{"id":75444,"date":"2026-03-30T12:00:42","date_gmt":"2026-03-30T10:00:42","guid":{"rendered":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/?p=75444"},"modified":"2026-04-01T11:00:28","modified_gmt":"2026-04-01T09:00:28","slug":"zwischen-geschichte-und-politik-der-streit-um-die-kuenftige-ausrichtung-der-bundesstiftung-flucht-vertreibung-versoehnung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/zwischen-geschichte-und-politik-der-streit-um-die-kuenftige-ausrichtung-der-bundesstiftung-flucht-vertreibung-versoehnung\/","title":{"rendered":"Zwischen Geschichte und Politik: Der Streit um die k\u00fcnftige Ausrichtung der Bundesstiftung \u201eFlucht, Vertreibung, Vers\u00f6hnung\u201d"},"content":{"rendered":"<p><strong>Die Entscheidung \u00fcber die Wahl eines neuen Direktors der Bundesstiftung \u201eFlucht, Vertreibung, Vers\u00f6hnung\u201c in Berlin schlie\u00dft eine wichtige Phase des Streits ab, beendet jedoch nicht die grundlegende Debatte \u00fcber die Gestalt der deutschen Erinnerungskultur. Hinter den personellen Spannungen verbirgt sich eine weitaus wichtigere Frage: Wird die Geschichte der Zwangsmigrationen eine im europ\u00e4ischen Kontext verankerte Erz\u00e4hlung bleiben \u2013 oder erneut zum Bestandteil einer verengten nationalen Narrative?<\/strong><\/p>\n<h2>Von umstrittenen Anf\u00e4ngen zur institutionellen Stabilisierung<\/h2>\n<p>In den vergangenen Wochen kommentierten deutsche und ausl\u00e4ndische Medien lebhaft die Wahl des Direktors der Bundesstiftung \u201eFlucht, Vertreibung, Vers\u00f6hnung\u201c in Berlin. F\u00fcr manche Beobachter mag dies \u00fcberraschend gewesen sein \u2013 in den letzten Jahren herrschte um diese Institution relative Ruhe. Das war jedoch nicht immer so. Die Stiftung entstand in einer Atmosph\u00e4re von Konflikten, die weit \u00fcber die innerdeutsche Debatte hinausgingen.<\/p>\n<p>Das urspr\u00fcngliche Projekt eines \u201eZentrums gegen Vertreibungen\u201c, das von Kreisen des Bundes der Vertriebenen stark unterst\u00fctzt wurde, stie\u00df vor allem in Polen, aber auch in anderen L\u00e4ndern Mittel- und Osteuropas auf Kritik. Als Ergebnis entschied man sich f\u00fcr die Form einer Bundesstiftung im Rahmen des Deutschen Historischen Museums, mit Beteiligung eines internationalen Expertenkreises.<\/p>\n<p>Dennoch waren die ersten Jahre ihrer T\u00e4tigkeit nicht frei von weiteren Konflikten. Auseinandersetzungen \u00fcber das Ausstellungskonzept und die Forschungsausrichtung f\u00fchrten zum Ausscheiden einiger Mitglieder des wissenschaftlichen Beirats sowie zum R\u00fccktritt des ersten Direktors, Prof. Manfred Kittel. Erst die Berufung von Dr. Gundula Bavendamm im Jahr 2016 brachte relative Stabilit\u00e4t.<\/p>\n<p>Unter ihrer Leitung wurde der Prozess der Erarbeitung der Dauerausstellung abgeschlossen, die 2021 im renovierten Deutschlandhaus in Berlin er\u00f6ffnet wurde. Die Er\u00f6ffnung, an der u.a. Bundeskanzlerin Angela Merkel teilnahm, galt als wichtiger Moment in der deutschen Erinnerungspolitik und im Dialog mit den Nachbarn.<\/p>\n<h2>Die Ausstellung als Kompromiss<\/h2>\n<p>Die Dauerausstellung wurde als Versuch konzipiert, verschiedene Perspektiven zu verbinden. Auf zwei Ebenen wurde zun\u00e4chst die globale Geschichte der Zwangsmigrationen im 20. und 21. Jahrhundert pr\u00e4sentiert \u2013 und erst nach dieser Einf\u00fchrung die Erfahrung der Deutschen, die gegen Ende des Zweiten Weltkriegs flohen und danach vertrieben wurden.<\/p>\n<p>Ein zentrales Element des Konzepts war die Einbettung des Schicksals der deutschen Vertriebenen in einen breiteren historischen Kontext \u2013 vor allem in die Vorgeschichte von Holocaust und NS-Verbrechen, in die Vertreibung und Vernichtung der europ\u00e4ischen Juden sowie in die Volksgruppen- und Besatzungspolitik des Dritten Reichs sowie in die vorangegangenen Zwangsmigrationen anderer V\u00f6lker. Ohne diesen historischen Kontext ist das Ph\u00e4nomen der Vertreibungen nicht zu verstehen.<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #9b2335;\"><strong>Die heutige Debatte ist kein Streit um ein neues Konzept, sondern um die Reinterpretation eines vor einigen Jahren erarbeiteten Kompromisses.<\/strong><\/span><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Diese Art der Pr\u00e4sentation verfolgte ein doppeltes Ziel: die Isolation der deutschen Erfahrung aus dem historischen Kontext zu vermeiden und die Ausstellung f\u00fcr zeitgen\u00f6ssische Gesellschaften verst\u00e4ndlich zu machen \u2013 auch f\u00fcr Menschen mit eigener Migrationserfahrung. Wie die Historikerin Maren R\u00f6ger, Mitglied des wissenschaftlichen Beraterkreises der Stiftung, es formulierte: \u201eWir sind eine Einwanderungsgesellschaft, da bietet dieses Museum eine unglaubliche Chance, das Thema der Vertreibung anschlussf\u00e4hig zu machen f\u00fcr heutige Realit\u00e4ten.\u201c (Der Spiegel, 25.03.2026) Die ruhigen Reaktionen der Nachbarl\u00e4nder Deutschlands best\u00e4tigten, dass das Konzept als \u00fcberzeugend angesehen wurde.<\/p>\n<p>Bereits zum Zeitpunkt der Er\u00f6ffnung tauchten jedoch Fragen auf, ob eine so \u201ek\u00fchle\u201c, distanzierte Narrative dauerhaft Besucher in Deutschland anziehen und ihre historische Vorstellungskraft ansprechen k\u00f6nne. Aus heutiger Sicht ist deutlich erkennbar, dass gerade dieser ausgewogene Charakter der Ausstellung im Laufe der Zeit zu einem der Hauptstreitpunkte geworden ist. F\u00fcr die einen ist er eine Garantie f\u00fcr Seriosit\u00e4t und historische Verantwortung, f\u00fcr die anderen \u2013 ein Beweis f\u00fcr die unzureichende Darstellung der Erfahrungen deutscher Opfer. Die heutige Debatte ist daher kein Streit um ein neues Konzept, sondern um die Reinterpretation eines vor einigen Jahren erarbeiteten Kompromisses.<\/p>\n<h2>Die R\u00fcckkehr der Erinnerungspolitik<\/h2>\n<p>Im M\u00e4rz 2026 wurde Dr. Roland Borchers zum neuen Direktor der Stiftung ernannt \u2013 bisher stellvertretender Leiter des Dokumentationszentrums NS-Zwangsarbeit in Berlin-Sch\u00f6neweide, spezialisiert auf die Geschichte Osteuropas und die Zwangsarbeit im Dritten Reich. Seine Wahl hatte etwas Paradoxes: Der BdV wollte keine Vertragsverl\u00e4ngerung f\u00fcr Dr. Bavendamm, Kanzler Merz blockierte in letzter Minute die Kandidatur von Sven Oole \u2013 so blieb der dritte Kandidat auf der Shortlist \u00fcbrig.<\/p>\n<p>Dabei f\u00fcgt sich das wissenschaftliche Profil von Borchers \u2013 als Forscher zur deutschen Besatzungspolitik und Zwangsarbeit \u2013 von Natur aus gut in die Logik der bisherigen Ausstellung ein: NS-Besatzungsterror als Ursache der Vertreibungen. Die Kreise von BdV und CDU\/CSU, die wohl auf einen t\u00fcchtigen Manager ohne ausgepr\u00e4gte historische Position gehofft hatten, m\u00f6gen diesen Aspekt untersch\u00e4tzt haben. Vom wissenschaftlichen Beirat unterst\u00fctzt, hat Borchers allen Grund, sich mit der Zeit \u2013 \u00e4hnlich wie seine Vorg\u00e4ngerin \u2013 von der konservativen Fraktion im Stiftungsrat zu emanzipieren. Die Aktionen des BdV f\u00fchrten also auf Umwegen zu einem \u00fcberraschenden, aber aus wissenschaftlicher Sicht durchaus akzeptablen Ergebnis.<\/p>\n<p>Die Wahl Borchers&#8216; war jedoch von einem intensiven politischen Konflikt begleitet. Teile der mit dem BdV und CDU\/CSU-Politikern verbundenen Kreise forderten eine Kurs\u00e4nderung der Stiftung und kritisierten die Ausstellung daf\u00fcr, das Thema der Vertreibungen zu stark mit deutschen Kriegsverbrechen zu verkn\u00fcpfen. Bernd Fabritius formulierte den Vorwurf in einem Brief an Dr. Bavendamm direkt: \u201eAn dieser Stelle wird der Kontext mit der Kausalit\u00e4t vermengt.\u201c (zit. nach: Felix Ackermann, Der Spiegel, 23.03.2026)<\/p>\n<div id=\"attachment_75451\" style=\"width: 1034px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-75451\" class=\"size-large wp-image-75451\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Dauerausstellung-Markus-Groeteke-Stiftung-Flucht-Vertreibung-Versoehnung-1024x683.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"683\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Dauerausstellung-Markus-Groeteke-Stiftung-Flucht-Vertreibung-Versoehnung-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Dauerausstellung-Markus-Groeteke-Stiftung-Flucht-Vertreibung-Versoehnung-300x200.jpg 300w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Dauerausstellung-Markus-Groeteke-Stiftung-Flucht-Vertreibung-Versoehnung-768x512.jpg 768w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Dauerausstellung-Markus-Groeteke-Stiftung-Flucht-Vertreibung-Versoehnung-1536x1025.jpg 1536w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Dauerausstellung-Markus-Groeteke-Stiftung-Flucht-Vertreibung-Versoehnung-2048x1366.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><p id=\"caption-attachment-75451\" class=\"wp-caption-text\">Dokumentationszentrum Flucht, Vertreibung, Vers\u00f6hnung: Blick in die St\u00e4ndige Ausstellung.<br \/>Foto: Stiftung Flucht, Vertreibung, Vers\u00f6hnung\/Markus Gr\u00f6teke<\/p><\/div>\n<p>Der Historiker Felix Ackermann bewertete dies als im Kern eine \u201eRenationalisierung\u201c der Narrative \u2013 eine Abl\u00f6sung der Vertreibungsgeschichte vom Besatzungskontext und ihre Einbettung in eine autonome Erz\u00e4hlung vom deutschen Leid. Also eine R\u00fcckkehr zu alten Positionen. \u00c4hnliche Bedenken \u00e4u\u00dferte Prof. Maren R\u00f6ger, die auf das Risiko politischer Einflussnahme auf den Ausstellungsinhalt und einen m\u00f6glichen \u201ekonservativen Rollback\u201c in der deutschen Erinnerungskultur hinwies. Andreas Kilb schrieb von einem \u201eKompromiss statt Kl\u00fcngel\u201c und betonte, dass der neue Direktor eine von inneren Widerspr\u00fcchen zerrissene Institution \u00fcbernehme \u2013 der Konflikt sei nicht gel\u00f6st, sondern lediglich vertagt (FAZ, 26.03.2026).<\/p>\n<h2>Die polnische Perspektive<\/h2>\n<p>Diese Debatte bleibt nicht ohne Bedeutung f\u00fcr die deutsch-polnischen Beziehungen. Wie Prof. Piotr Madajczyk, Mitglied des wissenschaftlichen Beraterkreises der Stiftung, in Erinnerung rief, war die aktuelle Ausstellung das Ergebnis eines schwierigen Kompromisses, der eine Eskalation der Streitigkeiten verhinderte, die zu Beginn des 21. Jahrhunderts aufgeflammt waren. Auf die Frage, ob eine R\u00fcckkehr zur Situation aus der Zeit von Erika Steinbach drohe, antwortete er direkt: \u201eTakie niebezpiecze\u0144stwo niew\u0105tpliwie istnieje \u2013 diese Gefahr besteht zweifellos.\u201c (Deutsche Welle, 20.03.2026)<\/p>\n<p>Madajczyk wies darauf hin, dass die bisherige Direktorin ihre schwierige Aufgabe gut erf\u00fcllt habe \u2013 es sei ihr gelungen, das Museum zu entpolitisieren, und die Besucherzahlen seien gestiegen. Die Durchsetzung eines politisch mit dem BdV-Umfeld verbundenen Kandidaten h\u00e4tte eine Politisierung der Einrichtung und eine \u00c4nderung der Ausstellung nach dem Prinzip \u201eweniger \u00fcber eure Opfer, mehr \u00fcber unsere\u201c riskiert.<\/p>\n<p>Ein solches Szenario w\u00fcrde nicht nur einen historiographischen Streit bedeuten, sondern auch ein ernstes politisches Problem, das die deutsch-polnischen Beziehungen belasten w\u00fcrde \u2013 und, wie Madajczyk treffend anmerkte, \u201eradikale Kr\u00e4fte in beiden L\u00e4ndern w\u00fcrden eine solche Gelegenheit sicher nutzen, um die Stimmung anzuheizen.\u201c<\/p>\n<h2>Die Institution zwischen Wissenschaft und Politik<\/h2>\n<p>Die Bundesstiftung \u201eFlucht, Vertreibung, Vers\u00f6hnung\u201c bewegt sich von Anfang an im Spannungsfeld von Wissenschaft und Politik. Einerseits soll sie ein Ort der Forschung, Bildung und historischen Reflexion sein, andererseits nimmt sie die Rolle einer staatlichen Institution wahr, eingebettet in die breitere Erinnerungspolitik des deutschen Staates. Diese Zweideutigkeit bleibt unaufl\u00f6sbar.<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #9b2335;\"><strong>Das Berliner Dokumentationszentrum ist mehr als ein Museum. Es ist ein Test f\u00fcr die Reife der deutschen Erinnerungskultur \u2013 und zugleich f\u00fcr ihre Glaubw\u00fcrdigkeit in den Augen der Nachbarn, vor allem Polens, wo die Sensibilit\u00e4t in diesem Bereich nach wie vor sehr hoch ist.<\/strong><\/span><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Die Frage betrifft eher die Proportionen: Inwieweit sollten Entscheidungen \u00fcber den Ausstellungsinhalt und die Forschungsausrichtung in den H\u00e4nden der Wissenschaft bleiben, und inwieweit politischen Einfl\u00fcssen unterliegen?<\/p>\n<p>Andreas Kilb formulierte es pr\u00e4zise: \u201eNur unabh\u00e4ngige Historiker sollten eine gesamtstaatliche Pr\u00e4sentation zum Thema Flucht und Vertreibung gestalten d\u00fcrfen.\u201c (FAZ, 26.03.2026) Diese Betonung der Rolle von Fachleuten hat in Zeiten zunehmender Instrumentalisierung von Vergangenheitsfragmenten nicht nur eine innerdeutsche Bedeutung.<\/p>\n<h2>Schluss<\/h2>\n<p>Der Streit um die Bundesstiftung \u201eFlucht, Vertreibung, Vers\u00f6hnung\u201c ist kein blo\u00dfer Personal- oder Institutionenkonflikt. Es ist im Kern ein Streit um die Art des Geschichtenerz\u00e4hlens \u2013 ob Geschichte vor allem der Best\u00e4tigung eigener Erfahrungen und Emotionen, der St\u00e4rkung von Identit\u00e4t dienen soll, oder vielmehr ihrer Konfrontation mit einem breiteren, auch unbequemen Kontext \u2013 im Namen der Aufarbeitung der Geschichte f\u00fcr die Zukunft.<\/p>\n<p>In diesem Sinne ist das Berliner Dokumentationszentrum mehr als ein Museum. Es ist ein Test f\u00fcr die Reife der deutschen Erinnerungskultur \u2013 und zugleich f\u00fcr ihre Glaubw\u00fcrdigkeit in den Augen der Nachbarn, vor allem Polens, wo die Sensibilit\u00e4t in diesem Bereich nach wie vor sehr hoch ist.<\/p>\n<p>Der Versuch, diese Erz\u00e4hlung zu verengen, sie aus dem Kontext der Gewalt und der Politik des Dritten Reichs herauszurei\u00dfen, w\u00fcrde nicht nur eine \u00c4nderung der Narrative bedeuten, sondern auch einen R\u00fcckschritt im langen Prozess der Europ\u00e4isierung der historischen Erinnerung. Es w\u00e4re auch ein Schlag gegen die Errungenschaften der schwierigen Debatten \u00fcber die j\u00fcngste Geschichte, die nach 1989 gef\u00fchrt wurden.<\/p>\n<p>Die Entscheidung, Dr. Roland Borchers die Leitung zu \u00fcbertragen, schlie\u00dft daher eine Phase des umfassenderen Streits ab, l\u00f6st ihn jedoch nicht. Der neue Direktor \u00fcbernimmt keine ruhige Institution, sondern \u2013 wie Andreas Kilb treffend feststellte \u2013 ein \u201eSchiff im Sturm\u201c. (FAZ, 26.03.2026)<\/p>\n<p>Der heutige Streit zeigt auch, wie zerbrechlich Kompromisse sind, die mit so gro\u00dfer M\u00fche \u00fcber Jahre erarbeitet wurden. Wird die Stiftung ein Ort der Vertiefung europ\u00e4ischer Reflexion \u00fcber Zwangsmigrationen \u2013 oder wird sie der Versuchung erliegen, die Perspektive auf eine nationale Narrative zu verengen? Die Antwort auf diese Frage reicht weit \u00fcber die Mauern des Berliner Deutschlandhauses hinaus.<\/p>\n<p>Auf diese Problematik bin ich ausf\u00fchrlicher in meinem Text <span style=\"color: #0000ff;\"><a style=\"color: #0000ff;\" href=\"https:\/\/forumdialogu.eu\/2021\/09\/18\/spokojny-final-wielkiej-kontrowersji\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u201eSpokojny fina\u0142 wielkiej kontrowersji\u201c (2021)<\/a><\/span> eingegangen, in dem ich das Konzept und die Rezeption der Ausstellung zum Zeitpunkt ihrer Er\u00f6ffnung analysiert habe.<\/p>\n    <div class=\"osoba-widget\">\r\n                    <h4 class=\"osoba-naglowek\">\u00dcber den Autor<\/h4>\r\n                <div class=\"osoba-body\">\r\n            <div class=\"osoba-text\"><p>Prof. Dr. Krzysztof Ruchniewicz ist Historiker und Professor an der Universit\u00e4t Breslau. Bis 2024 leitete er das Willy-Brandt-Zentrum f\u00fcr Deutschland- und Europastudien der Universit\u00e4t Breslau; in den Jahren 2024\/2025 war er Beauftragter des polnischen Au\u00dfenministers f\u00fcr die deutsch-polnische Zusammenarbeit. Er ist Autor zahlreicher Publikationen zur deutschen Geschichte sowie zu den polnisch-deutschen Beziehungen mit einem Schwerpunkt auf dem 20. und fr\u00fchen 21. Jahrhundert.<\/p>\n<p>Von 2010 bis 2015 war er Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats der Stiftung Flucht, Vertreibung, Vers\u00f6hnung.<\/p>\n<p>F\u00fcr unsere Zeitung verfasst er seit Anfang 2026 regelm\u00e4\u00dfig die politische Kolumne \u201eNachbarschaft verpflichtet\u201c, in der er sich mit den deutsch-polnischen Beziehungen auseinandersetzt.<\/p>\n<\/div>\r\n                        <div class=\"osoba-image\">\r\n                <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Krzysztof-Ruchniewicz_af.png\" alt=\"\u00dcber den Autor\">\r\n                            <\/div>\r\n                    <\/div>\r\n    <\/div>\r\n    \n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Entscheidung \u00fcber die Wahl eines neuen Direktors der Bundesstiftung \u201eFlucht, Vertreibung, Vers\u00f6hnung\u201c in Berlin schlie\u00dft eine wichtige Phase des Streits ab, beendet jedoch nicht die grundlegende Debatte \u00fcber die Gestalt der deutschen Erinnerungskultur. 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