{"id":80735,"date":"2026-06-08T11:17:07","date_gmt":"2026-06-08T09:17:07","guid":{"rendered":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/?p=80735"},"modified":"2026-06-08T11:17:40","modified_gmt":"2026-06-08T09:17:40","slug":"reichtum-gebiert-reichtum","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/reichtum-gebiert-reichtum\/","title":{"rendered":"Reichtum gebiert Reichtum"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>In Deutschland werden die Superreichen noch wohlhabender. Laut Berechnungen der Unternehmensberatung Boston Consulting Group (BCG) besitzen etwa 5.000 Superreiche mehr als ein Viertel des Finanzverm\u00f6gens in der Bundesrepublik. Demnach ist die Zahl der Menschen in diesem Land, die \u00fcber mehr als 100 Millionen Dollar (etwa 86 Millionen Euro) verf\u00fcgen, im Jahr 2025 um satte 28 Prozent gestiegen \u2013 also mehr als noch im Jahr 2024.<\/strong><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>In ihrem 26. \u201eGlobal Wealth Report\u201c stellt BCG fest, dass auf die Superreichen in Deutschland 27,3 Prozent des gesamten Finanzverm\u00f6gens des Landes entfallen, das einen Wert von 12,4 Billionen Dollar hat. Das sind etwa 3,4 Billionen Dollar oder nach aktuellem Wechselkurs rund 2,9 Billionen Euro. An dieser Stelle ist zu betonen, dass die Superreichen dabei vor allem von den Kursgewinnen an den Aktienm\u00e4rkten profitiert haben.<\/p>\n<h2>Der Anteil der Superreichen wird weiter steigen<\/h2>\n<p>\u201eDie Verm\u00f6genskonzentration an der Spitze nimmt weiter zu \u2013 wer mehr hat, kann st\u00e4rker diversifizieren und in Anlageklassen mit h\u00f6heren Renditen wie Aktien oder Private Equity investieren. Das beschleunigt den Verm\u00f6gensaufbau strukturell\u201c, sagt Michael Kahlich, Mitautor der Studie, und deutet an, dass Reichtum Reichtum gebiert. Laut Prognosen wird der Anteil der Superreichen am deutschen Finanzverm\u00f6gen bis zum Jahr 2030 auf 29 Prozent steigen! Diesen 5.000 Superreichen stehen etwa 66 Millionen Menschen in Deutschland gegen\u00fcber, die \u00fcber ein Finanzverm\u00f6gen von weniger als 250.000 Dollar verf\u00fcgen. Diese gro\u00dfe Mehrheit besitzt etwas mehr als ein Drittel (35,9 Prozent) des Finanzverm\u00f6gens.<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #ffcc00;\"><strong>Gemessen am Finanzverm\u00f6gen belegt Deutschland weltweit den vierten Platz \u2013 hinter den USA, China und knapp hinter Japan.<\/strong><\/span><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Dazwischen liegen etwa 3,2 Millionen Menschen mit einem Verm\u00f6gen zwischen einer Viertelmillion und einer Million Dollar, auf die mehr als 11 Prozent entfallen. Ganz an der Spitze befindet sich die Elite der Superreichen \u2013 ein kleiner Teil der Gesellschaft, der zusammen mit \u00fcber 700.000 Multimillion\u00e4ren \u2013 die \u00fcber liquide Verm\u00f6gen von bis zu 100 Millionen Dollar verf\u00fcgen \u2013 sogar \u00fcber mehr als die H\u00e4lfte des Finanzverm\u00f6gens verf\u00fcgt.<\/p>\n<h2>Kritische Worte<\/h2>\n<p>Das Anwachsen der Elite der Superreichen in Deutschland kritisierte Michaela Engelmeier, Vorstandsvorsitzende der Deutschen Sozialverb\u00e4nde: \u201eUnsere Gesellschaft spaltet sich wirtschaftlich immer weiter. Das wird Konsequenzen haben, zum Beispiel bei den anstehenden Landtagswahlen. Die Politik muss dem dringend entgegenwirken, etwa durch echte Reformen bei der Erbschaft- und Verm\u00f6genssteuer.\u201c \u00c4hnlich sieht das der Finanzexperte von Greenpeace, Mauricio Vargas, der in deutschen Medien erkl\u00e4rte, dass Deutschland ein gerechteres Steuersystem brauche.<\/p>\n<div id=\"attachment_80740\" style=\"width: 1034px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-80740\" class=\"size-large wp-image-80740\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/michael-heuser-0dW-eQVL0WQ-unsplash-1024x683.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"683\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/michael-heuser-0dW-eQVL0WQ-unsplash-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/michael-heuser-0dW-eQVL0WQ-unsplash-300x200.jpg 300w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/michael-heuser-0dW-eQVL0WQ-unsplash-768x512.jpg 768w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/michael-heuser-0dW-eQVL0WQ-unsplash-1536x1025.jpg 1536w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/michael-heuser-0dW-eQVL0WQ-unsplash-2048x1366.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><p id=\"caption-attachment-80740\" class=\"wp-caption-text\">Foto: Michael Heuser\/unsplash<\/p><\/div>\n<p>Seiner Meinung nach w\u00fcrde die von Greenpeace vorgeschlagene \u00f6kologische Verm\u00f6genssteuer f\u00fcr Superreiche dem \u00f6ffentlichen Sektor mindestens 25 Milliarden Euro pro Jahr einbringen! Eine solche Aussage \u00fcberrascht nicht, denn in Zeiten angespannter \u00f6ffentlicher Haushalte kommt das Thema Verm\u00f6genssteuer wie ein Bumerang immer wieder zur\u00fcck. Bemerkenswert ist aber auch die Tatsache, dass w\u00e4hrend linke Politiker auf m\u00f6gliche Milliardeneinnahmen verweisen, Konservative vor den Risiken warnen, dass reiche Deutsche weniger investieren, auswandern und Steuerschlupfl\u00f6cher ausnutzen k\u00f6nnten.<\/p>\n<h2>Deutschland auf dem vierten Platz<\/h2>\n<p>Dank starker B\u00f6rsen ist das Wachstum der Finanzverm\u00f6gen kein nur in Deutschland typisches Ph\u00e4nomen. Es zeigt sich, dass das weltweite Nettoverm\u00f6gen laut BCG im Jahr 2025 um gut 9 Prozent gewachsen ist und mit 550 Billionen Dollar einen Rekordwert erreicht hat. Besonders die Finanzverm\u00f6gen sind um fast 11 Prozent gestiegen \u2013 das ist der st\u00e4rkste Anstieg seit 2021. Das Nettoverm\u00f6gen der Deutschen wuchs 2025 um etwa 15 Prozent auf 23,3 Billionen Dollar.<\/p>\n<div id=\"attachment_80738\" style=\"width: 1034px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-80738\" class=\"size-large wp-image-80738\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/ibrahim-boran-kkACMU0GYko-unsplash-1024x683.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"683\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/ibrahim-boran-kkACMU0GYko-unsplash-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/ibrahim-boran-kkACMU0GYko-unsplash-300x200.jpg 300w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/ibrahim-boran-kkACMU0GYko-unsplash-768x512.jpg 768w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/ibrahim-boran-kkACMU0GYko-unsplash-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/ibrahim-boran-kkACMU0GYko-unsplash-2048x1365.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><p id=\"caption-attachment-80738\" class=\"wp-caption-text\">Foto: Ibrahim Borank\/unsplash<\/p><\/div>\n<p>Die Finanzverm\u00f6gen erh\u00f6hten sich dabei um fast 18 Prozent auf 12,4 Billionen Dollar. Gemessen am Finanzverm\u00f6gen belegt Deutschland weltweit den vierten Platz \u2013 hinter den USA, China und knapp hinter Japan. Die Sachwerte \u2013 vor allem Immobilien \u2013 stiegen auf 13,4 Billionen Dollar und machten mehr als die H\u00e4lfte des Verm\u00f6gens aus. Die Verschuldung stieg leicht an \u2013 auf 2,5 Billionen Dollar.<\/p>\n<p>Die wachsenden Verm\u00f6gen der Superreichen zeigen, dass sich Reichtum zunehmend in den H\u00e4nden weniger konzentriert und damit die Debatte \u00fcber die Zukunft des deutschen Sozialmodells weiter anheizt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; In Deutschland werden die Superreichen noch wohlhabender. Laut Berechnungen der Unternehmensberatung Boston Consulting Group (BCG) besitzen etwa 5.000 Superreiche mehr als ein Viertel des Finanzverm\u00f6gens in der Bundesrepublik. Demnach ist die Zahl der Menschen in diesem Land, die \u00fcber mehr als 100 Millionen Dollar (etwa 86 Millionen Euro) verf\u00fcgen, im Jahr 2025 um satte [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":12,"featured_media":80736,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[4235],"tags":[6271,8752],"redaktor":[6052],"class_list":["post-80735","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-wirtschaft-de","tag-deutschland-de","tag-vermoegenssteuer","redaktor-krzysztof-swierc-de"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/80735","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/12"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=80735"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/80735\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":80742,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/80735\/revisions\/80742"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/80736"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=80735"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=80735"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=80735"},{"taxonomy":"redaktor","embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/redaktor?post=80735"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}