{"id":74821,"date":"2026-03-21T12:00:05","date_gmt":"2026-03-21T11:00:05","guid":{"rendered":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/?p=74821"},"modified":"2026-03-20T16:15:52","modified_gmt":"2026-03-20T15:15:52","slug":"die-geschichte-regionaler-spezialitaeten-echte-schlesische-happen-suesses-erbe-aus-warmbrunn","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/die-geschichte-regionaler-spezialitaeten-echte-schlesische-happen-suesses-erbe-aus-warmbrunn\/","title":{"rendered":"Echte Schlesische Happen: S\u00fc\u00dfes Erbe aus Warmbrunn &#8211; Die Geschichte regionaler Spezialit\u00e4ten"},"content":{"rendered":"<p><strong>Eine Reise zu den schlesischen Thermalquellen sollte stets ein gesellschaftlich-kulturelles Ereignis sein. Schlie\u00dflich sind die Warmbrunner Quellen seit dem 12. Jahrhundert in Betrieb, und ihre heilende Wirkung wird seit Jahrhunderten unvermindert gesch\u00e4tzt. Jedes Jahr verbringen wir hier einige Tage und entdecken dabei immer wieder Orte, die an die reiche Geschichte dieses Kurortes erinnern. Ein gro\u00dfer Vorteil ist die gute Verkehrsanbindung \u2013 Bad Warmbrunn ist bequem mit dem Zug erreichbar.<\/strong><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Zu unseren festen Ritualen geh\u00f6rt die Trinkkur im historischen Kurhaus am Plac Piastowski (ehemals Kurhotel Quellenhof). Ebenso lohnt sich ein Besuch im stimmungsvollen Caf\u00e9 Bohema, wo ausgezeichneter Kaffee und k\u00f6stliche Eisdesserts serviert werden. Es gibt dort auch leckere Kuchen \u2013 kein Wunder, denn das Konditorhandwerk hat in Warmbrunn eine lange Tradition.<\/p>\n<h2><strong>Warmbrunner Backwerk \u2013 Aufstieg einer Marke<\/strong><\/h2>\n<p>Seit 1868 florierte die Warmbrunner Backwerk- und Bisquitfabrik des B\u00e4ckermeisters Eduard Arnold. Sein weit \u00fcber Schlesiens Grenzen hinaus bekanntes Warmbrunner Backwerk wurde in der Konditorei in der Hermsdorfstra\u00dfe 15 (heute Cieplicka 17) verkauft. Es handelte sich um feines Teegeb\u00e4ck und kleine Backwaren.<\/p>\n<p>Besonders beliebt waren die Warmbrunner Badeoblaten \u2013 hauchd\u00fcnne, knusprige Waffeln mit s\u00fc\u00dfer F\u00fcllung. Sie zeichneten sich durch ihre runde Form und ein gepr\u00e4gtes Motiv mit Bezug zum Kurort aus und wurden sowohl lose als auch in dekorativen Verpackungen als Souvenir angeboten. In historischen Anzeigen finden sich zudem Wiener Waffeln und Wiener Dessertgeb\u00e4ck in verschiedenen Geschmacksrichtungen. Die Fabrik stellte au\u00dferdem Eiswaffeln und Hohlhippen her.<\/p>\n<p>Die S\u00fc\u00dfwarenfabrik von Eduard Arnold verf\u00fcgte \u00fcber rund 30 Verkaufsstellen in Deutschland sowie \u00fcber eigene Produktausstellungen. Zu den Vertriebspartnern geh\u00f6rten unter anderem die Gesch\u00e4fte C.A.B. Schmidt Nachfolger in Dresden (Altmarkt 5 und Bismarckplatz 4). Eine andere Dresdner Firma, die Biscuit-Fabrik Schneider &amp; Co., legte ihren Produkten kleine Werbemarken bei \u2013 diese sind heute noch auf Online-Auktionen zu finden. Die Marke Nr. 27 stellt Warmbrunner Backwerk dar, auf das vier farbenfrohe Figuren hinweisen \u2013 goldene Backwaren in Kringel-, Schnecken- und Brezelform.<\/p>\n<div id=\"attachment_74830\" style=\"width: 2010px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-74830\" class=\"wp-image-74830 size-full\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Canva_Historische-Anzeigen.png\" alt=\"\" width=\"2000\" height=\"2000\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Canva_Historische-Anzeigen.png 2000w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Canva_Historische-Anzeigen-300x300.png 300w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Canva_Historische-Anzeigen-1024x1024.png 1024w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Canva_Historische-Anzeigen-150x150.png 150w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Canva_Historische-Anzeigen-768x768.png 768w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Canva_Historische-Anzeigen-1536x1536.png 1536w\" sizes=\"auto, (max-width: 2000px) 100vw, 2000px\" \/><p id=\"caption-attachment-74830\" class=\"wp-caption-text\">Quelle: Polonia.pl<\/p><\/div>\n<h2><strong>Konditoreien, Tradition und Erinnerung<\/strong><\/h2>\n<p>Was das Warmbrunner Backwerk betrifft, so war vermutlich August Hubrich sein \u00e4ltester Hersteller, der seine T\u00e4tigkeit bereits 1850 aufnahm. Seine Konditorei und sein Caf\u00e9 befanden sich an der Zackenbr\u00fccke (heute Zjednoczenia Narodowego 1). Die ber\u00fchmten S\u00fc\u00dfigkeiten konnten auch auf der \u00fcberdachten Terrasse des modernen Kurpavillons genossen werden.<\/p>\n<p>In der Voigtsdorferstra\u00dfe 1 sowie auf der Promenade unter den Nummern 8\/9 betrieb der Pfefferk\u00fcchler Ewald Leuschner eine Konditorei und ein Caf\u00e9 \u2013 ebenfalls im Besitz von August Hubrich. Hier wurde echtes Warmbrunner Geb\u00e4ck in dekorativen Verpackungen zu 250 g und 500 g verkauft. Vor Ort konnte man zudem Honigkuchen, den \u201eKurortkuchen\u201c, die Liegnitzer Bombe sowie eine weitere Spezialit\u00e4t probieren: Pfefferminzgeb\u00e4ck. Auch Torten auf Bestellung geh\u00f6rten zum Angebot. Ein weiteres regionales Produkt war der Kr\u00e4uterlik\u00f6r Echt Stonsdorfer Bitter, der bis heute unter diesem Namen bekannt ist.<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong><span style=\"color: #ffcc00;\">Die Zeiten \u00e4ndern sich \u2013 und wir uns mit ihnen. Der s\u00fc\u00dfe Geschmack ist ein besonderer Tr\u00e4ger von Erinnerungen, und so ist es kaum verwunderlich, dass lokale Spezialit\u00e4ten im Ged\u00e4chtnis bleiben.<\/span><\/strong><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Am Plac Zdrojowy 1 (ehemals Neumarkt 1) steht schlie\u00dflich ein Geb\u00e4ude, in dem zu Beginn des 20. Jahrhunderts die Konditorei und das Caf\u00e9 der Familie Liebig untergebracht waren. Auch hier konnte man echtes Warmbrunner Backwerk kosten. Historische Postkarten zeigen das Geb\u00e4ude mit blumengeschm\u00fcckten Fenstern, einer charmanten Terrasse im ersten Stock und einem Caf\u00e9 im Erdgeschoss mit weit ge\u00f6ffneten Fenstern. Heute dient das Geb\u00e4ude anderen Zwecken und hat sein Erscheinungsbild vollst\u00e4ndig ver\u00e4ndert.<\/p>\n<p>Die Zeiten \u00e4ndern sich \u2013 und wir uns mit ihnen. Der s\u00fc\u00dfe Geschmack ist ein besonderer Tr\u00e4ger von Erinnerungen, und so ist es kaum verwunderlich, dass lokale Spezialit\u00e4ten im Ged\u00e4chtnis bleiben und mitunter selbst zur Marke werden \u2013 wie etwa der Krakauer Obwarzanek, die Posener Martinsh\u00f6rnchen oder die Thorn\u2019schen Pfefferkuchen. Doch wer erinnert sich heute noch an Warmbrunner Geb\u00e4ck? Vielleicht ist es an der Zeit, sich selbst zu \u00fcberzeugen \u2013 und das Backwerk nach historischem Rezept nachzubacken, vielleicht sogar mit einer eigenen kreativen Note.<\/p>\n<div id=\"attachment_74872\" style=\"width: 2058px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-74872\" class=\"wp-image-74872 size-full\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/IMG_20260317_D-Malgorzata-Janik.jpg\" alt=\"\" width=\"2048\" height=\"945\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/IMG_20260317_D-Malgorzata-Janik.jpg 2048w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/IMG_20260317_D-Malgorzata-Janik-300x138.jpg 300w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/IMG_20260317_D-Malgorzata-Janik-1024x473.jpg 1024w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/IMG_20260317_D-Malgorzata-Janik-768x354.jpg 768w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/IMG_20260317_D-Malgorzata-Janik-1536x709.jpg 1536w\" sizes=\"auto, (max-width: 2048px) 100vw, 2048px\" \/><p id=\"caption-attachment-74872\" class=\"wp-caption-text\">Foto: M. Janik<\/p><\/div>\n<p>Und das Rezept ist denkbar einfach:<br \/>\n\u201e200 g ausgewaschene Butter werden schaumig ger\u00fchrt, worauf man 2 ganze Eier, 200 g Zucker und so viel Weizenmehl hinzuf\u00fcgt, dass man einen festen Teig kneten kann, aus dem man Kringel, Pl\u00e4tzchen und allerlei beliebige Figuren formt, die man mit Eigelb bestreicht und auf einem Blech sehr langsam goldgelb b\u00e4ckt.\u201c<\/p>\n<p>Dieses Rezept wurde dem \u201eUniversal-Lexikon der Kochkunst\u201c (Band 2, L\u2013Z, 1896) entnommen.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><strong>Ma\u0142gorzata Janik<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine Reise zu den schlesischen Thermalquellen sollte stets ein gesellschaftlich-kulturelles Ereignis sein. Schlie\u00dflich sind die Warmbrunner Quellen seit dem 12. Jahrhundert in Betrieb, und ihre heilende Wirkung wird seit Jahrhunderten unvermindert gesch\u00e4tzt. 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