{"id":71865,"date":"2025-05-20T17:00:11","date_gmt":"2025-05-20T15:00:11","guid":{"rendered":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/der-pfaffengraben-ein-besonderes-andenken-2\/"},"modified":"2025-05-20T17:00:11","modified_gmt":"2025-05-20T15:00:11","slug":"der-pfaffengraben-ein-besonderes-andenken-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/der-pfaffengraben-ein-besonderes-andenken-2\/","title":{"rendered":"Der &#8222;Pfaffengraben&#8220; \u2013 ein besonderes Andenken"},"content":{"rendered":"<h2><strong>Geschichte: Schweden in Schlesien \u2013 eine schwedische Sintflut?<\/strong><\/h2>\n<p><strong>Im Wald in der N\u00e4he des Dorfes Tarnau befindet sich eine Senke, in der kein Baum oder Strauch w\u00e4chst \u2013 nur niedrige Pflanzen. Am Grund dieser Vertiefung liegt etwas, das einem Brunnen \u00e4hnelt. Dieser Ort wird seit Jahren \u201eKsi\u0119\u017cy D\u00f3\u0142\u201c (Pfaffengraben) genannt \u2013 zum Gedenken an Ereignisse aus dem Drei\u00dfigj\u00e4hrigen Krieg. Hier versteckten sich die Bewohner von Tarn\u00f3w Opolski unter der F\u00fchrung von Pfarrer Szaff im dichten Wald vor den schwedischen Truppen, um sich vor Gewalt zu sch\u00fctzen.<\/strong><!--more--><\/p>\n<h2><strong>Tarnau und der Drei\u00dfigj\u00e4hrige Krieg<\/strong><\/h2>\n<div id=\"attachment_61417\" style=\"width: 357px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-61417\" class=\" wp-image-61417\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Ksiezy_dol_1994209_Fotopolska-Eu_Easy-Resize.com_.jpg\" alt=\"\" width=\"347\" height=\"231\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Ksiezy_dol_1994209_Fotopolska-Eu_Easy-Resize.com_.jpg 1280w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Ksiezy_dol_1994209_Fotopolska-Eu_Easy-Resize.com_-300x200.jpg 300w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Ksiezy_dol_1994209_Fotopolska-Eu_Easy-Resize.com_-1024x682.jpg 1024w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Ksiezy_dol_1994209_Fotopolska-Eu_Easy-Resize.com_-768x512.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 347px) 100vw, 347px\" \/><p id=\"caption-attachment-61417\" class=\"wp-caption-text\">Der \u201ePfaffengraben\u201c im Wald zwischen Walidrogi und Tarn\u00f3w Opolski (Woiwodschaft Oppeln).<br \/>Foto: www.fotopolska.eu<\/p><\/div>\n<p>Die Quellen geben unterschiedliche Jahreszahlen f\u00fcr dieses Ereignis an. Einige nennen das Jahr 1640, andere 1646 \u2013 in beiden F\u00e4llen suchten etwa 30 Menschen aus Tarnau in diesem Wald Zuflucht, um ihr Leben und das Wenige, was ihnen nach Jahrzehnten des Krieges geblieben war, zu retten. Der Krieg tobte bereits seit 1618. Die Flucht erfolgte am zweiten Fastensonntag, und die R\u00fcckkehr war erst nach Ostern m\u00f6glich. In beiden genannten Jahren fiel Ostern auf Anfang April, was bedeutet, dass Aschermittwoch im Februar lag \u2013 keine g\u00fcnstige Zeit f\u00fcr Waldaufenthalte. Auf damaligen Karten sehen wir Fl\u00fcsse, Orte, Wege und dichte, schwer zug\u00e4ngliche W\u00e4lder, in denen man sich verstecken konnte.<\/p>\n<h3><strong>Vom Prager Fenstersturz zum B\u00f6hmisch-Pf\u00e4lzischen Krieg (1618\u20131623)<\/strong><\/h3>\n<div id=\"attachment_61428\" style=\"width: 421px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-61428\" class=\" wp-image-61428\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Prager.Fenstersturz.1618_Easy-Resize.com_.jpg\" alt=\"\" width=\"411\" height=\"298\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Prager.Fenstersturz.1618_Easy-Resize.com_.jpg 1280w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Prager.Fenstersturz.1618_Easy-Resize.com_-300x218.jpg 300w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Prager.Fenstersturz.1618_Easy-Resize.com_-1024x744.jpg 1024w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Prager.Fenstersturz.1618_Easy-Resize.com_-768x558.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 411px) 100vw, 411px\" \/><p id=\"caption-attachment-61428\" class=\"wp-caption-text\">Der Prager Fenstersturz fand in Anlehnung an die Hussitenkriege aus dem 15. Jh statt<br \/>Quelle: Wikipedia<\/p><\/div>\n<p><strong>Schweden in Schlesien \u2013 war das die schwedische Sintflut?<\/strong> Nein. Es war eine andere Zeit und ein anderer Ort. Der Drei\u00dfigj\u00e4hrige Krieg zwischen Katholiken und Protestanten brach 1618 in Prag aus und erfasste den gesamten deutschsprachigen Raum Europas. Das Heilige R\u00f6mische Reich war ein Flickenteppich aus K\u00f6nigreichen und F\u00fcrstent\u00fcmern, die nicht nur miteinander konkurrierten, sondern auch gegeneinander Krieg f\u00fchrten.<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #ffcc00;\"><strong>\u201eSind die Schweden in Schlesien gleichzusetzen mit der schwedischen Sintflut? Nein. Es war eine andere Zeit und ein anderer Ort.\u201c<\/strong><\/span><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Zu Beginn des Krieges stellten sich die mehrheitlich protestantischen schlesischen St\u00e4dte auf die Seite B\u00f6hmens und gegen den katholischen Kaiser in Wien. Doch als der Krieg sich hinzog und die Mittel f\u00fcr Waffen und Soldaten knapp wurden, stand der Frieden kurz bevor \u2013 bis neue Geldgeber und Truppen auftauchten und die K\u00e4mpfe erneut entfachten.<\/p>\n<h3><strong>Nieders\u00e4chsisch-D\u00e4nischer Krieg (1625\u20131629)<\/strong><\/h3>\n<p>Nach dem Sieg der katholischen Seite und der brutalen Niederschlagung in B\u00f6hmen \u2013 zu dem auch Schlesien geh\u00f6rte \u2013 trat 1625 D\u00e4nemark in den Krieg ein, aus Furcht vor einem erstarkenden Habsburgischen Reich.<\/p>\n<h3><strong>Schwedische Invasion (1630\u20131635)<\/strong><\/h3>\n<div id=\"attachment_61425\" style=\"width: 365px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-61425\" class=\" wp-image-61425\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Schlacht-bei-Noerdlingen-1634_Easy-Resize.com_.jpg\" alt=\"\" width=\"355\" height=\"197\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Schlacht-bei-Noerdlingen-1634_Easy-Resize.com_.jpg 1280w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Schlacht-bei-Noerdlingen-1634_Easy-Resize.com_-300x167.jpg 300w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Schlacht-bei-Noerdlingen-1634_Easy-Resize.com_-1024x570.jpg 1024w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Schlacht-bei-Noerdlingen-1634_Easy-Resize.com_-768x427.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 355px) 100vw, 355px\" \/><p id=\"caption-attachment-61425\" class=\"wp-caption-text\">Die schwedische Niederlage bei N\u00f6rdlingen 1634 f\u00fchrte zum Kriegseintritt Frankreichs<br \/>Quelle: Wikepedia<\/p><\/div>\n<p>Im Jahr 1630 \u2013 zw\u00f6lf Jahre nach Kriegsbeginn \u2013 trat auf franz\u00f6sische Initiative hin auch Schweden in den Krieg ein. Es ging dabei um das Machtgleichgewicht an der Ostsee. Schweden verf\u00fcgte damals \u00fcber die modernste Armee Europas. Trotz dieser St\u00e4rke und der Unterst\u00fctzung protestantischer B\u00fcndnispartner erlitt die schwedische Armee 1635 eine entscheidende Niederlage bei N\u00f6rdlingen.<\/p>\n<h3><strong>Kriegseintritt Frankreichs (1635)<\/strong><\/h3>\n<div id=\"attachment_61424\" style=\"width: 277px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-61424\" class=\" wp-image-61424\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Battle_of_Gibraltar_1607_Easy-Resize.com_.jpg\" alt=\"\" width=\"267\" height=\"193\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Battle_of_Gibraltar_1607_Easy-Resize.com_.jpg 1280w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Battle_of_Gibraltar_1607_Easy-Resize.com_-300x217.jpg 300w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Battle_of_Gibraltar_1607_Easy-Resize.com_-1024x741.jpg 1024w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Battle_of_Gibraltar_1607_Easy-Resize.com_-768x556.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 267px) 100vw, 267px\" \/><p id=\"caption-attachment-61424\" class=\"wp-caption-text\">Auch auf der See wurde gek\u00e4mpft, wie hier in der Schlacht bei Gibraltar 1607 w\u00e4hrend des 80-j\u00e4hrigen Krieges<br \/>Quelle: Wikipedia<\/p><\/div>\n<p>Daraufhin weitete Frankreich seine Unterst\u00fctzung von finanzieller auch auf milit\u00e4rische Hilfe aus. In der Folge besetzte es das Elsass und begann, gegen die Habsburger in den Spanischen Niederlanden (heutiges Belgien) zu k\u00e4mpfen.<\/p>\n<p>1638 gelang es den protestantischen Kr\u00e4ften mit Unterst\u00fctzung Frankreichs und Schwedens, das Rheinland, das Elsass und Schlesien zu besetzen. 1644 erlitt Spanien schwere Niederlagen auf See, was die Protestanten in den Niederlanden st\u00e4rkte. Verluste an Land f\u00fchrten schlie\u00dflich zu Friedensgespr\u00e4chen mit Frankreich und Schweden \u2013 jedoch ohne sofortigen Waffenstillstand.<\/p>\n<h3><strong>Der Westpf\u00e4lische Frieden (1648)<\/strong><\/h3>\n<p>Der Krieg endete offiziell erst am 24. Oktober 1648 mit dem Westf\u00e4lischen Frieden \u2013 nach drei\u00dfig Jahren K\u00e4mpfen.<\/p>\n<p>Zu den Siegern geh\u00f6rte Schweden, das einen gro\u00dfen Teil Norddeutschlands, u.a. Kiel und Stettin, erhielt. Die Niederlande wurden unabh\u00e4ngig von Spanien, und Frankreich konnte den Einfluss der Habsburger in Europa eind\u00e4mmen. Zudem erhielt es das Recht, einen Vertreter zum Reichstag zu entsenden.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><em><strong>Krzysztof Wysdak<\/strong><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Geschichte: Schweden in Schlesien \u2013 eine schwedische Sintflut? Im Wald in der N\u00e4he des Dorfes Tarnau befindet sich eine Senke, in der kein Baum oder Strauch w\u00e4chst \u2013 nur niedrige Pflanzen. Am Grund dieser Vertiefung liegt etwas, das einem Brunnen \u00e4hnelt. 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