{"id":71837,"date":"2025-05-26T13:15:09","date_gmt":"2025-05-26T11:15:09","guid":{"rendered":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/prasidentschaftswahlen-in-polen\/"},"modified":"2025-05-26T13:15:09","modified_gmt":"2025-05-26T11:15:09","slug":"prasidentschaftswahlen-in-polen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/prasidentschaftswahlen-in-polen\/","title":{"rendered":"Pr\u00e4sidentschaftswahlen in Polen"},"content":{"rendered":"<h2><strong>Pr\u00e4sidentschaftswahlen Polen: Deutsche Medien besorgt \u00fcber antideutsche T\u00f6ne<\/strong><\/h2>\n<p><strong>Das Ergebnis der ersten Runde der Pr\u00e4sidentschaftswahlen in Polen war nicht eindeutig; es wird eine zweite Runde erforderlich sein, die am 1. Juni dieses Jahres stattfinden wird.<\/strong><!--more--><\/p>\n<p>In Deutschland werden dennoch bereits die Ereignisse des ersten Wahlgangs zusammengefasst und einige deutsche Medien ziehen im Hinblick auf die Beziehungen zwischen den beiden L\u00e4ndern beunruhigende Schlussfolgerungen. Sie weisen darauf hin, dass w\u00e4hrend des Wahlkampfes h\u00e4ufig antideutsche T\u00f6ne zu h\u00f6ren waren.<\/p>\n<h3><strong>Ein zentraler Punkt der medialen Beobachtung in Deutschland:<\/strong><\/h3>\n<p>Die weitere Entwicklung der Beziehungen zwischen Polen und Deutschland wird ma\u00dfgeblich vom Ausgang der Pr\u00e4sidentschaftswahlen in Polen beeinflusst werden.<\/p>\n<p>So betonte der NDR, dass in Westpolen, zum Beispiel in der an Mecklenburg-Vorpommern angrenzenden Woiwodschaft Westpommern, das Ergebnis des ersten Wahlgangs deutlich anders ausgefallen sei als im Rest des Landes. Dort lag Rafa\u0142 Trzaskowski n\u00e4mlich mit bis zu 16 Prozentpunkten deutlich vor Karol Nawrocki. Landesweit ist der Vorsprung von Rafa\u0142 Trzaskowski jedoch mit weniger als 2 Prozent gering.<\/p>\n<div id=\"attachment_61821\" style=\"width: 1172px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-61821\" class=\"size-full wp-image-61821\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Wahlergebnisse-Erster-Wahlgang-2025.png\" alt=\"\" width=\"1162\" height=\"691\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Wahlergebnisse-Erster-Wahlgang-2025.png 1162w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Wahlergebnisse-Erster-Wahlgang-2025-300x178.png 300w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Wahlergebnisse-Erster-Wahlgang-2025-1024x609.png 1024w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Wahlergebnisse-Erster-Wahlgang-2025-768x457.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1162px) 100vw, 1162px\" \/><p id=\"caption-attachment-61821\" class=\"wp-caption-text\">Ergebnisse des ersten Wahlgangs<br \/>f\u00fcr die Wahl des Pr\u00e4sidenten der Republik Polen 2025.<br \/>Grafik: Wochenblatt.pl<\/p><\/div>\n<h3><strong>Karol Nawrockis Wahlkampf: Antideutsche Narrative und Migrationskritik<\/strong><\/h3>\n<p>Zugleich wies der NDR darauf hin, dass der bisherige Wahlkampf von antideutschen T\u00f6nen gepr\u00e4gt sei. Er beschreibt unter anderem ein Facebook-Video, in dem Karol Nawrocki mit ausdrucksstarker Gestik am Oderufer auf der polnischen Seite entlanggeht.<\/p>\n<h3><strong>Nawrockis Botschaft an die W\u00e4hler:<\/strong><\/h3>\n<div id=\"attachment_61819\" style=\"width: 228px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-61819\" class=\" wp-image-61819\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/JKRUK_20220903_KAROL_NAWROCKI_MIELEC_DSCN8323A.jpg\" alt=\"\" width=\"218\" height=\"291\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/JKRUK_20220903_KAROL_NAWROCKI_MIELEC_DSCN8323A.jpg 500w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/JKRUK_20220903_KAROL_NAWROCKI_MIELEC_DSCN8323A-225x300.jpg 225w\" sizes=\"auto, (max-width: 218px) 100vw, 218px\" \/><p id=\"caption-attachment-61819\" class=\"wp-caption-text\">Karol Nawrocki<br \/>Quelle: Wikipedia<\/p><\/div>\n<p>In dem Video sagt er, dass die Deutschen 30 Kilometer entfernt \u201eein Zentrum f\u00fcr illegale Einwanderer mit nur Betten, Brot und Wasser geschaffen haben\u201c. Zudem sagt er, dass \u201ediese illegalen Einwanderer bald die polnische Grenze \u00fcberschreiten und den polnischen Staat, polnische Frauen und unsere Kinder bedrohen werden\u201c. Seine Botschaft soll andeuten, dass er als neuer Pr\u00e4sident dies verhindern kann.<\/p>\n<p>Der NDR weist auch darauf hin, dass Karol Nawrocki immer wieder die Frage der Kriegsreparationen angesprochen hat, was bei einem Teil seiner W\u00e4hlerschaft Anklang findet. Eine \u00e4hnliche Taktik verfolgt S\u0142awomir Mentzen von der Konf\u00f6deration, der \u201eden Deutschen als Schreckgespenst\u201c benutzt und in einem Interview vorschlug, \u201edie polnische Polizei solle deutsche Polizisten verhaften\u201c, die Menschen, die in Deutschland Asyl beantragen wollen, an der Grenze abweisen.<\/p>\n<h3><strong>Stichwahl in Polen: Die Rolle der rechtsextremen W\u00e4hler und Trzaskowskis Strategie<\/strong><\/h3>\n<p>Die im grenznahen Ostbrandenburg erscheinende \u201eM\u00e4rkische Oderzeitung\u201c (MOZ) berichtete ebenfalls \u00fcber die Ergebnisse der ersten Runde der Pr\u00e4sidentschaftswahlen.<\/p>\n<h3><strong>Nancy Waldmann (MOZ) zur Bedeutung der rechtsextremen Stimmen:<\/strong><\/h3>\n<p>&#8222;Laut Nancy Waldmann, Journalistin dieser Zeitung, haben 21 Prozent der Polen f\u00fcr einen rechtsextremen Kandidaten gestimmt. Diese Stimmen sind entscheidend f\u00fcr die Stichwahl.&#8220;<\/p>\n<div id=\"attachment_61820\" style=\"width: 265px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-61820\" class=\" wp-image-61820\" src=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Rafal_Trzaskowski_22_May_2020.jpg\" alt=\"\" width=\"255\" height=\"351\" srcset=\"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Rafal_Trzaskowski_22_May_2020.jpg 800w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Rafal_Trzaskowski_22_May_2020-218x300.jpg 218w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Rafal_Trzaskowski_22_May_2020-743x1024.jpg 743w, https:\/\/neueswochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Rafal_Trzaskowski_22_May_2020-768x1058.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 255px) 100vw, 255px\" \/><p id=\"caption-attachment-61820\" class=\"wp-caption-text\">Rafa\u0142 Trzaskowski<br \/>Quelle: Wikipedia<\/p><\/div>\n<p>Die Autorin erinnert auch daran, dass im Westen Polens der Kandidat der B\u00fcrgerkoalition Rafa\u0142 Trzaskowski deutlich gewonnen hat, ebenso wie bei den in Deutschland lebenden Polen. \u201eAus lokaler Sicht klingt das gut, denn die Liberalen sind eine pro-europ\u00e4ische Kraft, die an einer guten deutsch-polnischen Zusammenarbeit interessiert ist.\u201c Die Journalistin weist jedoch darauf hin, dass Recht und Gerechtigkeit sich in seinen Hochburgen im Osten des Landes, wo die Wahlbeteiligung \u00fcblicherweise h\u00f6her ist, besser mobilisieren kann. Nancy Waldmann sagt auch voraus, dass vor dem zweiten Wahlgang vor allem Karol Nawrocki einen noch sch\u00e4rferen Ton gegen\u00fcber Einwanderern, der EU und Ukrainern anschlagen wird.<\/p>\n<h3><strong>Versch\u00e4rfter Wahlkampf erwartet: Migration und EU-Kritik im Fokus<\/strong><\/h3>\n<p>Gleichzeitig fragt sich die MOZ-Journalistin, ob auch Rafa\u0142 Trzaskowski diesen Weg gehen wird, da er bereits \u201evor der ersten Runde versucht hat, sein linksliberales Image abzulegen, indem er f\u00fcr enge Grenzen und Sicherheit sowie gegen die Aufnahme von Fl\u00fcchtlingen aus Ost und West pl\u00e4dierte\u201c. Die Autorin der M\u00e4rkischen Oderzeitung betont auch, dass diese Strategie Rafa\u0142 Trzaskowski keine zus\u00e4tzlichen Stimmen von au\u00dferhalb der Stammw\u00e4hlerschaft eingebracht hat.<\/p>\n<h3><strong>Das Dauerthema Migration an der deutsch-polnischen Grenze:<\/strong><\/h3>\n<p>&#8222;Gleichzeitig reflektiert sie \u00fcber das Angstthema der Migration, deren Verursacher aus polnischer Sicht Deutschland ist, und was dies f\u00fcr Polen und Deutschland bedeutet. An Oder und Nei\u00dfe wird es weiterhin ein regelrechtes Kr\u00e4ftemessen zwischen den Grenzdiensten beider L\u00e4nder geben, bei dem es darum geht, wer wie viele Migranten zu wem schickt\u201c. Nach Ansicht der Publizistin der M\u00e4rkischen Oderzeitung wird dieses Thema auch nach den Wahlen nicht verschwinden.&#8220;<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #ffcc00;\"><strong>In den Medien jenseits des Rheins wird h\u00e4ufig betont, dass die weitere Entwicklung der Beziehungen zwischen Polen und Deutschland in gewisser Weise vom Ausgang der Pr\u00e4sidentschaftswahlen an der Weichsel abh\u00e4ngen wird.<\/strong><\/span><\/p>\n<\/blockquote>\n<h3><strong>Deutsch-Polnische Beziehungen am Scheideweg: Ausblick nach der Wahl<\/strong><\/h3>\n<p>Der K\u00f6lner Stadt-Anzeiger wiederum prognostiziert, dass Polen erst in der entscheidenden Runde der Pr\u00e4sidentschaftswahlen zur Ruhe kommen wird. Um Stimmen zu gewinnen, werden beide Kandidaten nationalistische und einwanderungsfeindliche T\u00f6ne anschlagen, und die neue deutsche Migrationspolitik wird im Mittelpunkt stehen, so die Journalisten der Zeitung. Auch die Grenzkontrollen und das Zur\u00fcckweisen von Migranten an den Grenzen werden thematisiert werden.<\/p>\n<h3><strong>Hoffnung auf Neuanfang unter Vorbehalt:<\/strong><\/h3>\n<p>&#8222;Der von Bundeskanzler Friedrich Merz erhoffte Neuanfang in den deutsch-polnischen Beziehungen wird laut dem K\u00f6lner Stadt-Anzeiger erst nach den Wahlen m\u00f6glich sein. Dieser Optik kann man zustimmen, aber wohl nur unter der Voraussetzung, dass Rafa\u0142 Trzaskowski letztendlich gewinnt und Pr\u00e4sident Polens wird.&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Pr\u00e4sidentschaftswahlen Polen: Deutsche Medien besorgt \u00fcber antideutsche T\u00f6ne Das Ergebnis der ersten Runde der Pr\u00e4sidentschaftswahlen in Polen war nicht eindeutig; es wird eine zweite Runde erforderlich sein, die am 1. 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