{"id":81666,"date":"2026-06-28T17:00:56","date_gmt":"2026-06-28T15:00:56","guid":{"rendered":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/?p=81666"},"modified":"2026-06-27T13:59:31","modified_gmt":"2026-06-27T11:59:31","slug":"alles-begann-mit-zwei-bussen-100-jahre-oppelner-stadtverkehr","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/alles-begann-mit-zwei-bussen-100-jahre-oppelner-stadtverkehr\/","title":{"rendered":"Alles begann mit zwei Bussen \u2013 100 Jahre Oppelner Stadtverkehr"},"content":{"rendered":"<p><strong>In diesem Jahr feiert der \u00f6ffentliche Nahverkehr in Oppeln ein besonderes Jubil\u00e4um \u2013 sein 100-j\u00e4hriges Bestehen. Die Geschichte der Stadtbusse in der Hauptstadt der Region reicht genau bis ins Jahr 1926 zur\u00fcck und zeigt, wie sich die Stadt, ihre Bed\u00fcrfnisse und das Alltagsleben ihrer Einwohner im Laufe eines Jahrhunderts ver\u00e4ndert haben.<\/strong><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<h2>Anf\u00e4nge im deutschen Oppeln<\/h2>\n<p>Als offizieller Beginn des \u00f6ffentlichen Nahverkehrs in Oppeln gilt der 19. Mai 1926. An diesem Tag unterzeichneten die deutschen Stadtbeh\u00f6rden sowie der in der Stadt t\u00e4tige Fremdenverkehrsverband e.V. einen Vertrag zur Gr\u00fcndung der Gesellschaft Oppelner Autoverkehrsgesellschaft m.b.H.. Das Dokument wurde von Konrad Leuschner, der die Stadt vertrat, sowie von Erich Junge, der im Namen des Fremdenverkehrsverbandes handelte, unterzeichnet. Dieser Moment gilt als der formelle Beginn des organisierten Busverkehrs in Oppeln.<\/p>\n<blockquote><p>Infolge der Kriegshandlungen wurde der Fuhrpark fast vollst\u00e4ndig zerst\u00f6rt oder ging verloren. Nur ein einziger Bus der Marke Mercedes blieb erhalten \u2013 allerdings in einem nicht betriebsf\u00e4higen Zustand.<\/p><\/blockquote>\n<p>Das neu gegr\u00fcndete Unternehmen sollte \u00f6ffentliche Transportdienstleistungen im Stadtgebiet anbieten. Das Anfangskapital betrug 120.000 Mark, davon entfielen 110.000 Mark auf die Stadt und die restlichen 10.000 Mark auf den Fremdenverkehrsverband. In den folgenden Jahren wurde das Kapital schrittweise erh\u00f6ht \u2013 zun\u00e4chst auf 180.000, sp\u00e4ter auf 240.000 Mark. Seit 1933 befanden sich alle Anteile vollst\u00e4ndig im Besitz der Stadt.<\/p>\n<h2>Die erste Linie: Groschowitz \u2013 Czarnowanz<\/h2>\n<p>Bereits im Juni 1926 wurde die erste Buslinie er\u00f6ffnet. Die Strecke f\u00fchrte von Groschowitz \u00fcber K\u00f6niglich Neudorf zum Hauptbahnhof in Oppeln und von dort weiter \u00fcber Sakrau nach Czarnowanz. Bedient wurde sie von lediglich zwei Bussen.<\/p>\n<div id=\"attachment_81667\" style=\"width: 1034px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-81667\" class=\"size-large wp-image-81667\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/mzk-opole-quelle-1024x669.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"669\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/mzk-opole-quelle-1024x669.jpg 1024w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/mzk-opole-quelle-300x196.jpg 300w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/mzk-opole-quelle-768x502.jpg 768w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/mzk-opole-quelle-1536x1003.jpg 1536w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/mzk-opole-quelle.jpg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><p id=\"caption-attachment-81667\" class=\"wp-caption-text\">Fotoquellelle: MZK Oppeln<\/p><\/div>\n<p>Dies war der Beginn einer neuen Epoche im st\u00e4dtischen Verkehr. Der Bus wurde zur Alternative f\u00fcr Fu\u00dfm\u00e4rsche oder private Fuhrwerke und erleichterte zugleich den Bewohnern der umliegenden Orte die Anreise in die Stadt.<\/p>\n<h2>Ausbau des Netzes in den 1920er und 1930er Jahren<\/h2>\n<p>Der Nahverkehr entwickelte sich schnell. Bereits 1927 wurde die Linie 2 nach Kupp eingerichtet. Ein Jahr sp\u00e4ter wurde das Netz um weitere Verbindungen erweitert.<\/p>\n<div id=\"attachment_81669\" style=\"width: 688px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-81669\" class=\"size-full wp-image-81669\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/mzk-opole-quelle1.jpg\" alt=\"\" width=\"678\" height=\"1024\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/mzk-opole-quelle1.jpg 678w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/mzk-opole-quelle1-199x300.jpg 199w\" sizes=\"auto, (max-width: 678px) 100vw, 678px\" \/><p id=\"caption-attachment-81669\" class=\"wp-caption-text\">Fotoquellelle: MZK Oppeln<\/p><\/div>\n<p>Die Linie 3 verband das Stadtzentrum mit Goslawitz. Die Busse fuhren je nach Variante vom Ring oder vom Ostbahnhof ab, die gesamte Fahrt dauerte etwa 16 Minuten. Die Strecke f\u00fchrte \u00fcber den heutigen Kopernikusplatz und die heutige Oleska-Stra\u00dfe.<\/p>\n<p>Die Linie 4 fuhr nach Lubosch\u00fctz und hielt unterwegs unter anderem in Krzanowitz und Kempa. Sie war eine wichtige Verbindung f\u00fcr die Bewohner der n\u00f6rdlichen Stadtteile.<\/p>\n<p>Interessant ist, dass Fahrpl\u00e4ne und Streckenf\u00fchrungen bereits damals sehr flexibel angepasst wurden. An der Wende der Jahre 1931\/1932 wurde die Linie 1 bis nach Kupp verl\u00e4ngert, w\u00e4hrend die Linie 2 nach Norok f\u00fchrte.<\/p>\n<h2>Fuhrpark und Kriegsverluste<\/h2>\n<p>Vor dem Zweiten Weltkrieg verf\u00fcgte die Gesellschaft \u00fcber rund zehn Busse, von denen einige mit Anh\u00e4ngern ausgestattet waren. Zum Betriebsverm\u00f6gen geh\u00f6rten au\u00dferdem Garagen an der heutigen Oleska-Stra\u00dfe.<\/p>\n<div id=\"attachment_81671\" style=\"width: 778px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-81671\" class=\"size-large wp-image-81671\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/tort-foto-fb-arkadiusz-wisniewski-768x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"768\" height=\"1024\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/tort-foto-fb-arkadiusz-wisniewski-768x1024.jpg 768w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/tort-foto-fb-arkadiusz-wisniewski-225x300.jpg 225w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/tort-foto-fb-arkadiusz-wisniewski-1152x1536.jpg 1152w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/tort-foto-fb-arkadiusz-wisniewski.jpg 1536w\" sizes=\"auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><p id=\"caption-attachment-81671\" class=\"wp-caption-text\">Foto: Arkadiusz Wi\u015bniewski\/FB<\/p><\/div>\n<p>Im Dezember 1943 bestand die Flotte aus sieben Fahrzeugen verschiedener Marken: Siemens, Adler, Mercedes-Benz und BMW.<\/p>\n<p>Das Jahr 1945 brachte jedoch eine Katastrophe. Infolge der Kriegshandlungen wurde der Fuhrpark fast vollst\u00e4ndig zerst\u00f6rt oder ging verloren. Nur ein einziger Bus der Marke Mercedes blieb erhalten \u2013 allerdings in einem nicht betriebsf\u00e4higen Zustand.<\/p>\n<h2>Wiederaufbau nach dem Krieg und neue Zeiten<\/h2>\n<p>Nach dem Krieg lag Oppeln innerhalb der neuen Grenzen Polens, und der \u00f6ffentliche Nahverkehr musste praktisch von Grund auf neu aufgebaut werden. In den folgenden Jahrzehnten entwickelte er sich parallel zur Stadt \u2013 neue Wohnsiedlungen entstanden, die Einwohnerzahl stieg und der Bedarf an \u00f6ffentlichem Verkehr nahm stetig zu.<\/p>\n    <section class=\"newsy-widget\">\r\n        \r\n                                \r\n        <a class=\"newsy-card\" href=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/hitzerekord-proskau-1921\/\">\r\n            <div class=\"newsy-card-thumb\">\r\n                                    <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/SM_Proszkow_Zawadzkiego36_0_ID_628183-150x150.jpg\" alt=\"Wird der Hitzerekord von vor \u00fcber 100 Jahren gebrochen?\">\r\n                            <\/div>\r\n            <div class=\"newsy-card-text\">\r\n            \t\r\n                            <span class=\"slider-subtitle\" style=\"font-size: 0.7rem !important; text-transform: uppercase !important;\">So hei\u00df wie Proskau im Jahr 1921<\/span>\r\n                                      \t\r\n            \t\r\n                <h3 class=\"newsy-card-title\">Wird der Hitzerekord von vor \u00fcber 100 Jahren gebrochen?<\/h3>\r\n                <span class=\"newsy-card-more\">Mehr lesen &rarr;<\/span>\r\n            <\/div>\r\n        <\/a>\r\n            <\/section>\r\n    \n    <section class=\"newsy-widget\">\r\n        \r\n                                \r\n        <a class=\"newsy-card\" href=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/das-oppelner-piastenschloss\/\">\r\n            <div class=\"newsy-card-thumb\">\r\n                                    <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/Piastenschloss-Slaska-Biblioteka-Cyfrowa-e1779359469577-150x150.png\" alt=\"Das Oppelner Piastenschloss\">\r\n                            <\/div>\r\n            <div class=\"newsy-card-text\">\r\n            \t\r\n                            <span class=\"slider-subtitle\" style=\"font-size: 0.7rem !important; text-transform: uppercase !important;\">Vergessenes Erbe<\/span>\r\n                                      \t\r\n            \t\r\n                <h3 class=\"newsy-card-title\">Das Oppelner Piastenschloss<\/h3>\r\n                <span class=\"newsy-card-more\">Mehr lesen &rarr;<\/span>\r\n            <\/div>\r\n        <\/a>\r\n            <\/section>\r\n    \n<p>Besonders intensiv war die Entwicklung in den 1950er-, 1960er- und 1970er-Jahren, als Busse zum wichtigsten Verkehrsmittel im Alltag der Einwohner wurden.<\/p>\n<p>Heute ist der \u00f6ffentliche Nahverkehr in Oppeln ein modernes Netz von Verbindungen mit umweltfreundlichen Bussen, elektronischen Tickets und Fahrgastinformationssystemen. Kaum zu glauben, dass alles mit nur zwei Fahrzeugen begann, die zwischen Groschowitz und Czarnowanz verkehrten.<\/p>\n<p>Quelle: Zbigniew Bereszy\u0144ski: Historia komunikacji miejskiej w Opolu do 1997 roku (ze szczeg\u00f3lnym uwzgl\u0119dnieniem lat 1953\u20131997), <a href=\"http:\/\/www.mzkopole.pl\">www.mzkopole.pl<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In diesem Jahr feiert der \u00f6ffentliche Nahverkehr in Oppeln ein besonderes Jubil\u00e4um \u2013 sein 100-j\u00e4hriges Bestehen. Die Geschichte der Stadtbusse in der Hauptstadt der Region reicht genau bis ins Jahr 1926 zur\u00fcck und zeigt, wie sich die Stadt, ihre Bed\u00fcrfnisse und das Alltagsleben ihrer Einwohner im Laufe eines Jahrhunderts ver\u00e4ndert haben.<\/p>\n","protected":false},"author":12,"featured_media":81667,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[4224],"tags":[9035,9031,9033,7298,9026,9027,9030,9032,9029,8373,9028,6474,9034,6709],"redaktor":[5629],"class_list":["post-81666","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-geschichte-de","tag-bus","tag-buss","tag-czarnowanz-de","tag-goslawitz-de","tag-groschowitz","tag-hauptbahnhof-in-oppeln","tag-kempa","tag-koeniglich-neudorf-de","tag-krzanowitz","tag-luboschuetz","tag-nahverkehr","tag-oppeln-de","tag-sakrau-de","tag-vergessenes-erbe-de-2","redaktor-anna-durecka-de"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/81666","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/12"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=81666"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/81666\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":81949,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/81666\/revisions\/81949"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/81667"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=81666"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=81666"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=81666"},{"taxonomy":"redaktor","embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/redaktor?post=81666"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}