{"id":81059,"date":"2026-06-12T12:00:01","date_gmt":"2026-06-12T10:00:01","guid":{"rendered":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/?p=81059"},"modified":"2026-06-14T12:25:28","modified_gmt":"2026-06-14T10:25:28","slug":"bundestags-debatte-zum-nachbarschaftsvertrag-bundestagsabgeordnete-sprechen-sich-fuer-engere-deutsch-polnische-zusammenarbeit-aus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/bundestags-debatte-zum-nachbarschaftsvertrag-bundestagsabgeordnete-sprechen-sich-fuer-engere-deutsch-polnische-zusammenarbeit-aus\/","title":{"rendered":"Bundestagsabgeordnete sprechen sich f\u00fcr engere deutsch-polnische Zusammenarbeit aus"},"content":{"rendered":"<p><strong>Bei der Bundestagsdebatte zum 35. Jahrestag des deutsch-polnischen Nachbarschaftsvertrags haben Abgeordnete die engere Zusammenarbeit beider L\u00e4nder gew\u00fcrdigt. Dabei k\u00fcndigte eine Politikerin auch ihre Teilnahme am Jubil\u00e4umskonzert in Oppeln am 30. Juni an.<\/strong><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>\u201eDie Beziehungen zwischen dem Deutschen Bundestag und dem polnischen Sejm haben in den vergangenen Monaten neue Impulse erhalten\u201c, sagte Bundestagsvizepr\u00e4sidentin Andrea Lindholz (CSU) zur Er\u00f6ffnung der Aussprache am Mittwochabend. Die gegenseitigen Besuche von Bundestagspr\u00e4sidentin Julia Kl\u00f6ckner und Sejmmarschall W\u0142odzimierz Czarzasty sowie gemeinsame Zeichen des Gedenkens und der Verst\u00e4ndigung st\u00fcnden f\u00fcr den Willen, die bilateralen Beziehungen weiter zu vertiefen. Auf der Trib\u00fcne des Plenarsaals verfolgte unter anderem der Gesch\u00e4ftstr\u00e4ger der Republik Polen in Deutschland, Jan Tombi\u0144ski die Debatte.<\/p>\n<h2>\u00dcbereinstimmende Bilanz des Vertrags<\/h2>\n<p>\u00dcber Parteigrenzen hinweg w\u00fcrdigten die Rednerinnen und Redner die Entwicklung der deutsch-polnischen Beziehungen seit der Unterzeichnung des Vertrags im Jahr 1991. Der Polenbeauftragte der Bundesregierung, Knut Abraham (CDU), bezeichnete Polen als \u201eein modernes, gut organisiertes, selbstbewusstes und starkes Land\u201c, das diesen Wandel \u201ein nur einer Generation\u201c vollzogen habe.<\/p>\n<div id=\"attachment_81064\" style=\"width: 1034px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-81064\" class=\"size-large wp-image-81064\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Bundestag-Knut-Abraham-2-1024x574.png\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"574\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Bundestag-Knut-Abraham-2-1024x574.png 1024w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Bundestag-Knut-Abraham-2-300x168.png 300w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Bundestag-Knut-Abraham-2-768x430.png 768w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Bundestag-Knut-Abraham-2-1536x860.png 1536w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Bundestag-Knut-Abraham-2.png 1539w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><p id=\"caption-attachment-81064\" class=\"wp-caption-text\">Der Polenbeauftragte der Bundesregierung, Knut Abraham, hob die Entwicklung Polens und die Bedeutung des Nachbarschaftsvertrags hervor.<br \/>Foto: Screenshot, Quelle: bundestag.de<\/p><\/div>\n<p>Abraham erinnerte an die zahlreichen Institutionen und Projekte, die auf Grundlage des Nachbarschaftsvertrags entstanden sind \u2013 vom Deutsch-Polnischen Jugendwerk bis zur Deutsch-Polnischen Wissenschaftsstiftung. Der Vertrag habe dazu beigetragen, dass zwischen beiden L\u00e4ndern ein \u201eenges, lebendiges, gegenseitiges Beziehungsgeflecht\u201c entstanden sei.<\/p>\n<p>Besonders hob er die Rolle der Minderheiten und der Polonia hervor: \u201eEinen wichtigen Anteil an den heute so lebendigen Beziehungen haben auch die deutsche Minderheit in Polen und die Angeh\u00f6rigen der Polonia, also die in Deutschland lebenden Polen.\u201c<\/p>\n<p>Mit dieser positiven Bilanz stand Abraham nicht allein. Johannes Schraps (SPD) bezeichnete die \u201eVers\u00f6hnung zwischen Deutschland und Polen\u201c als \u201eeine der ganz gro\u00dfen europ\u00e4ischen Leistungen der vergangenen Jahrzehnte\u201c. Die meisten Rednerinnen und Redner w\u00fcrdigten die Fortschritte der vergangenen 35 Jahre. Deutlich kritischer fiel lediglich der Beitrag von G\u00f6tz Fr\u00f6mming (AfD) aus. Er erkl\u00e4rte: \u201eEs war schon lange nicht mehr so schlecht.\u201c<\/p>\n<h2>Kritik an Grenzkontrollen und Forderungen nach mehr Dialog<\/h2>\n<p>Trotz der positiven Bilanz richteten mehrere Abgeordnete den Blick auf bestehende Herausforderungen. Abraham verwies auf den notwendigen Ausbau der Schienenverbindungen zwischen Deutschland und Polen sowie auf Forderungen der deutschen Minderheit nach einer Wiederbelebung des deutsch-polnischen Runden Tisches: \u201eWir sollten dringend den Runden Tisch, den Regierungsdialog zu diesen Anliegen, wiederbeleben, mehr Wissen \u00fcber die beiden Gruppen [die deutsche Minderheit in Polen und die Polonia in Deutschland, Anm.d.Red] in der Mehrheitsgesellschaft vermitteln und mehr tun f\u00fcr den Spracherwerb und die Sprachpraxis\u201c, mahnte er.<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>\u201eEinen wichtigen Anteil an den heute so lebendigen Beziehungen haben auch die deutsche Minderheit in Polen und die Angeh\u00f6rigen der Polonia.\u201c<\/strong><br \/>\n<em>Knut Abraham, Koordinator f\u00fcr die deutsch-polnische zwischengesellschaftliche und grenznahe Zusammenarbeit der Bundesregierung<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Johannes Schraps kritisierte die fortgesetzten Grenzkontrollen zwischen Deutschland und Polen. Es gehe darum, das in den vergangenen 35 Jahren aufgebaute Vertrauen \u201enicht leichtfertig zu verspielen\u201c. Die Kontrollen erschwerten den Alltag vieler Menschen in den Grenzregionen und d\u00fcrften nicht zur Normalit\u00e4t werden. Unterst\u00fctzung erhielt er von Katrin G\u00f6ring-Eckardt (B\u00fcndnis 90\/Die Gr\u00fcnen). \u201eHeute w\u00e4re ein wirklich guter Tag, diese offenen Grenzen wieder zur Normalit\u00e4t werden zu lassen\u201c, sagte sie mit Blick auf die Kontrollen.<\/p>\n<div id=\"attachment_81062\" style=\"width: 1034px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-81062\" class=\"size-large wp-image-81062\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Bundestag-Jan-Tombinski-1024x574.png\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"574\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Bundestag-Jan-Tombinski-1024x574.png 1024w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Bundestag-Jan-Tombinski-300x168.png 300w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Bundestag-Jan-Tombinski-768x431.png 768w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Bundestag-Jan-Tombinski-1536x861.png 1536w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Bundestag-Jan-Tombinski.png 1552w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><p id=\"caption-attachment-81062\" class=\"wp-caption-text\">Der Bundestag hat zum 35. Jahrestag des deutsch-polnischen Nachbarschaftsvertrags \u00fcber die Zukunft der bilateralen Beziehungen debattiert. Abwesend war auch Jan Tombi\u0144ski, der Gesch\u00e4ftstr\u00e4ger der Republik Polen in Deutschland.<br \/>Foto: Screenshot, Quelle: bundestag.de<\/p><\/div>\n<p>Dar\u00fcber hinaus forderte G\u00f6ring-Eckardt, Polen st\u00e4rker in Gespr\u00e4che \u00fcber die europ\u00e4ische Sicherheit einzubinden. Sie verwies darauf, dass der polnische Ministerpr\u00e4sident beklagt habe, bei wichtigen Verhandlungen nicht ausreichend einbezogen worden zu sein. Zugleich sprach sie sich daf\u00fcr aus, der polnischen Bev\u00f6lkerung angesichts der Bedrohung durch Russland eine Sicherheitsgarantie auszusprechen.<\/p>\n<p>Mehrere Redner verwiesen zudem auf das f\u00fcr den 17. Juni geplante deutsch-polnische Verteidigungsabkommen. Auch Paul Ziemiak (CDU) erw\u00e4hnte das geplante Abkommen und pl\u00e4dierte zugleich f\u00fcr weitere Investitionen in die Infrastruktur der Grenzregionen.<\/p>\n<h2>Vorschlag einer deutsch-polnischen Parlamentsversammlung<\/h2>\n<p>Den wohl konkretesten Vorschlag zur Vertiefung der bilateralen Beziehungen machte Paul Ziemiak. Der CDU-Abgeordnete regte an, nach dem Vorbild der deutsch-franz\u00f6sischen Zusammenarbeit eine deutsch-polnische parlamentarische Versammlung ins Leben zu rufen.<\/p>\n    <section class=\"newsy-widget\">\r\n        \r\n                                \r\n        <a class=\"newsy-card\" href=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/35-jahre-deutsch-polnischer-nachbarschaftsvertrag-interview-mit-peter-oliver-loew\/\">\r\n            <div class=\"newsy-card-thumb\">\r\n                                    <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/Peter-Oliver-Loew-foto-Marek-Zygmunt_3-150x150.jpg\" alt=\"Interview mit Prof. Dr. Peter Oliver Loew: \u201eHeute w\u00fcrde man einen solchen Vertrag anders formulieren\u201c\">\r\n                            <\/div>\r\n            <div class=\"newsy-card-text\">\r\n            \t\r\n                            <span class=\"slider-subtitle\" style=\"font-size: 0.7rem !important; text-transform: uppercase !important;\">35 Jahre Nachbarschaftsvertrag<\/span>\r\n                                      \t\r\n            \t\r\n                <h3 class=\"newsy-card-title\">Interview mit Prof. Dr. Peter Oliver Loew: \u201eHeute w\u00fcrde man einen solchen Vertrag anders formulieren\u201c<\/h3>\r\n                <span class=\"newsy-card-more\">Mehr lesen &rarr;<\/span>\r\n            <\/div>\r\n        <\/a>\r\n            <\/section>\r\n    \n    <section class=\"newsy-widget\">\r\n        \r\n                                \r\n        <a class=\"newsy-card\" href=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/erinnerung-interessen-und-verantwortung\/\">\r\n            <div class=\"newsy-card-thumb\">\r\n                                    <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/715413177_1395123322659998_6609411882107748415_n-150x150.jpg\" alt=\"Erinnerung, Interessen und Verantwortung\">\r\n                            <\/div>\r\n            <div class=\"newsy-card-text\">\r\n            \t\r\n                            <span class=\"slider-subtitle\" style=\"font-size: 0.7rem !important; text-transform: uppercase !important;\">Polen und Deutschland 35 Jahre nach dem Vertrag<\/span>\r\n                                      \t\r\n            \t\r\n                <h3 class=\"newsy-card-title\">Erinnerung, Interessen und Verantwortung<\/h3>\r\n                <span class=\"newsy-card-more\">Mehr lesen &rarr;<\/span>\r\n            <\/div>\r\n        <\/a>\r\n            <\/section>\r\n    \n<p>Zur Begr\u00fcndung zitierte er die Worte einer \u00dcberlebenden des Warschauer Aufstands, die diese an Bundespr\u00e4sident Frank-Walter Steinmeier gerichtet hatte: \u201eHerr Bundespr\u00e4sident, setzen Sie sich daf\u00fcr ein, dass auch in Zukunft die jungen Menschen in Deutschland und Polen befreundet sind und an der Zukunft Europas bauen.\u201c<\/p>\n<p>Unterst\u00fctzung erhielt Ziemiak von Maja Wallstein (SPD). Sie sprach sich daf\u00fcr aus, die Gr\u00fcndung einer solchen parlamentarischen Versammlung noch in der laufenden Legislaturperiode auf den Weg zu bringen.<\/p>\n<h2>Vizepr\u00e4sidentin des Bundestags beim Jubil\u00e4umskonzert in Oppeln<\/h2>\n<p>Darauf verwies auch Knut Abraham. Das Deutsch-Polnische Forum steht in diesem Jahr unter dem Motto \u201eNachbarschaft im Wandel. 35 Jahre deutsch-polnischer Zusammenarbeit\u201c. Im Mittelpunkt der Veranstaltung im Ausw\u00e4rtigen Amt stehen Fragen der gemeinsamen Zukunft beider L\u00e4nder in einer Zeit tiefgreifender geopolitischer, gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Ver\u00e4nderungen. Diskutiert werden unter anderem Themen wie Sicherheit und Verteidigung, die wirtschaftliche Zusammenarbeit, die Zukunft Europas, Erinnerungskultur sowie die Perspektiven junger Menschen auf die deutsch-polnische Nachbarschaft. Erwartet werden mehr als 700 Teilnehmerinnen und Teilnehmer sowie die Au\u00dfenminister beider L\u00e4nder.<\/p>\n<p>Auch in Polen wird das 35-j\u00e4hrige Bestehen des Nachbarschaftsvertrags gefeiert. Am 30. Juni veranstaltet die Sozial-Kulturelle Gesellschaft der Deutschen im Oppelner Schlesien (SKGD) in Oppeln ein Jubil\u00e4umskonzert. Bundestagsvizepr\u00e4sidentin Andrea Lindholz k\u00fcndigte bereits zu Beginn der Debatte an, an der Veranstaltung teilnehmen zu wollen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bei der Bundestagsdebatte zum 35. Jahrestag des deutsch-polnischen Nachbarschaftsvertrags haben Abgeordnete die engere Zusammenarbeit beider L\u00e4nder gew\u00fcrdigt. Dabei k\u00fcndigte eine Politikerin auch ihre Teilnahme am Jubil\u00e4umskonzert in Oppeln am 30. 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