{"id":73167,"date":"2026-03-01T04:14:12","date_gmt":"2026-03-01T03:14:12","guid":{"rendered":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/?p=73167"},"modified":"2026-02-28T20:17:07","modified_gmt":"2026-02-28T19:17:07","slug":"wort-zum-sonntag-vom-evangelischem-bischof-wojciech-pracki-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/wort-zum-sonntag-vom-evangelischem-bischof-wojciech-pracki-2\/","title":{"rendered":"Wort zum Sonntag vom Evangelischem Bischof Wojciech Pracki"},"content":{"rendered":"<p><strong>Lesungen: Johannesevangelium 3,14\u201321; Jesajabuch 5,1\u20137<\/strong><br \/>\n<strong>Predigttext: R\u00f6merbrief 5,1\u20135<\/strong><\/p>\n<p><strong>Da wir nun gerecht geworden sind durch den Glauben, haben wir Frieden mit Gott durch unsern Herrn Jesus Christus. Durch ihn haben wir auch den Zugang im Glauben zu dieser Gnade, in der wir stehen, und r\u00fchmen uns der Hoffnung auf die Herrlichkeit, die Gott geben wird. (R\u00f6merbrief 5,1\u20132)<\/strong><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<h2>Gerechtigkeit, Glaube, Frieden, Gnade, Hoffnung\u2026<\/h2>\n<p>\u2026das sind die f\u00fcnf Schl\u00fcsselworte, die wir im komplizierten Paulustext finden. Diese versuche ich Ihnen heute etwas n\u00e4her zu bringen.<\/p>\n<p>Gerechtigkeit \u2013 F\u00fchlen wir uns vor Gott \u201eok\u201c? Ist in unserem Verh\u00e4ltnis zu Gott alles in bester Ordnung? Herzlich gratulieren kann ich allen Menschen, die sich selbst so empfinden: Alles in bester Ordnung, keine S\u00fcnden und keine Schuldgef\u00fchle! Sind wir wirklich so? Ich selbst geh\u00f6re nicht zu dieser Gruppe. Leider\u2026 Manchmal bin ich zu faul, um meinen Verpflichtungen nachzukommen. Manchmal rede ich ein paar Worte zu viel und mache Menschen dadurch traurig. Ich k\u00f6nnte noch viele andere Beispiele nennen, aber ich m\u00f6chte nicht unbedingt vor Ihnen beichten.<\/p>\n<p>An der eigenen Gerechtigkeit mangelt es bei mir. Aber zum Gl\u00fcck gibt es die Gerechtigkeit Jesu Christi. Sie ist nicht meine, trotzdem umarmt sie mich als einen S\u00fcnder und l\u00e4sst mich sp\u00fcren: \u201eEs ist dir vergeben!\u201c Ja, die Gerechtigkeit Jesu Christi \u00fcbernimmt die Verantwortung f\u00fcr unseren Widerstand und unsere Dummheit.<\/p>\n<p>Glaube \u2013 Wie geschieht das? Der Glaube an den vergebenden Jesus ist uns durch die Taufe und christliche Erziehung von Eltern und Paten geschenkt worden. Ein reifer Glaube gibt uns christliches Selbstbewusstsein. Dabei merken wir den Unterschied zwischen zwei Wirklichkeiten:<\/p>\n<ol>\n<li>Die eine ist, wie wir sein wollen vor Jesus Christus. Es ist die ideale Vorstellung eines Menschen, der Gott, den N\u00e4chsten und sich selbst liebt \u2013 der das Minimum in Form des Befolgens der Zehn Gebote verwirklicht.<\/li>\n<li>Die zweite Wirklichkeit sehen wir im Spiegel. Wir schaffen es nicht, so zu sein, wie wir im Blick auf das Evangelium sein wollen. Dem werden wir aus eigenen Kr\u00e4ften nicht gerecht. Zu viel Begierde und Verlockung herrscht im Herz und Verstand. Der Glaube gibt uns eine reale Einsicht in uns selbst: Ohne Christus und seine Gnade k\u00f6nnen wir nichts schaffen.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Frieden \u2013 Ich liebe es, Frieden im Herzen zu haben. Es gelingt mir jedoch nicht immer. Richtigen Frieden erfahre ich erst, wenn ich mich von der Gnade durch den Glauben umarmt f\u00fchle. Christus ist derjenige, der den inneren Frieden nur geben kann. Deshalb beten wir oft um Frieden \u2013 nicht nur in der Welt, damit es keine Kriege und Konflikte mehr gibt, sondern vor allem um den Frieden in uns selbst, damit wir von inneren Konflikten und Kriegen nicht zerst\u00f6rt werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Gnade \u2013 Ich habe in diesem Text ein paar Mal das Wort \u201eUmarmen\/Umarmung\u201c erw\u00e4hnt. Lesen Sie bitte den Text noch einmal und ersetzen Sie diese Worte durch den Begriff \u201eGnade\u201c. Gnade ist Gottes Umarmung des s\u00fcndigen Menschen. Gnade ist nichts anderes als Gottes Wohlwollen und Liebe dem Menschen gegen\u00fcber.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Hoffnung \u2013 \u201eSie stirbt zuletzt\u201c, sagt man in Polen. Mit dem Glauben an Gott sind immer Hoffnung und Liebe verbunden. Hoffen bedeutet nicht nur, sich etwas zu w\u00fcnschen. Es geht viel tiefer. Hoffnung und Glaube bedeuten Sicherheit, dass Gott seine Versprechen h\u00e4lt. Es ist eine tiefe Zuwendung zu Gott. Es bedeutet, den eigenen Stolz und Hochmut aufzugeben und sich Gott anzuvertrauen.<\/p>\n<p>Mit dieser Erkl\u00e4rung lesen Sie bitte noch einmal den oben zitierten Paulustext. Ich hoffe und glaube, dass Sie ihn jetzt auch intensiver verstehen werden.<\/p>\n<p>Amen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Lesungen: Johannesevangelium 3,14\u201321; Jesajabuch 5,1\u20137 Predigttext: R\u00f6merbrief 5,1\u20135 Da wir nun gerecht geworden sind durch den Glauben, haben wir Frieden mit Gott durch unsern Herrn Jesus Christus. Durch ihn haben wir auch den Zugang im Glauben zu dieser Gnade, in der wir stehen, und r\u00fchmen uns der Hoffnung auf die Herrlichkeit, die Gott geben wird. 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