{"id":77913,"date":"2026-05-02T05:00:06","date_gmt":"2026-05-02T03:00:06","guid":{"rendered":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/?p=77913"},"modified":"2026-04-30T16:13:07","modified_gmt":"2026-04-30T14:13:07","slug":"deutsche-minderheiten-in-europa-minderheitenschulwesen-in-nordschleswig","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/deutsche-minderheiten-in-europa-minderheitenschulwesen-in-nordschleswig\/","title":{"rendered":"Deutsche Minderheiten in Europa: Warum viele Deutsche nach Nordschleswig ziehen"},"content":{"rendered":"<p><strong>In unserer Reihe \u201eDeutsche Minderheiten in Europa\u201c blicken wir \u00fcber Grenzen hinaus und beleuchten, was die deutschen Minderheiten in ganz Europa bewegt.<\/strong><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<h2>D\u00e4nemarks Deutsche mit steigenden Zahlen<\/h2>\n<p>Die deutsche Minderheit in D\u00e4nemark w\u00e4chst stetig. Der Prozess verl\u00e4uft jedoch anders als bei vielen anderen Volksgruppen, denn hier spielt Migration eine entscheidende Rolle. Immer mehr Menschen aus Schleswig-Holstein ziehen dauerhaft \u00fcber die Grenze \u2013 ein Trend, der seit Jahren anh\u00e4lt. Dabei ist die Abwanderung deutlich h\u00f6her als die R\u00fcckkehr nach Deutschland, was die Attraktivit\u00e4t des Nachbarlandes unterstreicht. Zahlen des Regionskontors und des Statistischen Bundesamtes zeigen, dass mittlerweile Zehntausende Deutsche in D\u00e4nemark leben, besonders in den Grenzregionen wie S\u00f8nderborg oder T\u00f8nder. Ein Grund f\u00fcr diesen Boom war die Corona-Zeit, in der viele Menschen pragmatischere L\u00f6sungen in D\u00e4nemark suchten. Immobilien wurden damals teilweise sogar ungesehen gekauft. Neben dem Lebensstil lockt auch der d\u00e4nische Arbeitsmarkt: Aufgrund des gro\u00dfen Fachkr\u00e4ftemangels wirbt D\u00e4nemark aktiv um Arbeitskr\u00e4fte und erleichtert den Einstieg durch einfache Online-Angebote. Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Claus Ruhe Madsen sieht D\u00e4nemark dennoch eher als Partner denn als Konkurrenten und betont die geringeren Lebenshaltungskosten im \u201eechten Norden\u201c.<br \/>\nQuelle: nordschleswiger.dk<\/p>\n<h2>Freunde der deutschen Sprache gesucht<\/h2>\n<p>Es ist eine Initiative, die als Vorbild dienen kann. Seit \u00fcber zehn Jahren werden in Russland \u201eMeister des Deutschen\u201c in verschiedenen Kategorien gesucht. Der Wettbewerb \u201eFreunde der deutschen Sprache\u201c geht inzwischen in seine elfte Runde. Veranstaltet wird er vom Internationalen Verband der deutschen Kultur, der damit ein klares Ziel verfolgt: die Freude an der deutschen Sprache sowie das Wissen \u00fcber die Geschichte der Russlanddeutschen lebendig zu halten. Ob einzeln oder im Team \u2013 alle in Russland lebenden Teilnehmer k\u00f6nnen kreative Projekte einreichen. Dabei geht es nicht um reines Auswendiglernen, sondern um Kreativit\u00e4t und den generationen\u00fcbergreifenden Austausch. Die Kategorien sind vielf\u00e4ltig: Familien, Schreibbegeisterte, Deutschlehrer, Jugendliche sowie Interessierte an Fotografie und Musik. Wer teilnehmen m\u00f6chte, sollte die Unterlagen sorgf\u00e4ltig vorbereiten. Einsendeschluss ist der 14. September 2026 \u00fcber die offizielle Website. Die Preisverleihung findet am 9. November 2026 statt.<br \/>\nQuelle: rusdeutsch.ru<\/p>\n<h2>Vergangenheitsexperten vereint<\/h2>\n<p>Zu einem besonderen Treffen kam es k\u00fcrzlich in der deutschen Botschaft in Prag. Experten der Erinnerungskultur kamen zusammen, um \u00fcber das deutsche Erbe in Tschechien zu diskutieren. Unter dem Motto \u201eVergangenheit verbindet\u201c berieten zahlreiche Engagierte dar\u00fcber, wie sich dieses Erbe in den b\u00f6hmischen Regionen bewahren l\u00e4sst. Organisiert wurde die Veranstaltung von der Botschaft, dem Zukunftsfonds, der Landesversammlung der deutschen Vereine sowie der Initiative Antikomplex. In verschiedenen Arbeitsgruppen ging es nicht nur um das Gedenken an die Vertreibung, sondern auch um praktische Fragen wie die Pflege alter deutscher Friedh\u00f6fe oder die Erforschung historischer Spuren. Die Gespr\u00e4che wurden h\u00e4ufig zweisprachig gef\u00fchrt, was den Dialog besonders lebendig machte. Ein wichtiger Ausblick betrifft das Jahr 2026: Dann soll der Sudetendeutsche Tag erstmals in Tschechien, genauer gesagt in Br\u00fcnn, stattfinden. David Macek vom Festival \u201eMeeting Brno\u201c betonte, dass es nicht nur um Vergangenheit gehe, sondern um das heutige Zusammenleben. Er rief dazu auf, Vers\u00f6hnung aktiv zu gestalten und politischer Instrumentalisierung vorzubeugen.<br \/>\nQuelle: landesecho.cz<\/p>\n<div id=\"attachment_77916\" style=\"width: 2237px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-77916\" class=\"size-full wp-image-77916\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Foto2-KW18lb-Minderheiten.jpg\" alt=\"\" width=\"2227\" height=\"1485\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Foto2-KW18lb-Minderheiten.jpg 2227w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Foto2-KW18lb-Minderheiten-300x200.jpg 300w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Foto2-KW18lb-Minderheiten-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Foto2-KW18lb-Minderheiten-768x512.jpg 768w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Foto2-KW18lb-Minderheiten-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Foto2-KW18lb-Minderheiten-2048x1366.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 2227px) 100vw, 2227px\" \/><p id=\"caption-attachment-77916\" class=\"wp-caption-text\">Verschiedene Experten kamen beim Treffen zusammen.<br \/>Foto: LandesEcho \/ Lennard Halfmann.<\/p><\/div>\n<h2>Ungarndeutsche ohne Mandat<\/h2>\n<p>Die j\u00fcngsten Parlamentswahlen in Ungarn sorgten landesweit f\u00fcr gro\u00dfe Aufmerksamkeit \u2013 jedoch nicht ohne Entt\u00e4uschungen. Die Liste der Ungarndeutschen konnte kein Mandat erringen. Die Stimmen reichten nicht aus, um einen Abgeordneten mit vollem Stimmrecht ins Parlament zu entsenden. Dennoch zeigt das Ergebnis deutlich: Die deutsche Minderheit m\u00f6chte politisch vertreten sein. Die Wahlbeteiligung lag bei \u00fcber 97 Prozent und war damit au\u00dfergew\u00f6hnlich hoch. Von rund 22.800 registrierten W\u00e4hlern gaben fast alle ihre Stimme ab. Am Ende fehlten jedoch einige Tausend Stimmen, um die erforderliche H\u00fcrde zu \u00fcberwinden. Unklar bleibt, warum so viele Stimmen ung\u00fcltig waren. Gregor Gallai wird die Gemeinschaft nun als Sprecher ohne Stimmrecht vertreten und sieht das Ergebnis nicht als Niederlage, sondern als Motivation. Seine Ziele bleiben klar: die deutsche Sprache bewahren, Traditionen pflegen und insbesondere die Jugend st\u00e4rker einbinden.<br \/>\nQuelle: zentrum.hu<\/p>\n<h2>Karpatendeutscher Aktivist verstorben<\/h2>\n<p>Die deutsche Minderheit in der Slowakei trauert um Ondrej P\u00f6ss. Der langj\u00e4hrige Vorsitzende des Karpatendeutschen Vereins (KDV) verstarb am 20. April 2026 im Alter von 75 Jahren. P\u00f6ss wurde 1950 in Krickerhau geboren und blieb seiner Heimat auch nach seinem Umzug nach Bratislava eng verbunden. Urspr\u00fcnglich in der Wissenschaft t\u00e4tig, widmete er sich vor allem der Kulturarbeit. Er war ma\u00dfgeblich am Aufbau des Museums der Kultur der Karpatendeutschen beteiligt, das er ab 1994 \u00fcber 25 Jahre lang leitete. Unter seiner F\u00fchrung wuchs die Sammlung auf Tausende Exponate an und erlangte internationale Bekanntheit. Auch im Verein engagierte er sich \u00fcber Jahrzehnte hinweg in f\u00fchrenden Positionen. F\u00fcr sein Wirken erhielt er zahlreiche Auszeichnungen aus Deutschland und \u00d6sterreich. Die Beerdigung fand am 23. April im engsten Familienkreis in Bratislava statt.<br \/>\nQuelle: karpatenblatt.sk<\/p>\n<div id=\"attachment_77920\" style=\"width: 675px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-77920\" class=\"size-full wp-image-77920\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Ondrej-Poess.jpg\" alt=\"\" width=\"665\" height=\"833\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Ondrej-Poess.jpg 665w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Ondrej-Poess-239x300.jpg 239w\" sizes=\"auto, (max-width: 665px) 100vw, 665px\" \/><p id=\"caption-attachment-77920\" class=\"wp-caption-text\">Ondrej P\u00f6ss.<br \/>Foto: Karpatendeutscher Verein in der Slowakei<\/p><\/div>\n<h2>Rum\u00e4niendeutsche wird Jugendchefin<\/h2>\n<p>Die rum\u00e4niendeutsche Aktivistin Johanna K\u00e9zdi wurde zur Pr\u00e4sidentin der Jugend Europ\u00e4ischer Volksgruppen (JEV) gew\u00e4hlt. Die Wahl fand k\u00fcrzlich bei einem Treffen in Morlaix in der franz\u00f6sischen Bretagne statt. Damit \u00fcbernimmt sie die Leitung der gr\u00f6\u00dften europ\u00e4ischen Organisation f\u00fcr junge Menschen aus sprachlichen und kulturellen Minderheiten. K\u00e9zdi war bereits zuvor im Vorstand f\u00fcr Presse und Kommunikation verantwortlich. Sie folgt auf Louis Albert-Becker und m\u00f6chte neue Impulse setzen. Besonders wichtig ist ihr, dass junge Menschen aus Minderheiten ihre Stimme erheben und sichtbar werden. F\u00fcr ihre zweij\u00e4hrige Amtszeit hat sie klare Ziele formuliert: eine st\u00e4rkere Zusammenarbeit innerhalb des Netzwerks sowie eine bessere Verbindung zwischen Vorstand und lokalen Organisationen. Neben ihr wurden auch weitere Positionen im Vorstand neu besetzt, etwa im Bereich Minderheitenrechte. Zahlreiche Organisationen haben bereits ihre Unterst\u00fctzung zugesagt.<br \/>\nQuelle: fdgr.ro<\/p>\n<div id=\"attachment_77918\" style=\"width: 2058px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-77918\" class=\"size-full wp-image-77918\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/johanna-kezdi.jpg\" alt=\"\" width=\"2048\" height=\"2048\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/johanna-kezdi.jpg 2048w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/johanna-kezdi-300x300.jpg 300w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/johanna-kezdi-1024x1024.jpg 1024w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/johanna-kezdi-150x150.jpg 150w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/johanna-kezdi-768x768.jpg 768w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/johanna-kezdi-1536x1536.jpg 1536w\" sizes=\"auto, (max-width: 2048px) 100vw, 2048px\" \/><p id=\"caption-attachment-77918\" class=\"wp-caption-text\">Johanna Kezdi.<br \/>Foto: FUEN<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: right;\"><strong>\u0141ukasz Bi\u0142y<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In unserer Reihe \u201eDeutsche Minderheiten in Europa\u201c blicken wir \u00fcber Grenzen hinaus und beleuchten, was die deutschen Minderheiten in ganz Europa bewegt.<\/p>\n","protected":false},"author":261,"featured_media":77914,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[5625],"tags":[7748,7423,7361,7746,7747,7744,7745],"redaktor":[6080],"class_list":["post-77913","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-kultur-de","tag-deutsche-minderheit-in-der-slowakei-de","tag-deutsche-minderheiten-in-europa-de","tag-gregor-gallai-de","tag-johanna-kezdi","tag-jugend-europaeischer-volksgruppen-jev","tag-liste-der-ungarndeutschen","tag-ondrej-poess","redaktor-lukasz-bily-de"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/77913","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/261"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=77913"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/77913\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":78046,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/77913\/revisions\/78046"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/77914"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=77913"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=77913"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=77913"},{"taxonomy":"redaktor","embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/redaktor?post=77913"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}