{"id":80634,"date":"2026-06-06T05:00:44","date_gmt":"2026-06-06T03:00:44","guid":{"rendered":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/?p=80634"},"modified":"2026-06-04T15:19:16","modified_gmt":"2026-06-04T13:19:16","slug":"echte-schlesische-happen-neisser-konfekt-der-suesseste-schatz-des-alten-schlesiens","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/echte-schlesische-happen-neisser-konfekt-der-suesseste-schatz-des-alten-schlesiens\/","title":{"rendered":"Neisser Konfekt \u2013 der s\u00fc\u00dfeste Schatz des alten Schlesiens"},"content":{"rendered":"<p><strong>Neisser Konfekt gilt als s\u00fc\u00dfester Schatz Schlesiens und vereint jahrhundertealte Traditionen des Pfefferkuchenhandwerks mit feinsten Zutaten wie Honig, Mandeln und Gew\u00fcrzen. Von den innovativen Kreationen Franz Springers bis zu modernen Konditoreien h\u00e4lt das legend\u00e4re Geb\u00e4ck bis heute Kulturerbe und Genuss lebendig.<\/strong><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Man sagt, alle Wege f\u00fchren nach Rom. In Schlesien jedoch f\u00fchrten sie einst mit Sicherheit nach Neisse \u2013 einer der \u00e4ltesten St\u00e4dte Schlesiens, g\u00fcnstig gelegen an der Handelsroute zwischen Wien und Breslau und seit dem sp\u00e4ten 13. Jahrhundert zu einem bedeutenden politischen und wirtschaftlichen Zentrum entwickelt. Als Hauptstadt des Neisser F\u00fcrstentums, das den Breslauer Bisch\u00f6fen unterstand, entwickelte sich die Stadt zu einer wahren Perle Schlesiens. Zahlreiche Kirchen, beeindruckende Bauwerke und nicht zuletzt der prachtvolle, reich verzierte Tritonenbrunnen aus Marmor, der an die Kultur des antiken Roms erinnert, pr\u00e4gten ihr Stadtbild. Zu den monumentalen Bauwerken z\u00e4hlt auch der Bischofspalast, in dem sich heute das Museum Neisse befindet \u2013 ein Ort, der allein aufgrund seiner Sammlungen zur Stadtgeschichte einen Besuch wert ist.<\/p>\n<div id=\"attachment_80635\" style=\"width: 1034px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-80635\" class=\"size-large wp-image-80635\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/SBC-Zdjecie-przedwojenne.-Wnetrze-lokalu-Maxa-Irmera-przy-dzis.-ulicy-Krzywoustego.-Fotografia-pochodzi-z-reklamy-lokalu-1925-1024x747.png\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"747\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/SBC-Zdjecie-przedwojenne.-Wnetrze-lokalu-Maxa-Irmera-przy-dzis.-ulicy-Krzywoustego.-Fotografia-pochodzi-z-reklamy-lokalu-1925-1024x747.png 1024w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/SBC-Zdjecie-przedwojenne.-Wnetrze-lokalu-Maxa-Irmera-przy-dzis.-ulicy-Krzywoustego.-Fotografia-pochodzi-z-reklamy-lokalu-1925-300x219.png 300w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/SBC-Zdjecie-przedwojenne.-Wnetrze-lokalu-Maxa-Irmera-przy-dzis.-ulicy-Krzywoustego.-Fotografia-pochodzi-z-reklamy-lokalu-1925-768x560.png 768w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/SBC-Zdjecie-przedwojenne.-Wnetrze-lokalu-Maxa-Irmera-przy-dzis.-ulicy-Krzywoustego.-Fotografia-pochodzi-z-reklamy-lokalu-1925.png 1184w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><p id=\"caption-attachment-80635\" class=\"wp-caption-text\">Innenansicht des Caf\u00e9s von Max Irmer in der Berliner Stra\u00dfe (heute ul. Boles\u0142awa Krzywoustego). Aufnahme aus einer Werbeanzeige von 1925.<br \/>Quelle: Forum f\u00fcr die Geschichte von Neisse<\/p><\/div>\n<p>Bekanntlich geh\u00f6rte das schlesische Pfefferkuchenhandwerk zu den bedeutendsten seiner Art in Europa und nahm \u00fcber Jahrhunderte hinweg einen festen Platz in der schlesischen Esskultur ein. So f\u00fchrten in Schlesien viele Wege nicht nur nach Neisse, sondern auch zum Pfefferkuchen. Gerade hier entstand eine Tradition, die eng mit der Kirche, den B\u00fcrgern und dem st\u00e4dtischen Leben verbunden war.<\/p>\n<h2>Von Pfefferk\u00fcchlern und Z\u00fcnften<\/h2>\n<p>Die Urspr\u00fcnge des Neisser Pfefferkuchenhandwerks reichen bis ins 16. Jahrhundert zur\u00fcck. Davon zeugen zwei Epitaphien in der Jakobuskirche. Im Inneren befindet sich ein doppelt ausgef\u00fchrtes Bildepitaph des 1633 im Alter von 58 Jahren verstorbenen Pfefferk\u00fcchlers Georg Klehr und seiner Ehefrau Susanne. An der Au\u00dfenwand der Kirche wiederum erinnert ein Epitaph aus dem Jahr 1574 an den Pfefferkuchenmeister Hans Hartlieb und seine beiden Ehefrauen Petronilla und Elisabeth. Diese Denkm\u00e4ler belegen den Wohlstand und das gesellschaftliche Ansehen der damaligen Pfefferk\u00fcchler, deren letzte Ruhest\u00e4tten sich unmittelbar neben jenen kirchlicher und weltlicher W\u00fcrdentr\u00e4ger befanden.<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #9b2335;\"><strong>Neisser Konfekt ist inzwischen auch in Deutschland erh\u00e4ltlich: in der Konditorei Krimphove in M\u00fcnster, in der Pfefferk\u00fcchlerei der Familie Will in Kitzingen sowie in der Confiserie Rabbel in Westerkappeln.<\/strong><\/span><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Wie viele andere Handwerker mussten auch die Pfefferk\u00fcchler ihre Interessen sch\u00fctzen. Um die Qualit\u00e4t ihres Berufsstandes und die Ausbildung des Nachwuchses zu sichern, organisierten sie sich in Z\u00fcnften. Im Jahr 1677 erhielten die Neisser Pfefferk\u00fcchler von dem Breslauer Bischof Friedrich von Hessen das Recht zur eigenst\u00e4ndigen Organisation ihrer Zunft.<\/p>\n<h2>Der Aufstieg des \u201eEcht Neisser Konfekts\u201c<\/h2>\n<p>Auf ihren gr\u00f6\u00dften Ruhm mussten die Neisser Pfefferk\u00fcchler allerdings rund dreihundert Jahre warten. Erst die innovativen Erzeugnisse des Pfefferkuchenmeisters Franz Springer konnten erfolgreich mit den ber\u00fchmten Thorner Lebkuchen konkurrieren und wurden zugleich zur bekanntesten schlesischen S\u00fc\u00dfwarenspezialit\u00e4t, die an zahlreiche europ\u00e4ische H\u00f6fe geliefert wurde. Das Neisser Konfekt wurde in verschiedenen Varianten hergestellt: als klassischer glasierter Pfefferkuchen, mit Zartbitterschokolade \u00fcberzogen, mit Mandeln oder N\u00fcssen verfeinert oder als Honiggeb\u00e4ck mit Fruchtf\u00fcllung. Ein besonders kluger Schritt Springers war die rechtliche Sicherung seiner Marke. Das Firmenzeichen nahm Bezug auf den Familiennamen und zeigte einen Springer mit Pferdekopf auf einem Schachbrettfeld, umgeben von einem Kranz, \u00fcber dem Bienen schwebten. Im unteren Teil des Logos waren die Initialen \u201eFS\u201c hervorgehoben.<\/p>\n<div id=\"attachment_80639\" style=\"width: 858px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-80639\" class=\"size-large wp-image-80639\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Wikipedia-Neisse_Ring_mit_Springer_und_Elkan-Verkaufslokal-der-Pfefferkuchlerei-Franz-Springer-am-Ring-zu-Neisse-in-den-1920er-Jahren-liftapp-848x1024.png\" alt=\"\" width=\"848\" height=\"1024\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Wikipedia-Neisse_Ring_mit_Springer_und_Elkan-Verkaufslokal-der-Pfefferkuchlerei-Franz-Springer-am-Ring-zu-Neisse-in-den-1920er-Jahren-liftapp-848x1024.png 848w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Wikipedia-Neisse_Ring_mit_Springer_und_Elkan-Verkaufslokal-der-Pfefferkuchlerei-Franz-Springer-am-Ring-zu-Neisse-in-den-1920er-Jahren-liftapp-249x300.png 249w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Wikipedia-Neisse_Ring_mit_Springer_und_Elkan-Verkaufslokal-der-Pfefferkuchlerei-Franz-Springer-am-Ring-zu-Neisse-in-den-1920er-Jahren-liftapp-768x927.png 768w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Wikipedia-Neisse_Ring_mit_Springer_und_Elkan-Verkaufslokal-der-Pfefferkuchlerei-Franz-Springer-am-Ring-zu-Neisse-in-den-1920er-Jahren-liftapp.png 928w\" sizes=\"auto, (max-width: 848px) 100vw, 848px\" \/><p id=\"caption-attachment-80639\" class=\"wp-caption-text\">Verkaufslokal der Pfefferk\u00fcchlerei von Franz Springer am Neisser Ring in den 1920er Jahren.<br \/>Quelle: Wikipedia<\/p><\/div>\n<p>Die Eintragung sch\u00fctzte die Handelsbezeichnung \u201eEcht Neisser Konfekt\u201c und erwies sich in Zeiten starker Konkurrenz unter den schlesischen Pfefferk\u00fcchlern als geschickter Marketingschachzug. Der Absatz auf den in- und ausl\u00e4ndischen M\u00e4rkten entwickelte sich dynamisch, w\u00e4hrend Springer konsequent auf eine exklusive Positionierung seiner Produkte setzte. Vergleicht man zeitgen\u00f6ssische Anzeigen, etwa in der Bromberger Zeitung \u201eOstdeutsche Presse\u201c, bewegten sich die Preise seiner Weihnachtsspezialit\u00e4ten auf einem Niveau mit den ber\u00fchmten Breslauer Zaren-Kuchen von Franz Sobtzick, der Liegnitzer Bombe oder den Schweidnitzer Bissen. Im Jubil\u00e4umsjahr 1939 feierte das Unternehmen zugleich sein 150-j\u00e4hriges Bestehen und den anhaltenden Erfolg der Originalrezeptur des echten Neisser Konfekts.<\/p>\n<p>An talentierten Pfefferk\u00fcchlern mangelte es in Neisse damals keineswegs. Namen wie Paul Kunisch, Paul Buchwald, Erwin Schmidt, die Br\u00fcder Reichelt, Helene K\u00f6nig und Artur Scholz (Scholz &amp; K\u00f6nig), die Br\u00fcder Artelt, Heinrich Rudolf, Joseph Sandmann, Bernard Lux oder Max Irmer waren weit \u00fcber die Stadtgrenzen hinaus bekannt. Ihre Betriebe waren nicht nur Produktionsst\u00e4tten f\u00fcr S\u00fc\u00dfwaren, sondern zugleich kulturelle Treffpunkte, Orte der Musik und des gesellschaftlichen Lebens.<\/p>\n<div id=\"attachment_80647\" style=\"width: 574px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-80647\" class=\"size-full wp-image-80647\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Polona-Postkarte-Conditorei-und-Cafe-Max-Irmer-Breslauer-Strasse.png\" alt=\"\" width=\"564\" height=\"833\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Polona-Postkarte-Conditorei-und-Cafe-Max-Irmer-Breslauer-Strasse.png 564w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Polona-Postkarte-Conditorei-und-Cafe-Max-Irmer-Breslauer-Strasse-203x300.png 203w\" sizes=\"auto, (max-width: 564px) 100vw, 564px\" \/><p id=\"caption-attachment-80647\" class=\"wp-caption-text\">Historische Postkarte mit Blick auf die Konditorei und das Caf\u00e9 von Max Irmer in der Breslauer Stra\u00dfe, 1930er Jahre des 20. Jahrhunderts.<br \/>Quelle: Polona<\/p><\/div>\n<p>Im Jahr 1905 er\u00f6ffnete der bereits erw\u00e4hnte Pfefferkuchenmeister Max Irmer seine erste Konditorei in der Neust\u00e4dter Stra\u00dfe. Aufgrund des raschen Erfolges zog das Unternehmen bereits zwei Jahre sp\u00e4ter in gr\u00f6\u00dfere R\u00e4ume in der Berliner Stra\u00dfe um. Die Konditorei erfreute sich gro\u00dfer Beliebtheit \u2013 nicht nur wegen ihrer Backwaren, sondern auch wegen der dort gebotenen Musik. 1921 entwickelte sie sich zu einem gro\u00dfen Konzertcaf\u00e9. Besonderen Ruhm genossen die dort angebotenen \u201eIrmer-Happen\u201c, feine Schokoladenpl\u00e4tzchen, ebenso wie die exquisiten Torten und Eisspezialit\u00e4ten, die vor allem in den Sommermonaten zahlreiche G\u00e4ste anzogen. In den 1930er Jahren er\u00f6ffnete Irmer eine weitere Konditorei in der Breslauer Stra\u00dfe 23. Nach dem Zweiten Weltkrieg befand sich in diesen R\u00e4umen das legend\u00e4re Restaurant \u201eWarszawianka\u201c.<\/p>\n<h2>S\u00fc\u00dfes Erbe bis heute<\/h2>\n<p>Trotz aller historischen Umbr\u00fcche hat die kulinarische und kulturelle Identit\u00e4t des s\u00fc\u00dfen Neisser Erbes bis heute \u00fcberlebt. Neisser Konfekt kann bei Ewa Kabat bestellt werden, die sich auf glasierte Pfefferkuchen, Schokoladenkonfekt und gef\u00fcllte Honigkuchen spezialisiert hat. F\u00fcr ihre Herstellung werden regionale Zutaten und traditionelle Rezepturen verwendet. Beachtenswert ist auch das Engagement von Bo\u017cena Wo\u017aniak aus Neisse. Im Jahr 2024 rekonstruierte sie das Rezept f\u00fcr das historische Konfekt und backte gemeinsam mit Kindern Pfefferkuchen im Rahmen des Projekts \u201eNeisser F\u00fcrstentum der Berge und Seen\u201c, wodurch sie zugleich ein bedeutendes regionales Produkt bekannt machte.<\/p>\n<div id=\"attachment_80637\" style=\"width: 1034px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-80637\" class=\"size-large wp-image-80637\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/SDB-Reklama-prasowa-nyskich-piernikarzy-na-przelomie-XIX_XXw-1024x974.png\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"974\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/SDB-Reklama-prasowa-nyskich-piernikarzy-na-przelomie-XIX_XXw-1024x974.png 1024w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/SDB-Reklama-prasowa-nyskich-piernikarzy-na-przelomie-XIX_XXw-300x285.png 300w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/SDB-Reklama-prasowa-nyskich-piernikarzy-na-przelomie-XIX_XXw-768x731.png 768w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/SDB-Reklama-prasowa-nyskich-piernikarzy-na-przelomie-XIX_XXw-1536x1462.png 1536w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/SDB-Reklama-prasowa-nyskich-piernikarzy-na-przelomie-XIX_XXw.png 2000w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><p id=\"caption-attachment-80637\" class=\"wp-caption-text\">Presseanzeige der Neisser Pfefferk\u00fcchler um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert.<br \/>Quelle: Schlesische Digitale Bibliothek<\/p><\/div>\n<p>Das urspr\u00fcngliche Format und die anhand erhaltener Archivdokumente des 19. Jahrhunderts rekonstruierte Herstellungstechnologie finden sich au\u00dferdem im Angebot der Breslauer Manufaktur \u201ePierniki Wroc\u0142awskie\u201c, die ebenfalls an das Erbe Franz Springers ankn\u00fcpft.<\/p>\n<p>Neisser Konfekt ist inzwischen auch in Deutschland erh\u00e4ltlich: in der Konditorei Krimphove in M\u00fcnster, in der Pfefferk\u00fcchlerei der Familie Will in Kitzingen sowie in der Confiserie Rabbel in Westerkappeln. Letztere f\u00fchrt die \u00fcber hundertj\u00e4hrige Tradition eines Familienunternehmens fort, dessen Geschichte am 1. Oktober 1907 am Ring 29 in Bad Landeck begann, als Emilia Rabbel dort ein kleines Gesch\u00e4ft f\u00fcr Schokolade und Konditoreiwaren er\u00f6ffnete.<\/p>\n    <section class=\"newsy-widget\">\r\n        \r\n                                \r\n        <a class=\"newsy-card\" href=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/echte-schlesische-happen-wo-es-nach-kuchen-und-kaffee-duftete-eine-kulinarische-geschichte-des-hirschberger-rings\/\">\r\n            <div class=\"newsy-card-thumb\">\r\n                                    <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/Narodowe-Archiwum-Cyfrowe-Obchody-Tygodnia-Karkonoskiego-na-Rynku-obecnie-plac-Ratuszowy-w-Jeleniej-Gorze-14-21.05.1935-e1780050710147-150x150.png\" alt=\"Wo es nach Kuchen und Kaffee duftete &#8211; eine kulinarische Geschichte des Hirschberger Rings\">\r\n                            <\/div>\r\n            <div class=\"newsy-card-text\">\r\n            \t\r\n                            <span class=\"slider-subtitle\" style=\"font-size: 0.7rem !important; text-transform: uppercase !important;\">Echte Schlesische Happen<\/span>\r\n                                      \t\r\n            \t\r\n                <h3 class=\"newsy-card-title\">Wo es nach Kuchen und Kaffee duftete &#8211; eine kulinarische Geschichte des Hirschberger Rings<\/h3>\r\n                <span class=\"newsy-card-more\">Mehr lesen &rarr;<\/span>\r\n            <\/div>\r\n        <\/a>\r\n            <\/section>\r\n    \n    <section class=\"newsy-widget\">\r\n        \r\n                                \r\n        <a class=\"newsy-card\" href=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/echte-schlesische-happen-zwischen-wanderweg-und-kuechentisch-kulinarisches-pfingsten-in-schlesien\/\">\r\n            <div class=\"newsy-card-thumb\">\r\n                                    <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/Zintegrowana-Platforma-Edukacyjna-pocztowka-z-widokiem-na-schronisko-Reiftragerbaude-2-e1779477769437-150x150.png\" alt=\"Zwischen Wanderweg und K\u00fcchentisch: Kulinarisches Pfingsten in Schlesien\">\r\n                            <\/div>\r\n            <div class=\"newsy-card-text\">\r\n            \t\r\n                            <span class=\"slider-subtitle\" style=\"font-size: 0.7rem !important; text-transform: uppercase !important;\">Echte Schlesische Happen<\/span>\r\n                                      \t\r\n            \t\r\n                <h3 class=\"newsy-card-title\">Zwischen Wanderweg und K\u00fcchentisch: Kulinarisches Pfingsten in Schlesien<\/h3>\r\n                <span class=\"newsy-card-more\">Mehr lesen &rarr;<\/span>\r\n            <\/div>\r\n        <\/a>\r\n            <\/section>\r\n    \n<p>Wie im Leben kommt es auch beim Neisser Konfekt auf die richtigen Proportionen an. Das Verh\u00e4ltnis von Mehl zu Honig, Zucker und Mandeln sollte 4 : 2 : 2 : 1 betragen. Ein weiteres wichtiges Detail ist das Geheimnis der Familie Springer: die Verwendung von bereits gebackenem, getrocknetem und anschlie\u00dfend gemahlenem Pfefferkuchen. Dieses Verfahren soll dem Geb\u00e4ck seine charakteristische Zartheit verleihen.<\/p>\n<p>Das nachfolgende Rezept ist eine Rekonstruktion, die auf historischen \u00dcberlieferungen in alten schlesischen Kochb\u00fcchern sowie auf Beschreibungen in der zeitgen\u00f6ssischen Presse und in wissenschaftlichen beziehungsweise heimatkundlichen Ver\u00f6ffentlichungen \u00fcber die Neisser Lebkuchen basiert.<\/p>\n<h2>Neisser Konfekt<\/h2>\n<h3>Zutaten<\/h3>\n<p>&#x2665; 500 g Mehl<br \/>\n&#x2665; 250 g Honig<br \/>\n&#x2665; 250 g Zucker<br \/>\n&#x2665; 125 g Mandeln oder N\u00fcsse<br \/>\n&#x2665; je 1 gestrichener Teel\u00f6ffel Zimt, Nelken und Kardamom<br \/>\n&#x2665; 25 g kandierte Orangen- und Zitronenschale<br \/>\n&#x2665; 1 Ei<br \/>\n&#x2665; 7 g Pottasche, aufgel\u00f6st in 2 Essl\u00f6ffeln Wasser<br \/>\n&#x2665; 125 g Puderzucker f\u00fcr die Glasur<br \/>\n&#x2665; 30 g Puderzucker und das Eiwei\u00df eines kleinen Eies f\u00fcr den Guss<\/p>\n<div id=\"attachment_80643\" style=\"width: 1034px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-80643\" class=\"size-large wp-image-80643\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/IMG_20260602_211718-Malgorzata-Janik-1024x473.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"473\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/IMG_20260602_211718-Malgorzata-Janik-1024x473.jpg 1024w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/IMG_20260602_211718-Malgorzata-Janik-300x138.jpg 300w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/IMG_20260602_211718-Malgorzata-Janik-768x354.jpg 768w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/IMG_20260602_211718-Malgorzata-Janik-1536x709.jpg 1536w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/IMG_20260602_211718-Malgorzata-Janik-2048x945.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><p id=\"caption-attachment-80643\" class=\"wp-caption-text\">Glasierte und schokoladen\u00fcberzogene Neisser Konfekte \u2013 ber\u00fchmte schlesische Pfefferkuchen nach der Rezeptur von Franz Springer.<br \/>Foto: Ma\u0142gorzata Janik<\/p><\/div>\n<h3>Zubereitung<\/h3>\n<p>Mandeln oder N\u00fcsse werden zusammen mit den kandierten Zitrusschalen fein gemahlen. Honig wird mit Zucker und den Gew\u00fcrzen erhitzt und nach kurzem Abk\u00fchlen mit den \u00fcbrigen Zutaten vermengt. Anschlie\u00dfend knetet man alles zu einem festen, elastischen Teig und l\u00e4sst diesen \u00fcber Nacht im K\u00fchlschrank ruhen.<\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten Tag wird der Teig etwa einen halben Zentimeter dick ausgerollt. Daraus sticht man runde oder herzf\u00f6rmige Pfefferkuchen aus und backt sie bei 180 Grad Celsius ungef\u00e4hr zehn Minuten lang.<\/p>\n<p>Nach dem Ausk\u00fchlen werden die Pfefferkuchen entweder mit Zuckerglasur oder mit Zartbitterschokolade \u00fcberzogen. Sobald die Oberfl\u00e4che getrocknet ist, werden die typischen Streifen aus heller oder dunkler Schokolade aufgetragen.<\/p>\n<p>Ein Teil der Lebkuchen kann zus\u00e4tzlich mit einer Mandel-Nuss-Mischung bestreut oder mit Fruchtkonfit\u00fcre und Marzipan gef\u00fcllt werden.<\/p>\n<p>Aufbewahrt wird das Konfekt traditionell in einer Blechdose \u2013 wobei meine Erfahrung zeigt, dass ihr Inhalt meist schneller verschwindet, als man es sich vorgenommen hat.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Neisser Konfekt gilt als s\u00fc\u00dfester Schatz Schlesiens und vereint jahrhundertealte Traditionen des Pfefferkuchenhandwerks mit feinsten Zutaten wie Honig, Mandeln und Gew\u00fcrzen. Von den innovativen Kreationen Franz Springers bis zu modernen Konditoreien h\u00e4lt das legend\u00e4re Geb\u00e4ck bis heute Kulturerbe und Genuss lebendig.<\/p>\n","protected":false},"author":295,"featured_media":80645,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[4224],"tags":[6151,8722,8721,6990,8720,8723,6904],"redaktor":[6049],"class_list":["post-80634","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-geschichte-de","tag-echte-schlesische-happen","tag-ewa-kabat","tag-max-irmer","tag-neisse-de","tag-neisser-konfekt","tag-pfefferkuchen-de","tag-rezepte-de","redaktor-malgorzata-janik-de"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/80634","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/295"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=80634"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/80634\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":80653,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/80634\/revisions\/80653"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/80645"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=80634"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=80634"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=80634"},{"taxonomy":"redaktor","embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/redaktor?post=80634"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}