{"id":81562,"date":"2026-06-23T05:00:50","date_gmt":"2026-06-23T03:00:50","guid":{"rendered":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/?p=81562"},"modified":"2026-06-23T17:19:48","modified_gmt":"2026-06-23T15:19:48","slug":"deutsche-minderheiten-in-europa-10","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/deutsche-minderheiten-in-europa-10\/","title":{"rendered":"Fu\u00dfmarsch zum Gedenken an die Trag\u00f6die von Postelberg"},"content":{"rendered":"<p><strong>In unserer Reihe \u201eDeutsche Minderheiten in Europa\u201c blicken wir \u00fcber Grenzen hinaus und beleuchten, was die deutschen Minderheiten in ganz Europa bewegt.<\/strong><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<h3>D\u00e4nemarks Deutsche mit neuem Chef<\/h3>\n<p>Der Bund Deutscher Nordschleswiger hat einen neuen Vorsitzenden: Stephan Kleinschmidt, der sich schon zu Anfang seiner Amtszeit ehrgeizige Ziele setzt. Nach seiner erfolgreichen Wahl bedankte sich der neue Chef f\u00fcr das gro\u00dfe Vertrauen der Mitglieder. Er m\u00f6chte den starken Zusammenhalt der Gemeinschaft nutzen, um die Zukunft aktiv zu gestalten. Besonders wichtig ist Kleinschmidt dabei das Thema Vielfalt innerhalb der eigenen Reihen. Er fordert, dass die Minderheit auch intern toleranter und offener wird. So wie man von der Mehrheitsgesellschaft Respekt verlangt, m\u00fcsse man diesen Ma\u00dfstab auch bei sich selbst anlegen. Es gebe in der Gruppe Menschen, die sich bisher nicht richtig wahrgenommen f\u00fchlen, wie etwa die LGBTQ+-Gemeinschaft oder Personen abseits der klassischen Vereine.Diese Unterschiede sieht der neue Vorsitzende nicht als Problem, sondern als gro\u00dfen Vorteil f\u00fcr alle. Es gehe in den n\u00e4chsten Jahren darum, niemanden auszugrenzen und auch die Menschen einzubinden, deren Alltag bisher weniger im Rampenlicht stand. Wer Grenzen abbaut und einl\u00e4dt, sich zu beteiligen, festigt die Gemeinschaft nachhaltig. Die echte St\u00e4rke der Minderheit fange schlie\u00dflich im Inneren an. Quelle: nordschleswiger.dk<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Fu\u00dfmarsch f\u00fcr das Gedenken<\/h3>\n<p>Tschechische Jugendliche zeigten eine wichtige Geste der Erinnerung. Mit einem Marsch erinnerten sie an die Trag\u00f6die von Postelberg. Rund 200 junge Leute liefen eine Strecke von 16 Kilometern bis nach Saaz. Damit setzten sie am f\u00fcnften Sch\u00fcler-Gedenkmarsch ein Zeichen gegen das Vergessen. Die Aktion soll an die schrecklichen Ereignisse von 1945 erinnern, als nach dem Zweiten Weltkrieg zahlreiche deutsche Zivilisten gewaltsam ihr Leben verloren. Unterwegs trafen die Jugendlichen zwei Zeitzeugen, die damals noch Kinder waren, und sprachen mit ihnen \u00fcber die Vergangenheit.<\/p>\n<div id=\"attachment_81551\" style=\"width: 778px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-81551\" class=\"size-large wp-image-81551\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Foto1-06lb-Minderheiten-768x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"768\" height=\"1024\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Foto1-06lb-Minderheiten-768x1024.jpg 768w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Foto1-06lb-Minderheiten-225x300.jpg 225w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Foto1-06lb-Minderheiten-1152x1536.jpg 1152w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Foto1-06lb-Minderheiten-1536x2048.jpg 1536w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Foto1-06lb-Minderheiten.jpg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><p id=\"caption-attachment-81551\" class=\"wp-caption-text\">Ein Kreuz erinnert an die Trag\u00f6die von Postelberg.<br \/>Foto: Zdenek.paclik\/Wikimedia Commons<\/p><\/div>\n<p>Da viele historische Orte heute nicht mehr existieren, weisen neu aufgestellte Steine mit QR-Codes auf die Geschichte hin. Auch der Prager Erzbischof Stanislav P\u0159ibyl und der deutsche Botschafter Peter Reuss begleiteten die Aktion. Der Erzbischof betonte, dass es bei dem Marsch um Vers\u00f6hnung und Vergebung gehe, nicht um Schuldzuweisungen. Ins Leben gerufen wurde das Ganze von einem Prager Lehrer, der Sch\u00fclern dieses oft verschwiegene Thema n\u00e4herbringen will. Viele Jugendliche gaben zu, vorher kaum etwas dar\u00fcber gewusst zu haben. F\u00fcr das n\u00e4chste Jahr hoffen die Veranstalter auch auf Teilnehmer aus Deutschland. Quelle: landesecho.cz<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Gut besuchter Heimattag<\/h3>\n<p>Eines der wichtigsten Feste der deutschen Minderheit in Rum\u00e4nien war erneut ein Erfolg. Es handelt sich um den Heimattag der Siebenb\u00fcrger Sachsen in Dinkelsb\u00fchl. Rund 20.000 Menschen feierten bei gutem Pfingstwetter in der historischen Altstadt. Ein H\u00f6hepunkt war der riesige Umzug mit \u00fcber 3.200 Teilnehmern in traditionellen Trachten. Neben Tanz und Musik gab es auch Besonderheiten wie ein Quiz und einen zehn Meter langen Baumstriezel f\u00fcr einen guten Zweck. Historisch bedeutend war die Aufnahme des Schweizer Verbandes in den weltweiten Dachverband. In den Reden wurde betont, wie wichtig es ist, Sprache und Kultur an die Jugend weiterzugeben. Dazu forderte Regionalbischof Schneider ein neues Lehrbuch f\u00fcr den Dialekt. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt lobte das Engagement der vielen jungen Teilnehmer vor Ort. Auch die Politik war Thema: Vertreter der Verb\u00e4nde forderten Korrekturen bei gek\u00fcrzten Renten f\u00fcr Aussiedler. Rum\u00e4nien wiederum sendet ein positives Signal und zahlt Entsch\u00e4digungen an fr\u00fchere politische Opfer nun ohne Abz\u00fcge aus. Ein rum\u00e4nischer Regierungsvertreter bat zudem an einer Gedenkst\u00e4tte offiziell um Entschuldigung f\u00fcr vergangenes Leid. Quelle: adz.news<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Volkstrachten im Mittelpunkt<\/h3>\n<p>Traditionelle Volkstrachten standen im Zentrum eines Geschichtsprojektes, das unl\u00e4ngst in der Slowakei stattfand. Unter dem Namen \u201eEinander n\u00e4her sein\u201c zeigte die Aktion in Priwitz, wie sehr die Kultur verschiedene Regionen \u00fcber Staatsgrenzen hinweg verbindet. Das Projekt drehte sich um alte Br\u00e4uche, Musik und Bauwerke aus dem slowakischen Neutratal und dem tschechischen Slov\u00e1cko. Das Herzst\u00fcck war eine gro\u00dfe Kleiderausstellung. Besucher konnten Festtagskleidung f\u00fcr M\u00e4nner, Frauen und Kinder aus beiden L\u00e4ndern direkt miteinander vergleichen. Dabei fielen viele Gemeinsamkeiten, aber auch feine Unterschiede ins Auge. Ein besonderer Fokus lag auf den Trachten aus dem Hauerland, darunter St\u00fccke aus Krickerhau und Deutsch-Proben. Damit schlug das Projekt auch eine Br\u00fccke zur deutschen Minderheit. Die ausgestellten Figuren erinnerten an das \u00fcber 800 Jahre lange Zusammenleben der slowakischen und deutschen Gemeinschaft in dieser Gegend. Neben den Gew\u00e4ndern zeigte eine Fotoausstellung, wie alte historische H\u00e4user in der Region liebevoll restauriert wurden. Er\u00f6ffnet wurde das Projekt bereits im M\u00e4rz mit traditioneller Zymbalmusik. Quelle: karpatenblatt.sk<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Stiftung Verbundenheit mit neuen Projekten<\/h3>\n<p>Nach der beendeten Jahrestagung kann die Stiftung Verbundenheit, die sich f\u00fcr die deutschen Minderheiten weltweit einsetzt, mit Optimismus nach vorne blicken. Bei dem Treffen im Bundestag wurde deutlich, wie viel R\u00fcckhalt die Organisation aus der Politik bekommt. Ein wichtiges Projekt ist eine neue Resolution im Parlament, die das Erbe deutschsprachiger Israelis, den sogenannten Jeckes, besser w\u00fcrdigen und f\u00fcr junge Leute bewahren soll. Unterst\u00fctzung daf\u00fcr gibt es bereits von Gr\u00fcnen, Union und SPD. Auch die FDP lobte die Auslandsdeutschen als wichtige Partner f\u00fcr die Wirtschaft und als Br\u00fcckenbauer in der Welt. Zudem plant die Stiftung eine engere Zusammenarbeit mit dem Weltverband Deutscher Auslandsschulen, um gemeinsam in Berlin pr\u00e4senter zu sein. Politiker von Union und SPD betonten, dass die Pflege der deutschen Sprache und Kultur im Ausland ein moderner Baustein f\u00fcr die Au\u00dfenpolitik sei. Kritik gab es hingegen beim Wahlrecht f\u00fcr Auslandsdeutsche. Weil viele bei der Bundestagswahl 2025 ihre Unterlagen zu sp\u00e4t oder gar nicht bekamen, hat die Stiftung Einspruch eingelegt. Da dieser abgelehnt wurde, zieht man nun vor das Bundesverfassungsgericht. Quelle: stiftung-verbundenheit.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In unserer Reihe \u201eDeutsche Minderheiten in Europa\u201c blicken wir \u00fcber Grenzen hinaus und beleuchten, was die deutschen Minderheiten in ganz Europa bewegt.<\/p>\n","protected":false},"author":12,"featured_media":81551,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[5625],"tags":[9010,9008,9024,9012,9007,9013,6886,9009,9011],"redaktor":[6080],"class_list":["post-81562","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-kultur-de","tag-bund-deutscher-nordschleswiger-de","tag-bundesinnenminister-alexander-dobrindt","tag-deutsche-minderheiten-in-europa-de","tag-dialekt-de","tag-heimattag","tag-mniejszosci-niemieckie-w-europie-de","tag-stanislav-pribyl-de","tag-stiftng-verbundenheit-mit-den-deutschen-im-ausland","tag-tragoedie-von-postelberg","redaktor-lukasz-bily-de"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/81562","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/12"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=81562"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/81562\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":81628,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/81562\/revisions\/81628"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/81551"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=81562"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=81562"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=81562"},{"taxonomy":"redaktor","embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/redaktor?post=81562"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}