{"id":71775,"date":"2025-06-02T17:00:24","date_gmt":"2025-06-02T15:00:24","guid":{"rendered":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/vielfalt-schafft-heimat-wie-minderheiten-in-liegnitz-die-zukunft-mitgestalten-2\/"},"modified":"2025-06-02T17:00:24","modified_gmt":"2025-06-02T15:00:24","slug":"vielfalt-schafft-heimat-wie-minderheiten-in-liegnitz-die-zukunft-mitgestalten-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neueswochenblatt.pl\/de\/vielfalt-schafft-heimat-wie-minderheiten-in-liegnitz-die-zukunft-mitgestalten-2\/","title":{"rendered":"Vielfalt schafft Heimat \u2013 Wie Minderheiten in Liegnitz die Zukunft mitgestalten"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Die deutsche Minderheit in Liegnitz (Legnica) spielt eine wichtige Rolle bei der Bewahrung und Pflege des kulturellen Erbes der Stadt. Damian Stefaniak, Vorsitzender der deutschen Minderheit, erl\u00e4utert im Gespr\u00e4ch mit Victoria Matuschek wie die deutschen Wurzeln Liegnitz\u2019 in moderne Projekte eingebunden werden, welche Kooperationen geplant sind und welche Bedeutung das deutsche Erbe f\u00fcr die Identit\u00e4t der Gemeinschaft und das multikulturelle Zusammenleben hat.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 40px;\"><!--more--><br \/>\n<strong>Sie nahmen k\u00fcrzlich an einer Debatte \u00fcber das kulturelle Erbe der deutschen Minderheit teil. Wie kann man dieses Erbe f\u00fcr moderne Projekte nutzen?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jede Stadt hat ihre eigenen Wurzeln, die man nicht vergessen sollte. In Liegnitz setzen sich B\u00fcrgermeister Maciej Kupaj und seine Stellvertreterin Aleksandra Krzeszewska sehr engagiert f\u00fcr die Stadtentwicklung ein \u2013 insbesondere im Bereich Tourismus. Dabei verlieren sie nicht aus dem Blick, dass Liegnitz einst eine deutsche Stadt war. Das ist f\u00fcr uns als Minderheit sehr wichtig. W\u00e4hrend andere Regionen oft um Anerkennung k\u00e4mpfen m\u00fcssen, genie\u00dfen wir sie hier und arbeiten eng mit den st\u00e4dtischen Beh\u00f6rden zusammen. In Liegnitz ist es selbstverst\u00e4ndlich, die eigene Geschichte zu bewahren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 40px;\"><strong>Welche Projekte oder Kooperationen planen Sie in naher Zukunft?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Herbst organisieren wir gemeinsam mit der Stadt, einem Hotel und einem Reiseb\u00fcro die Europa-Akademie mit Alfred Theisen. Dabei m\u00f6chten wir das Potenzial Liegnitz\u2019 hervorheben. Wenige wissen, dass 1927 hier eine der ersten Bundesgartenschauen in Deutschland stattfand \u2013 mit rund zwei Millionen Besuchern. In zwei Jahren soll erneut eine Bundesgartenschau in Liegnitz stattfinden \u2013 wenn auch in kleinerem Rahmen. Die Stadt investiert bereits in die Versch\u00f6nerung des Stadtparks, und wir als deutsche Minderheit pflegen unsere Kultur und m\u00f6chten Partner bei dieser Veranstaltung sein.<\/p>\n<div id=\"attachment_62107\" style=\"width: 1717px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-62107\" class=\"wp-image-62107 size-full\" src=\"https:\/\/wochenblatt.pl\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/MPT3335_11zon-scaled.jpg\" alt=\"\" width=\"1707\" height=\"2560\" \/><p id=\"caption-attachment-62107\" class=\"wp-caption-text\">Damian Stefaniak, Vorsitzender der deutschen Minderheit in Liegnitz, bei der 56. Verbandsratssitzung des VdG<br \/>Foto: Stefani Koprek<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 40px;\"><strong>Gibt es auch eine Zusammenarbeit mit polnischen Beh\u00f6rden oder Schulen?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ja, Liegnitz ist eine Stadt der Minderheiten. Seit 1945 sind vor allem Deutsche geblieben, doch im Laufe der Zeit kamen auch Menschen aus vielen anderen Teilen Europas hinzu \u2013 etwa Sp\u00e4taussiedler aus der Ukraine und Wei\u00dfrussland, Lemken, Griechen und Juden. Jede Minderheit hat ihre eigene Organisation, und wir arbeiten eng zusammen. Im Rathaus gibt es eine Ansprechperson f\u00fcr Nichtregierungsorganisationen, was die gute Zusammenarbeit unterstreicht. Ein sch\u00f6nes Beispiel ist das Fest \u201eWeihnacht der V\u00f6lker\u201c, das bereits 23 Mal stattgefunden hat. Jedes Jahr \u00fcbernimmt eine andere Minderheit die Organisation und stellt ihre Traditionen vor.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 40px;\"><strong>Inwiefern kann das deutsche Erbe die Identit\u00e4t st\u00e4rken \u2013 auch im Zusammenspiel mit anderen Minderheiten?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Unsere Organisation besteht nicht nur aus Menschen mit deutschen Wurzeln, sondern auch aus Mitgliedern ohne famili\u00e4ren Bezug, die sich f\u00fcr die deutsche Kultur, das Erbe und die Heimat interessieren. Diese Vielfalt st\u00e4rkt unsere Identit\u00e4t und unser Selbstbewusstsein \u2013 nicht in der Abgrenzung, sondern im Miteinander.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 40px;\"><strong>Wie sehen Sie die Rolle der deutschen Minderheit in Liegnitz in zehn Jahren?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir brauchen eine klare Strategie, denn viele unserer \u00e4lteren Mitglieder k\u00f6nnen oder wollen sich nicht mehr aktiv einbringen. Deshalb suchen wir Wege, die j\u00fcngere Generation zu gewinnen. In diesem Jahr veranstalten wir erstmals ein Sommercamp f\u00fcr Kinder von sieben bis zw\u00f6lf Jahren. Kinder haben noch Lust, sich zu engagieren \u2013 und wenn sie fr\u00fch damit anfangen, bleibt das oft ein Leben lang. Mein Gro\u00dfvater J\u00fcrgen Gretschel nahm mich schon als Kind zu vielen Veranstaltungen mit \u2013 das hat mich bis heute gepr\u00e4gt. Dasselbe m\u00f6chte ich f\u00fcr meine Kinder und andere junge Mitglieder erreichen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 40px;\"><strong>Welche weiteren Jugendprojekte sind geplant?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Neben dem Sommercamp planen wir Kochworkshops mit traditioneller K\u00fcche sowie eine Stadtrallye f\u00fcr Jugendliche, bei der sie ihre Heimat besser kennenlernen. Viele Kinder kennen Breslau, Mallorca oder Dubai \u2013 aber nicht ihre eigene Stadt. Mein Gro\u00dfvater sagte immer: \u201eWenn du vom h\u00f6chsten Turm der Stadt aus schaust, dann siehst du deine Heimat.\u201c Genau dieses Bewusstsein wollen wir mit unseren Projekten st\u00e4rken.<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #ffcc00;\"><strong>Identit\u00e4t w\u00e4chst im Miteinander \u2013 nicht in der Abgrenzung.<\/strong><\/span><\/p>\n<\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 40px;\"><strong>Welches Projekt war im letzten Jahr f\u00fcr Sie das sch\u00f6nste?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das war das Erntedankfest im September. Zu diesem Anlass kommen Freunde der Bundesgruppe Liegnitz aus Wuppertal sowie Landsleute aus der Gemeinde Wahlstatt (Legnickie Pole) zusammen. Wir feiern gemeinsam, jede Gruppe stellt ihre Traditionen vor. Am n\u00e4chsten Tag gibt es einen deutschsprachigen Gottesdienst und ein gemeinsames Abendessen. Dieses Fest spricht alle Generationen an und ist sehr bereichernd.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 40px;\"><strong>Gibt es auch Bastelaktionen bei diesem Fest?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Daf\u00fcr bleibt leider keine Zeit, aber wir kochen gemeinsam, h\u00f6ren Vortr\u00e4ge und genie\u00dfen Musik und Tanz \u2013 so sieht unser Programm aus.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 40px;\"><strong>Was wird denn genau gekocht? Gibt es typische Gerichte?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es gibt immer traditionelle Speisen. Der Frauenverband aus Wahlstatt bereitet zudem typisch polnische Gerichte wie Kartoffelsalat oder \u017burek zu. Die G\u00e4ste freuen sich, verschiedene Spezialit\u00e4ten probieren zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 40px;\"><strong>Und warum engagieren Sie sich pers\u00f6nlich so stark?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Weil ich ein bisschen verr\u00fcckt bin (lacht). Ich finde, man kann Familie, Beruf und Ehrenamt gut miteinander vereinbaren. Ich versuche, meine Zeit so zu gestalten, dass ich mit allen drei Bereichen zufrieden bin.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die deutsche Minderheit in Liegnitz (Legnica) spielt eine wichtige Rolle bei der Bewahrung und Pflege des kulturellen Erbes der Stadt. 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