{"id":81497,"date":"2026-06-21T05:00:27","date_gmt":"2026-06-21T03:00:27","guid":{"rendered":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/?p=81497"},"modified":"2026-06-20T12:01:03","modified_gmt":"2026-06-20T10:01:03","slug":"wort-zum-sonntag-von-pfarrer-peter-tarlinski-21-juni-2026","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wort-zum-sonntag-von-pfarrer-peter-tarlinski-21-juni-2026\/","title":{"rendered":"Wort zum Sonntag von Pfarrer Dr. habil. Peter Tarlinski"},"content":{"rendered":"<p><strong>12. Sonntag im Jahreskreis<\/strong><\/p>\n<p><strong>1. Lesung:<\/strong> Jer 20,10\u201313<br \/>\n<strong>2. Lesung:<\/strong> R\u00f6m 5,12\u201315<br \/>\n<strong>Evangelium:<\/strong> Mt 10,26\u201333<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Nach dem katholischen liturgischen Kalender wird am 12. Sonntag im Jahreskreis ein Abschnitt aus dem Evangelium nach Matth\u00e4us gelesen. Er enth\u00e4lt die oft wiederholte Aufforderung Jesu: \u201eF\u00fcrchtet euch nicht!\u201c sowie die Mahnung: \u201eF\u00fcrchtet euch!\u201c Wie ist das in der heutigen Welt zu verstehen? Wovor soll man sich nicht f\u00fcrchten, und wovor man sich in Acht nehmen sollte, weil es wirklich gef\u00e4hrlich ist?<\/p>\n<h2>Die Gefahren f\u00fcr die J\u00fcnger Jesu<\/h2>\n<p>Die Erfahrung von Bedrohung ist uns nicht fremd. Davon zeugt auch der reiche Wortschatz, mit dem wir unsere inneren Zust\u00e4nde angesichts einer drohenden Gefahr ausdr\u00fccken. Begriffe wie Angst, Furcht, Besorgnis, Sorge, Unruhe, Bek\u00fcmmernis, Unsicherheit, Bangigkeit, Entsetzen, Grauen oder Panik beschreiben, was sich in unserem Denken und in unseren Herzen abspielt.<\/p>\n<p>Der Evangelist Matth\u00e4us beruhigt und tr\u00f6stet die J\u00fcnger Jesu in der sogenannten Missionsrede mit den Worten: \u201eF\u00fcrchtet euch nicht!\u201c Was bedrohte die J\u00fcnger, dass sie voller Sorgen und Unsicherheit waren?<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: left;\">\u00a0In einer Welt voller Unsicherheit bleibt der Glaube die Kraft, die Angst \u00fcberwindet und Hoffnung schenkt.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Die Menschen, unter denen die ersten Christen lebten, standen ihnen nicht immer wohlwollend gegen\u00fcber. Die J\u00fcnger Jesu erfuhren Ablehnung, Anklagen und falsche Urteile, unbegr\u00fcndete Kritik, Spott und Verachtung, Beschimpfungen und Gewalt. Eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr die an Christus Glaubenden waren Verfolgung, Gef\u00e4ngnis, Folter, Martyrium und der Tod. Deshalb richtet sich Jesus an die Ver\u00e4ngstigten mit den Worten: \u201eF\u00fcrchtet euch nicht vor denen, die den Leib t\u00f6ten, die Seele aber nicht t\u00f6ten k\u00f6nnen.\u201c Es gibt Werte, die man nicht zerst\u00f6ren, beseitigen oder vernichten kann. Dazu geh\u00f6rt das ewige, geistige und unverg\u00e4ngliche Leben. Es beginnt auf Erden und dauert in Ewigkeit an.<\/p>\n<h2>Wovor man sich f\u00fcrchten sollte<\/h2>\n<p>Jesus spricht von einer Gefahr, die unumkehrbar ist und die die v\u00f6llige Vernichtung des Menschen, seiner Seele und seines Leibes bedeutet. Die Einheits\u00fcbersetzung gibt die Worte Jesu folgenderma\u00dfen wieder: \u201eF\u00fcrchtet euch nicht vor denen, die den Leib t\u00f6ten, die Seele aber nicht t\u00f6ten k\u00f6nnen. F\u00fcrchtet vielmehr den, der Seele und Leib ins Verderben der H\u00f6lle st\u00fcrzen kann.\u201c<\/p>\n<p>Das im griechischen Text vorkommende Wort <em>psych\u0113n<\/em> bedeutet Seele und Leben. Es weist darauf hin, dass der Mensch ein geistiges Wesen ist. Dadurch unterscheidet er sich grundlegend von der \u00fcbrigen Sch\u00f6pfung. Der Begriff \u201eH\u00f6lle\u201c gibt das griechische Wort Gehenna wieder. Interessanterweise bezieht sich Jesus hier auf das Hinnomtal (Gehinnom), das au\u00dferhalb der Stadtgrenzen Jerusalems lag und urspr\u00fcnglich als M\u00fcllhalde diente. Es war auch ein Ort der Verbrennung von Leichen von Verbrechern sowie von Menschen, denen ein regul\u00e4res Begr\u00e4bnis verweigert wurde. Man sollte sich daher vor der v\u00f6lligen Verwerfung, Ausgrenzung, Verlorenheit und Vernichtung angesichts der ewigen Strafe f\u00fcrchten \u2013 \u00e4hnlich wie auf der M\u00fcllhalde von Gehenna.<\/p>\n<h2><strong>Christen heute \u2013 ohne Furcht?<\/strong><\/h2>\n<p>Die Worte Jesu sind auch eine Ermutigung f\u00fcr die Christen unserer Zeit und f\u00fcr alle Menschen guten Willens, denn an Gr\u00fcnden zur Sorge um die eigene Sicherheit mangelt es auch heute nicht. In einigen L\u00e4ndern des Nahen Ostens, Afrikas und Asiens leiden die Anh\u00e4nger Christi wegen ihres Glaubens. Dort werden Gl\u00e4ubige ihrer grundlegenden Rechte beraubt, gezwungen, ihre H\u00e4user zu verlassen, ins Gef\u00e4ngnis geworfen und sogar get\u00f6tet.<\/p>\n<p>In vielen westlichen Gesellschaften sehen sich Christen kulturellem Druck, gesellschaftlicher Ausgrenzung oder Versuchen ausgesetzt, ihr Recht auf die \u00f6ffentliche Aus\u00fcbung und Bekundung ihres Glaubens einzuschr\u00e4nken. In den Medien werden Fehler, S\u00fcnden und Verbrechen einzelner Christen hervorgehoben und \u00f6ffentlich verbreitet \u2013 mit der unterschwelligen Behauptung, alle Christen w\u00fcrden so handeln. Die Zahl derjenigen w\u00e4chst, die sich \u00fcber das Christentum \u00e4u\u00dfern, ohne die Bibel, die Geschichte der Kirche, ihre Lehre und ihren Dienst zu kennen, der Tag f\u00fcr Tag ohne gro\u00dfes Aufsehen geleistet wird.<\/p>\n    <section class=\"newsy-widget\">\r\n        \r\n                                \r\n        <a class=\"newsy-card\" href=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/nationale-und-ethnische-minderheiten-auf-dem-st-annaberg-eine-wallfahrt-die-generationen-und-nationen-verbindet\/\">\r\n            <div class=\"newsy-card-thumb\">\r\n                                    <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/IMG_3859-scaled-e1780929114916-150x150.jpeg\" alt=\"Eine Wallfahrt, die Generationen und Nationen verbindet\">\r\n                            <\/div>\r\n            <div class=\"newsy-card-text\">\r\n            \t\r\n                            <span class=\"slider-subtitle\" style=\"font-size: 0.7rem !important; text-transform: uppercase !important;\">Nationale und ethnische Minderheiten auf dem St. Annaberg<\/span>\r\n                                      \t\r\n            \t\r\n                <h3 class=\"newsy-card-title\">Eine Wallfahrt, die Generationen und Nationen verbindet<\/h3>\r\n                <span class=\"newsy-card-more\">Mehr lesen &rarr;<\/span>\r\n            <\/div>\r\n        <\/a>\r\n            <\/section>\r\n    \n<p>Diese Erfahrungen sind zwar nicht mit dem Martyrium der ersten Christen vergleichbar, verlangen aber ebenfalls Mut und Treue zum Evangelium. Deshalb mahnt Christus: \u201eJeder, der sich vor den Menschen zu mir bekennt, zu dem werde auch ich mich vor meinem Vater im Himmel bekennen. Wer mich aber vor den Menschen verleugnet, den werde auch ich vor meinem Vater im Himmel verleugnen.\u201c<\/p>\n<p>Auch wenn Jesus hier nicht ausdr\u00fccklich von der Gehenna spricht, macht er doch deutlich, dass das Leben des Menschen letztlich zwischen Vernichtung und H\u00f6lle einerseits sowie Erl\u00f6sung und Himmel andererseits verl\u00e4uft. Es lohnt sich, dar\u00fcber nachzudenken \u2013 besser jetzt als zu sp\u00e4t.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>12. Sonntag im Jahreskreis 1. Lesung: Jer 20,10\u201313 2. 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