{"id":80971,"date":"2026-06-11T13:00:50","date_gmt":"2026-06-11T11:00:50","guid":{"rendered":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/?p=80971"},"modified":"2026-06-11T16:57:40","modified_gmt":"2026-06-11T14:57:40","slug":"goldene-bruecken-des-dialogs-fuer-bergner-und-siemoniak","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/goldene-bruecken-des-dialogs-fuer-bergner-und-siemoniak\/","title":{"rendered":"Wie pers\u00f6nliches Vertrauen am deutsch-polnischen Runden Tisch zu konkreten Ergebnissen f\u00fchrte"},"content":{"rendered":"<p><strong>Die diesj\u00e4hrige Auszeichnung der \u201eGoldenen Br\u00fccken des Dialogs\u201c w\u00fcrdigt ein Verhandlungsformat, das lange vernachl\u00e4ssigte Bestimmungen des deutsch-polnischen Nachbarschaftsvertrags auf die politische Agenda gebracht und in konkrete Ergebnisse \u00fcberf\u00fchrt hat. Im Mittelpunkt stehen zwei Politiker, deren beharrlicher Dialog einen Prozess erm\u00f6glichte, der die Minderheitenpolitik beider L\u00e4nder nachhaltig gepr\u00e4gt hat.<\/strong><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Als Christoph Bergner und Tomasz Siemoniak am 2. Juni mit den Goldenen Br\u00fccken des Dialogs ausgezeichnet wurden, w\u00fcrdigte die Jury zugleich ein doppeltes Jubil\u00e4um: 35 Jahre deutsch-polnischer Nachbarschaftsvertrag und 15 Jahre Gemeinsame Erkl\u00e4rung des deutsch-polnischen Runden Tisches. Beide Jahrestage verweisen auf einen Prozess, der lange vernachl\u00e4ssigte Bestimmungen des Vertrags erstmals konkretisierte und in praktische Politik \u00fcbersetzte.<\/p>\n<p>Gerade dieser letzte Aspekt stand lange im Schatten anderer Themen. Zwar garantiert der Vertrag der deutschen Minderheit in Polen sowie den Polen und Menschen polnischer Herkunft in Deutschland das Recht, ihre sprachliche, kulturelle und religi\u00f6se Identit\u00e4t frei zu entfalten. Doch diese Bestimmungen warteten jahrelang auf eine Konkretisierung.<\/p>\n<p>Fast zwei Jahrzehnte nach der Unterzeichnung des Vertrags beschlossen Politiker beider L\u00e4nder, dies zu \u00e4ndern. Daraus entstand ein Verhandlungsprozess, der heute als eine der erfolgreichsten Initiativen der deutsch-polnischen Zusammenarbeit gelten kann. Die treibenden Kr\u00e4fte dahinter waren Christoph Bergner auf deutscher und Tomasz Siemoniak auf polnischer Seite. Der ehemalige Ministerpr\u00e4sident Sachsen-Anhalts und damalige Beauftragte der Bundesregierung f\u00fcr Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten sowie der heutige polnische Minister f\u00fcr die Koordinierung der Nachrichtendienste in der Regierung Donald Tusks \u2013 w\u00e4hrend der Verhandlungen Staatssekret\u00e4r im Innenministerium \u2013 erhielten die Auszeichnung insbesondere f\u00fcr ihre Rolle beim deutsch-polnischen Runden Tisch.<\/p>\n<h2><strong>Ein ungew\u00f6hnliches Verhandlungsformat<\/strong><\/h2>\n<p>Der Runde Tisch war in mehrfacher Hinsicht au\u00dfergew\u00f6hnlich. Neben den Regierungen Deutschlands und Polens nahmen auch Vertreter der deutschen Minderheit in Polen und der Polonia in Deutschland gleichberechtigt an den Gespr\u00e4chen teil. \u201eRegierungen arbeiten normalerweise nicht so, dass sie Minderheiten einladen, die Polonia einladen und gemeinsam an einem Tisch verhandeln\u201c, sagte Siemoniak in seiner Dankesrede. Das Format erinnert weniger an klassische bilaterale Verhandlungen als an die politischen Umbr\u00fcche von 1989 und 1990. Sowohl in Polen als auch in der DDR dienten Runde Tische damals dazu, den Dialog zwischen den kommunistischen Regierungen und der Opposition zu erm\u00f6glichen.<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #ff9900;\"><strong>\u201eWir haben untereinander eine Beziehung aufgebaut. Das kommt in der internationalen Politik fast nie vor.\u201c<br \/>\n<\/strong><\/span><em><span style=\"color: #ff9900;\">Tomasz Siemoniak<\/span><\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Die Idee f\u00fcr den deutsch-polnischen Runden Tisch entstand 2009 bei einem informellen Gespr\u00e4ch in Br\u00fcssel. Daran erinnert sich Bernard Gaida, ehemaliger Vorsitzender des Verbands der deutschen sozial-kulturellen Gesellschaften in Polen (VdG), der selbst an den Verhandlungen teilnahm und sp\u00e4ter die gemeinsame Erkl\u00e4rung mitunterzeichnete. In seiner Laudatio f\u00fcr Bergner und Siemoniak zeichnete Gaida nicht nur die politischen Lebenswege der Preistr\u00e4ger nach, sondern berichtete auch aus eigener Erfahrung \u00fcber die Verhandlungen. Besonders beeindruckt habe ihn die Haltung der beiden Politiker: \u201eMich beeindruckte besonders der ehrliche Wunsch beider Politiker, die Situation der Minderheit zu verstehen.\u201c<\/p>\n<div id=\"attachment_80955\" style=\"width: 2010px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-80955\" class=\"wp-image-80955 size-full\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Mosty-Dialogu-00818-e1781189274337.jpg\" alt=\"\" width=\"2000\" height=\"1127\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Mosty-Dialogu-00818-e1781189274337.jpg 2000w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Mosty-Dialogu-00818-e1781189274337-300x169.jpg 300w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Mosty-Dialogu-00818-e1781189274337-1024x577.jpg 1024w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Mosty-Dialogu-00818-e1781189274337-768x433.jpg 768w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Mosty-Dialogu-00818-e1781189274337-1536x866.jpg 1536w\" sizes=\"auto, (max-width: 2000px) 100vw, 2000px\" \/><p id=\"caption-attachment-80955\" class=\"wp-caption-text\">In seiner Laudatio f\u00fcr Bergner und Siemoniak zeichnete Bernard Gaida nicht nur die politischen Lebenswege der Preistr\u00e4ger nach, sondern berichtete auch aus eigener Erfahrung \u00fcber die Verhandlungen. Foto: S. Koprek-Golomb<\/p><\/div>\n<h2><strong>Der schwierige Weg zum Kompromiss<\/strong><\/h2>\n<p>Als die Gespr\u00e4che 2010 begannen, waren viele Ziele des Nachbarschaftsvertrags bereits erreicht. Polen war Mitglied der Europ\u00e4ischen Union und der NATO geworden. Die Minderheitenrechte hingegen standen weiterhin auf der politischen Agenda. \u201eUm die Artikel 20 und 21 des Vertrags, die die deutsche Minderheit in Polen und die Polonia in Deutschland betreffen, hatte man lange einen Bogen gemacht\u201c, erinnert sich Bergner im Gespr\u00e4ch mit dem <em>Neuen Wochenblatt<\/em>.<\/p>\n<p>Grundlage der Verhandlungen war unter anderem ein achtseitiger Bericht, den Bernard Gaida zur Situation der deutschen Minderheit in Polen vorlegte. Auf dieser Basis begannen intensive Gespr\u00e4che, die sich \u00fcber fast anderthalb Jahre hinzogen. Die Verhandlungen waren von unterschiedlichen Interessen und Positionen gepr\u00e4gt. Entsprechend schwierig gestaltete sich die Suche nach Kompromissen. Bergner erinnert sich an zahlreiche Gespr\u00e4che mit seinem polnischen Verhandlungspartner: \u201eIch erinnere mich an Telefonate, die bis Mitternacht gingen. Wir haben Einzelfragen er\u00f6rtert und konnten uns verst\u00e4ndigen. Es hat auch immer gut funktioniert, zu sagen, wenn wir zun\u00e4chst R\u00fccksprache mit unseren Regierungen halten mussten.\u201c<\/p>\n<div id=\"attachment_80963\" style=\"width: 2010px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-80963\" class=\"wp-image-80963 size-full\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Mosty-Dialogu-00911-e1781188414749.jpg\" alt=\"\" width=\"2000\" height=\"1333\" \/><p id=\"caption-attachment-80963\" class=\"wp-caption-text\">Christoph Bergner erinnert sich an zahlreiche Gespr\u00e4che mit seinem polnischen Verhandlungspartner: \u201eIch erinnere mich an Telefonate, die bis Mitternacht gingen. Wir haben Einzelfragen er\u00f6rtert und konnten uns verst\u00e4ndigen. Es hat auch immer gut funktioniert, zu sagen, wenn wir zun\u00e4chst R\u00fccksprache mit unseren Regierungen halten mussten.\u201c Foto: S. Koprek-Golomb<\/p><\/div>\n<p>Auch Gaida hebt die Bedeutung dieser Gespr\u00e4che hervor. Selbst wenn nicht alle Forderungen erf\u00fcllt wurden, habe er stets den Eindruck gehabt, ernst genommen zu werden. \u201eWir wurden als polnische Staatsb\u00fcrger behandelt, die das Recht haben, vom Staat mehr zu verlangen, als dieser vielleicht geben will oder geben kann.\u201c<\/p>\n<h2><strong>Die Erkl\u00e4rung von 2011<\/strong><\/h2>\n<p>Das Ziel war ehrgeizig: P\u00fcnktlich zum 20. Jahrestag des Nachbarschaftsvertrags sollte eine gemeinsame Erkl\u00e4rung verabschiedet werden. Dieses Vorhaben gelang. Am 12. Juni 2011 \u2013 nur f\u00fcnf Tage vor dem Jubil\u00e4um \u2013 unterzeichneten die Delegationen in Warschau die \u201eGemeinsame Erkl\u00e4rung des Runden Tisches zu Fragen der F\u00f6rderung der deutschen Minderheit in Polen und der polnischst\u00e4mmigen B\u00fcrger und Polen in Deutschland\u201c. Zu den Unterzeichnern geh\u00f6rten neben Bergner, Siemoniak und Gaida auch Wies\u0142aw Lewicki und Marek W\u00f3jcicki als Vertreter der Polonia in Deutschland.<\/p>\n    <section class=\"newsy-widget\">\r\n        \r\n                                \r\n        <a class=\"newsy-card\" href=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/die-preistraeger-der-bruecken-des-dialogs-2026\/\">\r\n            <div class=\"newsy-card-thumb\">\r\n                                    <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/mosty-dialogu-statuetki-150x150.png\" alt=\"Die Preistr\u00e4ger der \u201eBr\u00fccken des Dialogs 2026\u201c\">\r\n                            <\/div>\r\n            <div class=\"newsy-card-text\">\r\n            \t\r\n                            <span class=\"slider-subtitle\" style=\"font-size: 0.7rem !important; text-transform: uppercase !important;\">Gew\u00fcrdigt f\u00fcr den Dialog<\/span>\r\n                                      \t\r\n            \t\r\n                <h3 class=\"newsy-card-title\">Die Preistr\u00e4ger der \u201eBr\u00fccken des Dialogs 2026\u201c<\/h3>\r\n                <span class=\"newsy-card-more\">Mehr lesen &rarr;<\/span>\r\n            <\/div>\r\n        <\/a>\r\n            <\/section>\r\n    \n    <section class=\"newsy-widget\">\r\n        \r\n                                \r\n        <a class=\"newsy-card\" href=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/eindruecke-von-der-verleihung-der-bruecken-des-dialogs-2026\/\">\r\n            <div class=\"newsy-card-thumb\">\r\n                                    <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Mosty-Dialogu-00897-e1780441574550-150x150.jpg\" alt=\"Eindr\u00fccke von der Verleihung der Br\u00fccken des Dialogs 2026\">\r\n                            <\/div>\r\n            <div class=\"newsy-card-text\">\r\n            \t\r\n                            <span class=\"slider-subtitle\" style=\"font-size: 0.7rem !important; text-transform: uppercase !important;\">Die besten Bilder der Gala<\/span>\r\n                                      \t\r\n            \t\r\n                <h3 class=\"newsy-card-title\">Eindr\u00fccke von der Verleihung der Br\u00fccken des Dialogs 2026<\/h3>\r\n                <span class=\"newsy-card-more\">Mehr lesen &rarr;<\/span>\r\n            <\/div>\r\n        <\/a>\r\n            <\/section>\r\n    \n<p>Die Erkl\u00e4rung hatte konkrete Folgen. Auf ihrer Grundlage entstanden unter anderem das Dokumentations- und Ausstellungszentrum der Deutschen in Polen sowie das Forschungszentrum der deutschen Minderheit. Gleichzeitig schuf der Verhandlungsprozess pers\u00f6nliche Verbindungen, die \u00fcber die politische Zusammenarbeit hinausgingen. \u201eWir haben untereinander eine Beziehung aufgebaut. Das kommt in der internationalen Politik fast nie vor\u201c, sagte Siemoniak bei der Preisverleihung.<\/p>\n<h2><strong>Hohe Messlatte f\u00fcr die Nachfolger<\/strong><\/h2>\n<p>Viele der vereinbarten Ma\u00dfnahmen wurden umgesetzt. Dennoch blieb die Bilanz unvollst\u00e4ndig. Einige der 2011 vereinbarten Verpflichtungen gegen\u00fcber der deutschen Minderheit in Polen sind bis heute nicht vollst\u00e4ndig umgesetzt. Zudem verlor das erfolgreiche Dialogformat mit den Jahren an Dynamik. Seit 2019 hat sich der deutsch-polnische Runde Tisch nicht mehr getroffen. Zwar wurde seine Wiederbelebung bei den deutsch-polnischen Regierungskonsultationen 2024 angek\u00fcndigt, bislang blieb es jedoch bei Absichtserkl\u00e4rungen. Daher forderte 2024 mit einer <a href=\"https:\/\/vdg.pl\/de\/35-jahrestag-der-unterzeichnung-des-deutsch-polnischen-vertrags-ueber-gute-nachbarschaft-und-freundschaftliche-zusammenarbeit-resolution-zur-wiederaufnahme-der-arbeit-des-deutsch-polnischen-runden\/\">Resolution<\/a> auch der Verband der deutschen sozial-kulturellen Gesellschaften in Polen (VdG) die Wiederaufnahme der Gespr\u00e4che im Format des Runden Tischs.<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong><span style=\"color: #ff9900;\">\u201eSo k\u00f6nnen wir doch beide bekennen, dass wichtige Impulse f\u00fcr diesen Dialog aus dieser Region kamen.\u201c<br \/>\n<\/span><\/strong><em><span style=\"color: #ff9900;\">Christoph Bergner<\/span><\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Bernard Gaida gab auch seinem Bedauern \u00fcber m\u00f6glicherweise verpasste Chancen Ausdruck: \u201eBei der Umsetzung w\u00e4re es besser gewesen, wenn beide Preistr\u00e4ger l\u00e4nger f\u00fcr Minderheitenfragen in ihren L\u00e4ndern verantwortlich geblieben w\u00e4ren\u201c, sagte er. Denn Siemoniak wurde nur zwei Monate nach der Unterzeichnung der Gemeinsamen Erkl\u00e4rung zum Verteidigungsminister ernannt. Damit lagen die Gespr\u00e4che des deutsch-polnischen Runden Tischs nicht mehr in seinem Aufgabenbereich. Und Christoph Bergner wurde als Beauftragter der deutschen Bundesregierung f\u00fcr nationale und ethnische Minderheiten im Januar 2014 abgel\u00f6st.<\/p>\n<p>Mit Blick auf die Entwicklung des politischen Klimas zog Siemoniak in seiner Dankesrede zugleich einen ern\u00fcchternden Vergleich: \u201eChristoph und ich haben ein wenig dar\u00fcber gesprochen, dass die Politik fr\u00fcher besser war und heute schlechter geworden ist.\u201c Auch diese Aussage verweist auf die Br\u00fcche in der Kontinuit\u00e4t des Dialogs und die schwieriger gewordenen Rahmenbedingungen f\u00fcr bilaterale Minderheitenpolitik.<\/p>\n<div id=\"attachment_80967\" style=\"width: 2010px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-80967\" class=\"wp-image-80967 size-full\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Mosty-Dialogu-00934-e1781188374557.jpg\" alt=\"\" width=\"2000\" height=\"1333\" \/><p id=\"caption-attachment-80967\" class=\"wp-caption-text\">Mit Blick auf die Entwicklung des politischen Klimas zog Tomasz Siemoniak in seiner Dankesrede zugleich einen ern\u00fcchternden Vergleich: \u201eChristoph und ich haben ein wenig dar\u00fcber gesprochen, dass die Politik fr\u00fcher besser war und heute schlechter geworden ist.\u201c Foto: S. Koprek-Golomb<\/p><\/div>\n<h2><strong>Eine Region mit Br\u00fcckenfunktion<\/strong><\/h2>\n<p>Christoph Bergner hob in seiner Dankesrede zun\u00e4chst den regionalen Charakter der Auszeichnung hervor. Im Verlauf der Verhandlungen des deutsch-polnischen Runden Tisches habe sich jedoch gezeigt, dass die Region Oppeln eine Bedeutung entfaltet, die \u00fcber den lokalen Rahmen deutlich hinausreicht. Bergners Worte machen deutlich, dass die Region Oppeln w\u00e4hrend der Verhandlungen weit mehr war als blo\u00dfer Austragungsort. Von hier gingen Impulse aus, die dem Dialog zus\u00e4tzliche Dynamik verliehen und ihm eine wichtige regionale Verankerung gaben. \u201eSo k\u00f6nnen wir doch beide bekennen, dass wichtige Impulse f\u00fcr diesen Dialog aus dieser Region kamen\u201c, sagte Bergner mit Blick auf die Sitzungen im Marschallamt und das politische Umfeld vor Ort. Gerade diese Impulse verweisen darauf, dass sich der Dialog nicht nur zwischen den Hauptst\u00e4dten vollzog, sondern in der Region selbst entscheidend mitgepr\u00e4gt wurde.<\/p>\n<p>Mit Blick auf die aktuelle internationale Lage verwies Bergner zudem auf die Bedeutung von Orten und Institutionen, die den deutsch-polnischen Austausch tragen: \u201eIch hoffe, dass uns gerade die globalen Krisen zeigen, wie wichtig unsere Partnerschaft ist. Und dass wir Br\u00fcckenorte dann umso mehr zu sch\u00e4tzen und zu pflegen wissen.\u201c In diesem Sinne komme Regionen wie Oppeln gerade in Zeiten zunehmender globaler Spannungen eine wichtige Rolle zu.<\/p>\n<p>F\u00fcnfzehn Jahre nach der Gemeinsamen Erkl\u00e4rung zeigt der Blick zur\u00fcck, dass politische Fortschritte nicht allein aus Vertr\u00e4gen entstehen. Oft braucht es Menschen, die bereit sind, Vertrauen aufzubauen, Interessengegens\u00e4tze auszuhalten und langfristig an gemeinsamen L\u00f6sungen zu arbeiten. Genau daf\u00fcr stehen die diesj\u00e4hrigen Tr\u00e4ger der Goldenen Br\u00fccken des Dialogs \u2013 und das Verm\u00e4chtnis des Deutsch-Polnischen Runden Tisches.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die diesj\u00e4hrige Auszeichnung der \u201eGoldenen Br\u00fccken des Dialogs\u201c w\u00fcrdigt ein Verhandlungsformat, das lange vernachl\u00e4ssigte Bestimmungen des deutsch-polnischen Nachbarschaftsvertrags auf die politische Agenda gebracht und in konkrete Ergebnisse \u00fcberf\u00fchrt hat. 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