{"id":75359,"date":"2026-03-28T05:00:25","date_gmt":"2026-03-28T04:00:25","guid":{"rendered":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/?p=75359"},"modified":"2026-04-03T13:41:44","modified_gmt":"2026-04-03T11:41:44","slug":"franzobel-liest-aus-seinem-neuen-buch-26-oesterreichischer-fruehling-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/franzobel-liest-aus-seinem-neuen-buch-26-oesterreichischer-fruehling-2\/","title":{"rendered":"26. \u00d6sterreichischer Fr\u00fchling"},"content":{"rendered":"<h1>Franzobel liest aus seinem neuen Buch<\/h1>\n<p><strong>Der \u00f6sterreichische Schriftsteller Franzobel, der im eigentlichen Leben Franz Stefan Griebl hei\u00dft, hat nun sein neues Werk \u201eHundert W\u00f6rter f\u00fcr Schnee\u201c vorgestellt. Bei dem gut besuchten Autorengespr\u00e4ch in den R\u00e4umlichkeiten der Oppelner Universit\u00e4t las der Autor im Wechsel einige Textpassagen aus seinem neuen Buch und beantwortete die Fragen von Professorin Dr. hab. Gabriela Jelitto-Piechulik.<\/strong><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Diese freute sich gleich zu Beginn der Lesung auf den renommierten Autor: \u201eEs ist uns eine absolute Ehre, mit unserem Gast Franzobel einen der bedeutendsten Vertreter der literarischen Szene begr\u00fc\u00dfen zu d\u00fcrfen und als Universit\u00e4t, insbesondere als Germanistik-Institut in Kooperation mit der \u00d6sterreich-Bibliothek, das Programm des Kulturfestivals \u00d6sterreichischer Fr\u00fchling mitzugestalten.\u201c<\/p>\n<h2>Nichts f\u00fcr Vegetarier<\/h2>\n<p>Franzobel, der wie einige seiner Zuh\u00f6rer einst Germanistik studierte, erz\u00e4hlt in seinem Buch die abenteuerliche Geschichte der Eroberung des Nordpols um den amerikanischen Polarforscher Robert Edwin Peary. Eine der Hauptfiguren des Buches ist Minik, ein Inuit-Junge, der Anfang des 20. Jahrhunderts von Peary gegen seinen Willen aus Gr\u00f6nland in die USA gebracht wird. Nach einigen Jahren kehrt er in seine alte Heimat zur\u00fcck, findet sich dort jedoch aufgrund seiner angeeigneten westlichen Lebensweise nicht mehr zurecht.<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #ffcc00;\"><strong>\u201eDie Lebensphilosophie, die dort gelebt wird \u2013 nur das zu nehmen, was man wirklich braucht \u2013, fand ich sehr sch\u00f6n und passt zum gegenteiligen Kapitalismus, der heute fast die ganze Welt beherrscht.\u201c<\/strong><\/span><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Die Einwohner in Nordgr\u00f6nland beschreibt der Schriftsteller als einige der letzten Selbstversorger auf der Welt: \u201eDie Menschen dort leben in einer weitgehend schnee- und eisbedeckten Landschaft. Sie versorgen sich daher selbst und ern\u00e4hren sich fast ausschlie\u00dflich von Fleisch \u2013 von dem, was sie gerade an den Haken bekommen, also nichts f\u00fcr Vegetarier.\u201c Diese Gegend sei heutzutage allerdings durch den Klimawandel gef\u00e4hrdet, erkl\u00e4rt Franzobel.<\/p>\n<div id=\"attachment_75360\" style=\"width: 843px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-75360\" class=\"size-large wp-image-75360\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/franzobel-833x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"833\" height=\"1024\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/franzobel-833x1024.jpg 833w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/franzobel-244x300.jpg 244w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/franzobel-768x944.jpg 768w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/franzobel-1250x1536.jpg 1250w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/franzobel-1666x2048.jpg 1666w\" sizes=\"auto, (max-width: 833px) 100vw, 833px\" \/><p id=\"caption-attachment-75360\" class=\"wp-caption-text\">(v.l.n.r.) Professorin Dr. hab. Gabriela Jelitto-Piechulik, der \u00f6sterreichische Schriftsteller Franz Stefan Griebl und Leiterin der \u00d6sterreich Bibliothek Monika W\u00f3jcik-Bednarz. Foto: Jonas Goddek<\/p><\/div>\n<p>W\u00e4hrend des Vortrags hatten die Zuh\u00f6rer immer wieder die M\u00f6glichkeit, Fragen zu stellen, etwa wie Franzobel \u00fcberhaupt auf die Idee gekommen sei, ein Buch \u00fcber das Thema Gr\u00f6nland zu schreiben. Ein Bild von dem Jungen Minik verleitete den Schriftsteller, dar\u00fcber zu schreiben: \u201eEr sah auf dem Foto sehr traurig aus, hockte am Stra\u00dfenrand und trug westliche Kleidung. Das hat mich inspiriert, tiefer zu recherchieren und letztendlich zu der Geschichte gef\u00fchrt. Ich war selbst vor Ort in Gr\u00f6nland, und besonders die Lebensphilosophie, die dort gelebt wird \u2013 nur das zu nehmen, was man wirklich braucht \u2013, fand ich sehr sch\u00f6n. Das steht im krassen Gegensatz zum Kapitalismus, der heute fast die ganze Welt beherrscht\u201c, antwortete der Buchautor.<\/p>\n<h2>Verantwortung gegen\u00fcber \u00e4rmeren Kulturen<\/h2>\n<p>F\u00fcr Franzobel ist das Buch auch ein gewisser Appell an die Leser, sich der Verantwortung gegen\u00fcber anderen Kulturen, vor allem \u00e4rmeren, bewusst zu sein: \u201eDie Superreichen haben zurzeit die gr\u00f6\u00dfte Macht auf dem Planeten. Sie haben so viel Geld, dass sie die Zahl nicht einmal selbst aussprechen k\u00f6nnen. Nun wollen diese auch noch Gr\u00f6nland f\u00fcr sich beanspruchen. Das ist falsch, und dort ben\u00f6tigt es eine Korrektur.\u201c Auch wenn ein Buch aufgrund seiner vergleichsweise geringen Reichweite vermutlich keine unmittelbare Wirkung habe, hofft Franzobel mit seinem Roman dennoch, den einen oder anderen Leser zum Nachdenken anzuregen: \u201eDadurch, dass die Menschen in Nordgr\u00f6nland derzeit noch jenseits des Kapitalismus leben, geht es nicht darum, Konsumg\u00fcter zu besitzen, sondern darum, das eigene \u00dcberleben zu sichern. Die Menschen leben dort nach der Lebensphilosophie: Du darfst an der Natur teilhaben, diese aber nicht negativ beeinflussen. Durch den Klimawandel und den Kapitalismus ger\u00e4t das jedoch aus dem Gleichgewicht.\u201c<\/p>\n<div id=\"attachment_75362\" style=\"width: 1034px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-75362\" class=\"size-large wp-image-75362\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/franzobel-Lesung-1024x795.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"795\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/franzobel-Lesung-1024x795.jpg 1024w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/franzobel-Lesung-300x233.jpg 300w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/franzobel-Lesung-768x596.jpg 768w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/franzobel-Lesung-1536x1192.jpg 1536w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/franzobel-Lesung-2048x1589.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><p id=\"caption-attachment-75362\" class=\"wp-caption-text\">Der \u00f6sterreichische Schriftsteller Franz Stefan Griebl bei der Lesung in Oppeln. Foto: Jonas Goddek<\/p><\/div>\n<p>Zum Abschluss erkl\u00e4rte Franzobel auf Nachfrage einer Zuschauerin, wie er zu seinem K\u00fcnstlernamen gekommen sei. Der Autor entgegnete humorvoll, ganz zur Freude des Publikums, dass der Name Franzobel seinen Vorfahren geschuldet sei, die aus der Region Oppeln stammten, sowie seinem Vornamen Franz.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Franzobel liest aus seinem neuen Buch Der \u00f6sterreichische Schriftsteller Franzobel, der im eigentlichen Leben Franz Stefan Griebl hei\u00dft, hat nun sein neues Werk \u201eHundert W\u00f6rter f\u00fcr Schnee\u201c vorgestellt. 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