{"id":73181,"date":"2026-03-01T12:00:38","date_gmt":"2026-03-01T11:00:38","guid":{"rendered":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/?p=73181"},"modified":"2026-03-01T11:24:34","modified_gmt":"2026-03-01T10:24:34","slug":"unvergessliche-deutsche-vereine-oberschlesiens-der-stolze-susv-09-beuthen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/unvergessliche-deutsche-vereine-oberschlesiens-der-stolze-susv-09-beuthen\/","title":{"rendered":"Unvergessliche deutsche Vereine Oberschlesiens: Der stolze SuSV 09 Beuthen"},"content":{"rendered":"<p><strong>Die Serie, in der wir Fu\u00dfballgeschichten von Vereinen aus Oberschlesien vorstellen, haben wir mit dem GKS Szombierki Beuthen begonnen, dem sensationellen polnischen Meister von 1980. Anschlie\u00dfend stellten wir den SV 03 Ratibor vor \u2013 den \u00e4ltesten Fu\u00dfballverein in Oberschlesien, der von Deutschen gegr\u00fcndet wurde, ebenso wie Vorw\u00e4rts-Rasensport Gleiwitz \u2013 den vor dem Zweiten Weltkrieg st\u00e4rksten Verein aus Gleiwitz, 1.FC Kattowitz und Preu\u00dfen Hindenburg, den Stolz des heute polnischen Hindenburg (Zabrze).<\/strong><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Heute nehmen wir unsere Leser erneut mit nach Beuthen. Diese Stadt wird seit vielen Jahren mit dem 1948 gegr\u00fcndeten Verein Polonia Bytom und dem bereits erw\u00e4hnten Szombierki in Verbindung gebracht. Doch der \u00e4lteste vorwiegend deutsche Verein dieser Stadt ist der Beuthener Spiel- und Sport-Verein 1909 e.V. (urspr\u00fcnglich Britannia Beuthen, auch bekannt als Beuthener SuSV 09, SuSV 09, Beuthen 09), der dort von 1909 bis 1945 aktiv war. Er wurde genau am 15. Juni 1909 gegr\u00fcndet und zwei Jahre sp\u00e4ter (1911) in SuSV 09 Beuthen umbenannt, der nur f\u00fcnf Jahre nach seiner Gr\u00fcndung (1914) die Meisterschaft von Oberschlesien gewann. Sp\u00e4ter wurde der Spielbetrieb aufgrund des Ersten Weltkriegs ausgesetzt.<\/p>\n<h2><strong>Erfolge trotz Konkurrenz<\/strong><\/h2>\n<p>Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs gewann der SuSV 09 Beuthen in zwei aufeinanderfolgenden Spielzeiten \u2013 1919\/1920 und 1920\/1921 \u2013 erneut die Meisterschaft von Oberschlesien. Nach dem Plebiszit im Jahr 1922 wurde ein Teil Oberschlesiens an Polen angegliedert, aber Beuthen blieb bei Deutschland. Und der SuSV 09 war weiterhin sehr erfolgreich. Ein Beweis daf\u00fcr ist die Tatsache, dass der Verein in der Saison 1922\/1923 die Meisterschaft des deutschen Teils von Oberschlesien gewann und sich f\u00fcr den n\u00e4chsten Wettbewerb qualifizierte, wo er Vizemeister von S\u00fcdostdeutschland wurde.<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Im Achtelfinale der Deutschen Meisterschafts-Playoffs gewann SuSV 09 Beuthen gegen Prussia Samland K\u00f6nigsberg mit 7:1 und zog damit zum ersten Mal in seiner Vereinsgeschichte ins Viertelfinale ein.<\/strong><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>An dieser Stelle sei daran erinnert, dass in den damaligen deutschen Wettbewerben zun\u00e4chst um die Meisterschaft des eigenen Bezirks \u2013 in diesem Fall Oberschlesien oder Schlesien \u2013 und sp\u00e4ter um die Meisterschaft des eigenen Teils des Landes \u2013 in diesem Fall S\u00fcdostdeutschland \u2013 gek\u00e4mpft wurde. Wenn eine Mannschaft die Meisterschaft S\u00fcdostdeutschlands gewann, qualifizierte sie sich f\u00fcr die Playoffs um die Meisterschaft ganz Deutschlands. Die Playoffs wurden im K.o.-System ausgetragen \u2013 der Verlierer schied aus, der Sieger kam weiter. An dieser Stelle sei hinzugef\u00fcgt, dass der SuSV 09 Beuthen in der Saison 1924\/1925 seinen zweiten Meistertitel im deutschen Teil Oberschlesiens errang und belegte au\u00dferdem den 4. Platz in der Meisterschaft S\u00fcdostdeutschlands, was angesichts der starken Konkurrenz damals als gro\u00dfer Erfolg gewertet wurde. Der Erfolg des Vereins in der Saison 1924\/1925 motivierte die Vereinsf\u00fchrung und die Spieler zu noch h\u00e4rterer Arbeit.<\/p>\n<h2><strong>Gelegenheit beim Schopf gepackt <\/strong><\/h2>\n<p>Das Ergebnis: Die Fu\u00dfballer des SuSV 09 Beuthen gewannen in der Saison 1928\/1929 erneut die Meisterschaft des deutschen Teils von Oberschlesien \u2013 bereits zum dritten Mal. Und anschlie\u00dfend belegte die Mannschaft aus Beuthen in der Meisterschaft S\u00fcdostdeutschlands erneut den vierten Platz. In der Saison 1929\/1930 wurde der SuSV 09 Beuthen in der Meisterschaft Oberschlesiens Zweiter hinter Preu\u00dfen Hindenburg. Dennoch kam das Team weiter und gewann die Meisterschaft S\u00fcdostdeutschlands! Im ersten Spiel der Playoffs (1\/8) um die deutsche Meisterschaft verlor die Mannschaft aus Beuthen jedoch mit 2:3 gegen Hertha Berlin. Wie sich sp\u00e4ter herausstellte, hatten die Oberschlesier nicht gegen irgendjemanden verloren \u2013 Hertha Berlin wurde in dieser Saison deutscher Meister. In der Saison 1930\/1931 wurde der SuSV 09 Beuthen erneut Zweiter im deutschen Teil Oberschlesiens, wieder hinter Preu\u00dfen Hindenburg, und gewann erneut die Meisterschaft S\u00fcdostdeutschlands. Im ersten Spiel der Playoffs um die deutsche Meisterschaft verlor er jedoch mit 0:2 gegen den Hamburger SV. In der folgenden Saison (1931\/1932) wurde die Mannschaft aus Beuthen erneut Zweiter in der Meisterschaft des deutschen Teils von Oberschlesien, diesmal jedoch nicht hinter Preu\u00dfen Hindenburg, sondern hinter Vorw\u00e4rts-Rasensport Gleiwitz. Danach gewann Beuthen zum dritten Mal die Meisterschaft S\u00fcdostdeutschlands \u2013 und wieder einmal stellte sich heraus, dass dies das Maximum war, das diese Mannschaft leisten konnte. Denn im ersten Spiel um die deutsche Meisterschaft zeigte sich die Auswahl von Polizei Chemnitz mit einem 5:1-Sieg den Oberschlesiern \u00fcberlegen.<\/p>\n<div id=\"attachment_73174\" style=\"width: 624px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-73174\" class=\"wp-image-73174 size-full\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Beuthener_SuSV_09.png\" alt=\"\" width=\"614\" height=\"614\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Beuthener_SuSV_09.png 614w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Beuthener_SuSV_09-300x300.png 300w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Beuthener_SuSV_09-150x150.png 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 614px) 100vw, 614px\" \/><p id=\"caption-attachment-73174\" class=\"wp-caption-text\">Das Vereinslogo des SuSV 09 Beuthen.<br \/>Bild: Schl\u00e4singer\/Wikimedia Commons<\/p><\/div>\n<h2><strong>Der gr\u00f6\u00dfte Erfolg kam 1933<\/strong><\/h2>\n<p>Die erneute Niederlage in der Playoff-Phase hat der Mannschaft aus Oberschlesien jedoch nicht die Fl\u00fcgel gestutzt. Der Beweis daf\u00fcr ist die Saison 1932\/1933, in der der SuSV 09 Beuthen erneut die Meisterschaft des deutschen Teils von Oberschlesien und seine vierte Meisterschaft in S\u00fcdostdeutschland gewann! Diesmal gewann SuSV 09 Beuthen im Achtelfinale der deutschen Meisterschafts-Playoffs gegen Prussia Samland K\u00f6nigsberg mit 7:1 und zog damit zum ersten Mal in seiner Vereinsgeschichte ins Viertelfinale ein, wo er jedoch gegen den legend\u00e4ren TSV 1860 M\u00fcnchen mit 0:3 unterlag. Trotzdem wurde der Aufstieg in diese Spielklasse der deutschen Meisterschaft als der gr\u00f6\u00dfte Erfolg dieses \u00e4u\u00dferst stolzen Vereins gefeiert. Im selben Jahr (1933) wurde die Gauliga Schlesien gegr\u00fcndet, in der bereits Mannschaften aus ganz Schlesien gegeneinander antraten und in der man direkt um die deutsche Meisterschaft spielte, ohne die Runde S\u00fcdostdeutschlands zu durchlaufen. Die \u00c4nderungen in den Regeln hatten keine negativen Auswirkungen auf die Spieler aus Beuthen, die ein solides Niveau hielten. Dies zeigte sich daran, dass der SuSV 09 in der Saison 1933\/1934 den Meistertitel des deutschen Teils Schlesiens gewann und in die erste Gruppe (von vier Gruppen mit jeweils vier Vereinen) der Play-offs um die deutsche Meisterschaft aufstieg. In seiner Gruppe bestritt er zwei Spiele gegen Viktoria 1889 Berlin \u2013 mit einer 1:4- und einer 2:5-Niederlage \u2013, gegen Viktoria Stolp mit einem 2:1-Sieg und einem 1:1-Unentschieden sowie gegen Preu\u00dfen Danzig, das Beuthen mit 2:1 und 4:1 besiegte. Letztendlich belegte er den 2. Platz in seiner Gruppe, was als Erfolg dieses f\u00fcr damalige Verh\u00e4ltnisse gro\u00dfartigen Vereins zu verbuchen ist.<\/p>\n<h2><strong>1945 \u2013 Ende des Vereins<\/strong><\/h2>\n<p>In den folgenden Spielzeiten 1934\/1935 und 1935\/1936 belegte der SuSV 09 Beuthen den dritten Platz in der Gauliga Schlesien. In der Saison 1936\/1937 gewann er dennoch seinen zweiten Meistertitel im deutschen Teil Schlesiens und stieg in die erste Gruppe der deutschen Meisterschaft auf. In seiner Gruppe bestritt er Hin- und R\u00fcckspiele gegen den Hamburger SV, den BC Hartha Chemnitz und Hindenburg. Letztendlich belegte er den letzten Platz in seiner Gruppe. Dies war ein Zeichen daf\u00fcr, dass die besten Zeite des SuSV 09 Beuthen vorbei waren, was sich in den folgenden Spielzeiten 1937\/1938, 1938\/1939, 1939\/1940, 1940\/1941, 1941\/1942, 1942\/1943, 1943\/1944 best\u00e4tigte. 1945, nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs und der Angliederung Beuthens an Polen, wurde der SuSV 09 aufgel\u00f6st.<\/p>\n<h2><strong>Die gr\u00f6\u00dften Erfolge des SuSV 09 Beuthen: <\/strong><\/h2>\n<p>1933: Viertelfinalist der deutschen Meisterschaft<\/p>\n<p>1930, 1931, 1932, 1933: Meister S\u00fcdostdeutschlands<\/p>\n<p>1923: Vizemeister S\u00fcdostdeutschlands<\/p>\n<p>1914, 1920, 1921: Meister von Oberschlesien<\/p>\n<p>1934, 1937: Meister des deutschen Teils von Schlesien \u2013 Gauliga Schlesien<\/p>\n<p>1923, 1925, 1929, 1933: Meister des deutschen Teils von Oberschlesien<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><strong>Krzysztof \u015awierc<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<blockquote class=\"wp-embedded-content\" data-secret=\"XEHkrA3PJP\"><p><a href=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/unvergessliche-deutsche-vereine-oberschlesiens-preussen-hindenburg\/\">Unvergessliche deutsche Vereine Oberschlesiens: Preu\u00dfen Hindenburg<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p><iframe loading=\"lazy\" class=\"wp-embedded-content\" sandbox=\"allow-scripts\" security=\"restricted\" style=\"position: absolute; visibility: hidden;\" title=\"&#8222;Unvergessliche deutsche Vereine Oberschlesiens: Preu\u00dfen Hindenburg&#8220; &#8211; Wochenblatt - Gazeta Niemc\u00f3w w Rzeczypospolitej Polskiej\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/unvergessliche-deutsche-vereine-oberschlesiens-preussen-hindenburg\/embed\/#?secret=PZpCXGUkzS#?secret=XEHkrA3PJP\" data-secret=\"XEHkrA3PJP\" width=\"500\" height=\"282\" frameborder=\"0\" marginwidth=\"0\" marginheight=\"0\" scrolling=\"no\"><\/iframe><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Serie, in der wir Fu\u00dfballgeschichten von Vereinen aus Oberschlesien vorstellen, haben wir mit dem GKS Szombierki Beuthen begonnen, dem sensationellen polnischen Meister von 1980. Anschlie\u00dfend stellten wir den SV 03 Ratibor vor \u2013 den \u00e4ltesten Fu\u00dfballverein in Oberschlesien, der von Deutschen gegr\u00fcndet wurde, ebenso wie Vorw\u00e4rts-Rasensport Gleiwitz \u2013 den vor dem Zweiten Weltkrieg st\u00e4rksten [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":295,"featured_media":73178,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[4234],"tags":[6516,6512,6513,6505,6278,6276,6511,6506,6514,6515],"redaktor":[6052],"class_list":["post-73181","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-sport-de","tag-beuthen-de","tag-beuthener-spiel-und-sportverein-1909-de","tag-britannia-beuthen-de","tag-bytom-de","tag-fussball-de","tag-fussballgeschichte","tag-niezapomniane-niemieckie-kluby-gornego-slaska-de","tag-pilka-nozna-de","tag-susv-09-beuthen-de","tag-unvergessliche-deutsche-vereine-oberschlesiens","redaktor-krzysztof-swierc-de"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/73181","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/295"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=73181"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/73181\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":73184,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/73181\/revisions\/73184"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/73178"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=73181"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=73181"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=73181"},{"taxonomy":"redaktor","embeddable":true,"href":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/redaktor?post=73181"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}