{"id":82128,"date":"2026-07-02T17:00:31","date_gmt":"2026-07-02T15:00:31","guid":{"rendered":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/?p=82128"},"modified":"2026-07-02T13:09:42","modified_gmt":"2026-07-02T11:09:42","slug":"schloss-koppitz-fest-zum-todestag-von-johanna-schaffgotsch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/schloss-koppitz-fest-zum-todestag-von-johanna-schaffgotsch\/","title":{"rendered":"Fest zum Todestag von Johanna Schaffgotsch"},"content":{"rendered":"<p><strong>Die jahrzehntelang vergessenen und vernachl\u00e4ssigten Ruinen des Schlosses Koppitz erstrahlen dank der laufenden Renovierung in neuem Glanz. Nach erfolglosen Versuchen verschiedener Investoren aus ganz Polen \u00fcbernahm der Oppelner Joachim Wiesiollek im Jahr 2022 das zerst\u00f6rte Anwesen und f\u00fchrt schrittweise dessen Wiederaufbau durch. Wie bereits bei seinem Gut in Zyrowa verwirklicht er weitere Phasen der Rekonstruktions- und Konservierungsarbeiten.<\/strong><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<h2>Wer war Johanna Gryzik?<\/h2>\n<p>Das schlesische Aschenputtel war Johanna Gryzik (1842\u20131910). Ihr Vater starb, als sie drei Jahre alt war, woraufhin die Familie in finanzielle Schwierigkeiten geriet. Ihre Mutter Antonina sah die Rettung in einer erneuten Heirat, doch ihr \u00e4lteres Kind war ein Hindernis f\u00fcr diese Pl\u00e4ne. Daher \u00fcbergab sie Johanna ein Jahr sp\u00e4ter in die Obhut von Karl Godulla, und beide zogen in das von ihm erworbene Schloss in Schomberg.<\/p>\n<p>Der \u201eZinkf\u00fcrst\u201c, wie Karl Godulla genannt wurde, hatte keine Nachkommen. Vor seinem Tod vermachte er dem M\u00e4dchen testamentarisch seine Zinkh\u00fctten, Kohlebergwerke und eine Galmeigrube. Johanna war keine Adlige, was sp\u00e4ter zum Problem wurde, als sie Hans Ulrich von Schaffgotsch heiraten wollte. Das Paar wandte sich an den preu\u00dfischen K\u00f6nig mit der Bitte, ihr einen Adelstitel zu verleihen. Daraufhin lie\u00df sich das Ehepaar im neu erbauten Schloss in Koppitz nieder, wo sie vier Kinder gro\u00dfzogen.<\/p>\n<div id=\"attachment_82133\" style=\"width: 1034px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-82133\" class=\"size-large wp-image-82133\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/1000036809-scaled-e1782990263715-1024x577.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"577\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/1000036809-scaled-e1782990263715-1024x577.jpg 1024w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/1000036809-scaled-e1782990263715-300x169.jpg 300w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/1000036809-scaled-e1782990263715-768x433.jpg 768w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/1000036809-scaled-e1782990263715-1536x865.jpg 1536w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/1000036809-scaled-e1782990263715-2048x1154.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><p id=\"caption-attachment-82133\" class=\"wp-caption-text\">Beim Fest zum Todestag von Johanna Schaffgotsch besuchten zahlreiche G\u00e4ste das Schloss Koppitz und sein weitl\u00e4ufiges Anwesen.<br \/>Foto: L. Herbst<\/p><\/div>\n<p>Das in einem kleinen Dorf gelegene Schloss wurde im Grundriss in Form eines \u201eL\u201c errichtet und bildet das Zentrum des gesamten 69,7 Hektar gro\u00dfen Anwesens. Vor dem Schloss befindet sich ein Teich, der zahlreichen V\u00f6geln Wasser spendet. Im s\u00fcdlichen Teil des Anwesens, hinter dem Schloss, befindet sich zudem eine Kapelle, die Zeugnis vom Glauben der einstigen Bewohner ablegt. Das gesamte Anwesen ist von einem Park umgeben.<\/p>\n<p>Die Familie Schaffgotsch geh\u00f6rte zum sehr wohlhabenden Adel und konnte daher viele Bedienstete besch\u00e4ftigen, denen die Pflege der Kapelle, des Schlosses und des Gartens anvertraut wurde.<\/p>\n<h2>Vom echten Palast zur Ruine<\/h2>\n<p>Obwohl das Schloss beide Weltkriege miterlebte, wurde es nicht durch Bombenangriffe zerst\u00f6rt. Schwere Sch\u00e4den entstanden erst in den 1950er Jahren, als es zwei Mal brannte. Vom Dach blieben nur noch einzelne Fragmente \u00fcbrig, und die Holzbalkendecken brannten vollst\u00e4ndig nieder.<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Am Tag vor dem Todestag Johannas, dem 20. Juni dieses Jahres, fand ein Fest statt, bei dem das Schloss mit F\u00fchrung besichtigt werden konnte.<\/strong><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Im Laufe der Jahre wurden die Kunstwerke der Anlage immer wieder geraubt. Die W\u00e4nde verloren ihre urspr\u00fcngliche Farbe, und an vielen Stellen wurde der Backstein freigelegt.<\/p>\n<p>Das Gel\u00e4nde verwilderte und blieb seit dem Brand, der das Schloss besch\u00e4digte, lange Zeit ungepflegt. Die gr\u00f6\u00dften Herausforderungen f\u00fcr den Eigent\u00fcmer sind der Wiederaufbau des Daches, die Verst\u00e4rkung der einsturzgef\u00e4hrdeten W\u00e4nde und die Reparatur der B\u00f6den. Hinzu kommen die Sch\u00e4den, die in den vergangenen Jahren durch Besucher verursacht wurden.<\/p>\n    <section class=\"newsy-widget\">\r\n        \r\n                                \r\n        <a class=\"newsy-card\" href=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/das-oppelner-piastenschloss\/\">\r\n            <div class=\"newsy-card-thumb\">\r\n                                    <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/Piastenschloss-Slaska-Biblioteka-Cyfrowa-e1779359469577-150x150.png\" alt=\"Das Oppelner Piastenschloss\">\r\n                            <\/div>\r\n            <div class=\"newsy-card-text\">\r\n            \t\r\n                            <span class=\"slider-subtitle\" style=\"font-size: 0.7rem !important; text-transform: uppercase !important;\">Vergessenes Erbe<\/span>\r\n                                      \t\r\n            \t\r\n                <h3 class=\"newsy-card-title\">Das Oppelner Piastenschloss<\/h3>\r\n                <span class=\"newsy-card-more\">Mehr lesen &rarr;<\/span>\r\n            <\/div>\r\n        <\/a>\r\n            <\/section>\r\n    \n    <section class=\"newsy-widget\">\r\n        \r\n                                \r\n        <a class=\"newsy-card\" href=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/echte-schlesische-happen-gruener-goldrausch-niederschlesiens\/\">\r\n            <div class=\"newsy-card-thumb\">\r\n                                    <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/IMG_20260601_140802-Malgorzata-Janik-150x150.jpg\" alt=\"\u201eGr\u00fcner Goldrausch\u201d Niederschlesiens\">\r\n                            <\/div>\r\n            <div class=\"newsy-card-text\">\r\n            \t\r\n                            <span class=\"slider-subtitle\" style=\"font-size: 0.7rem !important; text-transform: uppercase !important;\">Echte schlesische Happen<\/span>\r\n                                      \t\r\n            \t\r\n                <h3 class=\"newsy-card-title\">\u201eGr\u00fcner Goldrausch\u201d Niederschlesiens<\/h3>\r\n                <span class=\"newsy-card-more\">Mehr lesen &rarr;<\/span>\r\n            <\/div>\r\n        <\/a>\r\n            <\/section>\r\n    \n<p>Die Kosten sind sehr hoch, und es bleibt eine offene Frage, ob die Renovierung und der Wiederaufbau vollst\u00e4ndig abgeschlossen werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<h2>Ein Tag voller Emotionen<\/h2>\n<p>Am Tag vor dem Todestag Johannas, dem 20. Juni dieses Jahres, fand ein Fest statt, bei dem das Schloss mit F\u00fchrung besichtigt werden konnte. Um 9:00 und 10:00 Uhr wurde den G\u00e4sten der Zugang zu einigen Innenr\u00e4umen erm\u00f6glicht, das Fotografieren war jedoch nur im Au\u00dfenbereich gestattet. Jede Gruppe z\u00e4hlte etwa 40-50 Personen, die aus verschiedenen Orten angereist waren.<\/p>\n<div id=\"attachment_82131\" style=\"width: 1034px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-82131\" class=\"size-large wp-image-82131\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/1000036802-scaled-e1782990024901-1024x577.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"577\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/1000036802-scaled-e1782990024901-1024x577.jpg 1024w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/1000036802-scaled-e1782990024901-300x169.jpg 300w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/1000036802-scaled-e1782990024901-768x433.jpg 768w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/1000036802-scaled-e1782990024901-1536x865.jpg 1536w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/1000036802-scaled-e1782990024901-2048x1154.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><p id=\"caption-attachment-82131\" class=\"wp-caption-text\">Das Schloss Koppitz zieht mit seiner laufenden Restaurierung und seiner Geschichte immer mehr Interessierte an.<br \/>Foto: L. Herbst<\/p><\/div>\n<p>Anschlie\u00dfend konnten die Besucher um 11:00 Uhr vor dem Schloss historische Fahrzeuge bestaunen, darunter viele alte Modelle. In fu\u00dfl\u00e4ufiger Entfernung vom Schloss, in der N\u00e4he der \u00f6rtlichen Kirche, wurden St\u00e4nde mit B\u00fcchern \u00fcber die Geschichte des Schlosses und der Familie Schaffgotsch aufgebaut. Es gab auch Andenken sowie Kaffee und Kuchen.<\/p>\n<p>Um 14:00 Uhr zelebrierte der Pfarrer der \u00f6rtlichen Pfarrei eine Heilige Messe, im Anschluss fand ein Orgelkonzert von Herrn Marcin Lauzer statt. Den Abschluss der Veranstaltung bildeten Auftritte von Sch\u00fclern der Grundschule in Koppitz sowie des Chors Angelorum aus Grottkau.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><strong>Lea Herbst<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die jahrzehntelang vergessenen und vernachl\u00e4ssigten Ruinen des Schlosses Koppitz erstrahlen dank der laufenden Renovierung in neuem Glanz. 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