{"id":75673,"date":"2026-04-03T12:30:10","date_gmt":"2026-04-03T10:30:10","guid":{"rendered":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/?p=75673"},"modified":"2026-04-02T13:12:38","modified_gmt":"2026-04-02T11:12:38","slug":"deutsche-minderheiten-in-europa-7","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/deutsche-minderheiten-in-europa-7\/","title":{"rendered":"Deutsche Minderheiten in Europa"},"content":{"rendered":"<p><strong>In unserer Reihe \u201eDeutsche Minderheiten in Europa\u201c blicken wir \u00fcber Grenzen hinaus und beleuchten, was die deutschen Minderheiten in ganz Europa bewegt.<\/strong><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<h3>Wichtiges Treffen in schwierigen Bedingungen<\/h3>\n<p>In schwierigen Zeiten brauchen nationale Minderheiten am meisten Unterst\u00fctzung. Diesem Bed\u00fcrfnis ist man in der Ukraine nachgegangen und hat eine Pr\u00fcfung der Situation durch die Organisation f\u00fcr Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa eingeleitet. Auch die deutsche Minderheit war Gegenstand eines Treffens zu diesem Thema. Beim Gesandten der OSZE handelte es sich um Christophe Kamp, der vor allem aus erster Hand sich ein Bild \u00fcber die Lage der Minderheiten machen wollte. Unter der Leitung von Ashot Avanesyan, dem Vorsitzenden des Rates der Nationalen Gemeinschaften der Ukraine, versammelte sich ein breites Spektrum an Ethnien \u2013 von Roma, Belarusen und Armeniern bis hin zu Tschechen, Griechen und Vertretern der arabischen Gemeinschaft. Im Fokus standen der Schutz von Sprachrechten, der Kampf gegen Diskriminierung sowie die rechtliche Absicherung der Minderheiten w\u00e4hrend der russischen Aggression. Die deutsche Minderheit betonte dabei ihre Rolle als Br\u00fcckenbauer nach Europa und brachte ihre Expertise in die Gesetzgebung ein. Kommissar Kamp sicherte zu, die geschilderten Sorgen und Initiativen direkt in die k\u00fcnftige Arbeit der OSZE einflie\u00dfen zu lassen, um die europ\u00e4ischen Standards im Minderheitenschutz auch unter Kriegsbedingungen zu wahren.<\/p>\n<p>Quelle: deutsche.in.ua.<\/p>\n<div id=\"attachment_75674\" style=\"width: 2570px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-75674\" class=\"size-full wp-image-75674\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/DO-GRAFIKI-Foto1-KW14lb-Minderheiten-scaled.jpg\" alt=\"\" width=\"2560\" height=\"1920\" \/><p id=\"caption-attachment-75674\" class=\"wp-caption-text\">Vertreter nationaler Minderheiten aus der Ukraine mit dem Gesandten der OSZE.<br \/>Foto: deutsche.in.ua.<\/p><\/div>\n<h3>Jugendliche nehmen Erinnerungen auf<\/h3>\n<p>Wie man Erinnerungen auf eine jugendliche, moderne Art aufnimmt zeigt gerade, die deutsche Minderheit aus Ungarn. Dort nahm man die Geschichten von Zeitzeugen in Form eines Podcast auf. Unter dem inspirierenden Titel \u201ePodcast trifft Erinnerungskultur\u201c wandelten junge Menschen historische Erz\u00e4hlungen in ein zeitgem\u00e4\u00dfes Audioformat um. Das Projekt bot Sch\u00fclern und Studierenden, insbesondere aus den Reihen der deutschen Gemeinschaft, die Chance, Geschichte nicht nur aus Lehrb\u00fcchern zu lernen, sondern sie aktiv mitzugestalten. In einer mehrteiligen Workshopreihe tauchten die Teilnehmer tief in die Welt der Audioproduktion ein. Von der theoretischen Basis bis hin zur praktischen Umsetzung am Mikrofon lernten sie, wie man packende Interviews f\u00fchrt. Die Referentin Helen Hahmann begleitete die Nachwuchs-Podcaster dabei, die Berichte von Zeitzeugen und deren Angeh\u00f6rigen so aufzubereiten, dass ein lebendiges Bild der Vergangenheit entsteht. Diese Initiative, die vom Lenau Haus ins Leben gerufen wurde, entstand durch die enge Zusammenarbeit der ifa-Kulturmanagerin Carmen Rohr\u00dfen mit dem Germanistikinstitut der Universit\u00e4t P\u00e9cs. Beteiligt waren unter anderem Lernende des Valeria-Koch-Bildungszentrums sowie des Mih\u00e1ly Babits Gymnasiums.<\/p>\n<p>Quelle: Lenau Haus.<\/p>\n<h3>Volksgruppenbuch bei Leipziger Messe der Hit<\/h3>\n<p>Ein Buch \u00fcber die deutsche Minderheit in Kasachstan gewinnt im Moment zunehmend an Beliebtheit. Bei der unl\u00e4ngst stattgefunden Leipziger Buchmesse hat der Roman \u201eFische im Tr\u00fcben\u201c eine Nominierung f\u00fcr den Messepreis erhalten. Das Erstlingswerk von Elli Unruh, die selbst in Kasachstan geboren wurde und heute am Deutschen Literaturarchiv in Marbach t\u00e4tig ist, gilt als die gro\u00dfe \u00dcberraschung der Literatursaison. Mit feinsinniger Poesie beleuchtet sie das Schicksal der Mennoniten in den 1970er- und 80er-Jahren, einer Gemeinschaft, f\u00fcr die das Deutsche zur letzten Bastion ihrer Identit\u00e4t wurde. Historisch verwurzelt in der T\u00e4uferbewegung der Reformationszeit, folgten viele Mennoniten einst dem Ruf Katharinas der Gro\u00dfen ins Russische Reich. Doch die zugesicherte Autonomie und Religionsfreiheit endeten j\u00e4h mit der Revolution 1917. Unter dem stalinistischen Regime folgten Enteignungen und nach dem deutschen \u00dcberfall 1941 die brutale Deportation nach Sibirien und Nordkasachstan. Unruh schildert eindringlich, wie die \u00dcberlebenden trotz Verboten und dem Stempel als \u201eVolksfeinde\u201c in der zentralasiatischen Steppe versuchten, ihre Kultur zu bewahren. Ihr Roman gibt dieser oft vergessenen Geschichte der Russlanddeutschen eine kraftvolle, literarische Stimme.<\/p>\n<p>Quelle: swr.de<\/p>\n<div id=\"attachment_75676\" style=\"width: 1603px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-75676\" class=\"size-full wp-image-75676\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Foto2-KW14lb-Minderheiten-scaled.jpg\" alt=\"\" width=\"1593\" height=\"2560\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Foto2-KW14lb-Minderheiten-scaled.jpg 1593w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Foto2-KW14lb-Minderheiten-187x300.jpg 187w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Foto2-KW14lb-Minderheiten-637x1024.jpg 637w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Foto2-KW14lb-Minderheiten-768x1235.jpg 768w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Foto2-KW14lb-Minderheiten-956x1536.jpg 956w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Foto2-KW14lb-Minderheiten-1274x2048.jpg 1274w\" sizes=\"auto, (max-width: 1593px) 100vw, 1593px\" \/><p id=\"caption-attachment-75676\" class=\"wp-caption-text\">Elli Unruh.<br \/>Foto: Amrei-Marie\/Wikimedia Commons.<\/p><\/div>\n<h3>Wettbewerb f\u00fcr Minderheitenk\u00fcnstler<\/h3>\n<p>Die Deutsche Gesellschaft bietet dieses Jahr literarisch begabten Angeh\u00f6rigen der deutschen Minderheiten eine M\u00f6glichkeit sich bei einem Wettbewerb zu beweisen. Unter dem Motto \u201eWortbr\u00fccken\u201c sucht der Verein zusammen mit der Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen nach pers\u00f6nlichen Essays, die sich mit den Themen Identit\u00e4t, Herkunft und dem Leben zwischen verschiedenen Kulturen auseinandersetzen. Angesprochen sind junge Menschen im Alter von 15 bis 35 Jahren \u2013 darunter Sp\u00e4taussiedler, Nachfahren von Vertriebenen sowie Mitglieder deutscher Gemeinschaften im Ausland. Ziel ist es, die oft unterrepr\u00e4sentierten Perspektiven dieser \u201eBr\u00fcckenbauer\u201c sichtbar zu machen. Das Essay-Format bietet dabei den n\u00f6tigen Freiraum, um eigene Erfahrungen und Gedanken kreativ zu verarbeiten. Wer teilnehmen m\u00f6chte, kann seinen deutschsprachigen Text (1.500 bis 3.500 W\u00f6rter) bis zum 1. Juni 2026 einreichen. Eine Fachjury k\u00fcrt die besten Arbeiten, die anschlie\u00dfend online ver\u00f6ffentlicht werden. Neben Preisgeldern f\u00fcr die ersten drei Pl\u00e4tze lobt die Stiftung Verbundenheit spezielle Sonderpreise f\u00fcr herausragende Beitr\u00e4ge aus den Minderheiten aus. Die feierliche Ehrung der Gewinner findet im September in Berlin statt.<\/p>\n<p>Quelle: stiftung-verbundenheit.de.<\/p>\n<h3>Bild der Sudetendeutschen im neuen Buch verewigt<\/h3>\n<p>Das Bild eines schwierigen Schicksals wurde in einem unl\u00e4ngst ver\u00f6ffentlichten Buch im Kontext der Sudetendeutschen pr\u00e4sentiert. Dem Historiker Thomas Oellermann ging es dabei vor allem darum, pr\u00e4zise in der Darstellung zu sein. Mit seinem Gedenkbuch \u201eEs ging um alles\u201c r\u00fcckt er eine oft \u00fcbersehene Gruppe ins Rampenlicht: die sudetendeutschen Sozialdemokraten, die sich mutig dem Nationalsozialismus entgegenstellten. W\u00e4hrend die Mehrheit der Region Hitler zujubelte, zahlten diese Menschen einen hohen Preis \u2013 sie wurden verfolgt, in die Emigration getrieben oder ermordet. Und jene, die den Krieg \u00fcberstanden, ereilte oft dennoch die Vertreibung aus der Tschechoslowakei. Da kein zentrales Parteiarchiv existiert, glich die Erstellung des Werkes einer m\u00fchsamen Detektivarbeit. Oellermann trug \u00fcber Jahre hinweg 1.200 Biografien aus Zeitungsartikeln und privaten Quellen zusammen, um den vergessenen Akteuren ein Gesicht zu geben. Die Spanne reicht von kurzen Notizen \u00fcber einfache Arbeiterinnen bis hin zu ausf\u00fchrlichen Lebenswegen politischer Schwergewichte wie Siegfried Taub. Herausgegeben in der Schriftenreihe der Seliger-Gemeinde, bietet das eine einzigartige Dokumentation \u00fcber Zivilcourage und den harten \u00dcberlebenskampf einer demokratischen Minderheit in dunklen Zeiten.<\/p>\n<p>Quelle: deutsch.radio.cz.<\/p>\n<h3>Handbuch f\u00fcr Seniorenarbeit<\/h3>\n<p>Gute Beispiele zu teilen ist ein beliebter Schl\u00fcssel zum Erfolg. Das wissen auch die Russlanddeutschen und geben eine Sammlung von Methoden zur Seniorenarbeit heraus. F\u00fcr die geplante zweite Auflage dieses Leitfadens sind Experten und Praktiker aufgerufen, ihre bew\u00e4hrten Konzepte einzureichen. Bis zum 5. April k\u00f6nnen innovative Ideen f\u00fcr die Arbeit in Begegnungsst\u00e4tten \u00fcbermittelt werden. Gesucht werden moderne Ans\u00e4tze, die das \u201eaktive Altern\u201c f\u00f6rdern. Dazu z\u00e4hlen etwa Ged\u00e4chtnistraining mit ethnokulturellem Fokus, Sprachzirkel oder IT-Kurse f\u00fcr die Generation 60plus. Auch die k\u00f6rperliche Vitalit\u00e4t steht im Mittelpunkt: Beitr\u00e4ge zu Nordic-Walking-Gruppen oder gesundheitsorientierten Workshops sind ausdr\u00fccklich erw\u00fcnscht. Ein besonderes Augenmerk liegt zudem auf der sozialen Teilhabe. Projekte, die Einsamkeit bek\u00e4mpfen oder den Dialog zwischen Jung und Alt durch Mentoring st\u00e4rken, sollen anderen Einrichtungen als Inspiration dienen. Dar\u00fcber hinaus sucht die Redaktion nach inklusiven Formaten f\u00fcr Menschen mit Mobilit\u00e4tseinschr\u00e4nkungen sowie nach psychologischen Hilfsangeboten zur Krisenbew\u00e4ltigung.<\/p>\n<p>Quelle: rusdeutsch.ru.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In unserer Reihe \u201eDeutsche Minderheiten in Europa\u201c blicken wir \u00fcber Grenzen hinaus und beleuchten, was die deutschen Minderheiten in ganz Europa bewegt.<\/p>\n","protected":false},"author":261,"featured_media":75675,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[5625],"tags":[6979],"redaktor":[6080],"class_list":["post-75673","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-kultur-de","tag-deutsche-minderheiten-de","redaktor-lukasz-bily-de"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/75673","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/261"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=75673"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/75673\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":75683,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/75673\/revisions\/75683"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/75675"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=75673"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=75673"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=75673"},{"taxonomy":"redaktor","embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/redaktor?post=75673"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}