{"id":77491,"date":"2026-04-26T05:00:50","date_gmt":"2026-04-26T03:00:50","guid":{"rendered":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/?p=77491"},"modified":"2026-04-24T12:10:40","modified_gmt":"2026-04-24T10:10:40","slug":"4-sonntag-der-osterzeit-wort-zum-sonntag-von-bischofsvikar-dr-peter-tarlinski-10","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/4-sonntag-der-osterzeit-wort-zum-sonntag-von-bischofsvikar-dr-peter-tarlinski-10\/","title":{"rendered":"Wort zum Sonntag von Bischofsvikar Dr. Peter Tarlinski"},"content":{"rendered":"<p><strong>4. Sonntag der Osterzeit<\/strong><\/p>\n<p><strong>Lesung: Apg 2,14a.36\u201341 <\/strong><br \/>\n<strong>Lesung: 1 Petr 2,20b\u201325<\/strong><br \/>\n<strong>Evangelium: Joh 10,1\u201310<\/strong><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Die Osterzeit enth\u00fcllt durch die Zusammensetzung der liturgischen Texte die W\u00fcrde und die Kraft Jesu Christi. Der gekreuzigte Messias lebt. Am heutigen Sonntag wird er bildhaft als der Hirte und die T\u00fcr (das Tor) dargestellt. Als solcher dient er dem Leben. Lassen wir das schrittweise auf uns einwirken.<\/p>\n<h2>Christus als T\u00fcr<\/h2>\n<p>In den pastoralen Verh\u00e4ltnissen des alten Nahen Ostens waren Schafst\u00e4lle steinerne Umz\u00e4unungen mit nur einem einzigen Eingang. Es waren keine T\u00fcren in unserem heutigen Verst\u00e4ndnis, sondern schmale, offene Durchg\u00e4nge, die nach innen und au\u00dfen f\u00fchrten. Der Hirte legte sich in den Eingang der Umz\u00e4unung und wurde selbst zur \u201elebendigen T\u00fcr\u201c. Wenn die Schafe hinausgehen wollten, mussten sie an ihm vorbeigehen. Kein Raubtier konnte unbemerkt in den Stall eindringen. Der Hirte sch\u00fctzte die Herde mit sich selbst, mit seinem eigenen K\u00f6rper. Wenn Jesus sagt: \u201eIch bin die T\u00fcr der Schafe\u201c, zeigt er damit, dass er bereit ist, sein Leben f\u00fcr seine Schafe hinzugeben. Das bedeutet, dass seine Herde \u2013 die Gemeinschaft der Glaubenden \u2013 bei ihm sicher ist.<\/p>\n<p>In der heutigen Zeit zeigt sich jedoch eine Tendenz, die Herde Christi zu verlassen und durch andere \u201eT\u00fcren\u201c in verschiedenste Welten einzutreten. Die einen versprechen Erfolg, andere schnellen Gewinn, wieder andere die Erf\u00fcllung aller W\u00fcnsche. Doch die T\u00fcr, die zur F\u00fclle des Lebens und zur Erf\u00fcllung des Daseins f\u00fchrt, ist allein Christus. Er l\u00e4sst den Menschen nicht vor verschlossenen T\u00fcren stehen \u2013 er selbst ist Gastgeber geworden, die Schwelle, die \u00fcberschritten werden darf, die T\u00fcr, durch die man eintreten kann in die Herde (die Gemeinschaft der Glaubenden), um Freiheit, Sicherheit, F\u00fcrsorge und Wachstum zu erfahren.<\/p>\n<h2>Christus als Stimme<\/h2>\n<p>Die Schafe kennen die Stimme des Hirten, darum folgen sie ihm. Der Hirte kennt seine Schafe beim Namen. Er geht ihnen voran und f\u00fchrt sie auf fruchtbare Weiden. Die Schafe, die die Stimme ihres Hirten kennen, werden einem Fremden nicht folgen, sondern vor ihm fliehen. Das ist ein wichtiger Hinweis f\u00fcr die Gl\u00e4ubigen unserer Zeit. Jesus ist der gute Hirte. Wer auf seine Worte h\u00f6rt und wei\u00df, was Christus sagt, lebt in Sicherheit. Falsche und tr\u00fcgerische Stimmen gibt es in unserer Wirklichkeit viele. Es fehlt nicht an Dieben und R\u00e4ubern, die sich in die Gemeinschaft der Glaubenden einschleichen, die Herde Gottes auseinanderrei\u00dfen, stehlen, zerst\u00f6ren und t\u00f6ten. Deshalb warnt Jesus davor, ihn zu verlassen, und ruft dazu auf, bei ihm zu bleiben, seiner Stimme zu folgen und nach seinen Weisungen zu handeln. Das wird m\u00f6glich, wenn der Mensch Christus sein Vertrauen schenkt. Die Stimme des Hirten h\u00f6rt man nicht im L\u00e4rm der Welt \u2013 sie reift in der Stille des Herzens, das gelernt hat zu h\u00f6ren, zu unterscheiden und das Wort in die Tat umzusetzen.<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #ffcc00;\"><strong>Letztlich geht es um ein Leben, das in der Beziehung zu Gott verwurzelt ist \u2013 ein Leben, das aus der Liebe w\u00e4chst und den Tod \u00fcbersteigt.<\/strong><\/span><\/p>\n<\/blockquote>\n<h2>Christus als Spender des Lebens in F\u00fclle<\/h2>\n<p>Seine Gegenwart und seine Sendung beschreibt Christus mit den Worten: \u201eIch bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in F\u00fclle haben.\u201c \u201eF\u00fclle\u201c bedeutet nicht ein leichtes Leben. Es bedeutet nicht die Abwesenheit von Leiden. Es bedeutet auch nicht Erfolg nach Ma\u00dfst\u00e4ben der Welt.<\/p>\n<p>Christus spricht von einem Leben, das Tiefe besitzt \u2013 das selbst dann Sinn hat, wenn es durch Schwierigkeiten hindurchgeht. Letztlich geht es um ein Leben, das in der Beziehung zu Gott verwurzelt ist \u2013 ein Leben, das aus der Liebe w\u00e4chst und den Tod \u00fcbersteigt. Christus, der gute Hirte, gibt den Schafen Leben und gibt sein eigenes Leben f\u00fcr sie hin. Das ist eine radikale Neuheit gegen\u00fcber den alttestamentlichen Bildern des Hirten: Jesus, der Hirte, f\u00fchrt nicht nur, sondern stirbt f\u00fcr die Schafe. Das ist das Ma\u00df der Liebe. Die J\u00fcnger sind aufgerufen, den Hirten nachzuahmen, indem sie sich selbst hingeben. Auf diese Weise wird die Gemeinschaft der Glaubenden zu einer sicheren Herde, zu einem Raum des Friedens, der Geborgenheit und des Gl\u00fccks. In diese Gemeinschaft sind wir eingeladen.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><strong>Bischofsvikar Peter Tarlinski<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>4. 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