{"id":73930,"date":"2026-03-08T13:38:56","date_gmt":"2026-03-08T12:38:56","guid":{"rendered":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/?p=73930"},"modified":"2026-03-08T13:53:16","modified_gmt":"2026-03-08T12:53:16","slug":"wort-zum-sonntag-von-bischofsvikar-dr-peter-tarlinski-5","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wort-zum-sonntag-von-bischofsvikar-dr-peter-tarlinski-5\/","title":{"rendered":"Wort zum Sonntag von Bischofsvikar Dr. Peter Tarlinski"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Sonntag der Fastenzeit \u2013 A<br \/>\nLesung: Ex 17,3\u20137<br \/>\nLesung: R\u00f6m 5,1\u20132.5\u20138<br \/>\nEvangelium: Joh 4,5\u201342<\/p>\n<h1>Der Friede in der Welt braucht Gott und die Menschen<\/h1>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Kaum zu glauben: Statt Frieden eskalieren milit\u00e4rische Auseinandersetzungen in aller Welt. Der von Russland ausgel\u00f6ste Krieg in der Ukraine, der bewaffnete Konflikt im Nahen Osten zwischen Israel und den USA einerseits und dem Iran andererseits, die milit\u00e4rische und humanit\u00e4re Krise im Gazastreifen zwischen Israel und Pal\u00e4stina (Hamas), B\u00fcrgerkriege und K\u00e4mpfe um politischen und wirtschaftlichen Einfluss im Sudan, in Myanmar (Birma), in der Demokratischen Republik Kongo, im Jemen, in \u00c4thiopien, Mosambik, Mali, Burkina Faso und Nigeria, in Somalia, Kolumbien, auf den Philippinen und an vielen anderen Orten der Welt dauern an.<\/p>\n<p>Die internationale Lage wirft oft g\u00e4ngige, immer wiederkehrende und wenig durchdachte Fragen auf: Wo ist Gott? Warum greift er nicht ein? Warum m\u00fcssen unschuldige Menschen sterben?<\/p>\n<p>Werfen wir einen Blick auf die Lesungen f\u00fcr den 3. Fastensonntag, die in der Liturgie der katholischen Kirche vorgesehen sind, um dort Hinweise in Richtung Frieden entgegenzunehmen.<\/p>\n<h2>1. \u201eIst der Herr in unserer Mitte oder nicht?\u201c<\/h2>\n<p>Das auserw\u00e4hlte Volk Gottes \u2013 also Israel \u2013 wanderte aus der \u00e4gyptischen Knechtschaft durch die W\u00fcste ins Gelobte Land. Es fehlte an Wasser. Das Volk lehnte sich gegen Mose im Lager Refidim auf, das zwischen der W\u00fcste Sin und der W\u00fcste Sinai lag.<\/p>\n<p>In dieser Krisensituation stellten die Menschen Fragen wie: \u201eIst der Herr wirklich unter uns oder nicht?\u201c Dies ist Ausdruck des Zweifels an der Gegenwart Gottes und an seiner F\u00fcrsorge f\u00fcr das Leben und die Sicherheit des Volkes.<\/p>\n<p>Gott antwortete zweimal auf diese Bedenken. Zuerst lie\u00df er durch das Mitwirken von Mose, der mit seinem Stab auf den Felsen schlug, Wasser flie\u00dfen, um den Durst der Menschen und Tiere zu stillen. Und dann, als die Amalekiter die Israeliten in Refidim angriffen, unterst\u00fctzte Gott Josua und die M\u00e4nner, die mit ihm k\u00e4mpften, sodass sie vor Sonnenuntergang den Feind besiegten. W\u00e4hrend des Kampfes betete Mose f\u00fcr die Israeliten, wobei er seine H\u00e4nde bis zum endg\u00fcltigen Sieg erhoben hielt.<\/p>\n<p>Die alttestamentliche Perspektive zeigt, dass man Frieden schaffen und verteidigen muss, um sozialen und internationalen Frieden zu erreichen. Der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs \u201ewird sein Volk mit Frieden segnen\u201d (Ps 29,11), \u201eder Herr ist der Friede\u201d (Jahwe-Schalom; Ri 6,24).<\/p>\n<p>Der \u00e4lteste Segen in der Bibel ist der, den Gott durch Mose an Aaron weitergab:<br \/>\n\u201eDer Herr segne dich und beh\u00fcte dich. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten \u00fcber dir und sei dir gn\u00e4dig. Der Herr wende sein Angesicht dir zu und schenke dir Frieden.\u201d (Num 6,24\u201326)<\/p>\n<h2>2. Der Friede mit Gott \u2013 als Grundlage des Friedens unter den Menschen<\/h2>\n<p>Die zweite Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus an die Gemeinde in Rom bringt den Satz:<\/p>\n<p>\u201eGerecht gemacht aus Glauben, haben wir Frieden mit Gott durch Jesus Christus, unseren Herrn.\u201c<\/p>\n<p>Jesus Christus hat uns, die mit S\u00fcnde Belasteten, aus Liebe befreit. Das hat er uns durch seinen Tod am Kreuz geschenkt. Jeder Mensch, der an Christus glaubt, wird von der Schuld freigesprochen und kann seitdem leben, als w\u00e4re er vollkommen gerecht.<\/p>\n<p>Das ist eine Gabe, die Gott uns geschenkt hat, weil er uns liebt. Damit diese Gabe in uns und f\u00fcr unser Umfeld fruchtbar wird, haben wir den Heiligen Geist geschenkt erhalten. Mit ihm wurde die Liebe Gottes in unsere Herzen ausgegossen. Somit haben wir die F\u00e4higkeit, die Fr\u00fcchte des Heiligen Geistes zu bringen, zu denen auch der Friede geh\u00f6rt (Ga 5,22).<\/p>\n<p>Im Brief an die Epheser wurden die Christen aufgerufen:<br \/>\n\u201eErtragt einander in Liebe und bem\u00fcht euch, die Einheit des Geistes zu wahren durch das Band des Friedens!\u201c (Eph 4,2\u20133).<\/p>\n<p>Der Geist Gottes f\u00fchrt zum Leben und zum Frieden (R\u00f6m 8,6). Und der Brief an die R\u00f6mer (15,33) bringt auch diesen Satz:<br \/>\n\u201eDer Gott des Friedens aber sei mit euch allen! Amen.\u201c<\/p>\n<p>Ohne das Fundament, das Gott und seine Lebensgrunds\u00e4tze bilden, werden wir keinen dauerhaften Frieden untereinander schaffen k\u00f6nnen.<\/p>\n<h2>3. Christus ist wirklich der Retter der Welt<\/h2>\n<p>Eine Begegnung Jesu mit einer Frau am Jakobsbrunnen bei Sychar in Samarien schenkt uns einige Einsichten in den Sinn des Lebens Jesu Christi.<\/p>\n<p>Aus einer einfachen Bitte um Wasser an die Samariterin entwickelt sich ein Gespr\u00e4ch, in dem Jesus offenbart, wer er ist. Die zentrale Erkenntnis lautet: Jesus ist der Messias, auf den die Juden wie auch die Samariter warteten.<\/p>\n<p>Er ist es, der alles, was im Leben wesentlich ist, verk\u00fcnden und mitteilen wird. Jesus verspricht den Menschen ein lebendiges Wasser zu geben, das in jedem und in jeder zu einer Quelle wird. Aus ihr wird das Wasser ins ewige Leben flie\u00dfen. Die Quelle des lebendigen Wassers im Menschen ist der Heilige Geist.<\/p>\n<p>Jesus \u00fcberwindet Spaltungen zwischen den V\u00f6lkern und zwischen Frauen und M\u00e4nnern. Die Juden unterhielten keine Beziehungen zu den Samaritern, und ein j\u00fcdischer Rabbi durfte nicht \u00f6ffentlich mit fremden Frauen sprechen.<\/p>\n<p>Jesus weist eindeutig darauf hin, dass die wahre Verehrung Gottes, der Glaube an ihn und die Hinwendung zu ihm eine Angelegenheit des Herzens sind. Nicht die Gebets- und Opferst\u00e4tten \u2013 wie der Berg Garizim oder Jerusalem \u2013 werden zum Mittelpunkt des geistlichen Lebens, sondern die spirituelle Verbundenheit mit Gott.<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich endet die Begegnung am Jakobsbrunnen mit dem Satz der versammelten Samariter:<br \/>\n\u201eEr ist wirklich der Retter der Welt.\u201c<\/p>\n<p>Der ersehnte Friede hat seinen Ursprung in Christus und wird von Menschen verwirklicht, die vom Geist Gottes beseelt sind.<\/p>\n<h2>4. Der Friede hat ein spirituelles Antlitz<\/h2>\n<p>In Anbetracht der biblischen Denkweise liegt es nahe: Der Friede kommt von Gott durch seinen Geist und durch die Menschen, die sich nach ihm richten.<\/p>\n<p>Der Friede hat kein milit\u00e4risches Gesicht, sondern ein spirituelles Antlitz. Jesus erkl\u00e4rt der Samariterin:<\/p>\n<p>\u201eGott ist Geist, und alle, die ihn anbeten, m\u00fcssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten.\u201c<\/p>\n<p>Ohne Wahrheit und ohne spirituelle Empfindsamkeit bleiben die Kriege bestehen. Ihrer Ursache ging der Verfasser des Jakobusbriefes nach und fragte:<\/p>\n<p>\u201eWoher kommen Kriege bei euch, woher Streitigkeiten? Etwa nicht von den Leidenschaften, die in euren Gliedern streiten? Ihr begehrt und erhaltet doch nichts. Ihr mordet und seid eifers\u00fcchtig und k\u00f6nnt dennoch nichts erreichen. Ihr streitet und f\u00fchrt Krieg. Ihr erhaltet nichts, weil ihr nicht bittet. Ihr bittet und empfangt doch nichts, weil ihr in b\u00f6ser Absicht bittet, um es in euren Leidenschaften zu verschwenden\u201c (Jak 4,1\u20133).<\/p>\n<p>Die Rettung und der Friede kommen aus dem Geist Gottes. Sich darauf einzustellen, aus der Kraft und Wahrheit des Heiligen Geistes zu leben, hat Zukunft \u2013 besonders in schwierigen<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Sonntag der Fastenzeit \u2013 A Lesung: Ex 17,3\u20137 Lesung: R\u00f6m 5,1\u20132.5\u20138 Evangelium: Joh 4,5\u201342 Der Friede in der Welt braucht Gott und die Menschen<\/p>\n","protected":false},"author":12,"featured_media":73648,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[4225],"tags":[],"redaktor":[6062],"class_list":["post-73930","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-kirche-de","redaktor-bischofsvikar-dr-peter-tarlinski-de"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/73930","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/12"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=73930"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/73930\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":73932,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/73930\/revisions\/73932"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/73648"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=73930"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=73930"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=73930"},{"taxonomy":"redaktor","embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/redaktor?post=73930"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}