{"id":75147,"date":"2026-03-27T05:00:54","date_gmt":"2026-03-27T04:00:54","guid":{"rendered":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/?p=75147"},"modified":"2026-03-27T15:51:04","modified_gmt":"2026-03-27T14:51:04","slug":"paradox-der-saison-2026-turboernte-erwartet-immer-weniger-spargel-in-deutschland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/paradox-der-saison-2026-turboernte-erwartet-immer-weniger-spargel-in-deutschland\/","title":{"rendered":"Immer weniger Spargel in Deutschland"},"content":{"rendered":"<h1><strong>Paradox der Saison 2026: \u201eTurboernte\u201c erwartet<\/strong><\/h1>\n<p><strong>In Deutschland gilt Spargel seit Jahren als \u201ewei\u00dfes Gold\u201c. Das beliebte Fr\u00fchlingsgem\u00fcse zieht jedes Jahr zahlreiche Genie\u00dfer an. Die neuesten Daten zeigen jedoch einen klaren Abw\u00e4rtstrend \u2013 sowohl bei den Anbaufl\u00e4chen als auch bei der Zahl der Betriebe. \u201eLandwirte in Deutschland geben den Spargelanbau auf, weil er sich nicht mehr lohnt\u201c, sagt Elwira Galler, die in St\u00f6blau bei Krappitz<\/strong> <strong>Spargel anbaut.<\/strong><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<h2>Weniger Anbau und weniger Betriebe<\/h2>\n<p>Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, ist die Spargelproduktion in Deutschland in den vergangenen zehn Jahren kontinuierlich zur\u00fcckgegangen. Im Jahr 2025 wurden 103.900 Tonnen geerntet \u2013 3,9 Prozent weniger als im Vorjahr und 8,5 Prozent weniger als zehn Jahre zuvor.<\/p>\n<p>Noch deutlicher ist der R\u00fcckgang bei der Anbaufl\u00e4che: 2025 lag sie bei 22.500 Hektar \u2013 ein Minus von 1,5 Prozent gegen\u00fcber dem Vorjahr und 12,5 Prozent im Vergleich zu 2015. Besonders stark gesunken ist die Zahl der Betriebe: von rund 1900 im Jahr 2015 auf 1350 im Jahr 2025 \u2013 ein R\u00fcckgang um fast 30 Prozent. Vor allem kleinere Betriebe ziehen sich aus dem Spargelanbau zur\u00fcck.<\/p>\n<div id=\"attachment_75305\" style=\"width: 778px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-75305\" class=\"size-large wp-image-75305\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/elwira-galler1-DO-GRAFIKI-768x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"768\" height=\"1024\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/elwira-galler1-DO-GRAFIKI-768x1024.jpg 768w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/elwira-galler1-DO-GRAFIKI-225x300.jpg 225w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/elwira-galler1-DO-GRAFIKI-1152x1536.jpg 1152w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/elwira-galler1-DO-GRAFIKI.jpg 1536w\" sizes=\"auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><p id=\"caption-attachment-75305\" class=\"wp-caption-text\">Besitzerin Elwira Galler.<br \/>Foto: Szparagi Stebl\u00f3w<\/p><\/div>\n<p>Diese Entwicklung best\u00e4tigen auch Praktiker. Elwira Galler, die ein landwirtschaftliches Unternehmen in St\u00f6blau bei Krappitz f\u00fchrt, berichtet:<br \/>\n\u201eIch habe befreundete Spargelanbauer in Deutschland und kann best\u00e4tigen, dass viele Landwirte den Anbau aufgeben. Ein Bekannter von mir hat eine 50-Hektar-Plantage geschlossen, weil es sich nicht mehr gelohnt hat. Eine gro\u00dfe Konkurrenz sind g\u00fcnstige Spargelimporte aus Mexiko oder Griechenland, und auch als Gem\u00fcse ist Spargel nicht mehr so popul\u00e4r wie fr\u00fcher.\u201c<\/p>\n<h2>Saison 2026 macht Hoffnung<\/h2>\n<p>Trotz des langfristigen Negativtrends k\u00f6nnte die diesj\u00e4hrige Saison sehr positiv verlaufen. Branchenvertreter sprechen sogar von einer m\u00f6glichen \u201eTurboernte\u201c.<\/p>\n<p>Dank eines trockenen Herbstes und sehr kalter Wintertage konnten die Pflanzen viel Energie speichern. Mit dem schnellen Temperaturanstieg treiben die Spargelstangen nun besonders kr\u00e4ftig aus. Erste Ernten im S\u00fcdwesten Deutschlands werden bereits ab Mitte M\u00e4rz erwartet, nennenswerte Mengen sollen in den n\u00e4chsten Tagen auf den Markt kommen.<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong><span style=\"color: #ffcc00;\">\u00a0\u201eWir in Polen k\u00f6nnen uns mit deutschen Plantagen nicht vergleichen \u2013 dort wird viel mehr Geld in die Anbautechnik investiert. In St\u00f6blau setzen wir nicht auf Massenverkauf, sondern auf Qualit\u00e4t, und ich denke, unsere Kunden sehen das und kommen deshalb zu uns zur\u00fcck.\u201c<br \/>\n<\/span><\/strong><span style=\"color: #ffcc00;\"><em>Elwira Galler<\/em><\/span><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>In Deutschland beginnt die Saison auch deshalb fr\u00fcher, weil moderne Anbaumethoden eingesetzt werden \u2013 etwa Bodenheizung oder spezielle Verfahren zur Verfr\u00fchung der Ernte. Das ist ein Wettbewerbsvorteil, den \u2013 wie polnische Produzenten betonen \u2013 nicht jeder erreichen kann.<\/p>\n<p>Trotz des R\u00fcckgangs bleibt Deutschland einer der weltweit gr\u00f6\u00dften Spargelproduzenten. Mit rund 120.000 Tonnen j\u00e4hrlich liegt das Land auf Platz vier \u2013 hinter China, Peru und Mexiko sowie vor Spanien.<\/p>\n<h2>Polen: kleinere Produktion, andere Strategie<\/h2>\n<p>Im Vergleich zu Deutschland ist Polen ein deutlich kleinerer Produzent, doch der Sektor entwickelt sich stabil. Die Jahresproduktion liegt bei etwa 12.000 Tonnen, womit Polen weltweit Platz 13 und in Europa Platz 6 einnimmt.<\/p>\n<p>Der Anbau konzentriert sich vor allem auf die Regionen Gro\u00dfpolen, Niederschlesien, Oppeln und Pommern. Spitzenreiter ist Gro\u00dfpolen, insbesondere der Kreis Wollstein und die Gemeinde Priment, die als \u201eSpargelhauptstadt Polens\u201c gilt.<\/p>\n<div id=\"attachment_75149\" style=\"width: 778px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-75149\" class=\"size-large wp-image-75149\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/elwira-galler-DO-GRAFIKI-768x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"768\" height=\"1024\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/elwira-galler-DO-GRAFIKI-768x1024.jpg 768w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/elwira-galler-DO-GRAFIKI-225x300.jpg 225w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/elwira-galler-DO-GRAFIKI-1152x1536.jpg 1152w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/elwira-galler-DO-GRAFIKI.jpg 1536w\" sizes=\"auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><p id=\"caption-attachment-75149\" class=\"wp-caption-text\">Besitzerin Elwira Galler<br \/>Foto: Szparagi Stebl\u00f3w<\/p><\/div>\n<p>Polnische Produzenten setzen zunehmend nicht auf Masse, sondern auf Qualit\u00e4t. In St\u00f6blau bei Krappit<strong>z<\/strong> wird der Spargel im Betrieb von Elwira Galler \u00f6kologisch angebaut \u2013 ohne Pestizide, mit manueller Unkrautbek\u00e4mpfung und einem starken Fokus auf Frische. Wie sie betont:<\/p>\n<p>\u201eWir in Polen k\u00f6nnen uns mit deutschen Plantagen nicht vergleichen \u2013 dort wird viel mehr Geld in die Anbautechnik investiert. In St\u00f6blau setzen wir \u00fcberhaupt nicht auf Massenverkauf, sondern auf Qualit\u00e4t, und ich denke, das sehen und wissen unsere Kunden. Wenn eine Mutter mit ihrem Kind zu mir kommt, um Spargel f\u00fcrs Mittagessen zu kaufen, habe ich kein schlechtes Gewissen, dass ich ein ungesundes Produkt verkaufe. Wir wirtschaften \u00f6kologisch, ohne Pestizide, und j\u00e4ten unsere Felder von Hand. Die ersten Spargel erwarten wir in etwa drei Wochen \u2013 die, die jetzt in den Gesch\u00e4ften sind, sind keine heimischen Produkte, das sollte man betonen.\u201c<\/p>\n<h2>Zwischen Tradition und Herausforderungen<\/h2>\n<p>Der R\u00fcckgang der Produktion in Deutschland zeigt, dass selbst eine so fest verankerte Tradition wie die Spargelsaison nicht immun gegen wirtschaftliche Ver\u00e4nderungen ist. Steigende Kosten, Konkurrenz durch Importe und ver\u00e4nderte Konsumgewohnheiten beeinflussen die Entscheidungen der Landwirte.<\/p>\n<p>Gleichzeitig macht die erwartete \u201eTurboernte\u201c in diesem Jahr Hoffnung auf eine erfolgreiche Saison. In Polen deutet sich zudem immer st\u00e4rker an, dass die Zukunft der Branche eher in Qualit\u00e4t, Regionalit\u00e4t und direktem Kundenkontakt liegt als in der Massenproduktion.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Paradox der Saison 2026: \u201eTurboernte\u201c erwartet In Deutschland gilt Spargel seit Jahren als \u201ewei\u00dfes Gold\u201c. Das beliebte Fr\u00fchlingsgem\u00fcse zieht jedes Jahr zahlreiche Genie\u00dfer an. Die neuesten Daten zeigen jedoch einen klaren Abw\u00e4rtstrend \u2013 sowohl bei den Anbaufl\u00e4chen als auch bei der Zahl der Betriebe. \u201eLandwirte in Deutschland geben den Spargelanbau auf, weil er sich nicht [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":261,"featured_media":75151,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[4235],"tags":[6875],"redaktor":[5629],"class_list":["post-75147","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-wirtschaft-de","tag-spargelernte","redaktor-anna-durecka-de"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/75147","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/261"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=75147"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/75147\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":75307,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/75147\/revisions\/75307"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/75151"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=75147"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=75147"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=75147"},{"taxonomy":"redaktor","embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/redaktor?post=75147"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}