnen und langfristig einzubinden. Ohne Nachwuchs gibt es keine Zukunft.<\/p>\n<p>Wir haben einige Jugendliche, die sich engagieren. Diese jungen Leute m\u00fcssen wir f\u00f6rdern und ihnen Verantwortung \u00fcbertragen. Die Pausen zwischen den von Lernraum angebotenen Deutschkursen sind nicht gut. Deutschunterricht gab es bei uns fr\u00fcher von Januar bis Dezember durchgehend w\u00f6chentlich, bis auf die Ferien. So hat das gut funktioniert und den n\u00f6tigen Eigenanteil zu dem Projekt haben wir bei der Jugend bezahlt. Heute m\u00fcssen hohe Betr\u00e4ge f\u00fcr Kurse bezahlt werden, die zweimal im Jahr stattfinden und manche Eltern sind dazu nicht in der Lage. Durch die Pausen verlieren wir Jugendliche, die neu angeschrieben und motiviert werden m\u00fcssen.\u00a0 \u00a0Das war mit dem Konsulat wesentlich besser.<\/p>\n<blockquote><p>Das Wichtigste ist, junge Menschen f\u00fcr unsere Arbeit zu gewinnen und langfristig einzubinden. Ohne Nachwuchs gibt es keine Zukunft. &#8211; Horst Ulbrich<\/p><\/blockquote>\n<p>Der Wechsel des Antragsverfahrens vom Ausw\u00e4rtigen Amt zum Bundesministerium des Innern in Deutschland hat der Vereinsarbeit nicht gutgetan. Bezahlung gegen Quittung, wie f\u00fcr die Jury des Wettbewerbs Deutsche Lyrik der hiesigen Schulen ist nachpr\u00fcfbar, aber nicht mehr m\u00f6glich. Die Finanzierung externer Besch\u00e4ftigung ist bei vielen Projekten ein Problem und so k\u00f6nnen wir vieles nicht mehr realisieren. Die Zusammenarbeit mit dem Konsulat war gut und \u00fcberschaubar. \u00a0Ich bef\u00fcrchte, das neue Verfahren f\u00fchrt zur Aufgabe kleiner Vereine. Ich hoffe, dass der VdG die Sachlage f\u00fcr uns kl\u00e4ren kann. Wenn die Rahmenbedingungen stimmen, macht es auch Sinn, sich zu engagieren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Als Horst Ulbrich vor Jahrzehnten erstmals die Heimat seiner Eltern besuchte, wollte er eigentlich nur sehen, wo seine Familie einst gelebt hatte. Heute leitet er den Deutschen Freundschaftskreis (DFK) Glatz, der unter seiner F\u00fchrung von sieben auf mehr als 300 Mitglieder gewachsen ist. Im Gespr\u00e4ch mit Mauro Oliveira erz\u00e4hlt er von seiner R\u00fcckkehr nach Schlesien, [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":318,"featured_media":82738,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[5625],"tags":[5924,9418,9416,9232,9234],"redaktor":[6098],"class_list":["post-82866","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-kultur-de","tag-dfk-de","tag-gesprach-de","tag-glatz-de","tag-horst-ulbrich-de","tag-klodzko-de","redaktor-mauro-oliveira-de"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/82866","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/318"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=82866"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/82866\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":82870,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/82866\/revisions\/82870"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/82738"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=82866"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=82866"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=82866"},{"taxonomy":"redaktor","embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/redaktor?post=82866"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}