{"id":82495,"date":"2026-07-09T17:00:57","date_gmt":"2026-07-09T15:00:57","guid":{"rendered":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/?p=82495"},"modified":"2026-07-09T10:44:41","modified_gmt":"2026-07-09T08:44:41","slug":"maximilian-kaller-aus-dem-kreis-der-grossen-hirten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/maximilian-kaller-aus-dem-kreis-der-grossen-hirten\/","title":{"rendered":"Maximilian Kaller: Aus dem Kreis der gro\u00dfen Hirten"},"content":{"rendered":"<p><strong>Am 29. Juni 1947 hatte der erml\u00e4ndische Bischof Maximilian Kaller in Werl vor zehntausenden Fl\u00fcchtlingen und Heimatvertriebenen, die unter widrigsten Umst\u00e4nden und unvorstellbaren M\u00fchen nach Werl in Westfalen gekommen waren, seine letzte gro\u00dfe Predigt gehalten. Bischof Kaller, der im Jahr zuvor von Papst Pius XII zum Vertriebenenbischof ernannt worden war, f\u00fchlte sich an jene beeindruckende Zahl von Pilgern erinnert, die seinem Aufruf zu den gro\u00dfen Glaubenskundgebungen im Bistum Ermland (Ostpreu\u00dfen) gefolgt waren. Seine Worte wurden zu einem geistlichen Testament, da er nur wenige Tage sp\u00e4ter \u2013 am 7. Juli 1947 \u2013 in Frankfurt am Main verstarb.<\/strong><!--more--><\/p>\n<p>Kaller appellierte an die Wallfahrer: \u201eIhr seid das Salz der Erde, ihr seid das Licht der Welt! Tragt den Glauben, tragt die Liebe hinaus in das Land!\u201d<\/p>\n<p>Im Jahr 2003 wurde unter Mitwirkung des damaligen polnischen Erzbischofs von Ermland, Edmund Piszcz, in Werl ein Seligsprechungsprozess f\u00fcr Bischof Kaller eingeleitet.<\/p>\n<h2><strong>Ausbildung und kirchlicher Aufstieg<\/strong><\/h2>\n<p>Maximilian Joseph Johann Kaller wurde am 10. Oktober 1880 in Beuthen\/Bytom in Oberschlesien geboren. Er besuchte das k\u00f6nigliche Gymnasium in Beuthen. Sein Studium der Philosophie und Theologie absolvierte er an der Universit\u00e4t Breslau.<\/p>\n<div id=\"attachment_82498\" style=\"width: 1210px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-82498\" class=\"size-full wp-image-82498\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/3.jpeg\" alt=\"\" width=\"1200\" height=\"1600\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/3.jpeg 1200w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/3-225x300.jpeg 225w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/3-768x1024.jpeg 768w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/3-1152x1536.jpeg 1152w\" sizes=\"auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" \/><p id=\"caption-attachment-82498\" class=\"wp-caption-text\">Das\u00a0Grab\u00a0von\u00a0Bischof\u00a0Kaller\u00a0in\u00a0K\u00f6nigstein\u00a0im\u00a0Taunus.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<br \/>Foto:\u00a0PD<\/p><\/div>\n<p>Die Priesterweihe empfing er am 20. Juni 1903 durch Kardinal Georg Kopp in der Kathedrale St. Johannes der T\u00e4ufer in Breslau. Nach der Weihe arbeitete er in Gro\u00df Strehlitz\/Strzelce Opolskie und hielt sich eine Zeit lang zur Kur in Landeck\/L\u0105dek-Zdr\u00f3j auf. Nach seiner Genesung wurde er nach Bergen auf der Insel R\u00fcgen entsandt, wo er eine kleine katholische Gemeinde sowie Saisonarbeiter, vor allem aus Polen, betreute.<\/p>\n<p>Am 4. Mai 1917 wurde er Pfarrer der Pfarrei St. Michael in Kreuzberg, einem Stadtteil Berlins. Dort entwickelte er eine besonders dynamische Seelsorge.<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #ffcc00;\"><strong>Bischof Maximilian Kaller pr\u00e4gte sein Wirken durch eine konsequente Seelsorge in schwierigen historischen Zeiten und bleibt eine bedeutende Gestalt der Kirche des 20. Jahrhunderts.<\/strong><\/span><\/p>\n<\/blockquote>\n<h2><strong>Bischof in schwieriger Zeit<\/strong><\/h2>\n<p>Am 6. Juli 1926 wurde er zum Apostolischen Administrator in T\u00fctz\/Tuczno ernannt und lie\u00df sich in Schneidem\u00fchl\/Pi\u0142a nieder, wo er auch Pfarrer der Heiligen Familie wurde. Nach dem Ersten Weltkrieg waren viele Pfarreien durch die polnisch-deutsche Grenze geteilt.<\/p>\n<p>Papst Pius XI erhob die entsprechende kirchliche Struktur 1923 zur Apostolischen Administration. 1930 wurde Kaller zum Bischof von Ermland mit Sitz in Frauenburg\/Frombork ernannt.<\/p>\n<p>Die Bischofsweihe empfing er am 28. Oktober 1930 in Schneidem\u00fchl, die Amtseinf\u00fchrung fand am 18. November 1930 im Dom zu Frombork statt. In seiner Amtszeit f\u00f6rderte er intensiv die Seelsorge sowie die Erstellung liturgischer B\u00fccher wie \u201eLobet den Herrn\u201c.<\/p>\n<p>Kaller erkannte fr\u00fch die Gefahr des Nationalsozialismus und kritisierte diese Entwicklung bereits vor der Enzyklika Mit brennender Sorge deutlich in einem Hirtenbrief. Daraufhin wurden kirchliche Einrichtungen verfolgt und geschlossen.<\/p>\n<p>1942 bat er den Nuntius in Berlin sogar darum, seine Di\u00f6zese verlassen zu d\u00fcrfen, um im Konzentrationslager Theresienstadt seelsorgerisch t\u00e4tig zu sein \u2013 sein Antrag wurde abgelehnt.<\/p>\n<p>Im Februar 1945 wurde er von der Gestapo nach Danzig und sp\u00e4ter nach Halle gebracht. Nach dem Krieg kehrte er 1945 nach Frombork zur\u00fcck, doch die polnischen Beh\u00f6rden verweigerten ihm die Staatsb\u00fcrgerschaft.<\/p>\n<p>Nach Gespr\u00e4chen mit Kardinal August Hlond verzichtete er schlie\u00dflich auf die Leitung der Di\u00f6zese. Er ging nach Wiedenbr\u00fcck.<\/p>\n<p>1946 ernannte ihn Papst Pius XII zum Beauftragten f\u00fcr die deutschen Heimatvertriebenen. Er setzte sich konsequent f\u00fcr Vers\u00f6hnung zwischen Deutschen und Polen ein und rief fr\u00fch zur Vergebung auf.<\/p>\n<p>Am 10. Juli 1947 starb er pl\u00f6tzlich an einem Herzinfarkt in Frankfurt am Main. Seine sterblichen \u00dcberreste wurden auf dem Friedhof in K\u00f6nigstein im Taunus beigesetzt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 29. Juni 1947 hatte der erml\u00e4ndische Bischof Maximilian Kaller in Werl vor zehntausenden Fl\u00fcchtlingen und Heimatvertriebenen, die unter widrigsten Umst\u00e4nden und unvorstellbaren M\u00fchen nach Werl in Westfalen gekommen waren, seine letzte gro\u00dfe Predigt gehalten. 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