{"id":73770,"date":"2026-03-06T05:00:11","date_gmt":"2026-03-06T04:00:11","guid":{"rendered":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/?p=73770"},"modified":"2026-03-06T14:09:41","modified_gmt":"2026-03-06T13:09:41","slug":"103-000-zloty-fuer-die-renovierung-der-kapelle-in-koppitz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/103-000-zloty-fuer-die-renovierung-der-kapelle-in-koppitz\/","title":{"rendered":"103.000 Z\u0142oty f\u00fcr die Renovierung der Kapelle in Koppitz"},"content":{"rendered":"<p><strong>Die Stiftung f\u00fcr das Schloss in Koppitz hat eine F\u00f6rderung in H\u00f6he von 103.000 Z\u0142oty aus dem ministeriellen Programm zum Schutz von Denkm\u00e4lern erhalten. Die Mittel sollen f\u00fcr die Rekonstruktion des Daches aus Naturschiefer an der Schaffgotsch-Gruftkapelle verwendet werden, die auch als Parkmausoleum bekannt ist. Es handelt sich um einen weiteren Schritt zur Sicherung des Schloss- und Parkensembles und um eine reale Chance, den fortschreitenden Verfall des Objekts aufzuhalten.<\/strong><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Die Kapelle befindet sich seit Jahren in einem schlechten technischen Zustand. Die besch\u00e4digte Dacheindeckung f\u00fchrte zu Feuchtigkeit in den Mauern und zur Zerst\u00f6rung der Konstruktion. Die Rekonstruktion des historischen Daches wird dem Bauwerk nicht nur sein urspr\u00fcngliches Erscheinungsbild zur\u00fcckgeben, sondern vor allem das Innere vor weiterer Zerst\u00f6rung sch\u00fctzen. F\u00fcr die gesamte Schloss- und Parkanlage ist dies ein Schritt von entscheidender Bedeutung.<\/p>\n<h2><strong>Entstehung und Architektur der Kapelle<\/strong><\/h2>\n<p>Die Schaffgotsch-Gruftkapelle befindet sich am Rand des Parks in Koppitz. Das genaue Baujahr ist nicht bekannt. Sicher ist jedoch, dass sie im Jahr 1900 noch nicht existierte und dass 1914 bereits die erste Bestattung dort stattfand. Sie muss also zwischen 1901 und 1914 errichtet worden sein. Alles deutet darauf hin, dass die Entscheidung zum Bau nach dem Tod von Johanna Schaffgotsch, geborene Gryzik, im Jahr 1910 getroffen wurde.<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #ffcc00;\"><strong>Die erhaltene F\u00f6rderung gibt Hoffnung, dass das Objekt wirksam gesichert und sein weiterer Verfall gestoppt werden kann<\/strong><\/span><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Johanna und ihr Mann hatten zuvor ein eigenes Mausoleum an der Pfarrkirche in Koppitz errichten lassen, das ausschlie\u00dflich f\u00fcr sie bestimmt war. F\u00fcr die \u00fcbrigen Familienmitglieder musste jedoch eine separate Begr\u00e4bnisst\u00e4tte geschaffen werden. So entstand am Rand des Parks eine Kapelle mit einer Gruft.<\/p>\n<p>Das Bauwerk wurde im barocken Stil auf dem Grundriss einer Rotunde errichtet und mit einer Kuppel \u00fcberdeckt. Im unteren Teil befand sich die Gruft mit einem Eingang von Norden, dar\u00fcber lag die eigentliche Kapelle. Von S\u00fcden f\u00fchrt ein Portikus mit der Inschrift \u201eHERR, GIB IHNEN DIE EWIGE RUHE\u201c (\u201ePanie, daj im wieczny odpoczynek\u201c) hinein.<\/p>\n<h2><strong>Ruhest\u00e4tte der Familie<\/strong><\/h2>\n<p>In den Jahren 1914\u20131943 wurden in der Gruft f\u00fcnf Personen bestattet. Als Erste wurde im November 1914 Paula Schaffgotsch, geborene von F\u00fcrstenberg, beigesetzt. Sie starb im Alter von 51 Jahren. Im Februar 1917 wurde ihr Ehemann, Graf Hans Karl Gotthard Schaffgotsch, dort bestattet.<\/p>\n<p>1924 wurde in der Gruft auch ihr j\u00fcngerer Sohn Franz Egon beigesetzt, ein Veteran des Ersten Weltkriegs, der w\u00e4hrend eines Aufenthalts in einem Sanatorium in Karlsbad noch vor seinem 31. Lebensjahr starb.<\/p>\n<p>Im Mai 1943 starb der \u00e4lteste Sohn von Paula und Hans Karl Gotthard, Hans Ulrich Schaffgotsch, der als \u201eder letzte Herr von Koppitz\u201c in Erinnerung blieb. Vier Monate sp\u00e4ter wurde seine Schwester Hedwig, genannt Dedy, beigesetzt. Sie war die letzte Person, die in der Kapelle ihre letzte Ruhe fand.<\/p>\n<h2><strong>Jahre der Verw\u00fcstung und Sch\u00e4ndung<\/strong><\/h2>\n<p>Nach 1945 wurde die Gruft mehrfach gepl\u00fcndert. Die S\u00e4rge wurden ge\u00f6ffnet, und die mumifizierten \u00dcberreste wurden herausgeworfen und rund um die Kapelle verstreut. Die Verw\u00fcstungen dauerten mehr als 30 Jahre. Entgegen verbreiteten Meinungen waren daf\u00fcr nicht Soldaten der Roten Armee verantwortlich, sondern \u00f6rtliche Vandalen. Das Ausma\u00df der Zerst\u00f6rung und das jahrzehntelange Ausbleiben einer Reaktion geh\u00f6ren zu den ersch\u00fctterndsten Kapiteln in der Geschichte dieses Ortes.<\/p>\n<p>Erst 1977, vor dem geplanten Besuch eines Urenkels von Johanna Schaffgotsch, sammelte der damalige Pfarrer die verstreuten \u00dcberreste ein und bestattete sie in einem Sammelgrab beim Mausoleum neben der Pfarrkirche.<\/p>\n<h2><strong>Hoffnung auf eine w\u00fcrdige Rettung<\/strong><\/h2>\n<p>Heute ist die Kapelle ein stiller Zeuge der Geschichte der Familie und der dramatischen Ereignisse des 20. Jahrhunderts. Die erhaltene F\u00f6rderung gibt Hoffnung, dass das Objekt wirksam gesichert und sein weiterer Verfall gestoppt werden kann. Die Wiederherstellung des Daches ist nicht nur eine technische Ma\u00dfnahme \u2013 sie ist auch ein symbolischer Schritt zur Wiederherstellung der W\u00fcrde und des Respekts, die diesem Ort geb\u00fchren.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><strong>Andrea Polanski<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><em><strong>Verwendete Quellen:<\/strong><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><em><strong><a href=\"https:\/\/www.kopice.org\/\">https:\/\/www.kopice.org\/<\/a><\/strong><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Stiftung f\u00fcr das Schloss in Koppitz hat eine F\u00f6rderung in H\u00f6he von 103.000 Z\u0142oty aus dem ministeriellen Programm zum Schutz von Denkm\u00e4lern erhalten. Die Mittel sollen f\u00fcr die Rekonstruktion des Daches aus Naturschiefer an der Schaffgotsch-Gruftkapelle verwendet werden, die auch als Parkmausoleum bekannt ist. 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