{"id":71928,"date":"2025-05-07T16:00:13","date_gmt":"2025-05-07T14:00:13","guid":{"rendered":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/streit-um-das-oberschlesische-pantheon\/"},"modified":"2025-05-07T16:00:13","modified_gmt":"2025-05-07T14:00:13","slug":"streit-um-das-oberschlesische-pantheon","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/streit-um-das-oberschlesische-pantheon\/","title":{"rendered":"Streit um das Oberschlesische Pantheon"},"content":{"rendered":"<p>[:de]<\/p>\n<h1 style=\"text-align: justify;\"><strong>Pantheon nur f\u00fcr Polen<\/strong><\/h1>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Kein Platz f\u00fcr Deutsche im Oberschlesischen Pantheon. Der Programmausschuss verweigerte unter Berufung auf das Reglement zur Auswahl verdienter Pers\u00f6nlichkeiten die Aufnahme u.a. von Karl Ulitzka, Eduard Pant, Josef von Eichendorff, Johann Kroll und Ludwig Guttmann, die vom Verband der deutschen sozial-kulturellen Gesellschaften vorgeschlagen worden waren.<\/strong><\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/h3>\n<div id=\"attachment_60916\" style=\"width: 1360px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-60916\" class=\"size-full wp-image-60916\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Wojciech-Korfanty.webp\" alt=\"\" width=\"1350\" height=\"900\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Wojciech-Korfanty.webp 1350w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Wojciech-Korfanty-300x200.webp 300w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Wojciech-Korfanty-1024x683.webp 1024w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Wojciech-Korfanty-768x512.webp 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1350px) 100vw, 1350px\" \/><p id=\"caption-attachment-60916\" class=\"wp-caption-text\">Nat\u00fcrlich durfte im Oberschlesischen Pantheon diese Pers\u00f6nlichkeit nicht fehlen\u2026 Wojciech Korfanty.<br \/>Quelle: panteon-gornoslaski.pl<\/p><\/div>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><strong>Kontroversen von Anfang an<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Idee des Oberschlesischen Pantheons als kulturelle Einrichtung, die sich mit kultureller, wissenschaftlicher und bildungspolitischer T\u00e4tigkeit zur Geschichte Oberschlesiens nach dem Ende des Ersten Weltkriegs befasst, stie\u00df bereits im Gr\u00fcndungsjahr 2020 auf Kritik seitens der deutschen Minderheit. Von Beginn an war n\u00e4mlich klar, dass das Pantheon ausschlie\u00dflich polnische Oberschlesier ehren sollte. Damals \u00e4u\u00dferte sich der stellvertretende Kultur- und Denkmalpflegeminister Jaros\u0142aw Sellin wie folgt zum Pantheon: \u201eIch hoffe, dass im Pantheon, im Untergeschoss der Kattowitzer Kathedrale, nicht nur die herausragenden Soldaten, Schriftsteller und Sozialaktivisten ihren Platz finden, sondern auch jene, die durch ihre t\u00e4gliche M\u00fche, durch Arbeit und Vermittlung polnischer Kultur und Tradition an Kinder, Schlesien zu Polen zur\u00fcckgef\u00fchrt haben.\u201c<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><strong>Es trennt, statt zu verbinden<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Verband der deutschen sozial-kulturellen Gesellschaften in Polen, dessen Vorsitz damals Bernard Gaida innehatte, richtete ein Schreiben an Erzbischof Wiktor Skworc und verwies auf die Rolle der Kirche in dieser Angelegenheit. \u2013 Da das Pantheon in den Untergeschossen der Kathedrale von Kattowitz entstehen sollte und der Erzbischof der Initiator war, hielt ich es f\u00fcr angemessen, das Schreiben direkt an ihn zu richten. Wir wiesen auf die Unangemessenheit hin, Katholiken nach ihrer Nationalit\u00e4t zu unterscheiden. Wir legten auch eine Liste von Pers\u00f6nlichkeiten vor, die unserer Meinung nach im Oberschlesischen Pantheon vertreten sein sollten. Der Erzbischof informierte uns lediglich \u00fcber die Weiterleitung des Schreibens an den Programmausschuss des Pantheons \u2013 sagt Bernard Gaida, heute Vorstandsmitglied des VdG. Weiteres geschah in dieser Angelegenheit nicht mehr.<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong><span style=\"color: #ffcc00;\">\u201eDas Pantheon in seiner jetzigen Form spaltet weiterhin. Und es sollte sich nicht Oberschlesisches Pantheon nennen, sondern eher Polnisches Pantheon in Oberschlesien, wenn es nur polnische Schlesier ehren soll\u201c, meint Bernard Gaida.<\/span><\/strong><\/p>\n<\/blockquote>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><strong>Vorschl\u00e4ge der Minderheit abgelehnt<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mitte April dieses Jahres erhielt der VdG in Polen ein Schreiben des Direktors des Oberschlesischen Pantheons in Kattowitz, Ryszard Kopiec, mit der Mitteilung \u00fcber die Ablehnung der von der deutschen Minderheit vorgeschlagenen Pers\u00f6nlichkeiten. Die Entscheidung wurde bereits im November 2024 getroffen, offiziell jedoch erst im April 2025 mitgeteilt. In dem Schreiben begr\u00fcndet Direktor Kopies die Entscheidung damit, dass die vorgeschlagenen Personen zwei Kriterien nicht erf\u00fcllen: in Bezug auf den relevanten Zeitraum ihrer T\u00e4tigkeit (1918\u20132022) sowie die Voraussetzung, sich f\u00fcr das Polentum Oberschlesiens eingesetzt zu haben.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><strong>Appell f\u00fcr Ver\u00e4nderungen<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als Reaktion auf diese Entscheidung ver\u00f6ffentlichte der Vorstand des VdG gestern eine Stellungnahme, in der die Mitglieder \u201eEntt\u00e4uschung und Unglauben\u201c \u00fcber die Ablehnung \u00e4u\u00dfern. In der Erkl\u00e4rung hei\u00dft es, ein solches Vorgehen verzerre nicht nur die multikulturelle Geschichte der Region, sondern beschr\u00e4nke auch ungerecht den reichen Beitrag Oberschlesiens. Wenn man \u00fcber das spricht, was oberschlesisch ist, m\u00fcsse man sich bewusst sein, dass dieses Erbe durch polnische, deutsche und teilweise tschechische Einfl\u00fcsse gepr\u00e4gt wurde. Deshalb k\u00f6nne man nicht \u00fcber bedeutende Pers\u00f6nlichkeiten der Region sprechen, ohne diejenigen zu erw\u00e4hnen, die sich als Deutsche, Tschechen oder M\u00e4hrer betrachteten, sich lediglich regional definierten oder keine eindeutige nationale Zugeh\u00f6rigkeit \u00e4u\u00dferten.<\/p>\n<div id=\"attachment_60917\" style=\"width: 2570px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-60917\" class=\"size-full wp-image-60917\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Katowice_Cathedral_backside-2-scaled-1.jpg\" alt=\"\" width=\"2560\" height=\"2086\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Katowice_Cathedral_backside-2-scaled-1.jpg 2560w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Katowice_Cathedral_backside-2-scaled-1-300x244.jpg 300w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Katowice_Cathedral_backside-2-scaled-1-1024x834.jpg 1024w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Katowice_Cathedral_backside-2-scaled-1-768x626.jpg 768w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Katowice_Cathedral_backside-2-scaled-1-1536x1252.jpg 1536w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Katowice_Cathedral_backside-2-scaled-1-2048x1669.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 2560px) 100vw, 2560px\" \/><p id=\"caption-attachment-60917\" class=\"wp-caption-text\">Der Oberschlesische Pantheon befindet sich im Untergeschoss der Kattowitzer Kathedrale.<br \/>Foto: Wikipedia<\/p><\/div>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><strong>Oberschlesisches Pantheon oder polnisches Pantheon in Oberschlesien?<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eDas Pantheon in seiner jetzigen Form spaltet weiterhin. Und es sollte sich nicht Oberschlesisches Pantheon nennen, sondern eher Polnisches Pantheon in Oberschlesien, wenn es nur polnische Schlesier ehren soll\u201c, meint Bernard Gaida. Daher sollte entweder der Name der Institution ge\u00e4ndert werden oder \u2013 was aus Sicht der Minderheit sinnvoller w\u00e4re \u2013 das Regelwerk zur Auswahl der Pers\u00f6nlichkeiten, sowie die Satzung der Institution selbst angepasst werden, da in ihrer jetzigen Form schlesische Deutsche ausgeschlossen werden. Die derzeitige T\u00e4tigkeit des Pantheons steht laut Bernard Gaida im Widerspruch zur Minderheitenpolitik des polnischen Staates. \u2013 Das Pantheon widerspricht geradezu dieser Politik, die doch Respekt gegen\u00fcber allen Minderheiten und die Achtung kultureller Eigenst\u00e4ndigkeit vorsieht\u201c, betont Bernard Gaida.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[:de] Pantheon nur f\u00fcr Polen Kein Platz f\u00fcr Deutsche im Oberschlesischen Pantheon. 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