{"id":81434,"date":"2026-06-20T11:00:32","date_gmt":"2026-06-20T09:00:32","guid":{"rendered":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/?p=81434"},"modified":"2026-06-21T09:02:54","modified_gmt":"2026-06-21T07:02:54","slug":"schlesisches-erbe-im-bundesministerium-des-innern-vorgestellt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/schlesisches-erbe-im-bundesministerium-des-innern-vorgestellt\/","title":{"rendered":"Schlesisches Erbe im Bundesministerium des Innern vorgestellt"},"content":{"rendered":"<p><strong>Am 11. Juni 2026 wurde das Bundesministerium des Innern in Berlin zum zentralen Schauplatz einer hochkar\u00e4tig besetzten Podiumsdiskussion, die sich einem Thema von tiefgreifender historischer, gesellschaftlicher und europapolitischer Relevanz widmete: \u201eSichtbarmachung des schlesischen Erbes in Ost und West\u201c.<\/strong><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Die gemeinsame Veranstaltung der Landsmannschaft Schlesien und des Beauftragten der Bundesregierung f\u00fcr Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, Dr. Bernd Fabritius, brachte f\u00fchrende Expertinnen und Experten aus der Politik, aus verschiedenen Verb\u00e4nden sowie aus dem Kultursektor zusammen. Das gemeinsame Ziel dieses Austauschs war es, tragf\u00e4hige Perspektiven und konkrete Strategien zu er\u00f6rtern, wie das reiche kulturelle Erbe Schlesiens in der heutigen Gesellschaft nachhaltig bewahrt, vermittelt und sowohl in Deutschland als auch in Polen und im gesamten europ\u00e4ischen Miteinander sichtbarer verankert werden kann.<\/p>\n<h2>Ein facettenreiches Podium und die Akteure des Dialogs<\/h2>\n<p>Die Relevanz und Dringlichkeit des Themas spiegelten sich in der prominenten Besetzung der Veranstaltung wider. Moderiert wurde die dichte und ergebnisorientierte Diskussion von Stephan Rauhut, dem Bundesvorsitzenden der Landsmannschaft Schlesien. Unter seiner versierten Leitung standen insbesondere die Zukunft der schlesischen Kulturarbeit sowie die immensen Herausforderungen, die mit der strukturellen Bewahrung dieses Erbes einhergehen, im Mittelpunkt der Debatte.<\/p>\n<p>Veronika Bode MdL sprach ein Gru\u00dfwort als Vertreterin des Patenlandes Niedersachsen, welches traditionell eine enge Verbindung zur Landsmannschaft Schlesien pflegt. Sie betonte die unersetzliche Rolle der Bundesl\u00e4nder bei der regionalen Verankerung und F\u00f6rderung der Erinnerungskultur sowie der Unterst\u00fctzung schlesischer Kultureinrichtungen.<\/p>\n<p>Wertvolle Impulse, Gru\u00dfworte und spezifische Fachperspektiven brachten die geladenen Impulsgeber des Abends in die Diskussion ein. Jede dieser Pers\u00f6nlichkeiten beleuchtete eine andere, wesentliche Facette der schlesisch-deutschen und europ\u00e4ischen Beziehungsgeschichte:<\/p>\n<p>Dr. Bernd Fabritius, der Beauftragte der Bundesregierung f\u00fcr Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, unterstrich in seinem Beitrag die bleibende staatliche und moralische Verantwortung des Bundes f\u00fcr die Pflege des Kulturguts. Er hob hervor, dass das schlesische Erbe kein museales Relikt sei, sondern ein lebendiger Bestandteil der gesamtdeutschen und europ\u00e4ischen Identit\u00e4t.<\/p>\n<div id=\"attachment_81441\" style=\"width: 1034px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-81441\" class=\"size-large wp-image-81441\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Bild-SVmDA-1-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"768\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Bild-SVmDA-1-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Bild-SVmDA-1-300x225.jpg 300w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Bild-SVmDA-1-768x576.jpg 768w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Bild-SVmDA-1-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Bild-SVmDA-1.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><p id=\"caption-attachment-81441\" class=\"wp-caption-text\">Foto: Stiftung Verbundenheit mit den Deutschen im Ausland<\/p><\/div>\n<p>Stephan Meyer MdB, der Pr\u00e4sident des Bundes der Vertriebenen (BdV), erweiterte den Blickwinkel auf die \u00fcbergreifende Verbandsebene. Er verdeutlichte, dass die Bewahrung des schlesischen Erbes symbolisch f\u00fcr das Schicksal und die Leistungen aller deutschen Heimatvertriebenen steht und dass eine zukunftsf\u00e4hige F\u00f6rderung der Landsmannschaften und ihrer Projekte unabdingbar ist.<\/p>\n<p>Dr. Barbara M\u00fcller brachte als engagierte Vertreterin der schlesischen Trachtengruppen die Perspektive der lebendigen, gelebten Praxis in die Diskussion ein. Sie verdeutlichte eindrucksvoll, wie Brauchtum, Musik, Handwerk und Trachten auch heute noch Generationen verbinden und Identit\u00e4t stiften k\u00f6nnen, sofern sie ad\u00e4quat gef\u00f6rdert werden.<\/p>\n<p>Rafal Bartek, der Vorsitzende des Verbandes der deutschen sozial-kulturellen Gesellschaften in Polen (VdG) und zugleich Vorsitzende des Regionalparlaments (Sejmik) der Woiwodschaft Oppeln, bereicherte die Runde um die fundamentale Perspektive der Heimatverbliebenen vor Ort. Er betonte, wie wichtig die grenz\u00fcberschreitende Kooperation ist und dass die deutsche Minderheit in Schlesien ein lebendiges, unverzichtbares Bindeglied zwischen Deutschland und Polen darstellt.<\/p>\n<h2>Verantwortung, F\u00f6rderung und Kooperation<\/h2>\n<p>Die Diskussion im Bundesinnenministerium kreiste im Kern um drei zentrale Problemstellungen und Aufgabenfelder.<\/p>\n<p>Die Verantwortung von Bund und L\u00e4ndern wurde intensiv debattiert. Die Fragen waren, wie die rechtlichen und finanziellen Rahmenbedingungen angepasst werden m\u00fcssen, um die Erforschung, den Erhalt und die Pr\u00e4sentation schlesischer Kulturg\u00fcter langfristig abzusichern. Angesichts des fortschreitenden Generationenwechsels steht die Kulturarbeit vor einem tiefgreifenden Umbruch, der neue, moderne Vermittlungsformen erfordert.<\/p>\n<p>Bei der langfristigen F\u00f6rderung von Projekten waren sich die Teilnehmer einig, dass punktuelle Projektf\u00f6rderungen oft nicht ausreichen. Um nachhaltige Bildungsangebote und professionelle Kulturarbeit zu garantieren, bedarf es verl\u00e4sslicher, struktureller Unterst\u00fctzungsmechanismen f\u00fcr die Landsmannschaften und assoziierten Kulturstiftungen.<\/p>\n<div id=\"attachment_81438\" style=\"width: 1034px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-81438\" class=\"size-large wp-image-81438\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Bild-SVmDA-4-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"768\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Bild-SVmDA-4-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Bild-SVmDA-4-300x225.jpg 300w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Bild-SVmDA-4-768x576.jpg 768w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Bild-SVmDA-4-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Bild-SVmDA-4-2048x1536.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><p id=\"caption-attachment-81438\" class=\"wp-caption-text\">Foto: Stiftung Verbundenheit mit den Deutschen im Ausland<\/p><\/div>\n<p>Die Intensivierung der grenz\u00fcberschreitenden Zusammenarbeit ist ein Schl\u00fcssel f\u00fcr die Zukunft der noch engeren Vernetzung zwischen den Heimatvertriebenen und Aussiedlern in Deutschland und den Heimatverbliebenen der Deutschen Minderheit im heutigen Polen. Nur durch einen gemeinsamen, vorurteilsfreien Blick auf die Geschichte kann das Erbe Schlesiens als gemeinsame europ\u00e4ische Kulturregion begriffen werden.<\/p>\n<h2>Das verbindende Element: Schlesien als Br\u00fccke in Europa<\/h2>\n<p>Ein zentraler Konsens des Abends lautete: Schlesische Kultur trennt nicht, sondern sie verbindet Menschen \u00fcber heutige Staatsgrenzen hinweg. Die wechselvolle, oft schmerzhafte, aber auch ungemein produktive gemeinsame Geschichte und das daraus resultierende kulturelle Erbe Schlesiens sind kein rein nationales Eigentum, sondern ein wesentlicher, bereichernder Teil der gesamteurop\u00e4ischen Vielfalt. Damit dieses Erbe jedoch im kollektiven Ged\u00e4chtnis Europas verankert bleibt, bedarf es auch in Zukunft einer verst\u00e4rkten Sichtbarkeit in der \u00d6ffentlichkeit, im Bildungssystem und in den Medien sowie einer dauerhaften politischen und finanziellen Unterst\u00fctzung.<\/p>\n<p>In diesem Kontext wurde das jahrzehntelange, unerm\u00fcdliche Engagement der Landsmannschaft Schlesien ausdr\u00fccklich gew\u00fcrdigt. Der Verband leistet weit \u00fcber die reine Traditionspflege hinaus einen unsch\u00e4tzbaren Beitrag zur V\u00f6lkerverst\u00e4ndigung und zur europ\u00e4ischen Integration. Durch eine gezielte und kontinuierliche Bildungsarbeit, internationale Jugendbegegnungen und wissenschaftliche sowie kulturhistorische Seminare in Deutschland und direkt in Schlesien gelingt es der Landsmannschaft, Br\u00fccken zwischen den Generationen und den Nationen zu bauen. Diese zukunftsorientierte Arbeit schafft tiefes gegenseitiges Verst\u00e4ndnis, st\u00e4rkt die nachbarschaftlichen Verbindungen im deutsch-polnischen Verh\u00e4ltnis und gibt insbesondere jungen Menschen die wertvolle Gelegenheit, Geschichte und Kultur aktiv kennenzulernen, aktiv mitzugestalten und lebendig in die Zukunft zu tragen.<\/p>\n<p>Dominik Duda, Teamleiter f\u00fcr Mittel- und Osteuropa der Stiftung Verbundenheit und ihr Projektkoordinator f\u00fcr Polen: &#8222;Die Veranstaltung hat den gro\u00dfen Stellenwert Schlesiens und der aus Schlesien stammenden Vertriebenen und (Sp\u00e4t-)Aussiedler in der deutschen Gesellschaft deutlich gemacht, aber zugleich auch die Herausforderungen der heutigen Zeit sehr gut auf den Punkt gebracht. Wie kann man der jungen Generation in Deutschland das schlesische kulturelle Erbe vermitteln? Wie schafft man es, die Bande zwischen Schlesiern in Deutschland und Polen wie z.B. durch einen eventuell m\u00f6glichen Schlesischen Tag in G\u00f6rlitz\/Zgorzelec weiter zu st\u00e4rken? Durch die hochkar\u00e4tig besetzte Podiumsdiskussion wurde das Thema &#8218;Schlesien&#8216; prominent gesetzt und die Anerkennung gegen\u00fcber den T\u00e4tigkeiten der Landsmannschaft Schlesien ausgesprochen.&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 11. 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