{"id":82778,"date":"2026-07-15T05:00:27","date_gmt":"2026-07-15T03:00:27","guid":{"rendered":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/?p=82778"},"modified":"2026-07-14T13:30:28","modified_gmt":"2026-07-14T11:30:28","slug":"die-unendliche-geschichte-der-rudniker-ortsschilder","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/die-unendliche-geschichte-der-rudniker-ortsschilder\/","title":{"rendered":"Die unendliche Geschichte der Rudniker Ortsschilder"},"content":{"rendered":"<p><strong>Seit neun Jahren zieht sich der Streit zwischen der Gemeindeverwaltung Rudnik und dem Ministerium f\u00fcr Inneres und Verwaltung (MSWiA) hin. Streitpunkt ist die Finanzierung zweisprachiger Ortsschilder. Die Abgeordnete Gabriela Lenartowicz (KO) fragt erneut nach den Gr\u00fcnden f\u00fcr die schwierige Situation. Doch liegen nicht auch andere, m\u00f6glicherweise politische Hintergr\u00fcnde vor?<\/strong><!--more--><\/p>\n<h2><strong>Eichendorff-Land ohne zweisprachige Schilder<\/strong><\/h2>\n<p>Die einzigen zweisprachigen Ortsschilder in der Gemeinde Rudnik stehen an den Ortseing\u00e4ngen von Lubowitz. Die Gemeinde war von Anfang an an einer Erweiterung der zweisprachigen Schilderinfrastruktur interessiert. Bereits 2017 stellte sie beim Innenministerium einen Antrag. 2021 sah sich der B\u00fcrgermeister der Gemeinde Rudnik schlie\u00dflich gezwungen, eine S\u00e4umnisbeschwerde gegen die Unt\u00e4tigkeit des Ministeriums einzureichen.<\/p>\n<div id=\"attachment_82772\" style=\"width: 1034px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-82772\" class=\"size-large wp-image-82772\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/lubowice-lubowitz-029-1024x685.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"685\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/lubowice-lubowitz-029-1024x685.jpg 1024w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/lubowice-lubowitz-029-300x201.jpg 300w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/lubowice-lubowitz-029-768x513.jpg 768w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/lubowice-lubowitz-029-1536x1027.jpg 1536w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/lubowice-lubowitz-029-2048x1369.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><p id=\"caption-attachment-82772\" class=\"wp-caption-text\">fot. archiv \/ Gemeinde Rudnik<\/p><\/div>\n<p>Im September 2021 sollte eine Sitzung der Kommission f\u00fcr Ortsnamen und Physiografische Objekte stattfinden, bei der eine Stellungnahme zu den deutschen Ortsnamen in der Gemeinde abgegeben werden sollte. \u00dcber den Inhalt dieser Stellungnahme wurde die Gemeinde jedoch erst drei Jahre sp\u00e4ter informiert.<\/p>\n<p>Nach Bekanntwerden des Inhalts der Stellungnahme wurde die Kommune gebeten, den Kostenvoranschlag f\u00fcr das Projekt zu aktualisieren. Nach gesellschaftlichen Konsultationen und der Zustimmung des Gemeinderats gelangte das Dokument Ende 2024 erneut an das Ministerium.<\/p>\n<p>Der n\u00e4chste Schritt erfolgte im August 2025, als die Gemeinde einen Entwurf einer Vereinbarung zur Umsetzung des Projekts erhielt. Zur Erinnerung: Zu diesem Zeitpunkt waren bereits acht Jahre seit der Antragstellung vergangen. In dieser Zeit endeten sowohl die Amtsperioden der Kommunalverwaltung als auch des Parlaments. Die Schilder standen jedoch weiterhin nicht.<\/p>\n<p>Nach acht Jahren reichten auch die urspr\u00fcnglich eingeplanten Mittel nicht mehr aus. Die von der Gemeinde eingeholten Angebote zeigten deutlich h\u00f6here Kosten. Deshalb sah sich die Kommune gezwungen, von der Unterzeichnung der Vereinbarung abzusehen und den Kostenvoranschlag erneut zu aktualisieren.<\/p>\n<h2><strong>2019: Anfrage ohne Antwort \u2013 warum?<\/strong><\/h2>\n<p>Die Abgeordnete des Wahlkreises Nr. 30, der unter anderem den Landkreis Ratibor umfasst, und geb\u00fcrtige Kranowitzerin (wo zweisprachige Ortsschilder seit Jahren problemlos funktionieren), Gabriela Lenartowicz, besch\u00e4ftigt sich bereits seit vielen Jahren mit diesem Fall.<\/p>\n<p>Bereits 2019 reichte Lenartowicz ihre erste Interpellation an das polnische Innenministerium ein. Darin ging es um die lange Dauer der Verfahren zur Einf\u00fchrung zus\u00e4tzlicher Ortsnamen in deutscher Sprache in den Gemeinden Rudnik und Gro\u00df Peterwitz.<\/p>\n<p>Eine inhaltliche Antwort erhielt sie damals nicht \u2013 lediglich ein Schreiben des damaligen Staatssekret\u00e4rs im Innenministerium, Pawe\u0142 Szefernaker, mit der Information \u00fcber eine Verl\u00e4ngerung der Frist zur Beantwortung.<\/p>\n<p>Der stellvertretende B\u00fcrgermeister von Rudnik, Tomasz Kruppa, kommentiert dies folgenderma\u00dfen:<\/p>\n<p>\u201eIch denke, dass dies im Interesse von Personen lag, die der deutschen Minderheit und allem, was mit ihr verbunden ist, nicht unbedingt wohlgesinnt waren. Man setzte offenbar darauf, dass sich die Regierung oder der Gemeinderat \u00e4ndern w\u00fcrden und das Projekt am Ende vielleicht nicht umgesetzt werden k\u00f6nnte.\u201c<\/p>\n<blockquote><p>\u201eIch verstehe die ablehnenden Stimmen gegen\u00fcber zweisprachigen Ortsnamen. Sie entstehen jedoch eher aus unbegr\u00fcndeten \u00c4ngsten und einem gewissen Radikalismus als aus einer tats\u00e4chlichen Auseinandersetzung mit den Werten, die wir in unserem europ\u00e4ischen Raum bewahren wollen.\u201c<br \/>\n\u2013 Tomasz Kruppa<\/p><\/blockquote>\n<h2><strong>Zeit f\u00fcr einen zweiten Anlauf<\/strong><\/h2>\n<p>Die Abgeordnete aus Kranowitz kehrte erneut zum Thema der Verz\u00f6gerungen seitens des Innenministeriums bei der Einf\u00fchrung zweisprachiger Ortsnamen in der Gemeinde Rudnik zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Anfang Juli dieses Jahres reichte Gabriela Lenartowicz beim Innenminister die Interpellation Nr. 18231 ein. Darin ging es um das mehrj\u00e4hrige Verfahren zur Eintragung zus\u00e4tzlicher Ortsnamen in deutscher Sprache f\u00fcr die Gemeinde Rudnik sowie um die Probleme bei der Finanzierung des Austauschs der Informationstafeln.<\/p>\n<p>Die Interpellation enthielt drei Fragen:<\/p>\n<ul>\n<li>Was waren die Gr\u00fcnde f\u00fcr die mehrj\u00e4hrige Verz\u00f6gerung des Verfahrens zur Eintragung zus\u00e4tzlicher Ortsnamen in deutscher Sprache f\u00fcr die Gemeinde Rudnik, obwohl die Gemeinde bereits 2017 einen vollst\u00e4ndigen Antrag gestellt hatte?<\/li>\n<li>Hat das Ministerium eine Analyse der organisatorischen und finanziellen Folgen der langen Verfahrensdauer f\u00fcr die Gebietsk\u00f6rperschaften durchgef\u00fchrt \u2013 insbesondere im Hinblick auf steigende Material- und Dienstleistungskosten, die Notwendigkeit wiederholter Aktualisierungen von Kostenvoranschl\u00e4gen sowie das Risiko, dass Projekte aufgrund unzureichender Finanzierung aufgegeben werden m\u00fcssen?<\/li>\n<li>Wie viele Gebietsk\u00f6rperschaften haben in den vergangenen zehn Jahren Projekte zur Einf\u00fchrung zus\u00e4tzlicher Ortsnamen aufgegeben, weil die vom Ministerium vorgesehenen finanziellen Mittel nicht ausreichten oder weil es Unterschiede zwischen den Kostenvoranschl\u00e4gen und den tats\u00e4chlichen Umsetzungskosten gab?<\/li>\n<\/ul>\n<h2><strong>Die Gemeinde bleibt weiterhin interessiert \u2013 trotz aller Schwierigkeiten<\/strong><\/h2>\n<p>Aus dem Gespr\u00e4ch von <strong>Neues Wochenblatt.pl<\/strong> mit dem stellvertretenden B\u00fcrgermeister der Gemeinde Rudnik, Tomasz Kruppa, geht hervor, dass die Gemeinde weiterhin an der Aufstellung zweisprachiger Ortsschilder interessiert ist.<\/p>\n<p>Im neu gew\u00e4hlten Gemeinderat erforderte dieses Thema jedoch intensive Gespr\u00e4che. Am Ende wurde eine klare Bedingung gestellt: Die vollst\u00e4ndige Finanzierung der Ma\u00dfnahme m\u00fcsse durch das Innenministerium erfolgen.<\/p>\n<p>\u201eAufgrund der Beschl\u00fcsse der Ratsmitglieder wurde der B\u00fcrgermeister verpflichtet, daf\u00fcr zu sorgen, dass die Finanzierung vollst\u00e4ndig durch das Innenministerium erfolgt. Nach den eingeholten Angeboten stellte sich heraus, dass der Kostenvoranschlag das eine ist und die tats\u00e4chlichen Angebote der Firmen, die zur Installation solcher Zeichen im Stra\u00dfenverkehrsraum berechtigt sind, etwas anderes\u201c, erkl\u00e4rt Kruppa.<\/p>\n<p>Die Differenz zwischen den geplanten und den tats\u00e4chlichen Kosten belief sich auf rund vierzigtausend Zloty. Das Innenministerium verf\u00fcgte jedoch nicht \u00fcber zus\u00e4tzliche Mittel, um diese L\u00fccke zu schlie\u00dfen.<\/p>\n<p>B\u00fcrgermeister Kruppa verliert dennoch nicht die Hoffnung:<\/p>\n<p>\u201eIch denke, dass dieses Problem l\u00f6sbar ist. Es geht uns jedoch darum, dass die Ma\u00dfnahme vollst\u00e4ndig von der Ministeriumsseite finanziert wird. (&#8230;) Die Erfahrung zeigt, dass die Achtung vor der Geschichte ihren Platz haben sollte. Und obwohl die vorherige rechtsgerichtete Regierung f\u00fcr die lange Dauer des Verfahrens verantwortlich gemacht wird, denke ich, dass dieser Fehler korrigiert werden sollte.\u201c<\/p>\n<h2><strong>Ein Ende der unendlichen Geschichte?<\/strong><\/h2>\n<p>Ob die unendliche Geschichte der Rudniker Ortsschilder doch noch ein gutes Ende findet, h\u00e4ngt nun von der Antwort des Innenministeriums auf die Interpellation von Gabriela Lenartowicz ab.<\/p>\n<div id=\"attachment_82774\" style=\"width: 1034px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-82774\" class=\"size-large wp-image-82774\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/lubowice-lubowitz-086-1024x685.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"685\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/lubowice-lubowitz-086-1024x685.jpg 1024w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/lubowice-lubowitz-086-300x201.jpg 300w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/lubowice-lubowitz-086-768x513.jpg 768w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/lubowice-lubowitz-086-1536x1027.jpg 1536w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/lubowice-lubowitz-086-2048x1369.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><p id=\"caption-attachment-82774\" class=\"wp-caption-text\">fot. archiv \/ Gemeinde Rudnik<\/p><\/div>\n<p>Vielleicht kann die Gemeinde Rudnik dazu beitragen, den Weg f\u00fcr eine schnellere Umsetzung solcher Projekte auf Ministeriumsebene zu ebnen \u2013 damit keine andere Gemeinde fast ein Jahrzehnt auf zweisprachige Ortsschilder warten muss.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit neun Jahren zieht sich der Streit zwischen der Gemeindeverwaltung Rudnik und dem Ministerium f\u00fcr Inneres und Verwaltung (MSWiA) hin. 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