{"id":72347,"date":"2026-01-30T05:00:25","date_gmt":"2026-01-30T04:00:25","guid":{"rendered":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/?p=72347"},"modified":"2026-02-16T16:10:29","modified_gmt":"2026-02-16T15:10:29","slug":"dr-koleks-rezepte-gegen-die-krankenhauskrise","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/dr-koleks-rezepte-gegen-die-krankenhauskrise\/","title":{"rendered":"Dr. Koleks Rezepte gegen die Krankenhauskrise"},"content":{"rendered":"<h1>Kommunale Krankenh\u00e4user in Polen starten mit wenig Optimismus ins Jahr 2026<\/h1>\n<p><strong>In der vergangenen Woche fand im polnischen Parlament eine Sitzung der Parlamentarischen Gruppe f\u00fcr kommunale Krankenh\u00e4user statt. Zu den wichtigsten Themen geh\u00f6rten die finanzielle und organisatorische Lage dieser Einrichtungen sowie ihre F\u00e4higkeit, zu Beginn des Jahres medizinische Leistungen zu erbringen. Eine Bewertung der aktuellen Situation und m\u00f6gliche Entwicklungsperspektiven f\u00fcr das Jahr 2026 stellte der Vorsitzende des Ausschusses f\u00fcr Gesundheitsschutz beim Verband der Woiwodschaften der Republik Polen, Dr. Roman Kolek (Deutsche Minderheit), vor. Seiner Einsch\u00e4tzung nach gehen die kommunalen Krankenh\u00e4user angesichts wachsender finanzieller, personeller und organisatorischer Risiken mit wenig Optimismus in das neue Jahr.<\/strong><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Dr. Roman Kolek wies zudem auf die Zersplitterung des Krankenhausnetzes hin und sprach insbesondere die Entbindungsstationen an. Er erinnerte daran, dass deren Wirtschaftlichkeit auf mehr als tausend Geburten pro Jahr beruht. Sinkende Geburtenzahlen, Bev\u00f6lkerungsr\u00fcckgang und Personalmangel machten es seiner Ansicht nach jedoch wirtschaftlich wie organisatorisch unrealistisch, in jedem Krankenhaus voll ausgestattete, rund um die Uhr besetzte Abteilungen aufrechtzuerhalten. Wie l\u00e4sst sich diese Situation verbessern? Dr. Roman Kolek pr\u00e4sentierte hierzu eigene L\u00f6sungsans\u00e4tze. Unter anderem pl\u00e4dierte er f\u00fcr eine Umstrukturierung des Leistungsnetzes, insbesondere in den Bereichen Geburtshilfe und Chirurgie. Zudem betonte er, dass eine realistische M\u00f6glichkeit zur Kostensenkung darin bestehe, einen Teil der 24-Stunden-Abteilungen in Tages- und planbare Abteilungen umzuwandeln und den durchgehenden Betrieb der Operationss\u00e4le einzuschr\u00e4nken.<\/p>\n<h2>Notwendige Umstrukturierung<\/h2>\n<p>Gleichzeitig unterstrich er, dass Umstrukturierungen so erfolgen m\u00fcssten, dass die vollst\u00e4ndige Rund-um-die-Uhr-Versorgung dort konzentriert werde, wo sie tats\u00e4chlich gerechtfertigt sei. Andernfalls stiegen die Kosten und medizinische Ressourcen w\u00fcrden ineffizient eingesetzt. Der Vorsitzende des Ausschusses f\u00fcr Gesundheitsschutz beim Verband der Woiwodschaften der Republik Polen wies au\u00dferdem darauf hin, dass Krankenh\u00e4user \u2013 insbesondere Woiwodschaftskrankenh\u00e4user mit Notaufnahmen \u2013 unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig hohe Kosten f\u00fcr die Behandlung von Notfallpatienten tragen. Wie er erl\u00e4uterte, ist die Verweildauer solcher Patienten bis zu dreimal l\u00e4nger als bei planm\u00e4\u00dfig aufgenommenen Patienten, und die Kosten f\u00fcr die bereits in der Notaufnahme durchgef\u00fchrten Diagnosen werden anschlie\u00dfend den internistischen Abteilungen belastet. Nach Auffassung von Dr. Roman Kolek sollte dieser Umstand in den Finanzierungsmechanismen ber\u00fccksichtigt werden. W\u00e4hrend der Sitzung wurde auch die Verf\u00fcgbarkeit diagnostischer Leistungen thematisiert.<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #ffcc00;\"><strong>\u201eEs ist nicht m\u00f6glich, alles auf nationaler Ebene zu regeln, indem man lediglich Normen und Mindeststandards festlegt. Eine rationale Vision ist unerl\u00e4sslich \u2013 eine Vision, die auf den demografischen, personellen und finanziellen Realit\u00e4ten basiert.\u201c<\/strong><\/span><\/p>\n<\/blockquote>\n<h2>Unverzichtbar \u2013 eine rationale Vision<\/h2>\n<p>Dr. Roman Kolek warnte davor, dass private Anbieter diagnostischer Dienstleistungen Vertr\u00e4ge k\u00fcndigen, ohne den Krankenh\u00e4usern Alternativen anzubieten, was insbesondere Einrichtungen mit Notaufnahmen treffen k\u00f6nne. Zugleich machte er auf erhebliche regionale Unterschiede bei der Finanzierung zus\u00e4tzlicher Leistungen aufmerksam. Dazu z\u00e4hlen unbegrenzte Leistungen sowie Verz\u00f6gerungen bei deren Abrechnung. Hinzuzuf\u00fcgen ist, dass die Kommunalverwaltungen diese Kosten aus eigenen Mitteln tragen m\u00fcssen, ohne die M\u00f6glichkeit, Zahlungen f\u00fcr Medikamente oder onkologische Therapien aufzuschieben.<\/p>\n<p>Zusammenfassend ergibt sich aus den Ausf\u00fchrungen von Dr. Roman Kolek, dass das System ohne mutige Umstrukturierungsentscheidungen nicht in der Lage sein wird, das bestehende Leistungsnetz aufrechtzuerhalten. Notwendig sei zudem eine st\u00e4rkere B\u00fcndelung und Koordinierung der Ver\u00e4nderungen auf regionaler Ebene, wobei den Woiwoden und dem NFZ eine zentrale Rolle zukomme, anstatt Abteilungen unkontrolliert zu schlie\u00dfen. Es sei nicht m\u00f6glich, alles auf nationaler Ebene zu regeln, indem lediglich Normen und Mindeststandards festgelegt w\u00fcrden. Erforderlich sei vielmehr eine rationale Vision \u2013 eine Vision, die auf den demografischen, personellen und finanziellen Realit\u00e4ten basiert.<\/p>\n<h2>Kommentar:<\/h2>\n<div id=\"attachment_72350\" style=\"width: 1034px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-72350\" class=\"size-large wp-image-72350\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/image12-1024x682.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"682\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/image12-1024x682.jpg 1024w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/image12-300x200.jpg 300w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/image12-768x512.jpg 768w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/image12.jpg 1286w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><p id=\"caption-attachment-72350\" class=\"wp-caption-text\">Dr. Roman Kolek.<br \/>Foto: www.kk.24.pl<\/p><\/div>\n<p><strong>Dr. Roman Kolek<\/strong> (Vorsitzender des Ausschusses f\u00fcr Gesundheitsschutz des Verbandes der Woiwodschaften der Republik Polen ):<br \/>\n\u201eIch glaube an die Handlungsf\u00e4higkeit der Gesundheitsministerin, die sich aus ihrem gro\u00dfen Wissen und ihrer Erfahrung ergibt. Ich bin \u00fcberzeugt, dass diese Erfahrung zu den gew\u00fcnschten Ergebnissen f\u00fchren wird. Sie wird eine bessere Reorganisation sowohl der Krankenhausabteilungen als auch des Personals erm\u00f6glichen. Hinzuf\u00fcgen m\u00f6chte ich, dass wir in diesem System nach Einsparm\u00f6glichkeiten suchen m\u00fcssen, indem wir ein nicht zu gro\u00dfes Personal effizient einsetzen. Dieses Personal sollte die M\u00f6glichkeit haben, gut zu verdienen, und zugleich die Gewissheit, nicht unn\u00f6tig viel Zeit im Krankenhaus verbringen zu m\u00fcssen. Nat\u00fcrlich gibt es in Polen gro\u00dfe, starke Regionen, die nicht unter Personalmangel leiden. Dort steht ausreichend medizinisches Personal zur Verf\u00fcgung, und zudem entscheiden sich junge Fachkr\u00e4fte gern f\u00fcr eine T\u00e4tigkeit in diesen Regionen. Warum? Unter anderem deshalb, weil die Arbeitsbelastung dort geringer ist als beispielsweise in der Woiwodschaft Oppeln.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kommunale Krankenh\u00e4user in Polen starten mit wenig Optimismus ins Jahr 2026 In der vergangenen Woche fand im polnischen Parlament eine Sitzung der Parlamentarischen Gruppe f\u00fcr kommunale Krankenh\u00e4user statt. Zu den wichtigsten Themen geh\u00f6rten die finanzielle und organisatorische Lage dieser Einrichtungen sowie ihre F\u00e4higkeit, zu Beginn des Jahres medizinische Leistungen zu erbringen. 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