{"id":80462,"date":"2026-06-03T05:00:03","date_gmt":"2026-06-03T03:00:03","guid":{"rendered":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/?p=80462"},"modified":"2026-06-02T19:31:26","modified_gmt":"2026-06-02T17:31:26","slug":"ans-licht-ein-neuer-blick-auf-die-geschichte-oberschlesiens","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/ans-licht-ein-neuer-blick-auf-die-geschichte-oberschlesiens\/","title":{"rendered":"\u201eAns Licht!\u201c\u2013 ein neuer Blick auf die Geschichte Oberschlesiens"},"content":{"rendered":"<p><strong>Eine neue Sonderausstellung im Oberschlesischen Landesmuseum zeigt Objekte, die sonst nur selten zu sehen sind und bislang \u00fcberwiegend in den Depots des Museums verborgen lagen. Unser Autor Prof. Krzysztof Ruchniewicz war bei der Er\u00f6ffnung in Ratingen dabei.<\/strong><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Am Sonntag, dem 17. Mai, nahm ich in Ratingen an der Er\u00f6ffnung der neuen Sonderausstellung \u201eAns Licht! Objekte und Geschichte(n) aus der Sammlung des Oberschlesischen Landesmuseums\u201c teil. Es war ein besonderes Ereignis \u2013 dem Publikum wurden Objekte pr\u00e4sentiert, die bislang in den Depots des Museums verborgen lagen, und die Ausstellung selbst wurde zu einer Reflexion \u00fcber die Rolle des modernen historischen Museums.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong><span style=\"color: #ffcc00;\">\u201eUnsere Sammlung ist ein Werkzeug, mit dem wir Geschichte(n) erz\u00e4hlen.\u201c<\/span><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong><span style=\"color: #ffcc00;\">Dr. Frank M\u00e4uer, Kurator der Ausstellung \u201eAns Licht!\u201c<\/span><\/strong><\/p>\n<p>Die Ausstellung entstand in einer \u00dcbergangsphase, vor der Vorbereitung einer neuen Dauerausstellung. Der Kurator der Ausstellung, Dr. Frank M\u00e4uer, griff auf Best\u00e4nde zur\u00fcck, die den Besucherinnen und Besuchern normalerweise verborgen bleiben. \u201eAns Licht\u201c geholt wurden Objekte, Dokumente und Kunstwerke, die seit Jahrzehnten zum Grundstock des Museums geh\u00f6ren. \u201eViele dieser St\u00fccke lagern in Depots und bleiben den Besucherinnen und Besuchern verborgen. Mit der Ausstellung \u201aAns Licht!&#8216; \u00f6ffnen wir gewisserma\u00dfen unsere Schatzkammern\u201c\u2013 formulierte es treffend Dr. M\u00e4uer.<\/p>\n<p>Anstelle einer einzigen dominanten Erz\u00e4hlung wurden mehrere Interpretationspfade vorgeschlagen, die verschiedene M\u00f6glichkeiten zeigen, \u00fcber Oberschlesien und seine Geschichte zu sprechen. Die Ausstellung gliedert sich in f\u00fcnf Teile: \u201eBilder Oberschlesiens\u201c, \u201eForm und Gestalt\u201c, \u201eLiteratur und Geschichte\u201c, \u201eGeschichte aus Erinnerung\u201c sowie \u201eArchitektur und Geschichte\u201c. Begleitet wird die Schau von einem Film, der Bilder mit literarischen Zitaten verbindet und dem Ganzen einen ruhigen, reflektierenden Rhythmus verleiht.<\/p>\n<p>Die eigentliche St\u00e4rke der Ausstellung liegt in der Vielfalt der versammelten Objekte. Neben Kunstwerken finden sich Fotografien, Dokumente, Alltagsgegenst\u00e4nde und pers\u00f6nliche Erinnerungsst\u00fccke. Jedes einzelne erz\u00e4hlt seine eigene Geschichte, und zusammen ergeben sie eine vielschichtige Erz\u00e4hlung \u00fcber eine Region, deren Geschichte sich einfachen nationalen oder politischen Kategorien entzieht. Dr. M\u00e4uer hob bei der Er\u00f6ffnung hervor: \u201eUnsere Sammlung ist ein Werkzeug, mit dem wir Geschichte(n) erz\u00e4hlen.\u201c<\/p>\n<div id=\"attachment_80465\" style=\"width: 1034px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-80465\" class=\"size-large wp-image-80465\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/26-05-17ratingen006-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"768\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/26-05-17ratingen006-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/26-05-17ratingen006-300x225.jpg 300w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/26-05-17ratingen006-768x576.jpg 768w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/26-05-17ratingen006-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/26-05-17ratingen006.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><p id=\"caption-attachment-80465\" class=\"wp-caption-text\">Historische Fotografien und Dokumente er\u00f6ffnen unterschiedliche Zug\u00e4nge zur vielschichtigen Geschichte Oberschlesiens.<br \/>Foto: Krzysztof Ruchniewicz<\/p><\/div>\n<p>Bedeutsam ist auch der weitere institutionelle Kontext. Das Oberschlesische Landesmuseum in Ratingen geh\u00f6rt zu den wichtigsten Einrichtungen, die sich in Deutschland mit der Geschichte und Kultur Oberschlesiens befassen. Institutionen, die sich fr\u00fcher vornehmlich auf die Geschichte von Flucht, Vertreibung und Aussiedlung konzentrierten, bem\u00fchen sich heute zunehmend darum, Geschichte breiter zu erz\u00e4hlen \u2013 als Geschichte von Grenzregionen, Mehrsprachigkeit und dem Zusammenleben verschiedener Kulturen. In diesem Sinne f\u00fcgt sich die Ausstellung auch gut in den deutsch-polnischen Erinnerungsdialog ein. Museen, Ausstellungen und gemeinsame Forschungsprojekte erreichen unterschiedliche Rezipientengruppen durch konkrete Objekte, Biographien und Erfahrungen.<\/p>\n<div id=\"attachment_80471\" style=\"width: 1034px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-80471\" class=\"size-large wp-image-80471\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/26-05-17ratingen012-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"768\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/26-05-17ratingen012-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/26-05-17ratingen012-300x225.jpg 300w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/26-05-17ratingen012-768x576.jpg 768w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/26-05-17ratingen012-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/26-05-17ratingen012.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><p id=\"caption-attachment-80471\" class=\"wp-caption-text\">Die Pr\u00e4sentation versteht sich als offener Denkraum, der verschiedene Perspektiven auf die Geschichte der Region nebeneinanderstellt.<br \/>Foto: Krzysztof Ruchniewicz<\/p><\/div>\n<p>Die Er\u00f6ffnung stie\u00df auf gro\u00dfes Interesse beim Publikum. Die pr\u00e4sentierten Objekte wurden zum Ausgangspunkt f\u00fcr Gespr\u00e4che \u00fcber Familiengeschichte, Erinnerung und die gegenw\u00e4rtige Bedeutung des regionalen Erbes. Die Ausstellung ruft in Erinnerung, dass Museumsdepots nicht blo\u00df Aufbewahrungsorte alter Gegenst\u00e4nde sind, sondern ein gewaltiges Archiv der Erinnerungen und Erfahrungen konkreter Menschen. Wie M\u00e4uer es formulierte: \u201eEin Museum sollte kein abgeschlossener Ort sein. Die Erfahrungen und Erinnerungen unserer G\u00e4ste sind ein wichtiger Teil des kulturellen Dialogs.\u201c In Zeiten, in denen \u00fcber Geschichte und Erinnerung gestritten wird, klingt das wie eine notwendige Mahnung.<\/p>\n<div id=\"attachment_80469\" style=\"width: 1034px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-80469\" class=\"size-large wp-image-80469\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/26-05-17ratingen004-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"768\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/26-05-17ratingen004-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/26-05-17ratingen004-300x225.jpg 300w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/26-05-17ratingen004-768x576.jpg 768w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/26-05-17ratingen004-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/26-05-17ratingen004.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><p id=\"caption-attachment-80469\" class=\"wp-caption-text\">Alltagsgegenst\u00e4nde und pers\u00f6nliche Erinnerungsst\u00fccke verweisen auf individuelle Biografien und famili\u00e4re Erinnerungskulturen.<br \/>Foto: Krzysztof Ruchniewicz<\/p><\/div>\n<p>Die Ausstellung \u201eAns Licht!\u201c ist bis zur Er\u00f6ffnung der neuen Dauerausstellung zu sehen. Schon heute ist jedoch erkennbar, dass sie zu mehr geworden ist als ein blo\u00dfes \u00dcbergangsprojekt. Sie ist ein interessanter Versuch, zu zeigen, wie man heute die Geschichte einer Region mit komplexer und multikultureller Vergangenheit erz\u00e4hlen kann.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Weitere Informationen zur Ausstellung finden Sie auf der Internetseite des <span style=\"color: #3366ff;\"><a style=\"color: #3366ff;\" href=\"https:\/\/oberschlesisches-landesmuseum.de\/blog\/2026\/04\/21\/ans-licht-objekte-und-geschichten-aus-der-sammlung-des-oberschlesischen-landesmuseums\/\">Oberschlesischen Landesmuseums.<\/a><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>[osobanaglowek=&#8220;\u00dcber den Autor&#8220; zdjecie=&#8220;https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Krzysztof-Ruchniewicz_af.png&#8220; podpis=&#8220;&#8220;]<br \/>\nProf. Dr. Krzysztof Ruchniewicz ist Historiker und Professor an der Universit\u00e4t Breslau. Seit April 2026 ist er zudem als DAAD-Gastprofessor an der Ruhr-Universit\u00e4t Bochum t\u00e4tig. Bis 2024 leitete er das Willy-Brandt-Zentrum f\u00fcr Deutschland- und Europastudien der Universit\u00e4t Breslau; in den Jahren 2024\/2025 war er Beauftragter des polnischen Au\u00dfenministers f\u00fcr die deutsch-polnische Zusammenarbeit. Er ist Autor zahlreicher Publikationen zur deutschen Geschichte sowie zu den polnisch-deutschen Beziehungen mit einem Schwerpunkt auf dem 20. und fr\u00fchen 21. Jahrhundert.<br \/>\nF\u00fcr unsere Zeitung verfasst er seit Anfang 2026 regelm\u00e4\u00dfig die politische Kolumne \u201eNachbarschaft verpflichtet\u201c, in der er sich mit den deutsch-polnischen Beziehungen auseinandersetzt.[\/osoba]<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine neue Sonderausstellung im Oberschlesischen Landesmuseum zeigt Objekte, die sonst nur selten zu sehen sind und bislang \u00fcberwiegend in den Depots des Museums verborgen lagen. 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