{"id":81942,"date":"2026-06-28T05:00:55","date_gmt":"2026-06-28T03:00:55","guid":{"rendered":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/?p=81942"},"modified":"2026-06-27T13:46:33","modified_gmt":"2026-06-27T11:46:33","slug":"wort-zum-sonntag-peter-tarlinski-28-juni-2026","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wort-zum-sonntag-peter-tarlinski-28-juni-2026\/","title":{"rendered":"Wort zum Sonntag von Pfarrer Dr. habil. Peter Tarlinski"},"content":{"rendered":"<p><strong>13. Sonntag im Jahreskreis<\/strong><\/p>\n<p><strong>1. Lesung: <\/strong>2 K\u00f6n 4, 8\u201311.14\u201316a<br \/>\n<strong>2.\u00a0 Lesung: <\/strong>R\u00f6m 6, 3\u20134.8\u201311<br \/>\n<strong>Evangelium: <\/strong>Mt 10, 37\u201342<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Viele Ideen zum Nachdenken befinden sich in den Bibeltexten, die in den katholischen Kirchen am 13. Sonntag im liturgischen Jahreskreis gelesen werden. Lasst uns heute bei der einen Aussage Jesu bleiben, die im Evangelium nach Matth\u00e4us wie folgt klingt: \u201eWer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, ist meiner nicht wert, und wer Sohn oder Tochter mehr liebt als mich, ist meiner nicht wert. Und wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und mir nachfolgt, ist meiner nicht wert. Wer sein Leben findet, wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen verliert, wird es finden.\u201c (Mt 10,37\u201339)<\/p>\n<p>Im Mittelpunkt wollen wir eine Aussage hervorheben, die darauf hinausl\u00e4uft: Was lohnt sich im Leben und was nicht? Was bringt Gewinn und was verursacht Verlust? Wann finden und bewahren wir das Leben und wann verlieren wir uns selbst? Fragen, die sich auch unsere Generation stellen sollte. Sie sind umso wichtiger, da wir das Denken nach der Heiligen Schrift weitgehend vernachl\u00e4ssigt haben und uns an \u2013 wie wir meinen \u2013 bessere Lebensmodelle orientieren. Lasst uns genauer hinschauen.<\/p>\n<h2>Was w\u00fcnscht sich der Mensch f\u00fcr sich selbst?<\/h2>\n<p>Welche pers\u00f6nlichen Werte und W\u00fcnsche die Menschen von heute haben, also was der Mensch f\u00fcr wichtig h\u00e4lt und was er wirklich will, untersuchen Soziologen. Heute werden gesch\u00e4tzt: Ruhe, Gesundheit, Erholung, ein gutes Erleben menschlicher Bindungen und Beziehungen, Familie, Gemeinschaft, Sammlung und Aufmerksamkeit, Wahrheit und Sinn des Lebens, Freiheit und Besonnenheit. Als wertvoll gelten auch Handlungen wie zum Beispiel die Sorge um die k\u00f6rperliche und seelische Gesundheit, die Investition in Bildung und pers\u00f6nliche Entwicklung, der Aufbau finanzieller Unabh\u00e4ngigkeit und das Sparen, der Aufbau eines Netzes guter und n\u00fctzlicher Kontakte, die Sorge um das eigene seelische Wohlbefinden sowie die Entwicklung von Selbst\u00e4ndigkeit, Freiheit und Bereitschaft zu Ver\u00e4nderungen. Bedeutung und Wert haben auch der Glaube an Gott, der das Leben pr\u00e4gt, die Gemeinschaft der Kirche, die die innere Entwicklung unterst\u00fctzt, und die Spiritualit\u00e4t, die ein Gef\u00fchl von Frieden und Erf\u00fcllung schenkt. Das erkennt der Mensch als Werte an, die f\u00fcr das Leben hilfreich sind. Das lohnt sich im Leben. Diesen vielf\u00e4ltigen W\u00fcnschen entspricht jedoch nicht immer das, was der Mensch tats\u00e4chlich w\u00e4hlt und wie er handelt.<\/p>\n<blockquote><p>Im Evangelium geht es um den \u00dcbergang von der Frage: Wie kann man das Leben bewahren? zu der Frage: Wof\u00fcr lohnt es sich zu leben?<\/p><\/blockquote>\n<h2>Was w\u00e4hlt der Mensch f\u00fcr sich selbst?<\/h2>\n<p>Das, was der Mensch schlie\u00dflich w\u00e4hlt und wof\u00fcr er sich entscheidet, weicht nicht selten von der genannten Liste der W\u00fcnsche ab. Obwohl in der Bilanz von Gewinn und Verlust viele heutige Handlungen als ung\u00fcnstig gelten, f\u00fchrt der Mensch sie in sein Leben ein. Das zeigt sich darin, dass er seine Gesundheit vernachl\u00e4ssigt, weil er unregelm\u00e4\u00dfig schl\u00e4ft, oft zu wenig, sch\u00e4dliche Genussmittel konsumiert, sich zu wenig bewegt, in dauerhaftem Stress lebt, sich f\u00fcr die Karriere aufreibt und ohne Ma\u00df arbeitet. Immer h\u00e4ufiger lebt der Mensch in toxischen Beziehungen, die in Ehen, Familien und Verbindungen entstehen, die auf seelischer Gewalt beruhen, sowie in ungesunden und zerst\u00f6rerischen Freundschaften und in st\u00e4ndigen Konflikten mit anderen. Ung\u00fcnstig ist auch ein Leben \u00fcber die eigenen M\u00f6glichkeiten hinaus, das durch Eink\u00e4ufe aus Prestigegr\u00fcnden und durch Konsumkredite entsteht, die Verschuldung verursachen. An die Stelle der Entwicklung treten oft Gleichg\u00fcltigkeit, Tr\u00e4gheit und Sorglosigkeit. An die Stelle von Beziehungen, die auf Liebe, Hingabe und Dienst beruhen, tritt Selbstverwirklichung, also die Frage: Wie kann ich die beste Version meiner selbst werden? Statt auf die Weisheit Gottes zu h\u00f6ren, richtet sich der Mensch nach dem, was er f\u00fchlt und was er selbst f\u00fcr gut h\u00e4lt. An die erste Stelle setzt er Reichtum, Erfolg, Selbstverwirklichung, Unterhaltung und digitale Netzwerke ohne Verpflichtungen. Religiosit\u00e4t beginnt zu schwinden und wird oft nur noch auf die Annahme reduziert, dass Gott vielleicht existiert.<\/p>\n<h2>Was schl\u00e4gt Jesus vor?<\/h2>\n<p>Jeder von uns stellt ununterbrochen Berechnungen an: Was lohnt sich, was ist es wert, bewahrt zu werden, was darf man nicht verlieren? Jesus lehnt ein solches Denken nicht ab, aber er ver\u00e4ndert die Perspektive.<\/p>\n<p>\u201eWas n\u00fctzt es einem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, dabei aber sein Leben verliert?\u201c (Mt 16,26). Jesus distanziert sich nicht von den materiellen Werten, sondern erinnert daran, dass es G\u00fcter gibt, die gr\u00f6\u00dfer sind als sie. Er warnt vor allem vor einer falschen Ordnung der Werte. Es geht nicht darum, dass der J\u00fcnger Jesu seine Eltern, seine Kinder oder seinen Ehepartner weniger lieben soll. In der semitischen Kultur bedeutet die Formulierung \u201emehr als mich\u201c, jemandem den ersten Platz zu geben. Jesus warnt vor einer Situation, in der Familie, Besitz, gesellschaftliche Stellung, Sicherheit und eigene Pl\u00e4ne wichtiger werden als Gott. Dabei kann der Mensch viele G\u00fcter bewahren, aber das wichtigste Gut verlieren: die Bindung an Gott, die Wahrheit \u00fcber sich selbst und herzliche Beziehungen zu anderen Menschen.<\/p>\n<h2>Nimm das Kreuz und finde das Leben<\/h2>\n<p>F\u00fcr den Menschen von heute ist das Kreuz vor allem ein Symbol des Christentums. F\u00fcr die H\u00f6rer Jesu war es jedoch ein Symbol der Ablehnung, des Leidens, der Erniedrigung und des Todes. Das Kreuz bedeutete die grausamste Strafe, die im R\u00f6mischen Reich bekannt war. Deshalb musste der Ruf \u201eNimm dein Kreuz\u201c ersch\u00fctternd klingen. Er bedeutet nicht, Leiden zu suchen. Er bedeutet auch nicht, sich passiv mit dem B\u00f6sen abzufinden. Er bedeutet die Bereitschaft, die Kosten zu tragen, die mit der Treue zu Gott verbunden sind. Ein Kreuz kann sein: Unverst\u00e4ndnis, Ablehnung, Einsamkeit, Verlust von Vorteilen, Leiden, das aus der Treue zum eigenen Gewissen erw\u00e4chst. Sich auf die Seite der Werte zu stellen, wird immer zu einem Gewinn f\u00fchren.<\/p>\n    <section class=\"newsy-widget\">\r\n        \r\n                                \r\n        <a class=\"newsy-card\" href=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wort-zum-sonntag-von-pfarrer-peter-tarlinski-21-juni-2026\/\">\r\n            <div class=\"newsy-card-thumb\">\r\n                                    <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Peter-Tarlinski_1-e1770998529448-150x150.jpg\" alt=\"Wort zum Sonntag von Pfarrer Dr. habil. Peter Tarlinski\">\r\n                            <\/div>\r\n            <div class=\"newsy-card-text\">\r\n            \t\r\n                            <span class=\"slider-subtitle\" style=\"font-size: 0.7rem !important; text-transform: uppercase !important;\">12. Sonntag im Jahreskreis<\/span>\r\n                                      \t\r\n            \t\r\n                <h3 class=\"newsy-card-title\">Wort zum Sonntag von Pfarrer Dr. habil. Peter Tarlinski<\/h3>\r\n                <span class=\"newsy-card-more\">Mehr lesen &rarr;<\/span>\r\n            <\/div>\r\n        <\/a>\r\n            <\/section>\r\n    \n    <section class=\"newsy-widget\">\r\n        \r\n                                \r\n        <a class=\"newsy-card\" href=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wort-zum-sonntag-von-pfarrer-dr-habil-peter-tarlinski\/\">\r\n            <div class=\"newsy-card-thumb\">\r\n                                    <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Peter-Tarlinski_af-150x150.png\" alt=\"Wort zum Sonntag von Pfarrer Dr. habil. 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Jesus spricht vom Leben in seiner tiefsten Bedeutung: vom Leben mit Gott, vom Leben in der Wahrheit, vom Leben, das frei ist von der Sklaverei des Egoismus, vom Leben, das mit dem Tod nicht endet. Im Evangelium geht es um den \u00dcbergang von der Frage: Wie kann man das Leben bewahren? zu der Frage: Wof\u00fcr lohnt es sich zu leben?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>13. Sonntag im Jahreskreis 1. 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