{"id":79412,"date":"2026-05-20T05:00:19","date_gmt":"2026-05-20T03:00:19","guid":{"rendered":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/?p=79412"},"modified":"2026-05-19T22:53:46","modified_gmt":"2026-05-19T20:53:46","slug":"aus-unserer-geschichte-bulletin-der-freunde","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/aus-unserer-geschichte-bulletin-der-freunde\/","title":{"rendered":"Bulletin der Freunde"},"content":{"rendered":"<p><strong>In den beiden vorherigen Feuilletons schrieb ich \u00fcber die Presse der 1950er Jahre, die das Thema der deutschen Minderheit in Polen aus v\u00f6llig unterschiedlichen Positionen aufgriff. Auf der Zeitskala verschieben wir uns heute um etwa 30 Jahre \u2013 es erscheint das \u201eBulletin des Deutschen Freundschaftskreises in Schlesien\u201c, eine Art Presseorgan der Minderheitenbewegung in den letzten Jahren der Volksrepublik Polen.<\/strong><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Ein spezifisches Organ, denn jede Ausgabe endete mit dem Vermerk \u201ezum internen Gebrauch\u201c. Da das Ph\u00e4nomen dieser Bulletins wenig bekannt ist und sie gleichzeitig eine Fundgrube des Wissens \u00fcber die Untergrundstrukturen des DFK darstellen, wird der heutige Text eine Art Einf\u00fchrung in diese Thematik sein. In zwei weiteren Ausgaben m\u00f6chte ich mich auf die darin ver\u00f6ffentlichten Inhalte konzentrieren.<\/p>\n<p>Die Bulletins waren nicht nummeriert, sondern lediglich auf die einzelnen Monate datiert. Es gab dabei Ausgaben, die ein ganzes Quartal umfassten, und sogar Sonderausgaben. Sie erschienen stets in zwei Sprachversionen, wobei konsequent nur die polnischen Ortsnamen verwendet wurden. Grund daf\u00fcr war wohl die Angst vor dem Vorwurf des Revisionismus, der propagandistischen Keule der damaligen regimeh\u00f6rigen Medien. Der Vermerk \u00fcber den internen Gebrauch sollte ebenfalls eine Art Sicherung darstellen. Angesichts der wiederholten Verweigerung der Registrierung des Vereins der Deutschen hatten die Aktivisten n\u00e4mlich die These \u00fcbernommen, dass der DFK keine Organisation sei, sondern lediglich \u2013 wie der Name schon sagt \u2013 ein Freundeskreis.<\/p>\n<p>Im ersten, auf Dezember 1986 datierten Bulletin formulierten sie es wie folgt [Originalschreibweise]:<\/p>\n<p>Im Dezember 1985 entstand der \u201eDeutsche Freundschaftskreis in Schlesien\u201c, welcher sich zur Aufgabe gestellt hat, die Interessen aller Deutschen in Schlesien und Pommern zu vertreten.<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #ffcc00;\"><strong>Angesichts der wiederholten Verweigerung der Registrierung des Vereins der Deutschen hatten die Aktivisten die These \u00fcbernommen, dass der DFK keine Organisation sei, sondern lediglich \u2013 wie der Name schon sagt \u2013 ein Freundeskreis.<\/strong><\/span><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Als Hauptziele wurden in der ersten Ausgabe genannt: Pflege der deutschen Sprache, \u201eErhaltung des Deutschtums unter den Menschen deutscher Herkunft\u201c, Hilfe f\u00fcr Ausreisewillige nach Deutschland sowie \u201eDurchsetzung der kulturellen Rechte und des freien Kontaktes mit dem Vaterland gegen\u00fcber den polnischen Beh\u00f6rden\u201c f\u00fcr diejenigen, die bleiben wollen.<\/p>\n    <section class=\"newsy-widget\">\r\n        \r\n                                \r\n        <a class=\"newsy-card\" href=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/aus-unserer-geschichte-ein-blick-hinter-den-eisernen-vorhang\/\">\r\n            <div class=\"newsy-card-thumb\">\r\n                                    <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Als-Spaetaussiedler-begruessen-wir-obrazy-0-scaled-e1777286700393-150x150.jpg\" alt=\"Ein Blick hinter den (eisernen) Vorhang\">\r\n                            <\/div>\r\n            <div class=\"newsy-card-text\">\r\n            \t\r\n                            <span class=\"slider-subtitle\" style=\"font-size: 0.7rem !important; text-transform: uppercase !important;\">Aus unserer Geschichte<\/span>\r\n                                      \t\r\n            \t\r\n                <h3 class=\"newsy-card-title\">Ein Blick hinter den (eisernen) Vorhang<\/h3>\r\n                <span class=\"newsy-card-more\">Mehr lesen &rarr;<\/span>\r\n            <\/div>\r\n        <\/a>\r\n            <\/section>\r\n    \n<p>Die Aktivisten des Untergrund-DFK erkannten die Rolle der Medien. Ein Gro\u00dfteil des ersten Bulletins war einer recht optimistischen Darstellung der Bem\u00fchungen um die Genehmigung einer Monatszeitschrift mit einer Auflage von 10.000 Exemplaren gewidmet. Die Redaktion der \u201eUnsere Muttersprache\u201c \u2013 so sollte das Periodikum hei\u00dfen \u2013 hatte ihren Sitz in Kattowitz.<\/p>\n<p>Es w\u00e4re vielleicht gut, wenn in den Spalten des \u201eWochenblatt\u201c die Namen jener mutigen Menschen erschienen, die vor 40 Jahren versuchten, eine unabh\u00e4ngige Minderheitenpresse zu schaffen. Chefredakteur der geplanten Zeitschrift sollte Fryderyk Zaczyk (Ratiborhammer) werden, das Redaktionsteam sollte bilden [Originalschreibweise]: Ginter Kras\u00f3wka (Kandrzin-Cosel), Rosemarie Bia\u0142as (Breslau), Eugeniusz Piowczyk (Hindenburg), Ginter Marny (Beuthen), Maria Lewandowska (Czechowitz), Zygfried [sic!] Wranik (Ratiborhammer), Wilibald Waniek (Deschowitz), Alice Brzezi\u0144ska (Breslau), Urszula i Jacek Ka\u0142u\u017cny (Kattowitz) sowie der Schriftleiter Eugen Osmenda (Tichau).<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><strong>Micha\u0142 Matheja<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In den beiden vorherigen Feuilletons schrieb ich \u00fcber die Presse der 1950er Jahre, die das Thema der deutschen Minderheit in Polen aus v\u00f6llig unterschiedlichen Positionen aufgriff. 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