{"id":73200,"date":"2026-03-02T09:51:30","date_gmt":"2026-03-02T08:51:30","guid":{"rendered":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/?p=73200"},"modified":"2026-03-03T09:07:31","modified_gmt":"2026-03-03T08:07:31","slug":"kommentar-der-deutsche-bundeskanzler-hinter-der-grossen-mauer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/kommentar-der-deutsche-bundeskanzler-hinter-der-grossen-mauer\/","title":{"rendered":"Kommentar: Der deutsche Bundeskanzler hinter der Gro\u00dfen Mauer"},"content":{"rendered":"<h1>Merz\u2019 politischer Slalom<\/h1>\n<p><strong>Seit Donald Trump das Amt des US-Pr\u00e4sidenten \u00fcbernommen hat, haben sich die Beziehungen zwischen Berlin und Washington abgek\u00fchlt. Der Hauptgrund daf\u00fcr sind die Z\u00f6lle, die der US-Pr\u00e4sident Deutschland auferlegt hat und mit denen er weiterhin droht. Dies d\u00fcrfte dazu gef\u00fchrt haben, dass sich die \u201ewirtschaftlichen Augen\u201c der Bundesrepublik nun zunehmend nach Alternativen umsehen und einen ebenso starken Wirtschaftspartner wie die USA suchen.<\/strong><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Das ist nicht verwunderlich, denn es ist kein Geheimnis, dass Deutschland zu einem gro\u00dfen Teil vom Export lebt. Die Folge: In letzter Woche besuchte Bundeskanzler Friedrich Merz China, wo er sich mit dem chinesischen Pr\u00e4sidenten Xi Jinping traf. Es war der erste offizielle Besuch des deutschen Bundeskanzlers hinter der \u201eGro\u00dfen Mauer\u201c, bei dem er von einer zahlreichen Delegation von Wirtschaftsvertretern begleitet wurde. Friedrich Merz sagte, dass sich die Gespr\u00e4che in Peking auf neue Vertr\u00e4ge f\u00fcr weitere Unternehmen konzentrierten und dass zus\u00e4tzliche Abkommen geplant seien, die mit Sicherheit abgeschlossen w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Gleichzeitig betonte der deutsche Regierungschef, dass Vertr\u00e4ge nicht der einzige Grund f\u00fcr seine Reise nach China seien: \u201eGenerell wollen wir die erfolgreiche Geschichte der Zusammenarbeit zwischen China und Deutschland fortsetzen\u201c, erkl\u00e4rte der Bundeskanzler. W\u00e4hrend der Gespr\u00e4che in Peking hob er zudem hervor, dass f\u00fcr eine erfolgreiche wirtschaftliche Zusammenarbeit ein geregelter Zugang zu den jeweiligen M\u00e4rkten notwendig sei. Seiner Meinung nach m\u00fcsse der Wettbewerb zwischen den Unternehmen fair sein. In Gespr\u00e4chen mit chinesischen Spitzenpolitikern wies Friedrich Merz darauf hin, dass seit etwa zwei Jahren ein erhebliches Handelsungleichgewicht zwischen Deutschland und China zu beobachten sei, das haupts\u00e4chlich auf \u00dcberkapazit\u00e4ten in China zur\u00fcckzuf\u00fchren sei und abgebaut werden m\u00fcsse: \u201eWir wollen auch die Diskussionen \u00fcber Marktzugangsbeschr\u00e4nkungen und Exportbeschr\u00e4nkungen fortsetzen\u201c, betonte der deutsche Bundeskanzler.<\/p>\n<div id=\"attachment_73201\" style=\"width: 610px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-73201\" class=\"size-full wp-image-73201\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Merz-China.jpg\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"466\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Merz-China.jpg 600w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Merz-China-300x233.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><p id=\"caption-attachment-73201\" class=\"wp-caption-text\">Der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz und der chinesische Pr\u00e4sident Xi Jinping.<br \/>Foto: https:\/\/asean.china-mission.gov.cn\/eng\/zgyw<\/p><\/div>\n<p>Der Besuch des deutschen Regierungschefs in Peking fand aufgrund der chinesischen Aktivit\u00e4ten rund um Taiwan unter schwierigen Bedingungen statt. Au\u00dferdem ist China ein Verb\u00fcndeter Russlands und ein zunehmend schwieriger Handelspartner, der nicht nur Deutschland, sondern die gesamte Europ\u00e4ische Union wirtschaftlich bedroht. Ein Beweis daf\u00fcr ist die Tatsache, dass sich der Handel Deutschlands (des gr\u00f6\u00dften Exporteurs der EU) mit China in den vergangenen Jahren erheblich ver\u00e4ndert hat. Das deutsche Handelsdefizit erreichte 2025 einen Rekordwert von rund 90 Milliarden Euro und stieg allein im Vergleich zum Vorjahr um 30 Milliarden Euro.<\/p>\n<p>Zudem kann die deutsche Automobilindustrie, die noch vor nicht allzu langer Zeit von der chinesischen Nachfrage profitierte, mit der Umstellung auf Elektroautos nicht Schritt halten. Dar\u00fcber hinaus sind deutsche Elektroautos in China zu teuer, w\u00e4hrend China g\u00fcnstige Fahrzeuge nach Europa und Deutschland exportiert, die zudem von der Regierung in Peking subventioniert werden. Daher ist es f\u00fcr europ\u00e4ische, darunter auch deutsche Hersteller, schwierig, de facto mit der chinesischen Staatsmacht zu konkurrieren.<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #ffcc00;\"><strong>\u201eW\u00e4hrend der Gespr\u00e4che in Peking hob der deutsche Regierungschef hervor, dass f\u00fcr eine erfolgreiche wirtschaftliche Zusammenarbeit ein geregelter Zugang zu den jeweiligen M\u00e4rkten notwendig sei. Der Wettbewerb zwischen den Unternehmen m\u00fcsse fair sein.\u201c<\/strong><\/span><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Eine weitere Quelle f\u00fcr Spannungen ist die Abh\u00e4ngigkeit der westlichen Volkswirtschaften von Seltenen Erden, die unter anderem in Elektroautos verwendet werden und bei deren Export China nahezu ein weltweites Monopol besitzt. Bemerkenswert ist auch, dass die chinesischen Exportbeschr\u00e4nkungen f\u00fcr Seltenerdmetalle im vergangenen Jahr zu vor\u00fcbergehenden Produktionsausf\u00e4llen bei deutschen Automobilherstellern gef\u00fchrt haben. Experten weisen seit Langem zudem auf Sicherheitsrisiken hin, beispielsweise auf den Zugriff der Regierung in Peking auf Daten in Kommunikationsnetzen \u00fcber chinesische Unternehmen.<\/p>\n<div id=\"attachment_73218\" style=\"width: 1000px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-73218\" class=\"size-full wp-image-73218\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/2026-02-25-merz-china-peking.jpg\" alt=\"\" width=\"990\" height=\"557\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/2026-02-25-merz-china-peking.jpg 990w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/2026-02-25-merz-china-peking-300x169.jpg 300w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/2026-02-25-merz-china-peking-768x432.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 990px) 100vw, 990px\" \/><p id=\"caption-attachment-73218\" class=\"wp-caption-text\">Foto: Bundesregierung\/Guido Bergmann<\/p><\/div>\n<p>Wie man sieht, ist die Situation schwierig und komplex. Deshalb muss die deutsche Regierung sowohl in den Beziehungen zu China als auch zu den USA diplomatisches Geschick und Umsicht walten lassen, um in ihrem politischen Slalom nicht in die Falle zu tappen. Daher wird der bevorstehende Besuch von Friedrich Merz in den USA, der fast unmittelbar nach den schwierigen Gespr\u00e4chen in Peking stattfinden wird, eine gro\u00dfe Herausforderung sein \u2013 sicherlich nicht die letzte in diesem Jahr. Allerdings k\u00f6nnte sich nach dem Besuch des deutschen Bundeskanzlers in China das Klima der Gespr\u00e4che mit Donald Trump aus vielen Gr\u00fcnden anders, m\u00f6glicherweise auch w\u00e4rmer gestalten. Schon allein deshalb, weil eine Ann\u00e4herung zwischen Berlin und Peking f\u00fcr die USA keine optimale L\u00f6sung darstellt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Merz\u2019 politischer Slalom Seit Donald Trump das Amt des US-Pr\u00e4sidenten \u00fcbernommen hat, haben sich die Beziehungen zwischen Berlin und Washington abgek\u00fchlt. Der Hauptgrund daf\u00fcr sind die Z\u00f6lle, die der US-Pr\u00e4sident Deutschland auferlegt hat und mit denen er weiterhin droht. 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