{"id":75185,"date":"2026-01-20T10:36:47","date_gmt":"2026-01-20T09:36:47","guid":{"rendered":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/?p=75185"},"modified":"2026-03-25T14:01:27","modified_gmt":"2026-03-25T13:01:27","slug":"niemieckie-filmy-na-duzym-ekranie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/niemieckie-filmy-na-duzym-ekranie\/","title":{"rendered":"Deutsche Filme auf der gro\u00dfen Leinwand"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<h1>Die Deutsche Filmwoche 2026 bietet ein erlesenes Kinoerlebnis in zehn polnischen St\u00e4dten<\/h1>\n<p><strong>Aktuelles deutsches Kino ist in den kommenden Wochen in Polen auf der gro\u00dfen Leinwand zu erleben. Die Deutsche Filmwoche bringt eine Auswahl preisgekr\u00f6nter und viel diskutierter Produktionen in zehn St\u00e4dte \u2013 darunter Filme, die sonst nicht ins regul\u00e4re Kinoprogramm gelangen. Was das Festival besonders macht und welche Filme in diesem Jahr zu sehen sind.<\/strong><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Das Neueste aus dem deutschen Kino ist bald wieder in Polen zu entdecken: Vom 22. Januar bis zum 5. Februar findet die Deutsche Filmwoche in zehn polnischen St\u00e4dten statt.Gezeigt werden deutsche Filme in der Originalfassung mit polnischen Untertiteln. Darunter sind zahlreiche Produktionen, die es nicht in den regul\u00e4ren polnischen Kinoverleih schaffen. In diesem Jahr stehen zudem zwei Filme auf dem Programm, die es auf die Shortlist f\u00fcr den Oscar als bester internationaler Film geschafft haben.<\/p>\n<h2>Zwei Anw\u00e4rter f\u00fcr einen Oscar<\/h2>\n<p>Mascha Schilinskis \u201eIn die Sonne schauen\u201c(Pl: \u201eWpatruj\u0105c si\u0119 w s\u0142o\u0144ce\u201c)erz\u00e4hlt von Frauen aus vier Generationen, die zu unterschiedlichen Zeiten in der Altmark in Norddeutschland leben \u2013 vom Kaiserreich \u00fcber den Zweiten Weltkrieg und die DDR bis in die Zeit nach der Wiedervereinigung. Der Film thematisiert Gewalt- und Diskriminierungserfahrungen, die oft beil\u00e4ufig erscheinen, aber lange Schatten bis in die Gegenwart werfen. Visuell arbeitet Schilinski mit einer bewusst k\u00f6rnigen \u00c4sthetik; Teile des Films wurden mit einer Lochkamera gedreht. Diese besondere Bildsprache unterstreicht die zeit\u00fcbergreifende Erz\u00e4hlweise.<\/p>\n<p>Der Er\u00f6ffnungsfilm \u201eHeldin\u201c(Pl: \u201eBohaterka\u201c)begleitet eine komplette Nachtschicht einer Krankenpflegerin in einem Z\u00fcrcher Krankenhaus. Durch die unmittelbare N\u00e4he von Kamera und Erz\u00e4hlweise \u00fcbertr\u00e4gt sich die Anspannung der Protagonistin \u2013 gespielt von der herausragenden Leonie Benesch \u2013 auch auf das Publikum. Der Film macht die Spannungen zwischen Personalmangel, Verantwortung und der Notwendigkeit von Empathie im Pflegealltag unmittelbar sp\u00fcrbar. Die schweizerisch-deutsche Koproduktion ist der Schweizer Beitrag im Rennen um den internationalen Oscar.<\/p>\n<h2>Von Fatih Akin bis zum Nachwuchskino<\/h2>\n<p>Organisiert wird die Deutsche Filmwoche gemeinsam vom N\u00fcrnberger Haus in Krakau, dem Goethe-Institut Warschau und dem Deutschen Generalkonsulat in Breslau. Das Programm umfasst Filme, die im vergangenen Jahr Premiere gefeiert haben \u2013 von etablierten Regisseuren ebenso wie von neuen Stimmen des deutschen Kinos.<\/p>\n<p>Zu den prominenten Beitr\u00e4gen z\u00e4hlt \u201eAmrum\u201c, der neue Film von Fatih Akin (\u201eGegen die Wand\u201c, \u201eAus dem Nichts\u201c). Die Geschichte spielt in den letzten Monaten des Zweiten Weltkriegs: Ein Junge zieht mit seiner Familie von Hamburg auf die Insel Amrum, um den Bombardierungen zu entkommen. Als seine Mutter in eine Depression verf\u00e4llt, versucht er auf eigene Faust, ihr einen Wunsch zu erf\u00fcllen \u2013 und wird dabei mit Situationen konfrontiert, die ihn herausfordern. Der Film basiert auf den Kindheitserinnerungen des k\u00fcrzlich verstorbenen Regisseurs und Schauspielers Hark Bohm.<\/p>\n<div id=\"attachment_75182\" style=\"width: 428px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-75182\" class=\" wp-image-75182\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/plakat_TFN_plakat_kwadrat-300x300-1.jpg\" alt=\"\" width=\"418\" height=\"418\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/plakat_TFN_plakat_kwadrat-300x300-1.jpg 300w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/plakat_TFN_plakat_kwadrat-300x300-1-150x150.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 418px) 100vw, 418px\" \/><p id=\"caption-attachment-75182\" class=\"wp-caption-text\">Quelle: Goethe-Institut Warschau\/Katarzyna Godyn-Skoczylas<\/p><\/div>\n<p>Ein gefeiertes Spielfilmdeb\u00fct ist mit\u201eKarla\u201c der griechisch-deutschen Regisseurin Christina Tournatz\u00e9s zu sehen. Der Film wurde beim Filmfest M\u00fcnchen f\u00fcr die beste Regie und das beste Drehbuch ausgezeichnet. Erz\u00e4hlt wird die Geschichte eines M\u00e4dchens, das sich mithilfe des Rechtssystems gegen denMissbrauch durch ihren Vater zur Wehr setzt. Die kompromisslose Darstellung ihres Kampfes um Gerechtigkeit ist von realen Ereignissen aus dem Jahr 1962 inspiriert.<\/p>\n<h2>Zehn St\u00e4dte, ein Festival<\/h2>\n<p>Im Vergleich zum Vorjahr w\u00e4chst die Deutsche Filmwoche weiter: Kielce kommt als neuer Spielort hinzu. Damit finden Vorf\u00fchrungen in Warschau, Krakau, Breslau, \u0141\u00f3d\u017a, Posen, Danzig, Oppeln, Kattowitz, Kielce und Rzesz\u00f3w statt.<\/p>\n<p>In Oppeln laufen die Filme im Kino Helios, einzelne Vorstellungen auch im Kino Meduza und im Kino Studio. In Breslau ist das Kino Nowe Horyzonty Spielst\u00e4tte, in Kattowitz das Kino \u015awiatowid.<\/p>\n<h2>Breites Programm ohne thematische Vorgaben<\/h2>\n<p>Mehrere der gezeigten Produktionen waren bereits auf renommierten Festivals wie der Berlinale oder dem Filmfest M\u00fcnchen zu sehen. Einen festen thematischen Schwerpunkt gibt es bewusst nicht.\u201eWir m\u00f6chten die besten und neuesten Produktionen zeigen und dabei ein m\u00f6glichst breites Spektrum an Themen abdecken\u201c, erkl\u00e4rt Micha\u0142 Tomiczek, der die Filmwoche f\u00fcr das Deutsche Generalkonsulat in Breslau mitorganisiert.<\/p>\n<p>Gerade darin liegt der besondere Wert des Festivals: Nur wenige deutsche Filme gelangen regul\u00e4r in den polnischen Kinoverleih. Der Oscar-Anw\u00e4rter\u201eIn die Sonne schauen\u201cstartet zeitgleich mit der Filmwoche regul\u00e4r in den polnischen Kinos, \u201eBabystar\u201c folgt ab M\u00e4rz.<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #ffcc00;\">\u201eWir m\u00f6chten die besten und neuesten Produktionen zeigen und dabei ein m\u00f6glichst breites Spektrum an Themen abdecken.\u201c<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #ffcc00;\">Micha\u0142 Tomiczek, Kultur und Pressefererat des Generalkonsulats Breslau<\/span><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u201eBabystar\u201c wirft einen satirischen Blick auf die Welt von Jugend- und Familien-Influencern. Im Mittelpunkt steht eine Jugendliche, die sich gegen das von ihren Eltern inszenierte Bild der perfekten Familie auflehnt. Um ihr Social-Media-Business zu retten, planen die Eltern kurzerhand ein neues Kind als k\u00fcnftigen Star. Der Film ist das Spielfilmdeb\u00fct von Joscha Bongard.<\/p>\n<p>Die \u00fcbrigen Filme sind voraussichtlich ausschlie\u00dflich im Rahmen des Festivals zu sehen.Bevor die Filme w\u00e4hrend der Deutschen Filmwoche gezeigt werden k\u00f6nnen, werden sie technisch aufbereitet und mit polnischen Untertiteln versehen \u2013 ein erheblicher organisatorischer Aufwand.<\/p>\n<h2>Von regionalen Reihen zum landesweiten Festival<\/h2>\n<p>Die Anf\u00e4nge der Deutschen Filmwoche liegen \u00fcber 30 Jahre zur\u00fcck. Urspr\u00fcnglich organisierten die heutigen Veranstalter jeweils eigene regionale Filmreihen. Der Ansto\u00df zur Zusammenarbeit entstand bei einem Treffen w\u00e4hrend der Berlinale.\u201eAls wir uns \u00fcber unsere Programme austauschten, stellten wir fest, dass wir \u00e4hnliche Filme ausw\u00e4hlten und uns thematisch gut erg\u00e4nzten\u201c, erinnert sich Tomiczek. Aus diesem Austausch entwickelte sich eine gemeinsame, landesweite Filmwoche.<\/p>\n<div id=\"attachment_75180\" style=\"width: 1034px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-75180\" class=\"size-large wp-image-75180\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/kino4-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"768\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/kino4-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/kino4-300x225.jpg 300w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/kino4-768x576.jpg 768w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/kino4-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/kino4.jpg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><p id=\"caption-attachment-75180\" class=\"wp-caption-text\">Die Deutsche Filmwoche wird jedes Jahr von gut 12.000 Zuschauerinnen und Zuschauern besucht.<br \/>Foto: Victoria Matuschek\/Archiv<\/p><\/div>\n<p>Anfangs wurden die Filme ausschlie\u00dflich in der unver\u00e4nderten Originalfassung gezeigt. Mit der Einf\u00fchrung polnischer Untertitel \u00f6ffnete sich das Festival einem breiteren Publikum. Heute z\u00e4hlt die Deutsche Filmwoche zu den festen Terminen im deutsch-polnischen Kulturkalender und erreicht j\u00e4hrlich \u00fcber 12.000 Besucherinnen und Besucher. Zum Programm geh\u00f6ren auch spezielle Schulvorf\u00fchrungen.<\/p>\n<h2>Logistische Grenzen eines kleinen gro\u00dfen Festivals<\/h2>\n<p>Die zehn parallelen Spielst\u00e4tten sind im polnischen Festivalbetrieb eine Besonderheit \u2013 stellen die Organisatoren jedoch auch vor Herausforderungen. Die Lizenzen der deutschen Verleiher erlauben nur eine begrenzte Anzahl an Vorf\u00fchrungen.\u201eWir w\u00fcrden die Filme gern in weiteren St\u00e4dten zeigen, doch unser finanzieller Rahmen setzt klare Grenzen\u201c, so Tomiczek.Immer wieder m\u00fcssen interessierte St\u00e4dte daher auf eine Teilnahme verzichten.<\/p>\n<h2>Er\u00f6ffnung und H\u00f6hepunkte<\/h2>\n<p>Bereits am Samstag, dem 17. Januar, stimmt in Breslau der Klassiker \u201eLola rennt\u201c(Pl: \u201eBiegnij Lola, biegnij\u201c)von Tom Tykwer auf das Festival ein. Ab dem 23. Januar ist an allen Standorten nahezu t\u00e4glich deutsches Kino zu sehen.<\/p>\n<p>Auch das neueste Werk von Tom Tykwer\u201eDas Licht\u201c(Pl: \u201e\u015awiat\u0142o\u201c) wird w\u00e4hrend der Filmwoche zu sehen sein. Im Mittelpunkt des Films steht eine Berliner Familie mit zwei Teenagerkindern. Der Tod der langj\u00e4hrigen Haush\u00e4lterin und der Einzug einer neuen bringen festgefahrene Muster ins Wanken. Der Film verhandelt Themen wie Migration, Klimaaktivismus und Pubert\u00e4t \u2013 und zeichnet zugleich ein vielschichtiges Portr\u00e4t Berlins.<\/p>\n<p>In Oppeln l\u00e4uft der Er\u00f6ffnungsfilm \u201eHeldin\u201c(Pl: \u201eBohaterka\u201c) am 23. Januar um 18 Uhr im Kino Helios, in Breslau am selben Abend um 19 Uhr im Kino Nowe Horyzonty. In Kattowitz startet die Filmwoche eine Woche sp\u00e4ter, am 30. Januar, ebenfalls mit \u201eHeldin\u201c.<\/p>\n<p>Weitere H\u00f6hepunkte sind die Gesellschaftskom\u00f6die \u201eFeste &amp; Freunde \u2013 Ein Hoch auf uns!\u201c(Pl: Niech \u017cyje przyja\u017a\u0144!), die deutsch-polnisch-belgische Koproduktion \u201eK\u00f6ln 75\u201c(Pl: \u201eDziewczyna z Kolonii\u201c)\u00fcber das legend\u00e4re Keith-Jarrett-Konzert sowie \u201eStiller\u201c, Stefan Haupts Verfilmung des Max-Frisch-Romans \u00fcber Identit\u00e4t und Selbstflucht.<\/p>\n<h2>\u00dcberblick und Termine<\/h2>\n<p>Eine vollst\u00e4ndige \u00dcbersicht \u00fcber alle Spielst\u00e4tten, Filme und Vorf\u00fchrzeiten findet sich auf der Internetseite der Deutschen Filmwoche. Ausf\u00fchrliche Filmbeschreibungen auf Deutsch und die Trailer bietet zudem die Website des Goethe-Ins<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Die Deutsche Filmwoche 2026 bietet ein erlesenes Kinoerlebnis in zehn polnischen St\u00e4dten Aktuelles deutsches Kino ist in den kommenden Wochen in Polen auf der gro\u00dfen Leinwand zu erleben. Die Deutsche Filmwoche bringt eine Auswahl preisgekr\u00f6nter und viel diskutierter Produktionen in zehn St\u00e4dte \u2013 darunter Filme, die sonst nicht ins regul\u00e4re Kinoprogramm gelangen. 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