{"id":72777,"date":"2026-02-24T17:00:25","date_gmt":"2026-02-24T16:00:25","guid":{"rendered":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/?p=72777"},"modified":"2026-03-12T11:04:55","modified_gmt":"2026-03-12T10:04:55","slug":"unvergessliche-deutsche-vereine-oberschlesiens-preussen-hindenburg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/unvergessliche-deutsche-vereine-oberschlesiens-preussen-hindenburg\/","title":{"rendered":"Unvergessliche deutsche Vereine Oberschlesiens: Preu\u00dfen Hindenburg"},"content":{"rendered":"<h1><strong>Der Verein des Weltmeisters!<\/strong><\/h1>\n<p><strong>Die Serie, in der wir die Fu\u00dfballgeschichte von Vereinen aus Oberschlesien vorstellen, begann mit dem GKS Szombierki Beuthen, dem sensationellen polnischen Meister von 1980. Anschlie\u00dfend stellten wir nacheinander vor: SV 03 Ratibor, den \u00e4ltesten von Deutschen gegr\u00fcndeten Fu\u00dfballverein in Oberschlesien, Vorw\u00e4rts-Rasensport Gleiwitz, den vor dem Zweiten Weltkrieg st\u00e4rksten von Deutschen gegr\u00fcndeten Gleiwitzer Verein, und den 1. FC Kattowitz.<\/strong><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Heute nehmen wir unsere Leser mit nach Hindenburg (Zabrze). Die Stadt wird seit vielen Jahren mit dem 1948 gegr\u00fcndeten Verein G\u00f3rnik Zabrze, dem 14-fachen polnischen Meister, in Verbindung gebracht, aber f\u00fcr uns stehen Vorkriegs-Fu\u00dfballgeschichten mit deutschen Wurzeln im Fokus. Deshalb stellen wir heute einen weiteren Verein vor, der innerhalb der deutschen Sportstrukturen funktionierte: SC Preu\u00dfen Hindenburg (alternative Schreibweise: Preussen Hindenburg, auch bekannt als Preu\u00dfen Zaborze oder Borussia Zaborze), der erfolgreichste Verein dieser Stadt.<\/p>\n<div id=\"attachment_72778\" style=\"width: 823px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-72778\" class=\"size-full wp-image-72778\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Mannschaft_des_SC_Preussen_Hindenburg_-_1936.png\" alt=\"\" width=\"813\" height=\"633\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Mannschaft_des_SC_Preussen_Hindenburg_-_1936.png 813w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Mannschaft_des_SC_Preussen_Hindenburg_-_1936-300x234.png 300w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Mannschaft_des_SC_Preussen_Hindenburg_-_1936-768x598.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 813px) 100vw, 813px\" \/><p id=\"caption-attachment-72778\" class=\"wp-caption-text\">Die Fu\u00dfballmannschaft des SC Preu\u00dfen Hindenburg im Jahr 1936. Von links nach rechts: Schneider, Pawlik, Pawelczyk, Eisner, Flanke, Michatsch, Hulla, Dlubatz, Dankert, Buchczyk, Jonek.<br \/>Quelle: Raz, Dwa, Trzy : ilustrowany tygodnik sportowy \/ Narodowe Archiwum Cyfrowe (NAC)\/Wikimedia Commons<\/p><\/div>\n<h2><strong>Eine Zeit dynamischer Entwicklung<\/strong><\/h2>\n<p>SC Preu\u00dfen Hindenburg wurde 1910 in Zaborze gegr\u00fcndet, das seit 1927 ein Stadtteil des heutigen Zabrze war und damals Hindenburg hie\u00df. Bereits drei Jahre nach der Gr\u00fcndung, im Jahr 1913, hatte der Verein 93 Mitglieder und drei Herrenmannschaften. Interessant ist, dass w\u00e4hrend des Ersten Weltkriegs 14 Fu\u00dfballer von Preu\u00dfen Hindenburg an der Front gefallen sind.<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong><span style=\"color: #ffcc00;\">In der Saison 1928\/1929 wurde der SC Preu\u00dfen Hindenburg gemeinsam mit einem anderen oberschlesischen Verein \u2013 Beuthen 09 \u2013 Meister von Oberschlesien. Damit stieg die Mannschaft aus Hindenburg in die n\u00e4chste Spielklasse auf und wurde Meister von S\u00fcdostdeutschland.<\/span><\/strong><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Nur f\u00fcnf Jahre nach Kriegsende, 1923, z\u00e4hlte der Verein bereits \u00fcber 500 Mitglieder, hatte f\u00fcnf Herrenmannschaften und sechs Juniorenteams. Innerhalb des Vereins gab es zudem eine aktive Leichtathletik- und Handballabteilung, und der Verein Sportfreunde Zaborze wurde an Preu\u00dfen Hindenburg angeschlossen.<\/p>\n<div id=\"attachment_72780\" style=\"width: 516px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-72780\" class=\" wp-image-72780\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/SC_Preussen_Hindenburg.png\" alt=\"\" width=\"506\" height=\"506\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/SC_Preussen_Hindenburg.png 615w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/SC_Preussen_Hindenburg-300x300.png 300w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/SC_Preussen_Hindenburg-150x150.png 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 506px) 100vw, 506px\" \/><p id=\"caption-attachment-72780\" class=\"wp-caption-text\">Logo von Preu\u00dfen Hindenburg.<br \/>Bild: Schl\u00e4singer\/Wikipedia<\/p><\/div>\n<p>Dank dieser rasanten Entwicklung wurde der Verein 1928 Meister des deutschen Teils von Oberschlesien und belegte anschlie\u00dfend den dritten Platz in der Meisterschaft S\u00fcdostdeutschlands. Die Mannschaft st\u00fctzte sich auf Spieler wie Skwara, Skiba, Kaczmarczyk, Lasotta, Kampa, Hanke, Czichon, Muschalik, Clements, Palluschinski und Paschek, deren Namen den Fu\u00dfballfans in Hindenburg bis heute ein Begriff sind.<\/p>\n<p>In der Saison 1928\/1929 wurde Preu\u00dfen Hindenburg zusammen mit Beuthen 09 Meister von Oberschlesien. Damit stieg die Mannschaft in die n\u00e4chste Spielklasse auf und wurde Meister von S\u00fcdostdeutschland.<\/p>\n<h2><strong>Eine motivierende Niederlage<\/strong><\/h2>\n<p>Nach dem Gewinn der S\u00fcdostdeutschen Meisterschaft musste Preu\u00dfen Hindenburg gegen die st\u00e4rksten Vereine Deutschlands antreten. Das Team unterlag Hertha Berlin 1:8, was die Tr\u00e4ume vom deutschen Meistertitel begrub.<\/p>\n<p>Diese Niederlage stutzte dem Verein jedoch nicht die Fl\u00fcgel. Im Gegenteil: Sie motivierte die Mannschaft zu noch h\u00e4rterer Arbeit. In der Saison 1929\/1930 wurde Preu\u00dfen Hindenburg erneut Meister des deutschen Teils von Oberschlesien und anschlie\u00dfend Dritter in S\u00fcdostdeutschland. Torwart Skwara, der zu Hertha Berlin wechselte, wurde durch Bonk ersetzt, sp\u00e4ter Spieler der deutschen Hochschulauswahl.<\/p>\n<div id=\"attachment_72784\" style=\"width: 1034px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-72784\" class=\"size-large wp-image-72784\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Kattowitzer-Zeittung-1929_Jg-61-Nr-100-1024x576.png\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"576\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Kattowitzer-Zeittung-1929_Jg-61-Nr-100-1024x576.png 1024w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Kattowitzer-Zeittung-1929_Jg-61-Nr-100-300x169.png 300w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Kattowitzer-Zeittung-1929_Jg-61-Nr-100-768x432.png 768w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Kattowitzer-Zeittung-1929_Jg-61-Nr-100.png 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><p id=\"caption-attachment-72784\" class=\"wp-caption-text\">In der Saison 1928\/1929 gewann Preu\u00dfen Hindenburg die S\u00fcdostdeutsche Meisterschaft. Ausschnitte aus der Kattowitzer Zeitung vom 29. April 1929 (Jg. 61, Nr. 100).<br \/>Quelle: Schlesische Digitale Bibliothek<\/p><\/div>\n<p>In den folgenden Jahren variierte die Leistung des Vereins. 1930\/1931 gewann er seinen vierten Meistertitel im deutschen Oberschlesien und wurde anschlie\u00dfend Vierter in S\u00fcdostdeutschland. Sp\u00e4ter verlor der Verein zunehmend an Bedeutung. Das letzte Spiel bestritt er im Januar 1945; danach wurde der Verein aufgel\u00f6st. Im vergangenen Jahr j\u00e4hrte sich somit zum 80. Mal das Verschwinden dieses verdienten Vereins.<\/p>\n<h2><strong>Die bekanntesten Fu\u00dfballer in der Geschichte des SC Preu\u00dfen Hindenburg<\/strong><\/h2>\n<ul>\n<li><strong>Fritz Laband<\/strong> \u2013 geb\u00fcrtiger Hindenburger, Weltmeister mit der deutschen Nationalmannschaft 1954 in der Schweiz.<\/li>\n<li><strong>Kurt Tschenscher<\/strong> \u2013 spielte als Junior bei Preu\u00dfen Hindenburg, wurde 1958 FIFA-Schiedsrichter und leitete Spiele bei drei Weltmeisterschaften (1966, 1970, 1974). Bei den Olympischen Spielen 1972 in M\u00fcnchen leitete er das Endspiel Polen \u2013 Ungarn.<\/li>\n<li><strong>Adolf Obstoj<\/strong> \u2013 torstarker St\u00fcrmer, im Zweiten Weltkrieg zum Milit\u00e4rdienst einberufen, wegen Befehlsverweigerung bei Leningrad erschossen.<\/li>\n<li><strong>Friedrich Buchczyk<\/strong> \u2013 agiler St\u00fcrmer, Eigengew\u00e4chs des Vereins, diente in der Wehrmacht und erhielt 1940 das <strong>Eiserne Kreuz II. <\/strong><strong>Klasse<\/strong>. Nach dem Krieg spielte er bei <strong>Pogo\u0144 Hindenburg<\/strong>.<\/li>\n<li><strong>Florian Bismor<\/strong> \u2013 defensiver Mittelfeldspieler, Kaderspieler des deutschen Oberschlesiens, 1944 schwer verwundet, spielte nach dem Krieg bei <strong>TSV 1860 M\u00fcnchen<\/strong>.<\/li>\n<li>Weitere Stars: <strong>Kurt Hanke, Barthel Bonk, Erich Kampe<\/strong>.<\/li>\n<\/ul>\n<h2><strong>Die gr\u00f6\u00dften Erfolge des SC Preu\u00dfen Hindenburg<\/strong><\/h2>\n<ul>\n<li><strong>1928, 1930, 1931<\/strong> \u2013 Meister des deutschen Teils von Oberschlesien<\/li>\n<li><strong>1928, 1930<\/strong> \u2013 Dritter in der Meisterschaft S\u00fcdostdeutschlands<\/li>\n<li><strong>1929<\/strong> \u2013 Meister S\u00fcdostdeutschlands<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: right;\"><strong>Krzysztof \u015awierc<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Verein des Weltmeisters! Die Serie, in der wir die Fu\u00dfballgeschichte von Vereinen aus Oberschlesien vorstellen, begann mit dem GKS Szombierki Beuthen, dem sensationellen polnischen Meister von 1980. 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