{"id":74721,"date":"2026-03-20T17:00:02","date_gmt":"2026-03-20T16:00:02","guid":{"rendered":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/?p=74721"},"modified":"2026-03-19T22:02:21","modified_gmt":"2026-03-19T21:02:21","slug":"deutsche-minderheiten-in-europa-6","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/deutsche-minderheiten-in-europa-6\/","title":{"rendered":"Deutsche Minderheiten in Europa"},"content":{"rendered":"<p><strong>In unserer Reihe \u201eDeutsche Minderheiten in Europa\u201c blicken wir \u00fcber Grenzen hinaus und beleuchten, was die deutschen Minderheiten in ganz Europa bewegt.<\/strong><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<h3><strong>Damen m\u00fcssen in D\u00e4nemark aufholen<\/strong><\/h3>\n<p>In den Strukturen der deutschen Minderheit sind es immer noch die M\u00e4nner, die den Ton angeben \u2013 wenigstens in den F\u00fchrungspl\u00e4tzen in D\u00e4nemark. Dies ging aus einer Analyse zum Weltfrauentag aus. Die aktuelle Datenlage f\u00fcr 2026 zeigt, dass Frauen in den Chefetagen der Verb\u00e4nde weiterhin unterrepr\u00e4sentiert sind. Besonders im BDN-Hauptvorstand ist die Diskrepanz gro\u00df: Lediglich 8 der 31 Mitglieder sind weiblich. Auch bei der Leitung der gro\u00dfen Verb\u00e4nde dominieren M\u00e4nner. W\u00e4hrend Organisationen wie der Sozialdienst oder die B\u00fcchereien weibliche Doppelspitzen oder gemischte F\u00fchrungen aufweisen, bleiben der Jugendverband, der LHN oder die Nachschule fest in m\u00e4nnlicher Hand. Beim DSSV zeigt sich 2026 ein Lichtblick: Hier wurde der Vorsitz erstmals kommissarisch von einer Frau \u00fcbernommen. Ein v\u00f6llig anderes Bild liefert der Bildungssektor. Bei der Leitung der Schulen im DSSV haben die Frauen das Ruder \u00fcbernommen. Hier besetzen sie 11 der 15 F\u00fchrungspositionen. Trotz dieses Erfolgs im p\u00e4dagogischen Bereich bleibt die gl\u00e4serne Decke in den politischen und landwirtschaftlichen Spitzen\u00e4mtern bestehen. Die Analyse verdeutlicht, dass die angestrebte Parit\u00e4t in der Minderheit auch 2026 noch ein fernes Ziel ist. Quelle: nordschleswiger.dk<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<h3><strong>Neues Buch soll vergessene Gruppe beleuchten<\/strong><\/h3>\n<p>Europaweit sind die Sathmarer Schwaben \u2013 ein Zweig der deutschen Minderheit in Rum\u00e4nien \u2013 fast gar kein Begriff. Dies soll sich mit einem Buch von Dr. R\u0103zvan Ro\u0219u \u00e4ndern. Der renommierte Historiker, der an mehreren europ\u00e4ischen Universit\u00e4ten forschte, widmet sich seit zwei Jahrzehnten dieser kleinen Gruppe. Sein bevorstehendes Werk schlie\u00dft signifikante Wissensl\u00fccken und blickt weit \u00fcber g\u00e4ngige Klischees hinaus. Ro\u0219u interviewte \u00fcber 500 Zeitzeugen, um die \u201eSaga\u201c der Schwaben zu rekonstruieren. Er beleuchtet dabei nicht nur die Geschichte ab dem 18. Jahrhundert, sondern auch Besonderheiten in Architektur, Kulinarik und Mentalit\u00e4t. Ein zentraler Aspekt ist der Dialekt, den der Forscher selbst erlernte. Dieser dient ihm als Schl\u00fcssel zur tief verwurzelten Identit\u00e4t der Gemeinschaft, die sich durch Flei\u00df und Disziplin auszeichnet. Interessanterweise \u00fcberdauerten diese Traditionen teils in der Diaspora in den USA oder Deutschland st\u00e4rker als in der rum\u00e4nischen Heimat. Ro\u0219u korrigiert zudem die einseitige Sichtweise, die Gruppe nur durch das Prisma der Magyarisierung zu betrachten. Sein Ziel ist es, die vielschichtige, eigenst\u00e4ndige Kultur dieser \u201ebauerngepr\u00e4gten\u201c Minderheit in ihrer Gesamtheit begreifbar zu machen. Quelle: adz.news.<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<h3><strong>Ungarndeutsche im Zeichen der politischen Revolution<\/strong><\/h3>\n<p>Dieses Jahr kann es einen revolutionieren Umbruch in der Politik Ungarns geben und die deutsche Minderheit steht mitten drin. Umfragen nach kann der langj\u00e4hrige Premierminister seinen Posten verlieren. Aktuelle Daten der Institute Publicus und Zavecz Research deuten auf einen historischen Machtwechsel hin: Die oppositionelle TISZA-Partei liegt teils zweistellig vor dem regierenden Fidesz. Inmitten dieser Polarisierung r\u00fcstet sich die Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen (LdU) f\u00fcr die Parlamentswahl am 12. April 2026. Mit einer eigenen Landesliste und dem erfahrenen Spitzenkandidaten Gregor Gallai will die Volksgruppe ihre parlamentarische Stimme festigen. Das Ziel ist klar: Unabh\u00e4ngig von Parteifarben sollen die kulturelle Autonomie, das Bildungswesen und die Muttersprache gesichert werden. Gallai betont, dass die Minderheitenvertretung kein verl\u00e4ngerter Arm der Parteipolitik ist. Man setzt zwar auf eine sachbezogene Zusammenarbeit mit der k\u00fcnftigen Regierung, um die F\u00f6rderung der Institutionen zu garantieren, beh\u00e4lt sich aber ausdr\u00fccklich vor, unvorteilhafte Pl\u00e4ne abzulehnen. In einem Umfeld, in dem viele B\u00fcrger noch unentschlossen sind, positioniert sich die LdU als stabiler, transparenter Partner, der die Zukunft der Gemeinschaft durch einen eigenst\u00e4ndigen Kurs absichern will. Quelle: stiftung-verbundenheit.de<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Deutsche setzen sich f\u00fcr historische Orgel ein<\/strong><\/h3>\n<p>Eine der Kernaufgaben der deutschen Minderheiten in Europa ist es das deutsche Kulturerbe au\u00dferhalb der Bundesrepublik zu bewahren. Dieser Aufgabe gehen die deutschen in Tschechien nach und versuchen eine alte Kirchenorgel zu retten. Das historische Instrument in der St.-Jakobus-Kirche von Netschetin (Ne\u010dtiny) befindet sich in einem kritischen Zustand, weshalb der Bund der Deutschen in B\u00f6hmen nun eine Rettungsinitiative gestartet hat. Das barocke Prunkst\u00fcck stammt aus dem Jahr 1752 und ist ein seltenes Zeugnis der Handwerkskunst von Johann Leopold Rausch. Der aus Wien stammende Meister schuf zeitlebens \u00fcber 30 Orgeln, doch heute existieren nur noch etwa sechs seiner Werke. W\u00e4hrend vergleichbare Instrumente, etwa in Bischofteinitz, bereits in neuem Glanz erstrahlen, nagt in Netschetin der Zahn der Zeit. Die Instandsetzung soll schrittweise erfolgen und ist auf mehrere Jahre angelegt. Richard \u0160ulko vom Bund der Deutschen beziffert den finanziellen Gesamtaufwand auf rund f\u00fcnf Millionen Kronen. Da staatliche F\u00f6rderungen voraussichtlich 80 Prozent der Summe decken, m\u00fcssen etwa eine Million Kronen (ca. 41.200 Euro) durch Eigenmittel und Spenden finanziert werden. Mit der Sanierung soll nicht nur die Musikgeschichte B\u00f6hmens, sondern auch die Identit\u00e4t des Ortes bewahrt werden, dessen barockes Kirchenschiff seit jeher das Panorama von Netschetin pr\u00e4gt. Quelle: landesecho.cz,<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<h3><strong>Sprache einheitlich vermitteln<\/strong><\/h3>\n<p>Eine einheitliche Sprachbildung ist in einem vielf\u00e4ltigen Land nicht einfach. Vor so einer Aufgabe stehen definitiv die Russlanddeutschen und haben sich deswegen bei einem Seminar Gedanken \u00fcber den besten Weg dazu gemacht. Ende Februar versammelten sich Koordinatoren aus verschiedenen Landesteilen im Moskauer Russisch-Deutschen Haus, um die Weichen f\u00fcr die kommenden Jahre zu stellen. Im Fokus der viert\u00e4gigen Klausur stand die strategische Ausrichtung der Spracharbeit bis 2026. Die Experten nutzten die Zeit f\u00fcr einen intensiven Know-how-Transfer. Besonders die Vernetzung zwischen erfahrenen Kr\u00e4ften und Neueinsteigern stand im Vordergrund, um die Qualit\u00e4t der ethnokulturellen Sprachprojekte landesweit zu sichern. Unter der Leitung von Natalia Kozlova wurden innovative Lehrmethoden erarbeitet, die \u00fcber den klassischen Unterricht hinausgehen. Ein Highlight war die Vorstellung des Konzepts \u201eGeschichte 4 in 1\u201c aus Omsk, das historische Themen greifbar vermittelt. Das Treffen diente zudem als direkte Vorbereitung auf die anstehende Bundeskonferenz im Mai in Jekaterinburg. F\u00fcr viele Regionen, wie etwa Iwanowo, bot der Austausch die Chance, eigene Angebote zu optimieren und neue Impulse f\u00fcr die Jugendarbeit mitzunehmen. Die Teilnehmer blicken nun motiviert auf die Umsetzung der Konzepte in ihren Heimatregionen. Quelle: rusdeutsch.ru.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_74724\" style=\"width: 1034px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-74724\" class=\"size-large wp-image-74724\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Foto2-12lb-Minderheiten-1-1024x576.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"576\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Foto2-12lb-Minderheiten-1-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Foto2-12lb-Minderheiten-1-300x169.jpg 300w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Foto2-12lb-Minderheiten-1-768x432.jpg 768w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Foto2-12lb-Minderheiten-1-1536x864.jpg 1536w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Foto2-12lb-Minderheiten-1-2048x1152.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><p id=\"caption-attachment-74724\" class=\"wp-caption-text\">Ziel des Seminars war eine einheitliche Sprachpolitik.<br \/>Foto: Rusdeutsch.<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Deutsch in der Ukraine weiter gef\u00f6rdert<\/strong><\/h3>\n<p>Die Regierung der Ukraine hat unl\u00e4ngst \u00c4nderungen in den Regeln der Europ\u00e4ischen Charta der Regional- oder Minderheitensprachen abgesegnet. Dabei best\u00e4tigt sich auch weiterhin der Schutz f\u00fcr die deutsche Sprache im Land. Mit der Verabschiedung des Gesetzes Nr. 14120 durch die Werchowna Rada erfolgt eine wichtige rechtliche Anpassung an die aktualisierte amtliche \u00dcbersetzung des internationalen Abkommens. Die Neuregelung pr\u00e4zisiert nicht nur den offiziellen Titel der Charta, sondern aktualisiert auch die Liste jener Sprachen, denen innerhalb der Ukraine ein besonderer F\u00f6rderstatus einger\u00e4umt wird. Neben Deutsch finden sich darauf unter anderem Polnisch, Tschechisch sowie bedrohte Sprachen wie Krimtatarisch oder Jiddisch. F\u00fcr die deutsche Minderheit bedeutet dieser Schritt Planungssicherheit: Bew\u00e4hrte Instrumente zur Unterst\u00fctzung der Sprache in den Bereichen Bildung, Medien und Kultur bleiben rechtlich verankert. Trotz des Schutzes stehen die Verantwortlichen vor praktischen H\u00fcrden. W\u00e4hrend Deutsch im Gegensatz zu anderen Minderheitensprachen keine neue Kodifizierung ben\u00f6tigt, mangelt es an qualifiziertem Lehrpersonal. Experten betonen, dass k\u00fcnftig verst\u00e4rkt an L\u00f6sungen f\u00fcr die Akkreditierung ausl\u00e4ndischer P\u00e4dagogen gearbeitet werden muss, um den Unterricht langfristig abzusichern. Quelle: deutsche.in.ua<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><strong>\u0141ukasz Bi\u0142y<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In unserer Reihe \u201eDeutsche Minderheiten in Europa\u201c blicken wir \u00fcber Grenzen hinaus und beleuchten, was die deutschen Minderheiten in ganz Europa bewegt.<\/p>\n","protected":false},"author":295,"featured_media":74727,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[5625],"tags":[],"redaktor":[6080],"class_list":["post-74721","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-kultur-de","redaktor-lukasz-bily-de"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/74721","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/295"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=74721"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/74721\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":74887,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/74721\/revisions\/74887"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/74727"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=74721"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=74721"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=74721"},{"taxonomy":"redaktor","embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/redaktor?post=74721"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}