{"id":75462,"date":"2026-04-03T17:00:49","date_gmt":"2026-04-03T15:00:49","guid":{"rendered":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/?p=75462"},"modified":"2026-03-30T10:43:44","modified_gmt":"2026-03-30T08:43:44","slug":"wo-steine-von-tragoedie-erzaehlen-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wo-steine-von-tragoedie-erzaehlen-2\/","title":{"rendered":"Wo Steine von Trag\u00f6die erz\u00e4hlen"},"content":{"rendered":"<p><strong>\u201eWenn die menschliche Erinnerung verblasst, sprechen die Steine weiter\u201c \u2013 diese Worte von Kardinal Stefan Wyszy\u0144ski, die sich auf einer der ersten Seiten des Buches <em>Tam, gdzie pami\u0119\u0107 trwa&#8230;<\/em> (Wo die Erinnerung w\u00e4hrt) finden, bringen die Mission dieser neuen Publikation, die die Spuren der Oberschlesischen Trag\u00f6die von 1945 dokumentiert, treffend zum Ausdruck. Es ist nicht nur ein Geschichtsbuch, sondern vor allem ein einzigartiger Wegweiser zu Leid und Identit\u00e4t Oberschlesiens.<\/strong><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Die Idee zu dem Buch reifte 2024 im Zentrum f\u00fcr Dokumentation der Deportationen der Oberschlesier in die UdSSR in Radzionkau. Wie die Mitautorin Ma\u0142gorzata Laburda-Lis best\u00e4tigt, kam der Ansto\u00df direkt vom Publikum. \u201eUnser Haus sammelt seit Jahren Informationen \u00fcber Orte, die mit der Oberschlesischen Trag\u00f6die in Verbindung stehen. Die Menschen kamen auf uns zu und teilten ihr Wissen dar\u00fcber mit, was es zu diesem Thema gibt und wo sich diese Orte befinden. Wir haben dies jahrelang festgehalten\u201c, erkl\u00e4rt die Autorin.<\/p>\n<p>Der bevorstehende 80. Jahrestag der Ereignisse von 1945 gab den Ansto\u00df zum Handeln. Urspr\u00fcnglich war nur eine kleine Brosch\u00fcre geplant. \u201eWir gingen von etwa drei\u00dfig Orten aus. Doch 2024 kamen viele neue Informationen ans Licht. Es stellte sich heraus, dass im Rahmen des Jahrestages zahlreiche neue Gedenkst\u00e4tten errichtet wurden, w\u00e4hrend wir erst jetzt von anderen, l\u00e4ngst vergessenen, erfuhren\u201c, erinnert sich Laburda-Lis. Die Folge: Statt einer Brosch\u00fcre entstand eine umfassende Publikation, die fast 80 Gedenkst\u00e4tten dokumentiert.<\/p>\n<h2><strong>Mehr als eine Adresse \u2013 Erinnerungen entdecken<\/strong><\/h2>\n<p>Die Autorinnen wollten ein praktisches Hilfsmittel schaffen. Das Buch soll den Leser an die Hand nehmen. \u201eBestimmte Objekte zu finden, insbesondere auf gro\u00dfen Friedh\u00f6fen, war trotz der Hinweise schwierig. Deshalb entschieden wir uns, die genauen Standorte inklusive Sektornummern oder Alleen als Wegbeschreibungen anzugeben\u201c, erkl\u00e4rt Ma\u0142gorzata Laburda-Lis.<\/p>\n<p>Die Publikation dokumentiert Denkm\u00e4ler, Gedenktafeln, symbolische Gr\u00e4ber und die Standorte ehemaliger Lager wie Lamsdorf, Myslowitz und Schwientochlowitz-Eintrachth\u00fctte. Das Buch ist jedoch mehr als ein trockener Katalog \u2013 jeder Ort wird mit einer Beschreibung des historischen Kontextes und der lokalen Ereignisse versehen.<\/p>\n<div id=\"attachment_75445\" style=\"width: 1930px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-75445\" class=\"size-full wp-image-75445\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/DSC_1147.jpg\" alt=\"\" width=\"1920\" height=\"1080\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/DSC_1147.jpg 1920w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/DSC_1147-300x169.jpg 300w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/DSC_1147-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/DSC_1147-768x432.jpg 768w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/DSC_1147-1536x864.jpg 1536w\" sizes=\"auto, (max-width: 1920px) 100vw, 1920px\" \/><p id=\"caption-attachment-75445\" class=\"wp-caption-text\">Foto: Manuela Leibig<\/p><\/div>\n<h2><strong>Eine durch Erinnerung gespaltene Region?<\/strong><\/h2>\n<p>Die Recherchen f\u00fcr das Buch brachten eine interessante, wenn auch schwierige Wahrheit \u00fcber das heutige Oberschlesien ans Licht. Obwohl die Publikation das historische Gebiet der Region (die heutigen Woiwodschaften Schlesien und Oppeln) abdeckt, zeigt sich ein deutlicher Unterschied in der Kultur der Erinnerung. \u201eUnsere Recherchen ergaben, dass in der Woiwodschaft Schlesien die Oberschlesische Trag\u00f6die leichter thematisiert wird und das Thema h\u00e4ufiger zur Sprache kommt. In der Woiwodschaft Oppeln hingegen ist sie vielerorts noch immer ein Tabu\u201c, bemerkt die Autorin Laburda-Lis.<\/p>\n<p>Der Entstehungsprozess der Publikation wurde auch im Dokumentarfilm <em>Dla nas wojna nie sko\u0144czy\u0142a si\u0119 w 1945<\/em> (F\u00fcr uns endete der Krieg nicht 1945) festgehalten. Dieser erm\u00f6glichte es, die Arbeit am Text und die methodischen Herausforderungen der Autorinnen zu dokumentieren \u2013 beispielsweise den Umgang mit Denkm\u00e4lern, die vor Jahren ganz anderen Ereignissen gewidmet waren und nun der Opfer von 1945 gedenken.<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #ffcc00;\"><strong>\u201eWenn die menschliche Erinnerung verblasst, sprechen die Steine weiter\u201c<\/strong><\/span><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>F\u00fcr die Bewohner der Region ist dieses Buch mehr als nur Lekt\u00fcre. Es ist eine Einladung zu einer Reise \u2013 auf den Spuren ihrer V\u00e4ter und Gro\u00dfv\u00e4ter, deren Schicksal jahrzehntelang dem Vergessen anheimfiel. Dank dieser Publikation werden die Steine auch dann noch sprechen, wenn die letzten Zeugen verstummen.<\/p>\n<p><em>Tam, gdzie pami\u0119\u0107 trwa&#8230;<\/em> ist das Ergebnis der Arbeit von Ma\u0142gorzata Laburda-Lis und Judyta Olszowska. Das Buch ist im Zentrum f\u00fcr Dokumentation der Deportationen der Oberschlesier in die UdSSR von 1945 sowie in ausgew\u00e4hlten Bibliotheken erh\u00e4ltlich.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eWenn die menschliche Erinnerung verblasst, sprechen die Steine weiter\u201c \u2013 diese Worte von Kardinal Stefan Wyszy\u0144ski, die sich auf einer der ersten Seiten des Buches Tam, gdzie pami\u0119\u0107 trwa&#8230; (Wo die Erinnerung w\u00e4hrt) finden, bringen die Mission dieser neuen Publikation, die die Spuren der Oberschlesischen Trag\u00f6die von 1945 dokumentiert, treffend zum Ausdruck. 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