{"id":81816,"date":"2026-07-05T17:00:33","date_gmt":"2026-07-05T15:00:33","guid":{"rendered":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/?p=81816"},"modified":"2026-07-05T00:01:48","modified_gmt":"2026-07-04T22:01:48","slug":"hennersdorf-sakrales-erbe-der-region-die-kleine-kirche-inmitten-der-felder","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/hennersdorf-sakrales-erbe-der-region-die-kleine-kirche-inmitten-der-felder\/","title":{"rendered":"Sakrales Erbe der Region in Hennersdorf: Die kleine Kirche inmitten der Felder"},"content":{"rendered":"<p><strong>Die Feldkirche bei Hennersdorf (Landkreis Neisse) geh\u00f6rt zu den malerischsten Gottesh\u00e4usern in der Woiwodschaft Oppeln. Zu der zwischen Feldern und Getreide versteckten Kirche f\u00fchrt eine sch\u00f6ne Allee alter Kastanienb\u00e4ume. Das Bauwerk steht allein in der offenen Landschaft, und die Stille wird hier nur vom Zwitschern der V\u00f6gel und dem Rauschen des Windes unterbrochen. Je nach Jahreszeit f\u00fcgt sie sich in den Rhythmus der Natur ein \u2013 im Sommer versinkt sie fast in goldenen Getreidefeldern, im Herbst und Winter dominiert sie die karge, weite Landschaft.<\/strong><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<h2>Legende vom Kreuz und die Entstehung des Kultortes<\/h2>\n<p>Die heutige Kirche der Auffindung des Heiligen Kreuzes und der Mutter Gottes von Tschenstochau stammt aus dem Jahr 1873. Sie wurde an der Stelle einer \u00e4lteren Kapelle aus dem Jahr 1680 errichtet und setzt damit eine jahrhundertealte Tradition der Verehrung an diesem Ort fort. Die neugotische, gemauerte Kirche entstand als Antwort auf die wachsende Zahl von Pilgern, die bis heute zu den \u00f6rtlichen Wallfahrten am 3. Mai und am 14. September kommen.<\/p>\n<blockquote><p>Die Anf\u00e4nge dieses Ortes sind mit einer m\u00fcndlich \u00fcberlieferten Legende \u00fcber die Auffindung eines Kreuzes auf den umliegenden Feldern verbunden.<\/p><\/blockquote>\n<p>Die Anf\u00e4nge dieses Ortes sind mit einer m\u00fcndlich \u00fcberlieferten Legende \u00fcber die Auffindung eines Kreuzes auf den umliegenden Feldern verbunden.<\/p>\n<div id=\"attachment_81826\" style=\"width: 778px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-81826\" class=\"size-large wp-image-81826\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Sidzina-tablica-2-768x1024.jpeg\" alt=\"\" width=\"768\" height=\"1024\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Sidzina-tablica-2-768x1024.jpeg 768w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Sidzina-tablica-2-225x300.jpeg 225w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Sidzina-tablica-2-1152x1536.jpeg 1152w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Sidzina-tablica-2-1536x2048.jpeg 1536w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Sidzina-tablica-2-scaled.jpeg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><p id=\"caption-attachment-81826\" class=\"wp-caption-text\">Foto: Anna Durecka<\/p><\/div>\n<p>Der \u00dcberlieferung nach soll ein Bauer beim Arbeiten im Feld ein Kreuz gefunden und es in die Pfarrkirche gebracht haben. Das Kreuz jedoch sei mehrfach an seinen Fundort zur\u00fcckgekehrt, was die Bewohner als Zeichen deuteten, dass genau dort ein Ort des Kultes entstehen solle. Dieses Ereignis wurde zur symbolischen Begr\u00fcndung f\u00fcr den Bau der Kapelle und sp\u00e4ter der Kirche mitten im offenen Feld.<\/p>\n<h2>Neugotik zwischen Getreide und Entwicklung des Wallfahrtsortes<\/h2>\n<p>Im 19. Jahrhundert wurde eine neue Kirche im neugotischen Stil errichtet, auf einem Grundriss eines griechischen Kreuzes mit einem Westturm. Das Innere ist mit Kreuzrippengew\u00f6lben versehen, und der Bau bewahrt seine historische r\u00e4umliche Struktur. Mit der Zeit entwickelte sich die Kirche zu einem lokalen Wallfahrtsort, zu dem Pilger aus der Umgebung str\u00f6mten.<\/p>\n<div id=\"attachment_81828\" style=\"width: 778px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-81828\" class=\"size-large wp-image-81828\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Sidzina-Tablica-768x1024.jpeg\" alt=\"\" width=\"768\" height=\"1024\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Sidzina-Tablica-768x1024.jpeg 768w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Sidzina-Tablica-225x300.jpeg 225w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Sidzina-Tablica-1152x1536.jpeg 1152w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Sidzina-Tablica-1536x2048.jpeg 1536w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Sidzina-Tablica-scaled.jpeg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><p id=\"caption-attachment-81828\" class=\"wp-caption-text\">Foto: Anna Durecka<\/p><\/div>\n<p>In lokalen \u00dcberlieferungen erscheint auch die Figur eines Eremiten, der die Kirche betreut und von einer eigenen Imkerei gelebt haben soll. Erw\u00e4hnt werden zudem alte Lindenb\u00e4ume, die die Kirche umgaben und einen nat\u00fcrlichen Raum der Stille und des Gebets schufen.<\/p>\n<h2>Kriegszeit und Nachkriegsver\u00e4nderungen<\/h2>\n<p>Nach Berichten von Einwohnern soll die Kirche w\u00e4hrend des Zweiten Weltkriegs dramatische Ereignisse \u00fcberstanden haben. Es wird unter anderem von abgeworfenen Bomben berichtet, die das Gotteshaus nicht trafen, sowie von der schwierigen Zeit unmittelbar nach dem Krieg. Nach 1945 ver\u00e4nderten sich die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen der Region, doch der Ort behielt seine symbolische Bedeutung.<\/p>\n<div id=\"attachment_81830\" style=\"width: 778px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-81830\" class=\"size-large wp-image-81830\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/droga-Sidzina-768x1024.jpeg\" alt=\"\" width=\"768\" height=\"1024\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/droga-Sidzina-768x1024.jpeg 768w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/droga-Sidzina-225x300.jpeg 225w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/droga-Sidzina-1152x1536.jpeg 1152w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/droga-Sidzina-1536x2048.jpeg 1536w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/droga-Sidzina-scaled.jpeg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><p id=\"caption-attachment-81830\" class=\"wp-caption-text\">Foto: Anna Durecka<\/p><\/div>\n<p>Nach Kriegsende und den Zwangsumsiedlungen trafen sich ehemalige Pilger, die mit der Kirche der Auffindung des Heiligen Kreuzes verbunden waren, an einem neuen Ort in Deutschland nahe der niederl\u00e4ndischen Grenze \u2013 in Lingen. Bis heute versammeln sie sich dort jedes Jahr am Samstag nach dem 4. Mai und bewahren die Erinnerung an die alten Wallfahrten.<\/p>\n<h2>Lebendige Pilgertradition<\/h2>\n<p>Die Feldkirche bleibt ein Ort gelebter Religiosit\u00e4t. Vom 13. Mai bis zum 13. Oktober finden Fatima-Andachten mit Prozession und der Figur der Mutter Gottes von Fatima statt, zudem wird in dieser Zeit jeden Samstag um 19.00 Uhr die Sonntagsmesse gefeiert. Besonders feierlich begangen werden die Feste der Mutter Gottes von Tschenstochau (26.08.) sowie die Erh\u00f6hung des Heiligen Kreuzes (14.09.).<\/p>\n<div id=\"attachment_81832\" style=\"width: 1034px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-81832\" class=\"size-large wp-image-81832\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Sidzina-Kosciol-bok-1024x768.jpeg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"768\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Sidzina-Kosciol-bok-1024x768.jpeg 1024w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Sidzina-Kosciol-bok-300x225.jpeg 300w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Sidzina-Kosciol-bok-768x576.jpeg 768w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Sidzina-Kosciol-bok-1536x1152.jpeg 1536w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Sidzina-Kosciol-bok-2048x1536.jpeg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><p id=\"caption-attachment-81832\" class=\"wp-caption-text\">Foto: Anna Durecka<\/p><\/div>\n<p>Im Kircheninneren befindet sich u. a. eine Kopie des Bildes der Mutter Gottes von Tschenstochau, die w\u00e4hrend einer Wallfahrt auf dem Jasna G\u00f3ra geweiht wurde und die Verbindung des Ortes zur marianischen Tradition unterstreicht.<\/p>\n<h2>Ort der Erinnerung und Landschaft<\/h2>\n<p>Heute bleibt die Feldkirche bei Hennersdorf nicht nur ein sakraler Bau, sondern auch ein wichtiger Teil der lokalen Kulturlandschaft. Abgelegen, von Feldern umgeben und von Geschichte gepr\u00e4gt, verbindet sie Legende, Tradition und das kollektive Ged\u00e4chtnis der Region.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Feldkirche bei Hennersdorf (Landkreis Neisse) geh\u00f6rt zu den malerischsten Gottesh\u00e4usern in der Woiwodschaft Oppeln. Zu der zwischen Feldern und Getreide versteckten Kirche f\u00fchrt eine sch\u00f6ne Allee alter Kastanienb\u00e4ume. Das Bauwerk steht allein in der offenen Landschaft, und die Stille wird hier nur vom Zwitschern der V\u00f6gel und dem Rauschen des Windes unterbrochen. 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