{"id":77428,"date":"2026-04-27T05:00:58","date_gmt":"2026-04-27T03:00:58","guid":{"rendered":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/?p=77428"},"modified":"2026-04-24T18:10:49","modified_gmt":"2026-04-24T16:10:49","slug":"die-wahl-der-neuen-fuehrung-des-verbands-der-deutschen-sozial-kulturellen-gesellschaften-in-polen-vdg-steht-bevor-interview-mit-damian-stefaniak","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/die-wahl-der-neuen-fuehrung-des-verbands-der-deutschen-sozial-kulturellen-gesellschaften-in-polen-vdg-steht-bevor-interview-mit-damian-stefaniak\/","title":{"rendered":"Die Wahl der neuen F\u00fchrung des VdG steht bevor"},"content":{"rendered":"<h1>Der richtige Kurs<\/h1>\n<p><strong>Im Mai 2026 finden die Wahlen der neuen F\u00fchrung des Verbands der deutschen sozial-kulturellen Gesellschaften in Polen (VdG) statt, was mit dem 35-j\u00e4hrigen Bestehen der Organisation zusammenf\u00e4llt. Aus diesem Grund haben wir uns an die Mitglieder des noch amtierenden VdG-Vorstands mit Fragen zur laufenden Amtszeit gewandt. Wir fragten auch, was im Hinblick auf die n\u00e4chsten vier Jahre ge\u00e4ndert, verbessert oder beibehalten werden sollte.<\/strong><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Gespr\u00e4ch mit Damian Stefaniak (Liegnitz), Mitglied des VdG-Vorstands:<\/p>\n<h3>Haben die VdG-Verantwortlichen in den vergangenen vier Jahren die gesetzten Ziele wirksam umgesetzt, und welche der erreichten Ziele halten Sie f\u00fcr priorit\u00e4r?<\/h3>\n<p>Ich denke, dass die zu Ende gehende Amtszeit eine Zeit intensiver Arbeit und einer weitgehend erfolgreichen Umsetzung der gesetzten Ziele war. Besonders wichtig war die St\u00e4rkung der Organisationsstrukturen und die Verbesserung der Kommunikation sowohl innerhalb des Verbands als auch mit externen Partnern.<\/p>\n<p>Als priorit\u00e4r w\u00fcrde ich die Ma\u00dfnahmen f\u00fcr die junge Generation betrachten \u2013 die Entwicklung von Bildungsprojekten, die Unterst\u00fctzung von Jugendinitiativen und den Aufbau ihres Engagements in der deutschen Minderheit in Polen. Ebenso wichtig war die Aufrechterhaltung der finanziellen Stabilit\u00e4t der Organisation und die wirksame Vertretung der Interessen unserer Mitglieder auf nationaler und internationaler Ebene.<\/p>\n<p>Es ist auch hervorzuheben, dass es in dieser Zeit gelungen ist, die Beziehungen sowohl zu Partnern in Deutschland als auch zu polnischen Institutionen, einschlie\u00dflich der Regierungsverwaltung, zu erhalten und auszubauen. In den gegenw\u00e4rtigen Realit\u00e4ten ist das nicht selbstverst\u00e4ndlich, daher ist die Stabilit\u00e4t und Kontinuit\u00e4t des Dialogs umso mehr zu sch\u00e4tzen.<\/p>\n<p>Eine gro\u00dfe Rolle spielte hier auch die Aktivit\u00e4t unserer Vertreter auf internationaler Ebene. Sowohl Bernard Gaida als auch Rafa\u0142 Bartek haben sehr Bedeutsames im Bereich der Lobbyarbeit in Berlin geleistet \u2013 dadurch wird die Stimme der deutschen Minderheit aus Polen immer st\u00e4rker geh\u00f6rt, und wir selbst werden zu einem immer wichtigeren und verl\u00e4sslicheren Partner f\u00fcr die deutsche Seite. Das zeigt, wie wichtig starke F\u00fchrungspers\u00f6nlichkeiten innerhalb einer gut organisierten Struktur sind.<\/p>\n<p>Es ist auch wichtig anzumerken, dass die deutsche Minderheit sowie andere nationale Minderheiten trotz des Fehlens eines eigenen Vertreters im Sejm weiterhin auf zentraler Ebene pr\u00e4sent sind. Das Funktionieren des Sekretariats der Minderheitenseite in der Kanzlei des Sejm sowie die Anwesenheit eines Minderheitenberaters des Marschalls zeigen, dass unsere Stimme in der \u00f6ffentlichen Debatte weiterhin geh\u00f6rt wird und pr\u00e4sent ist.<\/p>\n<p>Ich freue mich auch \u00fcber die positiven Ver\u00e4nderungen im Medienbereich. Die Umwandlung des Wochenblatts.pl in eine Monatszeitschrift ist ein Schritt in die richtige Richtung \u2013 heute pr\u00e4sentiert sich diese Publikation sowohl formal als auch inhaltlich wesentlich professioneller. Wichtig ist, dass sich diese Ver\u00e4nderung nicht nur auf das Papier beschr\u00e4nkt hat \u2013 wir sehen einen deutlichen \u00dcbergang zu einer modernen Medienstrategie, die Print mit einer aktiven Pr\u00e4senz im Internet und neuen Kommunikationsformaten verbindet.<\/p>\n<p>Ich sehe auch deutlich, dass der Verband unter der Leitung von Joanna Hassa immer professioneller und strukturierter wird und in vielen Aspekten wie eine stabile, gut gef\u00fchrte Organisation zu funktionieren beginnt.<\/p>\n<p>Das bevorstehende 35-j\u00e4hrige Bestehen des VdG ist ein passender Moment f\u00fcr eine Bilanz, aber auch, um zu zeigen, dass wir als Organisation gereift sind und bereit f\u00fcr die n\u00e4chsten Herausforderungen.<\/p>\n<h3>Sollte der von der VdG-F\u00fchrung in der zu Ende gehenden Amtszeit eingeschlagene Kurs Ihrer Meinung nach ohne jede \u00c4nderung fortgesetzt werden? Oder braucht er ein Lifting?<\/h3>\n<p>Grunds\u00e4tzlich denke ich, dass der von der derzeitigen F\u00fchrung eingeschlagene Kurs richtig war und fortgesetzt werden sollte. Nat\u00fcrlich sollte jede folgende Amtszeit die sich \u00e4ndernden gesellschaftlichen, politischen und organisatorischen Gegebenheiten ber\u00fccksichtigen, daher ist ein gewisses \u201eLifting\u201c nat\u00fcrlich und geradezu notwendig.<\/p>\n<p>Ein gutes Beispiel f\u00fcr den richtigen Kurs ist die Entwicklung der Medien \u2013 wie schon gesagt, die Umwandlung des Wochenblatts.pl in das neue Wochenblatt.pl und der \u00dcbergang zu einer Medienplattform, die Print, ein Internetportal sowie neue Formate wie Podcasts oder Videomaterialien verbindet.<\/p>\n<p>Ebenso positiv bewerte ich die Entwicklung eigener Medienformate wie Wochenblatt.TV, die es erm\u00f6glichen, n\u00e4her an den Ereignissen zu sein und die Aktivit\u00e4ten der Minderheit auf moderne Weise zu zeigen.<\/p>\n<p>Ein zweiter konkreter Bereich ist die Arbeit mit der Jugend. F\u00fchrungs-, Schulungs- und Bildungsprojekte sind sehr gut entwickelt und umfassen ein breites Angebot an Aktivit\u00e4ten \u2013 von Workshops bis hin zu Programmen der F\u00fchrungskr\u00e4fteentwicklung. Der n\u00e4chste Schritt sollte jedoch sein, diese Aktivit\u00e4ten noch st\u00e4rker mit dem tats\u00e4chlichen Einfluss junger Menschen auf das Funktionieren der Organisation zu verbinden.<\/p>\n<p>Ich sehe auch die Notwendigkeit, die internen Prozesse weiter zu ordnen, damit die Organisation effizienter arbeitet, schneller Entscheidungen trifft und f\u00fcr ihre Mitglieder transparenter wird.<\/p>\n<p>Kontinuit\u00e4t sollte nicht Stillstand bedeuten, sondern eine auf bisherigen Erfahrungen basierende Entwicklung, verbunden mit dem Mut zur Einf\u00fchrung konkreter Verbesserungen.<\/p>\n<h3>Wo sehen Sie die Notwendigkeit f\u00fcr gr\u00f6\u00dfere Korrekturen in der Arbeit des VdG und warum?<\/h3>\n<p>Das gr\u00f6\u00dfte Bed\u00fcrfnis nach Ver\u00e4nderung sehe ich im Bereich der Mitgliederaktivierung und des Aufbaus eines dauerhaften Engagements auf lokaler Ebene. An vielen Orten ist es nach wie vor eine Herausforderung, neue Personen zu erreichen und ihre Aktivit\u00e4t in der Organisation aufrechtzuerhalten.<\/p>\n<p>Ein weiterer Bereich, der korrekturbed\u00fcrftig ist, ist die bessere Nutzung des Potenzials der Jugend \u2013 nicht nur durch die Schaffung von Projekten f\u00fcr sie, sondern auch durch die tats\u00e4chliche Einbeziehung junger Menschen in Entscheidungsprozesse. Ich denke, dass ohne eine deutliche Verj\u00fcngung der Organisationsvorst\u00e4nde schwer von ihrer Zukunft die Rede sein kann \u2013 wir brauchen mehr Mut, Verantwortung an die j\u00fcngere Generation abzugeben und sie an echter Mitbestimmung teilhaben zu lassen.<\/p>\n<p>Ich sehe auch die Notwendigkeit, ein koh\u00e4rentes und langfristiges Konzept f\u00fcr das Eichendorff-Zentrum in Lubowitz zu erarbeiten. Dieser Ort hat eine au\u00dfergew\u00f6hnliche historische und kulturelle Bedeutung f\u00fcr unsere Gemeinschaft, insbesondere in Schlesien. Die gemeinsame Erarbeitung einer klaren Entwicklungsperspektive w\u00fcrde es erm\u00f6glichen, das Potenzial dieses Ortes besser zu nutzen und gleichzeitig dieses wichtige Erbe f\u00fcr zuk\u00fcnftige Generationen zu bewahren.<\/p>\n<h3>Werden Sie bei den n\u00e4chsten Wahlen der neuen VdG-F\u00fchrung f\u00fcr den Vorstand kandidieren?<\/h3>\n<p>Ich werde kandidieren. Ich m\u00f6chte jedoch nicht Vorsitzender des VdG werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">Das Gespr\u00e4ch f\u00fchrte <strong>Krzysztof \u015awierc<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der richtige Kurs Im Mai 2026 finden die Wahlen der neuen F\u00fchrung des Verbands der deutschen sozial-kulturellen Gesellschaften in Polen (VdG) statt, was mit dem 35-j\u00e4hrigen Bestehen der Organisation zusammenf\u00e4llt. Aus diesem Grund haben wir uns an die Mitglieder des noch amtierenden VdG-Vorstands mit Fragen zur laufenden Amtszeit gewandt. 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