{"id":71889,"date":"2025-05-15T17:00:10","date_gmt":"2025-05-15T15:00:10","guid":{"rendered":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/lesung-mit-mareike-fallwickl-die-wut-die-bleibt-und-die-unsichtbare-arbeit-der-frauen-2\/"},"modified":"2025-05-15T17:00:10","modified_gmt":"2025-05-15T15:00:10","slug":"lesung-mit-mareike-fallwickl-die-wut-die-bleibt-und-die-unsichtbare-arbeit-der-frauen-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/lesung-mit-mareike-fallwickl-die-wut-die-bleibt-und-die-unsichtbare-arbeit-der-frauen-2\/","title":{"rendered":"Lesung mit Mareike Fallwickl: \u201eDie Wut, die bleibt\u201c und die unsichtbare Arbeit der Frauen"},"content":{"rendered":"<h1 style=\"text-align: justify;\"><strong>\u00dcber Care-Arbeit, \u00dcberlastung und gesellschaftliche Erwartungen<\/strong><\/h1>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Wie viel kostet es, wenn eine Mutter t\u00e4glich unsichtbare Arbeit leistet, die niemand sieht und kaum jemand anerkennt? 12 Milliarden Stunden unbezahlte Care-Arbeit leisten Frauen weltweit jeden Tag \u2013 eine unfassbare Menge Lebenszeit und Energie, die in unserer Gesellschaft oft als selbstverst\u00e4ndlich gilt. Mareike Fallwickls Roman \u201eDie Wut, die bleibt\u201c erz\u00e4hlt die Geschichte von Helene, einer Mutter, die im Lockdown an der \u00dcberforderung zerbricht. Ihr Schicksal steht stellvertretend f\u00fcr viele Frauen, die t\u00e4glich unter der Last der Care-Arbeit und gesellschaftlicher Erwartungen an ihre Grenzen sto\u00dfen.<\/strong><\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/h3>\n<div id=\"attachment_61315\" style=\"width: 2570px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-61315\" class=\"size-full wp-image-61315\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Lesung-Mareike-Fallwickl-01_11zon-scaled-1.jpg\" alt=\"\" width=\"2560\" height=\"1707\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Lesung-Mareike-Fallwickl-01_11zon-scaled-1.jpg 2560w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Lesung-Mareike-Fallwickl-01_11zon-scaled-1-300x200.jpg 300w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Lesung-Mareike-Fallwickl-01_11zon-scaled-1-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Lesung-Mareike-Fallwickl-01_11zon-scaled-1-768x512.jpg 768w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Lesung-Mareike-Fallwickl-01_11zon-scaled-1-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Lesung-Mareike-Fallwickl-01_11zon-scaled-1-2048x1366.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 2560px) 100vw, 2560px\" \/><p id=\"caption-attachment-61315\" class=\"wp-caption-text\">Moderatorin Dr. Gabriela Jelitto-Piechulik von der Universit\u00e4t Oppeln hei\u00dft die Autorin Mareike Fallwickl herzlich willkommen.<br \/>Foto: Victoria Matuschek<\/p><\/div>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><strong>Eine Lesung, die bewegt<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am 13. Mai pr\u00e4sentierte die \u00d6sterreich-Bibliothek in Oppeln im Rahmen des 25. \u00d6sterreichischen Fr\u00fchlings den Roman \u201eDie Wut, die bleibt\u201c in einer eindrucksvollen Lesung mit der \u00f6sterreichischen Autorin Mareike Fallwickl, moderiert von Dr. Gabriela Jelitto-Piechulik vom Institut f\u00fcr Literaturwissenschaft der Universit\u00e4t Oppeln. Zu den G\u00e4sten z\u00e4hlten Sandra Cierniak vom Konsulat in Oppeln sowie Monika Wittek, ehemalige Kulturbeauftragte des Verbandes der deutschen sozial-kulturellen Gesellschaften in Polen (VdG).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Fallwickl beginnt ihren Roman mit einer Szene, die unter die Haut geht: Helene, Mutter von drei Kindern, nimmt sich w\u00e4hrend des Lockdowns das Leben. Was als literarische Zuspitzung gedacht war, erwies sich als bittere Realit\u00e4t f\u00fcr viele: \u201eMir haben sp\u00e4ter Frauen geschrieben: Ich bin Helene. Ich habe versucht, mich im Lockdown umzubringen. Es gab auch M\u00e4nner, die schrieben: Meine Frau hat sich umgebracht.\u201c, so die Autorin. Die Ersch\u00f6pfung von M\u00fcttern ist nicht nur Fiktion \u2013 sie ist Alltag.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Lockdown wirkte dabei wie ein Brennglas f\u00fcr Probleme, die schon lange existierten: Die \u00dcberlastung von M\u00fcttern, die ungleiche Verteilung von Care-Arbeit und die gesellschaftlichen Erwartungen waren auch schon vor der Pandemie Realit\u00e4t \u2013 sie wurden in dieser Zeit lediglich sp\u00fcrbarer denn je.<\/p>\n<div id=\"attachment_61316\" style=\"width: 2570px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-61316\" class=\"size-full wp-image-61316\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Lesung-Mareike-Fallwickl-02_11zon-scaled-1.jpg\" alt=\"\" width=\"2560\" height=\"1707\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Lesung-Mareike-Fallwickl-02_11zon-scaled-1.jpg 2560w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Lesung-Mareike-Fallwickl-02_11zon-scaled-1-300x200.jpg 300w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Lesung-Mareike-Fallwickl-02_11zon-scaled-1-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Lesung-Mareike-Fallwickl-02_11zon-scaled-1-768x512.jpg 768w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Lesung-Mareike-Fallwickl-02_11zon-scaled-1-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Lesung-Mareike-Fallwickl-02_11zon-scaled-1-2048x1366.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 2560px) 100vw, 2560px\" \/><p id=\"caption-attachment-61316\" class=\"wp-caption-text\">Die Autorin hat bereits sieben Werke ver\u00f6ffentlicht. Ihr Buch \u201eDie Wut, die bleibt\u201c wurde 2022 ver\u00f6ffentlicht.<br \/>Foto: Victoria Matuschek<\/p><\/div>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><strong>Care-Arbeit: Das unsichtbare Fundament unserer Gesellschaft<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Care-Arbeit ist weit mehr als Kinderbetreuung oder Haushalt \u2013 sie ist das R\u00fcckgrat unserer Gesellschaft. Besonders sichtbar wird das im Gesundheitswesen und in der Pflege, wo zwischen 70 und bis zu 95 Prozent der Besch\u00e4ftigten Frauen sind. \u201eDas ist der gr\u00f6\u00dfte Bereich, den wir in F\u00fcrsorge \u00fcberhaupt haben, und er ist wahnsinnig weiblich besetzt\u201c, erkl\u00e4rt Mareike Fallwickl. Frauen tragen dieses ganze System \u2013 und das in einem Bereich, der oft besonders ausbeutend und ungerecht ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese \u00dcberlastung ist kein Zufall, sondern ein strukturelles Problem. \u201eDas ganze System beruht auf dieser Care-Arbeit, die Ersch\u00f6pfung der Frauen ist kein Nebenprodukt, sondern sie ist die Basis unserer kapitalistischen Gesellschaft\u201c, so Fallwickl. W\u00fcrde diese Arbeit tats\u00e4chlich bezahlt und wertgesch\u00e4tzt, k\u00f6nnte sich unsere Gesellschaft ihren Wohlstand in der aktuellen Form gar nicht leisten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Weiter erkl\u00e4rt die Autorin: \u201eFrauen arbeiten im Schnitt 98 Stunden pro Woche \u2013 das sind zweieinhalb Vollzeitjobs. Sie leiden unter Stresssymptomen, chronischer Ersch\u00f6pfung, Depressionen, Autoimmunerkrankungen, Angstst\u00f6rungen \u2013 und werden mit ihren Beschwerden oft nicht ernst genommen.\u201c Und sie bringt es noch drastischer auf den Punkt: \u201eFrauen sterben, weil sie so umfassend ausgebeutet werden\u201c.<\/p>\n<div id=\"attachment_61317\" style=\"width: 2570px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-61317\" class=\"size-full wp-image-61317\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Lesung-Mareike-Fallwickl-03_11zon-scaled-1.jpg\" alt=\"\" width=\"2560\" height=\"1707\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Lesung-Mareike-Fallwickl-03_11zon-scaled-1.jpg 2560w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Lesung-Mareike-Fallwickl-03_11zon-scaled-1-300x200.jpg 300w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Lesung-Mareike-Fallwickl-03_11zon-scaled-1-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Lesung-Mareike-Fallwickl-03_11zon-scaled-1-768x512.jpg 768w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Lesung-Mareike-Fallwickl-03_11zon-scaled-1-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Lesung-Mareike-Fallwickl-03_11zon-scaled-1-2048x1366.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 2560px) 100vw, 2560px\" \/><p id=\"caption-attachment-61317\" class=\"wp-caption-text\">Mareike Fallwickl liest Ausschnitte aus ihrem Roman \u201eDie Wut, die bleibt\u201c.<br \/>Foto: Victoria Matuschek<\/p><\/div>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><strong>Rollenbilder, Fremdbestimmung und die Last der Erwartungen<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Fallwickl legt in ihrem Roman offen, wie tief gesellschaftliche Erwartungen und Rollenbilder verankert sind: \u201eEine Mutter ist eine Mutter ist eine Mutter.\u201c Von klein auf wird Frauen vermittelt, dass F\u00fcrsorge ihr Lebenszweck ist. \u201eDas Weiblichsein ist mit uns ganz eng verkn\u00fcpft, erstens mit dem Geb\u00e4ren, aber auch mit der F\u00fcrsorge.\u201c Doch diese F\u00fcrsorge ist selten selbstbestimmt. W\u00e4hrend M\u00e4nner Aufgaben \u00fcbernehmen, die flexibel und planbar sind, bleiben Frauen die T\u00e4tigkeiten, die sofort und zwingend erledigt werden m\u00fcssen: Hunger stillen, Hausaufgaben betreuen, emotionale Krisen begleiten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eWenn man genauer hinschaut, sieht man, dass M\u00e4nner fast immer Aufgaben erf\u00fcllen, die sehr selbstbestimmt erledigt werden k\u00f6nnen, w\u00e4hrend Frauen und M\u00fctter die Dinge tun, die sehr viel mehr Fremdbestimmung und sofortige Erledigung erfordern.\u201c, erkl\u00e4rt die Autorin.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Deutlich wird auch, wie unterschiedlich das Verhalten von M\u00fcttern und V\u00e4tern gesellschaftlich bewertet wird. Fallwickl formuliert es treffend: \u201eW\u00fcrde sich auf Seite 1 dieses Buchs ein Vater entziehen, w\u00fcrde es niemand als radikal ansehen. Das Narrativ der abwesenden V\u00e4ter ist auserz\u00e4hlt.\u201c W\u00e4hrend von M\u00fcttern erwartet wird, dass sie immer pr\u00e4sent und aufopfernd sind, gilt die Abwesenheit von V\u00e4tern h\u00e4ufig als normal oder sogar als unproblematisch.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hinzu kommt das Ph\u00e4nomen der \u201eweaponized incompetence\u201c: M\u00e4nner, die Aufgaben absichtlich schlecht erledigen, um ihnen dauerhaft zu entgehen. \u201eEs gibt eigene Websites, wo M\u00e4nner sich Tipps geben: Wie kann man eine Aufgabe so derma\u00dfen bl\u00f6d erledigen, dass man sie nie wieder machen muss?\u201c, erkl\u00e4rt die Autorin. Das Ergebnis: Frauen \u00fcbernehmen die Arbeit lieber selbst, um Konflikte zu vermeiden.<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #ffcc00;\"><strong>Wenn M\u00fctter ausbrennen, brennt die ganze Gesellschaft.<\/strong><\/span><\/p>\n<\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">Infolgedessen f\u00fchlen sich viele Frauen allein gelassen, ihre eigenen Bed\u00fcrfnisse bleiben unsichtbar. \u201eIch bin so durch, so fertig mit den Nerven\u201c, diesen Satz h\u00f6rt Fallwickl von M\u00fcttern permanent \u2013 und die Gesellschaft akzeptiert es als Normalzustand.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><strong>Wut als sch\u00fctzende Kraft<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Doch die Wut, die aus dieser \u00dcberforderung entsteht, ist nicht nur destruktiv \u2013 sie kann auch eine wichtige, sch\u00fctzende Funktion haben. Mareike Fallwickl zitiert die Autorin Alexandra Zykunov: \u201eDie Wut ist wie eine gro\u00dfe Schwester von dir. Die Wut ist wie eine beste Freundin, die auf dich aufpasst.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wut wird oft als negative, unerw\u00fcnschte Emotion dargestellt, besonders bei Frauen. Doch sie entsteht dann, wenn jemand ungerecht behandelt wird. \u201eDie Wut ist eigentlich jemand, der dir klar macht: Hey, das war nicht richtig. Du darfst deine Stimme erheben, weil mit dir wurde gerade umgegangen, wie es nicht in Ordnung ist.\u201c, f\u00fchrt Fallwickl weiter aus.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Indem Frauen lernen, ihre Wut als Signal f\u00fcr Ungerechtigkeit zu verstehen und zu nutzen, k\u00f6nnen sie neue Wege finden, sich zu behaupten und Ver\u00e4nderungen anzusto\u00dfen. Die Wut wird so von einer verbotenen Emotion zu einer Kraftquelle \u2013 und zu einem Motor f\u00fcr gesellschaftlichen Wandel.<\/p>\n<div id=\"attachment_61318\" style=\"width: 2570px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-61318\" class=\"size-full wp-image-61318\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Lesung-Mareike-Fallwickl-04_11zon-scaled-1.jpg\" alt=\"\" width=\"2560\" height=\"1707\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Lesung-Mareike-Fallwickl-04_11zon-scaled-1.jpg 2560w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Lesung-Mareike-Fallwickl-04_11zon-scaled-1-300x200.jpg 300w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Lesung-Mareike-Fallwickl-04_11zon-scaled-1-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Lesung-Mareike-Fallwickl-04_11zon-scaled-1-768x512.jpg 768w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Lesung-Mareike-Fallwickl-04_11zon-scaled-1-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Lesung-Mareike-Fallwickl-04_11zon-scaled-1-2048x1366.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 2560px) 100vw, 2560px\" \/><p id=\"caption-attachment-61318\" class=\"wp-caption-text\">Dieses Jahr erschien die polnische Ausgabe des Romans. Von links nach rechts: Dr. Gabriela Jelitto-Piechulik, Leiterin der \u00d6sterreich-Bibliothek Monika W\u00f3jcik-Bednarz, Sandra Cierniak und Mareike Fallwickl.<br \/>Foto: Victoria Matuschek<\/p><\/div>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><strong>Wut als Motor f\u00fcr Ver\u00e4nderung<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Wut, die im Roman sp\u00fcrbar wird, ist vielschichtig: Wut auf sich selbst, auf gesellschaftliche Zw\u00e4nge, auf das patriarchale System. Sie ist aber eben auch Antrieb f\u00fcr Ver\u00e4nderung. Nach der Lekt\u00fcre des Buches ist ein \u00f6sterreichischer Politiker zur\u00fcckgetreten \u2013 mit den Worten: \u201eIch m\u00f6chte ein anderer Vater f\u00fcr meine Kinder sein.\u201c Frauen haben sich den Kopf rasiert oder Selbstverteidigungskurse begonnen. Viele haben Lesezirkel gegr\u00fcndet, sich vernetzt und gemeinsam neue Wege gesucht. J\u00fcngst versammelten sich in Berlin 100.000 M\u00fctter am Brandenburger Tor \u2013 ebenfalls inspiriert durch das Buch \u2013 um laut zu werden und f\u00fcr mehr Sichtbarkeit und Anerkennung von Care-Arbeit zu k\u00e4mpfen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese Reaktionen zeigen, wie stark das Buch Menschen ber\u00fchrt und zum Nachdenken \u00fcber die eigenen Rollen, Erwartungen und Handlungsm\u00f6glichkeiten anregt oder wie Fallwickl es formuliert: \u201eJa, Literatur kann auch durchaus etwas bewegen.\u201c<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><strong>Was bleibt? Fragen, die uns alle angehen<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">In der heutigen Gesellschaft bleiben jedoch zentrale Fragen offen, die uns alle betreffen und auf die der Roman aufmerksam macht: Wie lange kann eine Gesellschaft funktionieren, wenn die tragenden S\u00e4ulen \u2013 M\u00fctter, Pflegerinnen, F\u00fcrsorgende \u2013 permanent \u00fcberlastet und unsichtbar bleiben? Was muss sich \u00e4ndern, damit Care-Arbeit endlich den Stellenwert erh\u00e4lt, den sie verdient? Wie k\u00f6nnen M\u00e4nner und Frauen gemeinsam Verantwortung \u00fcbernehmen, ohne dass Ersch\u00f6pfung und \u00dcberforderung zum Alltag werden?<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><strong>Mehr als Wut: Die Kraft der Liebe<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Doch bei aller Schwere und Wut bleibt am Ende eine st\u00e4rkere Kraft, die Fallwickl betont: \u201eDas Hauptthema des Romans ist nicht die Gewalt. Das Grundgef\u00fchl zwischen Frauen ist Liebe.\u201c Es ist der Zusammenhalt, die Solidarit\u00e4t, das Verst\u00e4ndnis f\u00fcreinander, das Frauen und letztlich auch die Gesellschaft tr\u00e4gt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">So zeigt \u201eDie Wut, die bleibt\u201c eindrucksvoll: Es ist die Liebe, die uns antreibt \u2013 und die vielleicht am Ende die Kraft zur Ver\u00e4nderung in sich tr\u00e4gt.<\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Roman \u201eDie Wut, die bleibt\u201c ist 2025 auf Polnisch unter dem Titel \u201eW\u015bciek\u0142o\u015b\u0107\u201c erschienen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am <strong>letzten Dienstag im Mai<\/strong> um <strong>22:05 Uhr<\/strong> auf <strong>Radio Doxa<\/strong> wird ein Interview mit Mareike Fallwickl zu h\u00f6ren sein.<br \/>\nAuf Spotify wird der Podcast mit dem Interview direkt im Anschluss zu h\u00f6ren sein, ebenso auf Youtube unter Media VdG:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/open.spotify.com\/show\/5hBVbid5HIyxPgPhxkhINv\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Frauenfragen \u2013 Babskie Sprawy | Podcast on Spotify<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/@MediaVdG\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Media VdG &#8211; YouTube<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Werke von Mareike Fallwickl k\u00f6nnen in der <strong>\u00d6sterreich-Bibliothek in Oppeln<\/strong> ausgeliehen werden:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/www.opole-wbp.sowa.pl\/index.php?KatID=0&amp;typ=record&amp;001=Op2022012694\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">SOWA OPAC : Katalog centralny WBP w Opolu &#8211; Die Wut, die bleibt : Roman<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.opole-wbp.sowa.pl\/index.php?KatID=0&amp;typ=record&amp;001=Op2023001235\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">SOWA OPAC : Katalog centralny WBP w Opolu &#8211; Das Licht ist hier viel heller : Roman<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.opole-wbp.sowa.pl\/index.php?KatID=0&amp;typ=record&amp;001=Op2024011523\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">SOWA OPAC : Katalog centralny WBP w Opolu &#8211; Und alle so still : Roman<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Polnische Version:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/www.opole-wbp.sowa.pl\/index.php?KatID=0&amp;typ=record&amp;001=Op2024011523\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">SOWA OPAC : Katalog centralny WBP w Opolu &#8211; Und alle so still : Roman<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00dcber Care-Arbeit, \u00dcberlastung und gesellschaftliche Erwartungen Wie viel kostet es, wenn eine Mutter t\u00e4glich unsichtbare Arbeit leistet, die niemand sieht und kaum jemand anerkennt? 12 Milliarden Stunden unbezahlte Care-Arbeit leisten Frauen weltweit jeden Tag \u2013 eine unfassbare Menge Lebenszeit und Energie, die in unserer Gesellschaft oft als selbstverst\u00e4ndlich gilt. 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